Interviews mit Roland Mack
Letzte Bearbeitung am 15-Jun-04 um 00:06 Uhr ()
Ich werde ab jetzt die Interviews von Roland Mack in diesem Thread sammeln:
Radio Basel 1 "INTERVIEW"
Sonntag, 13. Juni 2004 - 11.00 bis 12.00 Uhr
präsentiert von der Basler Zeitung
Roland Mack ist Geschäftsführer des beliebtesten Freizeitparks Deutschlands. Der Europa-Park-Chef und -Mitbegründer ist Gast im Basel 1 "INTERVIEW". Stefan Wüthrich trifft den 55jährigen in seinem Park. Was macht ein Freizeitpark-Chef in seiner Freizeit, woher kommt seine Begeisterung für rasante Berg- und Talfahrten und wie gross soll der Park eigentlich noch werden? Die Antworten auf diese und andere Fragen gibt Roland Mack im Basel 1 "INTERVIEW" am Sonntag, 13. Juni zwischen 11.00 und 12.00 Uhr
Etwas älter und nicht überall mehr aktuell, aber trotzdem Interessant ist folgendes Interview vom 20.12.2003:
Roland Mack: Man soll nie nie sagen
Der geschäftsführende Gesellschafter vom Europa-Park über den Ausbau des Familienunternehmens und die Entwicklung bei der Winteröffnung
Mehr Attraktionen, mehr Unterkünfte, mehr Platz: Die mittlerweile dritte Winteröffnungszeit des Europa-Parks ist für den geschäftsführenden Gesellschafter Roland Mack sehr gut angelaufen, und schon hat er weitere Pläne und Ideen für das Familienunternehmen. Verstärken will der 54-Jährige deswegen die Werbung auch im Ausland, wobei man besonders Kurzurlaube mit Hotelübernachtungen für die aus größerer Entfernung kommenden Gäste attraktiv machen will. Die anstehende EU-Erweiterung hält er für eine Chance. Mit großer Freude beobachtet Mack, dass seine studierenden Söhne Michael (24) und Thomas (22) sich stark für den Park interessieren.
Der Europa-Park ist jetzt abends immer rappelvoll. Verzeichnen Sie bei der derzeit laufenden dritten Winteröffnungszeit mehr Besucher als bisher?
MACK: In der Tat hat sich die Zahl der Besucher gesteigert. Im Moment kommen jedenfalls deutlich mehr Gäste als in den beiden Vorjahren. Aber die Saison endet erst am 6. Januar. Wir müssen abwarten, ob dieser Trend anhält. Es ist schon erstaunlich, dass wir jetzt an bestimmten Wochenenden fast so viele Besucher wie im Sommer haben. Auch die Zahl der Gruppen nimmt zu.
Liegt das an dem verbesserten Angebot?
MACK: Es gibt viele Gründe für die positive Entwicklung. Zum einen ist die Winteröffnung bekannter geworden. Wir können jetzt auch viele Erfahrungen verwerten, die wir in den vergangenen beiden Jahren gemacht haben. Auf der Basis von Kunden-Umfragen haben wir unser Programm jedes Mal verbessert. Selbstverständlich haben wir aber unser Angebot auch erweitert.
In welchen Bereichen ist dieser Ausbau geschehen?
MACK: Wir machen jetzt mehr mit Schnee und haben auch mehr Showangebote. Nun ist auch fast der gesamte Park zugänglich, sodass die Gäste mehr Fahrgeschäfte benutzen können. Die ganze Dekoration und die Licht-Installationen wurden wesentlich aufwändiger gestaltet. In der Winterzeit entsteht ein ganz anderer Eindruck vom Park als im Sommer.
Kommen die Leute hauptsächlich aus der Region oder reisen sie auch von weiter her an?
MACK: Die Winteröffnung wird in erster Linie von Menschen aus der Region genutzt. Zunehmend jedoch beobachten wir, dass die Gäste auch aus weiteren Distanzen zu uns reisen. Wenn man sieht, wie gerade Reisegruppen in ganzen Bussen die Weihnachtsmärkte in Nürnberg, Stuttgart und Straßburg anfahren, denke ich, dass unser Weihnachtsmarkt noch dazu mit dem tollen Parkangebot ein interessantes Winterausflugsziel auch für Gruppen aus der ganzen Bundesrepublik sein kann. Wir haben übrigens in der Wintersaison fünfzehn Prozent Erstbesucher, gewinnen damit also neue Kunden. Das Publikum ist in der kälteren Zeit im Durchschnitt etwas älter als das im Sommer. So kommen viele Großeltern mit Enkelkindern.
Sind die beiden Hotels des Europa-Parks auch im Winter ausgebucht?
MACK: Auch das entwickelt sich sehr gut. Wir werden in diesem Jahr eine Belegungsquote von über 90 Prozent haben, wobei es auch schon in den vergangenen beiden Wintern hervorragende Ergebnisse gegeben hat. Übrigens kommen viele Leute auch während der Woche in die Hotels. Im vergangenen Jahr hatten wir selbst am Tag vor dem Heiligen Abend über 150 Gäste.
Für eine Ausweitung des Parks neben dem Ruster Autobahnzubringer sind fast alle Hürden genommen. Wann werden Sie das Projekt in Angriff nehmen?
MACK: Das sehen wir mit großer Gelassenheit. Jetzt ist der erste Schritt getan, weil das Gelände aus dem regionalen Grünzug rausgenommen wurde. Damit ist die Planungssicherheit gegeben. Zunächst wollen wir aber mit dem neuen Hotel »Collosseo« im kommenden Juni fertig werden. Das ist ein Riesenschritt für uns, weil wir unsere Bettenkapazität fast verdoppeln. Ferner wollen wir im Jahr 2005 anlässlich des 30-jährigen Park-Bestehens eine neue Familien-Attraktion mit viel Pepp bauen.
Nochmal zum Ausbau am Autobahnzubringer: Noch ist das Land ja in Kommunalbesitz. Haben Sie gar keine zeitlichen Vorstellungen, wann dann etwas stehen soll?
MACK: Im Moment nicht. Wir haben uns extra viel Zeit für den Planungsvorlauf gelassen, um auch eine Rechtssicherheit zu bekommen. Das war für mich zum Beispiel wichtig für den Bau des neuen Hotels. Wenn wir keine Perspektiven für eine Erweiterung am Autobahnzubringer gehabt hätten, hätte ich nicht diesen Hotelstandort gewählt und auch andere Investitionen nicht getätigt. Ich könnte mir vorstellen, dass es am einfachsten ist, unser Übernachtungsangebot auszubauen. Wenn der Park durch weitere Investitionen noch attraktiver wird, werden wir noch mehr Hotelbetten brauchen. Denkbar wäre auch der Bau eines großen Campingplatzes. Wir wissen auch, dass ein Spaßbad auf enormes Interesse stoßen würde.
Sie rechnen also damit, dass die Gäste zunehmend auch für mehrere Tage im Park bleiben werden?
MACK: Wir haben die Vision, dass die Gäste zwei, drei oder vier Tage hier bleiben, und diese werden wir verwirklichen können. Es ist aber die Frage, wie schnell das geht. Das muss genau kalkuliert werden. Uns soll es nicht so gehen wie anderen Mitbewerbern. So ging ja bekanntlich kürzlich durch die Presse, dass Euro-Disney in Paris 1,5 Milliarden Euro investiert, jetzt aber einen Besucherrückgang von 600 000 Personen zu verzeichen hat.
Würden Sie auch ein kleines Feriendorf auf dem neuen Gelände bauen?
MACK: Das wäre von großem Interesse für uns. Wir brauchen aber trotz allem noch mehr Vorlaufzeit, abgesehen davon, dass die Grundstücksfrage noch gar nicht geklärt ist. Es kommt auch darauf an, wie stark die Gemeinden daran interessiert sind, dass sich auf diesen Flächen etwas tut.
Die einst geplante Großskihalle wird jetzt wohl in Sasbachwalden doch nicht gebaut werden. Könnten Sie sich vorstellen, dass Sie so etwas im Europa-Park aufbauen?
MACK: Ehrlich gesagt habe ich darüber noch nicht nachgedacht. Unsere bisherigen Planungen gehen in eine andere Richtung.
Werden Sie künftig mehr für die Hotels werben?
MACK: Ja. Wir überschreiten jetzt das bisherige Einzugsgebiet - Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Ostfrankreich und die Schweiz - und gehen stärker national auch mit den Reiseveranstaltern an den Markt. Und wenn nur ein Teil von diesen sagt, dass der Park für sie ein attraktives Angebot ist, dann haben wir mit den Hotelbelegungen überhaupt keine Probleme. Da bin ich recht optimistisch.
Ihre Ausbaupläne können Sie nur verwirklichen, wenn Sie verstärkt um neue Kunden werben.
MACK: Richtig. Wir werden beispielsweise demnächst zum ersten Mal eine eigene Halle auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin haben. Wir sind mit Reiseveranstaltern im Gespräch, die wir mit ins Boot nehmen. Wir wollen gemeinsam insbesondere für den Kurzreiseurlaub werben. Solch einen großen Auftritt wie in Berlin haben wir bisher noch nicht gehabt.
Welche Zielgruppen wollen Sie besonders ansprechen?
MACK: Unsere zentrale Zielgruppe sind Familien mit Kindern. Parallel dazu werben wir natürlich um Firmen und Vereinigungen, die Veranstaltungen in unserem großen Konferenzbereich durchführen wollen - gerade in der Zwischensaison, wenn weniger Urlauber kommen.
Demnächst soll die EU erweitert werden. Sehen Sie von den osteuropäischen Ländern auch neue Märkte?
MACK: Es ist auf alle Fälle eine Chance, wenn sich da auch nicht von heute auf morgen etwas tun wird. Wir haben schon im vergangenen Jahr gemerkt, dass wir sehr viele Osteuropäer - Ungarn, Tschechen, Russen, Polen - im Park haben. Mit unserem Auftritt auf der ITB wollen wir das forcieren. Auch in anderen Ländern ist eine Ausweitung der Aktivitäten geplant. Dort wollen wir die Zahl unserer Verkaufsstellen erweitern. Wir haben ja schon welche in der Schweiz und in Frankreich. Jetzt sind wir mit Österreich im Gespräch. Auch in die Benelux-Länder versuchen wir Fuß zu fassen. Von Luxemburg sind es gerade einmal zweieinhalb Stunden nach Rust.
Wird der Park einmal ganzjährig geöffnet sein?
MACK: Der ganze Park wohl nicht, aber man sollte nie nie sagen. Teile des Geländes sind ja fast das alle zwölf Monate auf - etwa die Hotels oder der Showbereich. Derzeit ist geplant, die Hotels im Februar zu schließen. Aber wenn sich die Buchungszahlen gut entwickeln, können wir das auch schnell ändern.
Werden Sie im kommenden Jahr die Preise erhöhen?
MACK: Wir werden die Preise ganz moderat ändern. So werden die Tageskarten statt für Erwachsene 25 Euro künftig 26 Euro kosten.
Im Augenblick werden Sie mit Ehrungen quasi überschüttet . . .
MACK (LACHEND): Habe ich schon wieder eine?
Jetzt wohl gerade nicht. Aber Spaß beiseite: Was bedeuten derartige Auszeichnungen für Sie persönlich und für den Park?
MACK: Für mich und den Park ist das natürlich eine Bestätigung. Ich war ja von Anfang an mit dabei und erinnere mich noch an die Zeit, in der ich dreimal anklopfen musste, um mich überhaupt bemerkbar zu machen. Wir sind in den ersten Jahren von vielen unterschätzt worden. Die Auszeichnungen zeigen, dass man uns mittlerweile respektiert. Was mir besonders gut gefällt, ist, wenn unsere Hotels als beliebteste Neckermann- oder Thomas-Cook-Anlage weltweit unter die ersten zehn gewählt werden.
Gibt es eine Ehrung, die Sie noch ganz gerne hätten?
MACK: Ich habe mich in den allermeisten Fällen gar nicht um die Auszeichnung beworben und wurde davon völlig überrascht. Eine Ausnahme ist die kürzliche Ernennung zum »Entrepreneur des Jahres«, weil es da ein intensives nationales Auswahlverfahren gibt. Allerdings bin ich besonders stolz auf meine internationalen Auszeichnungen - wie die Ernennung zum Sonderbotschafter des Europarats für Familien oder die Verleihung des französischen Verdienstordens. Das freut mich, denn jeder hier im Hause kann bestätigen, dass ich ein ganz großer Freund der Franzosen bin. Das hängt mit meiner Jugend zusammen. Mein Vater hat immer sehr positiv von den Bürgern unseres Nachbarlandes gesprochen. Ich konnte als kleines Kind nie die Aversion, die es damals häufiger gegen die Franzosen gab, verstehen.
Der Park zeigt derzeit auffällig eine soziale Ader, indem er sich zum Beispiel für herz- und krebskranke Kinder engagiert. Ist das nur Teil Ihres Schowprogramms?
MACK: Ich bitte Sie, nein! Meine Familie liebt das soziale Engagement, das ist nicht nur ein zur Schau gestellter Touch. Das betrifft die Einladung kinderreicher Familien genauso wie der Besuch unserer Artisten in der Freiburger Kinderkrebsklinik. Die Bodenständigkeit, die ich in meinem Elternhaus erworben habe, habe ich nie verloren. Ich sehe hier im Park genügend Leid, wenn beispielsweise behinderte Kinder kommen. Es berührt mich ganz gewaltig, wenn ich diesen Menschen eine Freude machen kann. Und hinterher kommen dann Briefe, in denen die Kinder schreiben, dass das der schönste Tag in ihrem Leben war. Da weiß man, dass man an dieser Stelle richtig ansetzt.
In Ihrem Familienunternehmen arbeiten ja jetzt insgesamt drei Generationen mit . . .
MACK: Ja. Mein 82-jähriger Vater ist noch jeden Tag im Park. Er wohnt in Waldkirch und fährt täglich rund 100 Kilometer. Er hat heute noch ein schlechtes Gewissen, wenn er mal in Urlaub fährt, was selten genug passiert.
Ihre Söhne Michael und Thomas scheinen ja immer mehr in das Familienunternehmen einzusteigen.
MACK: Beide zeigen glücklicherweise ein starkes Interesse an dem Unternehmen. Thomas studiert Hotelbetriebswirtschaft in der Schweiz. Er absolviert im Moment ein Praktikum in Paris und war vorher in Straßburg und auf dem Dollenberg. Michael studiert internationale Betriebswirtschaft in drei Ländern. Er »nervt« mich schon fast jeden Tag mit vielen Dingen, die er anders machen will. Ich glaube, beide Buben haben das Zeug dazu, später das Unternehmen weiterzuführen. Manchmal kann man einen harten Tag leichter wegstecken, wenn man weiß, dass es eine Zukunft gibt. Es geht ja nicht nur um die Familie, sondern auch um mehrere tausend Mitarbeiter.
© Mittelbadische Presse/Baden Online
Gruß Thomas
http://www.ep-fans.de
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Radio Basel 1 "INTERVIEW"
Sonntag, 13. Juni 2004 - 11.00 bis 12.00 Uhr
präsentiert von der Basler Zeitung
Roland Mack ist Geschäftsführer des beliebtesten Freizeitparks Deutschlands. Der Europa-Park-Chef und -Mitbegründer ist Gast im Basel 1 "INTERVIEW". Stefan Wüthrich trifft den 55jährigen in seinem Park. Was macht ein Freizeitpark-Chef in seiner Freizeit, woher kommt seine Begeisterung für rasante Berg- und Talfahrten und wie gross soll der Park eigentlich noch werden? Die Antworten auf diese und andere Fragen gibt Roland Mack im Basel 1 "INTERVIEW" am Sonntag, 13. Juni zwischen 11.00 und 12.00 Uhr
Etwas älter und nicht überall mehr aktuell, aber trotzdem Interessant ist folgendes Interview vom 20.12.2003:
Roland Mack: Man soll nie nie sagen
Der geschäftsführende Gesellschafter vom Europa-Park über den Ausbau des Familienunternehmens und die Entwicklung bei der Winteröffnung
Mehr Attraktionen, mehr Unterkünfte, mehr Platz: Die mittlerweile dritte Winteröffnungszeit des Europa-Parks ist für den geschäftsführenden Gesellschafter Roland Mack sehr gut angelaufen, und schon hat er weitere Pläne und Ideen für das Familienunternehmen. Verstärken will der 54-Jährige deswegen die Werbung auch im Ausland, wobei man besonders Kurzurlaube mit Hotelübernachtungen für die aus größerer Entfernung kommenden Gäste attraktiv machen will. Die anstehende EU-Erweiterung hält er für eine Chance. Mit großer Freude beobachtet Mack, dass seine studierenden Söhne Michael (24) und Thomas (22) sich stark für den Park interessieren.
Der Europa-Park ist jetzt abends immer rappelvoll. Verzeichnen Sie bei der derzeit laufenden dritten Winteröffnungszeit mehr Besucher als bisher?
MACK: In der Tat hat sich die Zahl der Besucher gesteigert. Im Moment kommen jedenfalls deutlich mehr Gäste als in den beiden Vorjahren. Aber die Saison endet erst am 6. Januar. Wir müssen abwarten, ob dieser Trend anhält. Es ist schon erstaunlich, dass wir jetzt an bestimmten Wochenenden fast so viele Besucher wie im Sommer haben. Auch die Zahl der Gruppen nimmt zu.
Liegt das an dem verbesserten Angebot?
MACK: Es gibt viele Gründe für die positive Entwicklung. Zum einen ist die Winteröffnung bekannter geworden. Wir können jetzt auch viele Erfahrungen verwerten, die wir in den vergangenen beiden Jahren gemacht haben. Auf der Basis von Kunden-Umfragen haben wir unser Programm jedes Mal verbessert. Selbstverständlich haben wir aber unser Angebot auch erweitert.
In welchen Bereichen ist dieser Ausbau geschehen?
MACK: Wir machen jetzt mehr mit Schnee und haben auch mehr Showangebote. Nun ist auch fast der gesamte Park zugänglich, sodass die Gäste mehr Fahrgeschäfte benutzen können. Die ganze Dekoration und die Licht-Installationen wurden wesentlich aufwändiger gestaltet. In der Winterzeit entsteht ein ganz anderer Eindruck vom Park als im Sommer.
Kommen die Leute hauptsächlich aus der Region oder reisen sie auch von weiter her an?
MACK: Die Winteröffnung wird in erster Linie von Menschen aus der Region genutzt. Zunehmend jedoch beobachten wir, dass die Gäste auch aus weiteren Distanzen zu uns reisen. Wenn man sieht, wie gerade Reisegruppen in ganzen Bussen die Weihnachtsmärkte in Nürnberg, Stuttgart und Straßburg anfahren, denke ich, dass unser Weihnachtsmarkt noch dazu mit dem tollen Parkangebot ein interessantes Winterausflugsziel auch für Gruppen aus der ganzen Bundesrepublik sein kann. Wir haben übrigens in der Wintersaison fünfzehn Prozent Erstbesucher, gewinnen damit also neue Kunden. Das Publikum ist in der kälteren Zeit im Durchschnitt etwas älter als das im Sommer. So kommen viele Großeltern mit Enkelkindern.
Sind die beiden Hotels des Europa-Parks auch im Winter ausgebucht?
MACK: Auch das entwickelt sich sehr gut. Wir werden in diesem Jahr eine Belegungsquote von über 90 Prozent haben, wobei es auch schon in den vergangenen beiden Wintern hervorragende Ergebnisse gegeben hat. Übrigens kommen viele Leute auch während der Woche in die Hotels. Im vergangenen Jahr hatten wir selbst am Tag vor dem Heiligen Abend über 150 Gäste.
Für eine Ausweitung des Parks neben dem Ruster Autobahnzubringer sind fast alle Hürden genommen. Wann werden Sie das Projekt in Angriff nehmen?
MACK: Das sehen wir mit großer Gelassenheit. Jetzt ist der erste Schritt getan, weil das Gelände aus dem regionalen Grünzug rausgenommen wurde. Damit ist die Planungssicherheit gegeben. Zunächst wollen wir aber mit dem neuen Hotel »Collosseo« im kommenden Juni fertig werden. Das ist ein Riesenschritt für uns, weil wir unsere Bettenkapazität fast verdoppeln. Ferner wollen wir im Jahr 2005 anlässlich des 30-jährigen Park-Bestehens eine neue Familien-Attraktion mit viel Pepp bauen.
Nochmal zum Ausbau am Autobahnzubringer: Noch ist das Land ja in Kommunalbesitz. Haben Sie gar keine zeitlichen Vorstellungen, wann dann etwas stehen soll?
MACK: Im Moment nicht. Wir haben uns extra viel Zeit für den Planungsvorlauf gelassen, um auch eine Rechtssicherheit zu bekommen. Das war für mich zum Beispiel wichtig für den Bau des neuen Hotels. Wenn wir keine Perspektiven für eine Erweiterung am Autobahnzubringer gehabt hätten, hätte ich nicht diesen Hotelstandort gewählt und auch andere Investitionen nicht getätigt. Ich könnte mir vorstellen, dass es am einfachsten ist, unser Übernachtungsangebot auszubauen. Wenn der Park durch weitere Investitionen noch attraktiver wird, werden wir noch mehr Hotelbetten brauchen. Denkbar wäre auch der Bau eines großen Campingplatzes. Wir wissen auch, dass ein Spaßbad auf enormes Interesse stoßen würde.
Sie rechnen also damit, dass die Gäste zunehmend auch für mehrere Tage im Park bleiben werden?
MACK: Wir haben die Vision, dass die Gäste zwei, drei oder vier Tage hier bleiben, und diese werden wir verwirklichen können. Es ist aber die Frage, wie schnell das geht. Das muss genau kalkuliert werden. Uns soll es nicht so gehen wie anderen Mitbewerbern. So ging ja bekanntlich kürzlich durch die Presse, dass Euro-Disney in Paris 1,5 Milliarden Euro investiert, jetzt aber einen Besucherrückgang von 600 000 Personen zu verzeichen hat.
Würden Sie auch ein kleines Feriendorf auf dem neuen Gelände bauen?
MACK: Das wäre von großem Interesse für uns. Wir brauchen aber trotz allem noch mehr Vorlaufzeit, abgesehen davon, dass die Grundstücksfrage noch gar nicht geklärt ist. Es kommt auch darauf an, wie stark die Gemeinden daran interessiert sind, dass sich auf diesen Flächen etwas tut.
Die einst geplante Großskihalle wird jetzt wohl in Sasbachwalden doch nicht gebaut werden. Könnten Sie sich vorstellen, dass Sie so etwas im Europa-Park aufbauen?
MACK: Ehrlich gesagt habe ich darüber noch nicht nachgedacht. Unsere bisherigen Planungen gehen in eine andere Richtung.
Werden Sie künftig mehr für die Hotels werben?
MACK: Ja. Wir überschreiten jetzt das bisherige Einzugsgebiet - Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Ostfrankreich und die Schweiz - und gehen stärker national auch mit den Reiseveranstaltern an den Markt. Und wenn nur ein Teil von diesen sagt, dass der Park für sie ein attraktives Angebot ist, dann haben wir mit den Hotelbelegungen überhaupt keine Probleme. Da bin ich recht optimistisch.
Ihre Ausbaupläne können Sie nur verwirklichen, wenn Sie verstärkt um neue Kunden werben.
MACK: Richtig. Wir werden beispielsweise demnächst zum ersten Mal eine eigene Halle auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin haben. Wir sind mit Reiseveranstaltern im Gespräch, die wir mit ins Boot nehmen. Wir wollen gemeinsam insbesondere für den Kurzreiseurlaub werben. Solch einen großen Auftritt wie in Berlin haben wir bisher noch nicht gehabt.
Welche Zielgruppen wollen Sie besonders ansprechen?
MACK: Unsere zentrale Zielgruppe sind Familien mit Kindern. Parallel dazu werben wir natürlich um Firmen und Vereinigungen, die Veranstaltungen in unserem großen Konferenzbereich durchführen wollen - gerade in der Zwischensaison, wenn weniger Urlauber kommen.
Demnächst soll die EU erweitert werden. Sehen Sie von den osteuropäischen Ländern auch neue Märkte?
MACK: Es ist auf alle Fälle eine Chance, wenn sich da auch nicht von heute auf morgen etwas tun wird. Wir haben schon im vergangenen Jahr gemerkt, dass wir sehr viele Osteuropäer - Ungarn, Tschechen, Russen, Polen - im Park haben. Mit unserem Auftritt auf der ITB wollen wir das forcieren. Auch in anderen Ländern ist eine Ausweitung der Aktivitäten geplant. Dort wollen wir die Zahl unserer Verkaufsstellen erweitern. Wir haben ja schon welche in der Schweiz und in Frankreich. Jetzt sind wir mit Österreich im Gespräch. Auch in die Benelux-Länder versuchen wir Fuß zu fassen. Von Luxemburg sind es gerade einmal zweieinhalb Stunden nach Rust.
Wird der Park einmal ganzjährig geöffnet sein?
MACK: Der ganze Park wohl nicht, aber man sollte nie nie sagen. Teile des Geländes sind ja fast das alle zwölf Monate auf - etwa die Hotels oder der Showbereich. Derzeit ist geplant, die Hotels im Februar zu schließen. Aber wenn sich die Buchungszahlen gut entwickeln, können wir das auch schnell ändern.
Werden Sie im kommenden Jahr die Preise erhöhen?
MACK: Wir werden die Preise ganz moderat ändern. So werden die Tageskarten statt für Erwachsene 25 Euro künftig 26 Euro kosten.
Im Augenblick werden Sie mit Ehrungen quasi überschüttet . . .
MACK (LACHEND): Habe ich schon wieder eine?
Jetzt wohl gerade nicht. Aber Spaß beiseite: Was bedeuten derartige Auszeichnungen für Sie persönlich und für den Park?
MACK: Für mich und den Park ist das natürlich eine Bestätigung. Ich war ja von Anfang an mit dabei und erinnere mich noch an die Zeit, in der ich dreimal anklopfen musste, um mich überhaupt bemerkbar zu machen. Wir sind in den ersten Jahren von vielen unterschätzt worden. Die Auszeichnungen zeigen, dass man uns mittlerweile respektiert. Was mir besonders gut gefällt, ist, wenn unsere Hotels als beliebteste Neckermann- oder Thomas-Cook-Anlage weltweit unter die ersten zehn gewählt werden.
Gibt es eine Ehrung, die Sie noch ganz gerne hätten?
MACK: Ich habe mich in den allermeisten Fällen gar nicht um die Auszeichnung beworben und wurde davon völlig überrascht. Eine Ausnahme ist die kürzliche Ernennung zum »Entrepreneur des Jahres«, weil es da ein intensives nationales Auswahlverfahren gibt. Allerdings bin ich besonders stolz auf meine internationalen Auszeichnungen - wie die Ernennung zum Sonderbotschafter des Europarats für Familien oder die Verleihung des französischen Verdienstordens. Das freut mich, denn jeder hier im Hause kann bestätigen, dass ich ein ganz großer Freund der Franzosen bin. Das hängt mit meiner Jugend zusammen. Mein Vater hat immer sehr positiv von den Bürgern unseres Nachbarlandes gesprochen. Ich konnte als kleines Kind nie die Aversion, die es damals häufiger gegen die Franzosen gab, verstehen.
Der Park zeigt derzeit auffällig eine soziale Ader, indem er sich zum Beispiel für herz- und krebskranke Kinder engagiert. Ist das nur Teil Ihres Schowprogramms?
MACK: Ich bitte Sie, nein! Meine Familie liebt das soziale Engagement, das ist nicht nur ein zur Schau gestellter Touch. Das betrifft die Einladung kinderreicher Familien genauso wie der Besuch unserer Artisten in der Freiburger Kinderkrebsklinik. Die Bodenständigkeit, die ich in meinem Elternhaus erworben habe, habe ich nie verloren. Ich sehe hier im Park genügend Leid, wenn beispielsweise behinderte Kinder kommen. Es berührt mich ganz gewaltig, wenn ich diesen Menschen eine Freude machen kann. Und hinterher kommen dann Briefe, in denen die Kinder schreiben, dass das der schönste Tag in ihrem Leben war. Da weiß man, dass man an dieser Stelle richtig ansetzt.
In Ihrem Familienunternehmen arbeiten ja jetzt insgesamt drei Generationen mit . . .
MACK: Ja. Mein 82-jähriger Vater ist noch jeden Tag im Park. Er wohnt in Waldkirch und fährt täglich rund 100 Kilometer. Er hat heute noch ein schlechtes Gewissen, wenn er mal in Urlaub fährt, was selten genug passiert.
Ihre Söhne Michael und Thomas scheinen ja immer mehr in das Familienunternehmen einzusteigen.
MACK: Beide zeigen glücklicherweise ein starkes Interesse an dem Unternehmen. Thomas studiert Hotelbetriebswirtschaft in der Schweiz. Er absolviert im Moment ein Praktikum in Paris und war vorher in Straßburg und auf dem Dollenberg. Michael studiert internationale Betriebswirtschaft in drei Ländern. Er »nervt« mich schon fast jeden Tag mit vielen Dingen, die er anders machen will. Ich glaube, beide Buben haben das Zeug dazu, später das Unternehmen weiterzuführen. Manchmal kann man einen harten Tag leichter wegstecken, wenn man weiß, dass es eine Zukunft gibt. Es geht ja nicht nur um die Familie, sondern auch um mehrere tausend Mitarbeiter.
© Mittelbadische Presse/Baden Online
Gruß Thomas
http://www.ep-fans.de

