ich war gestern im EP. Da bin ich natürlich auch Euro Mir gefahren. War die immer schon so langsam oder kommt mir das nur so vor. Letztes Jahr kam sie mir viel schneller vor, vorallem frage ich mich warum der Zug vor dem ersten Drop fast auf null gebremst wird. Das war doch früher nicht so. Zumindest ist es mir nie so aufgefallen wie gestern. Wäre wirklich gut wenn mir das einer erklären könnte.
Die Diskussion habe ich letztens auch mal gelesen in Bezug auf den Eurosat. Es gibt sehr viele Variablen, die die Geschwindigkeit der Bahn bestimmen können: Die Tageszeit, und die daraus resultierende Temperatur. Am Morgen ist's kälter, am Nachmittag wärmer. Am Morgen läuft der Wagen noch nicht so rund, da das Schmierfett der Rollen über Nacht abgekühlt hat, und sicher etwas zähflüssiger ist. Dazu gibt's ein hübsches Fremdwort: Viskosität. Dann muss der Zug nicht immer gleich schwer sein. Ein leerer Zug erreicht die Maximalgeschwindigkeit schneller, da er nicht so träge ist, er wird aber aus dem gleichen Grund auch sehr bald wieder langsamer. Das mit den Bremsen funktioniert so: in jedem Abschnitt der Bahn darf pro Zeiteinheit nur ein Zug fahren. bei zwei Zügen ist nicht mehr gewährleistet, dass es keinen Zusammenstoss gibt, sollte mal was schief gehen. Wenn der Wagen vor euch etwas langsamer war, aus welchem Grund auch immer, dann wird euer Wagen automatisch etwas stärker abgebremst, damit er dem vorderen Zug nicht zu nahe kommt. Wenn du vorher z.B. Monorail gefahren bist, dann wird dir die Euro Mir automatisch schneller vorkommen, als wenn du dich zuerst auf die Poseidon begeben hast. Geschwindigkeit wird sehr subjektiv wahrgenommen.
Doch im Grossen und Ganzen wird die Euro Mir im Rahmen der Messgenauigkeit heute gleich schnell fahren wie gestern und morgen. Eine Abweichung von 2 - 3% ist Möglich, aber für den Passagier meiner Meinung nach nicht wahrnehmbar. Mir kam es aber auch schon so vor, dass die eine oder andere Bahn schneller oder langsamer in meinen Zellen "gespeichert" war.
Schau dir doch mal im Archiv die Diskussion über den Eurosat an, da wirst du sicher noch andere Erklärungen finden..
hab da auch noch bisschen was dazu: Es kommt auch darauf an wo man im Zug sitzt. Z.B. beim Eurosat, sitzt man da weiter vorne hängt z.B. die Schnautze schon im Schuß während die hinteren Wägen noch im Aufzug sind. Somit bekommen die hinteren Sitze den Schuß dann voll mit und somit auch schneller (was die Kräfte angeht halt mehr). Zum zweiten die Züge selber: Ich hab am Eurosat gearbeitet, letztes Jahr z.B. war der Zug 2 der langsamste und der Zug 3 der schnellste. Einige Sekunden unterschied haben die zwei gehabt und dass ist natürlich von Fahrgefühl ne Menge. Mitlerweile ist der 2 wieder schnellser unterwegs. Allerdings muss ich auch sagen, dass das gebremse bei der Euro-Mir schon arg auffällt. Kurz vorm Schuss werden Manche Zuge fast auf 0 abgebremst. Der Computer rechnet da halt was zusammen.
einen wichtigen (vermutlich der wichtigste) Punkt habt Ihr ganz vergessen. Derzeit ist im Park Hochsaison, d. h. die Bahnen laufen auf hoher bzw. voller Kapazität und da ja mehr Züge als bei "Normalbetrieb" in den Bahnen laufen, werden diese entsprechend ausgebremst, damit nicht zwei Züge innerhalb eines Schienenblocks laufen. Früher konnte man dies beim Eurosat sehr gut beobachten, ich bin die Bahn viele Male gefahren u. a. bei viel und bei wenig Besucherandrang im Park. Bei hohen Besucherzahlen ist mir immer aufgefallen, wie stark die Züge dann abgebremst werden, wobei bei wenig Betrieb der Zug so gut wie ungebremst die Strecke gefahren ist (bzw. erst an der Schlußbremse erst abgebremst wurde). Ich muß allerdings gestehen, daß mir diese Effekt bei der Euromir nie so extrem aufgefallen ist.
Ihr habt schon alle recht, und ich hoffe, dass meine Erklärungen nicht allzu falsch waren.
Ich denke, wenn man all diese Faktoren zusammen nimmt (also die Saison, Tageszeit, Sitzposition, Gewicht etc.) dann kann's schon sein, dass die Euro Mir oder auch jede andere Achterbahn grössere Schwankungen in der Geschwindigkeit aufweist. Da hab ich mich mit meinen 2 - 3 % wohl etwas verschätzt. Anyway ist das ja auch nicht soooo schlimm, schliesslich macht ja bei der Euro Mir nich unbedingt die Geschwindigkeit den grossen Kick aus, sondern das Drehen der Wagen, die 5 Türme, die Aussicht oben.... Bei jedem halt was anderes...
Trotzdem danke auch von meiner Seite für eure Hinweise. An das mit der Saison habe ich nicht gedacht...
<Die Tageszeit, und die daraus resultierende Temperatur. Am Morgen ist's kälter, am Nachmittag wärmer.>
... mit anderen Worten: Nachts ist's kälter als draussen. :p
...aber mal Scherz bei Seite und nun ein bisschen Physik: // Klugscheissermodus an! ich glaube auch, dass einer der Hauptfaktoren die Anfangsgeschwindigkeit v0 nach der Bremse ist. Weiterhin jedoch die Maximalgeschwindigkeit, die ein Zug beim Drop erreicht natürlich auch wesentlich von der Gesamtmasse m, also der Masse des Zuges + der Masse der Insassen ab. Als beschleunugendes Element wirkt dann die Kraft F, die in Fahrtrichtung wirkt. Sie berechnet sich aus F = m*a, wobei a ein in Fahrtrichtung wirkender Teilvektor der Gewichtskraft g (landläufig als Erbeschleunigung oder Erdanziehungskraft bezeichnet)darstellt. Da die Fahrtrichtung durch die Streckenführung vorgegeben ist, ist also a bei jeder Fahrt ein konstanter Wert, der an den unterschiedlichen Punkten der Fahrstrecke, je nach gefälle,verschieden ist . Somit hängt die jeweilige Beschleunigung eines Zuges von Fahrt zu Fahrt also erheblich von seiner Masse ab. q.e.d. (lateinisch: Quot errat demonstrandum, Übersetzung: Was zu beweisen war.) // Klugscheissermodus Ende!
Thank You and Goodbye.
PS. Falls jemand eine bessere Erklärung hat, schreibt er an Sir Isaak Newton oder Galileo Galilei. Die haben uns das schliesslich eingebrockt. ;-)
Das ist so net ganz richtig, würd ich mal sage. Denn ausgegangen von der potentiellen Energie vor dem Drop, wird diese nachher zu kinetischer Energie umgewandelt. Dabei kürzt sich die Masse aus der Gleichung heraus und somit ist die Geschwindigkeit nicht von der Masse abhängig. Leider ist in diesem Falle die Reibung vernachlässigt. Denn dort spielt die Masse eine wichtige Rolle und auf das Trägheitsmoment bei Änderungen der Fahrtrichtung (wichtig bei Rotation um eine Drehachse, wo die auch immer ist) spielt die Masse auch nochmals mit..... Ja wenn das auch nicht stimmen sollte, so werde ich gerne korrigiert. Nur so mit den auftretenden Kräften etc. kann man nicht argumentieren.
Ja, war halt mal ein Versuch der Erklärung. Aber wenn ich 's nächste mal im EP bin, können wir gerne mal eine Versuchsreihe starten, um schließlich eine komplexe Berechnung der verschiedenen auftretenden Phänomene durchzuführen.
Im übrigen suche ich auch immer noch die Antwort auf das überaus interessante Phänomen, wie Geschwindigkeit abhängt von: a) Windaschnittigkeit der Frisuren der Fahrgäste b) Beladungszustand mit Bratwurst, Pommes, Popkorn, etc. c) Beschleunigungswirkung durch Impulserhaltung beim Entladen evtl. vorhandenen zu großen Alkoholkonsums :-erks
und natürlich last but not least d) die Auswirkung des Raumzeitkontinuums in seiner temporären Wirkung durch beschleunigte Massen an einem schwrzen Loch. ;-)
//Entschuldigung-such-Modus Ende!
Have Fun, because life is short. :-wink2 Gruss, Vokial
Damit ich meinen Senf auch nochmal dazu geben darf:
//Klugscheissermodus an:
Das mit der potentiellen Energie ist zwar richtig, das habe ich mir auch überlegt. Aber trotzdem sind Züge, welche voll besetzt sind träger, d.h. sie haben einen längeren Bremsweg. Schwerer Zug = grosse Reibungskraft ist zwar schon richtig, weil aber der Zug schwerer ist, ist er auch träger. Bei der Gleichung F = m*a muss es ja zur Kraft in Fahrtrichtung eine Gegenkraft geben, die sich aus Reibung und Luftwiederstand zusammensetzt. Die Reibung nimmt bei einem grösseren Zug zwar deutlich zu, der Hauptbremsfaktor ist aber der Luftwiederstand. Dieser ist aber fast gleich gross, ob der Zug nun voll ist, oder leer. Insbesondere da die Euro Mir grosse Kopfstützen hat. Daraus folgt: Luftwiederstand Zug voll = Luftwiederstand Zug leer (Unterschied so klein, dass vernachlässigbar). Reibung Zug voll >= Reibung Zug leer (Reibungsfaktor in etwa 1 - 2% grösser). ABER Trägheit Zug voll >>> Trägheit Zug leer.
//Klugscheissermodus aus
Meiner Meinung nach bestimmt nicht zuletzt die Trägheit unser Gefühl für Geschwindigkeit. Wenn ein voller Zug also den First Drop hinunter donnert, dann kommt es dem einen oder anderen doch sicherlich so vor, dass es schneller vorwärts geht. Einfach deshalb weil die Masse einfach grösser ist. Ein blödes Beispiel zum Vergleich: Wir alle wissen, das eine Kugel (5cm Durchmesser, homogenes Material) aus Holz gleich schnell fällt wie eine identische Kugel aus Metall. Die Kugel aus Metall ist zwar schwerer, aber weil g auf der ganzen Erde in etwa gleich ist, fallen beide Kugeln gleich schnell. Trotzdem kann man leicht das Gefühl haben, dass schwere Sachen schneller fallen.
Die Endgeschwindigkeit eines vollen resp. leeren Zuges wird zwar die selbe sein, genauso die Beschleunigung (abhängig von klein g) aber unsere Wahrnehmung der Geschwindigkeit variiert und wird durch die verschiedensten Faktoren bestimmt und beeinflusst.
Nun noch was zur Berechnung der Geschwindigkeit und der Beschleunigung. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, man kann das sowieso nicht einfach so schnell schnell ausrechnen. Ich bin mir nicht sicher, aber da die Neigung nicht überall die gleiche ist, müsste man doch eine Kurve aufstellen und über die verschiedenen Neigungen hinweg integrieren...?!? Wenn irgendjemand da genaueres weiss, ich bin jederzeit bereit, zu lernen. Einfach auch aus dem Grund, da ich ja einmal Maschinenbau studieren wollte... (es hat sich dann allerdings was anderes ergeben...)