Stairway to heaven - Part XVII (17)

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Stairway to heaven - Part XVII (17)

Einen wunderschönen guten Morgen. Wieder neigt sich eine Arbeitswoche dem Ende zu, und das bedeutet: Donnerstag ist Himmelstreppentag. Kurz und bündig: heute erfahren wir ein bischen mehr von Dick, den wir ja bisher nur als "Sonnenfinsternis" kennengelernt haben ;-) Und wem die ruhigen Töne in diesem Teil der Story zu ruhig sind, den kann ich beruhigen. Schon am Sonntag gibt´s wieder einen richtigen TWISTER :-biggrin. Doch nun erstmal viel Spass mit Dick...


Den Kopf schüttelnd und leise schmunzelnd, wende ich mich von Steffen ab, und verlasse den Raum. Pffffht, ein heftiger Seufzer und ein weiteres Kopfschütteln folgen.
„War ich damals auch so?“ denke ich so bei mir.
Auch nicht immer ganz elegant; manchmal genauso vorlaut bin ich bestimmt gewesen. Irgendwie erinnert mich der Jungspund und Heißsporn Steffen, oder besser: Steve, wie er sich ja nennt, an meine Jugendzeit. Wenn ich zurück denke, wie ich damals in den Staaten angefangen habe...
Wahrlich ein verrückter Lebenslauf; mit der Freizeitpark- oder Securitybranche hatte ich ja nie etwas zu tun. Zumindest sah es nach meiner Schulzeit eher danach aus, dass ich ein solider Kaufmann werden sollte.

Mittlerweile in meinem Büro angekommen, lehne ich mich in meinen Sessel zurück. Wie gerne würde ich mir eine Zigarette anzünden, doch das ist ja auch Schnee von gestern. Allerdings fehlen mir die kleinen Glimmstengel manchmal schon... Zerknirscht greife ich nach einer Packung Minzbonbons.

Wie war das eigentlich damals? Die Lehre zum Industriekaufmann habe ich erfolgreich bestanden, während viele meiner Freunde damals auf das College gingen. Ich glaube, mein Drang nach Freiheit, einer eigenen Wohnung und einfach Freiraum, haben mich angetrieben. Naja, und dann die 5 Jahre Army, die mich nach Europa gespült haben. Es war schon interessant, aber würde ich das heute wieder tun? Als ich das erste mal aus Europa zurück in den Staaten war, kam ich mir wie ein Fremdkörper in der Gesellschaft vor. Gut, das kann der lange Aufenthalt außerhalb der Heimat gewesen sein, aber auch die Jahre in der Armee. Schließlich ticken die Uhren da doch anders.

Auf der anderen Seite: wäre ich jemals Security-Section-Chief geworden, wäre ich damals nicht Soldat gewesen? Ganz offensichtlich waren einige Sachen in meinem Lebenslauf nicht ganz uninteressant, sonst wäre ich bestimmt nicht als Quereinsteiger in diesen neuen Park im Westen von Amerika aufgenommen worden. Wie begeistert ich doch damals von meinem Manager und der ganzen Parkleitung war. Da sind wieder die Parallelen... Motiviert bis in die Haarspitzen bin ich damals die Sache angegangen. Ein störrisches Team von 14 Leuten habe ich bekommen. Jeden Tag 10 und mehr Stunden Arbeit. Ich weiß noch, wie ich meiner Frau Stacey damals von der Beförderung in die Supervisorposition berichtet habe. Samstags, sonntags, spät am Abend und durch die Nacht und sogar feiertags. Keine Schicht war mir zu viel, und selbst die nörgeligsten Mitarbeiter aus dem Team haben wir auf Zug bekommen. Es waren sicher mit die besten zwei Jahre in meinem bisherigen Arbeitsleben. Am Ende machte es sogar mehr als nur Spaß, wäre da nicht... ja wäre da nicht ein Emporkömmling gewesen, dem wohl meine Nase nicht gefiel.

Danach ging alles so furchtbar schnell. Die Kündigung, die Jobsuche, die Angst wohlmöglich keine neue Anstellung mehr zu finden. Plötzlich war selbst Stacey nicht mehr auf meiner Seite. Es ist noch nicht so lange her, aber es war schon ein Schock. Zwar waren einige Dinge schon vorher abzusehen, aber als dann endlich der Tag kam an dem sie auszog und vier Jahre Ehe ein jähes Ende fanden; es war und bleibt ein komisches Gefühl. Wenigstens hatte ich in der Zwischenzeit wieder einen gleichwertigen Job gefunden, dieser Job hier eben. Zwar bedeutete das wieder einmal Europa, beziehungsweise Deutschland, aber eigentlich planten wir schon damals, die Staaten zu verlassen. Allein die besseren Arbeitsbedingungen waren für mich Grund genug. Nun gut, zu guter letzt bin ich diesen Weg dann alleine angetreten. Ich muss sagen, ich fühle mich eigentlich ganz gut dabei. Natürlich ist vieles neu, und fast alles anders. Der Tagesablauf, die Sprache, das Essen. Sogar die Kollegen sind ja zwangsläufig neue. Aber ich versuche, mich davon nicht unterkriegen zu lassen. Im Gegenteil; neue Kollegen und ein neues Arbeitsumfeld bedeuten für mich einen Neuanfang, bei dem ich aus alten Fehlern lernen kann. Nicht immer bekommt man die Chance dazu.

Ich glaube, das Wissen darum, dass man leider nicht immer und ohne weiteres eine neue Chance bekommt, hat mich in die Sache mit Steve eingreifen lassen. Keine Ahnung, was mich nun wirklich dazu angehalten hat, doch irgendwie konnte ich da nicht wegschauen. Wie schön, das ich schon nach so kurzer Zeit den Ruf habe, mit Bedacht die Dinge anzugehen. Vermutlich beeindruckt es die Kollegen hier, dass ich aus den Staaten komme. Obwohl das für mich nicht immer ein Vorteil sein muss.

Wie auch immer, ich sollte mir langsam Gedanken darüber machen, was ich mit Steve nun anfange, und vor allem, wie ich ihn anpacke. Er soll schon merken, dass er deutlicher Anleitung unterliegt, aber er soll auch Spaß an der Arbeit bekommen oder zurückgewinnen. Vielleicht klappt es ja, und er muss nicht alle meine Fehler wiederholen. Ich glaube, das war mein Hauptantrieb.

Ich sollte mit der Schichteinteilung anfangen, aber erst rauche ich noch eine.... Mist, ich rauche ja nicht mehr. Aber ich würde gerne. Ich würde verdammt gerne. Ärgerlich schmeiße ich die Minzbonbons in die Ecke. Dann hole ich mir halt einen Kaffee. Maaaaaaaaaaary....!




Maaaaaaaaaahzel
think free, be free, fall free

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