Wenn ich in den verschiedenen Berichten lese, dass die Eltern 18 verschiedene Schusswaffe zuhaue Horten, muss ich mich wirklich fragen mit welcher logischen Grundlage, so etwas gestattet wird.
Nun mal langsam. Sportschützen? Jäger? Es gibt genügend Bestimmungen, um Waffen führen und besitzen zu dürfen (Kollege ist Jäger) und es ist auch geregelt, WIE diese aufzubewahren sind. Jetzt die Eltern als (übertrieben gesagt) Schiesswütige Wafennarren, die "horten" hinzustellen, ist doch recht oberflächlich... Zum Thema selber: unfassbar! und so nah...
>>Nun mal langsam. >>Sportschützen? Jäger? > >Ja und müssen die Ihre Waffen Zuhause bunkern? >Der Bundeswehrsoldat nimmt ja auch nicht nach Dienstschluss seine G36 mit nach Hause.
Es gibt Waffentresore, welche in Deutschland für die Aufbewahrung von Waffen vorschrift sind. Einige Sportschützenvereine bieten die Möglichkeit zur Lagerung der Waffe in den Vereinsräumlichkeiten (Schießstand, etc.) an, aber üblicherweise gegen Aufpreis und man hat nur während der Öffnungszeiten Zugriff auf die Waffen. Möchte man mal abends die Waffe pflegen (ölen, reinigen, etc.), dann macht ein Tresor zu Hause durchaus Sinn. Zumal das Auseinanderbauen und Pflegen einer Schusswaffe durchaus entspannend sein kann. Nicht jeder, der eine Waffe im Schlaf auseinander- und zusammenbauen kann, ist gleich ein potenzieller Amokläufer, Waffennarr oder sonstwas.
Was nützen einem Waffentresore, wenn die ganze Familie weiß, wie die Dinger zu öffnen sind? Mal ehrlich, die haben in Privathaushalten nichts zu suchen. Wenn man unbedingt durch die Gegend ballern will, sollte man seine Waffen halt irgendwo anders lagern. Insbesondere wenn Kinder im Haus wohnen. Von einem 17-jährigen sollte man vielleicht etwas mehr Hirn verlangen können, aber nichts desto trotz ist es ein absolutes Unding, dass er sich für seinen Amoklauf quasi noch aussuchen konnte, womit er diese Menschen tötet.
Die Dinger stellen allein durch ihre bloße Anwesenheit eine Gefahr dar. Egal, ob man jetzt Sportschütze oder sonst was ist.
Ich finde es allerdings noch viel schlimmer, dass der Kerl seine Opfer mit gezielten Kopfschüssen umgebracht hat. Diese Kaltblütigkeit...das läuft es mir kalt den Rücken runter! Zumal ich mir vorstellen kann, dass man nicht gleich jedes Ziel trifft, wenn man zum ersten Mal so ein Ding in der Hand hat. Wo hat der Kerl das bitte gelernt? Einem 17-Jährigen bringt man sowas nicht bei, erst recht nicht als Hobby.
...und jedes Auto kann potentiell dazu benutzt werden, jemanden zu überfahren, das stellt auch durch bloße Anwesenheit eine Gefahr dar...oder grosse Küchenmesser, und was ist mit Wattebällchen?
So tragisch und schrecklich das Geschehene ist, haltet doch bitte die Bälle etwas flacher...
Ich habe es absichtlich überspitzt geschrieben - eine Knarre kann auch Sportgerät sein...und Autos wurde auch schon zum Töten benutzt, aber ich glaub, diese Diskussion ist heute ziemlich sinnfrei...Nochmal: ich bin absolut schockiert, WIE und DASS das ganze heute passiert ist, aber genau die Rufe nach einem Verbot der privaten Lagerung von Waffen sind mMn kurzsichtig...wenn jemand wirklich töten will, bekommt er die Mittel dazu...egal, woher...Gute Nacht.
ESL: "Stuttgart hat den Dialog nicht gesucht" Intel Friday Night Game findet nicht statt
Das für den 27. März 2009 geplante E-Sports-Turnier im Rahmen eines "Intel Friday Night Game" in Stuttgart wird nicht stattfinden. Nach einer Absage durch die Stadt bestätigte das die Liga ESL. Zugleich beklagen die Veranstalter, die Kommune habe sich wenig kooperativ gezeigt.
Aha! Jetzt sind die Zeitungen also ab morgen bis mitte April täglich mit irgendeinem Stumpfsinn über diese Sache gefüllt. Berichte über die Lederfabrik bei dem der Täter mal als Lagermitarbeiter tätig war, welche Farbe seine Haustiere hatten usw.
Interessant ist auch dass momentan nicht ganz klar ist ob die Bullen den Täter angeknallt haben oder er das selber war (in einem Supermarkt?) Aber dass er es 40km weit geschafft hat und weiter rumballern konnte ist einmalig. Das hat noch keiner seiner Vorgänger hinbekommen.
"In der Schule war er nie besonders gut. Insbesondere in Mathe hat er immer schlechte Noten bekommen und war sehr sauer auf den Lehrer. Aber gedroht hat er dem Lehrer nie. Überhaupt war Tim kein gewalttätiger Typ. Er war nie aggressiv und hat meines Wissens nach auch keine Gewalt-Computerspiele gespielt. Über seine Hobbys weiß ich nichts. Sein Musikgeschmack war aber sehr ausgefallen: Im Musikunterricht kam mal raus, dass er sich für Klassik interessiert und Opern hört. Ich habe ihn seit unserem Abschluss vor einem Jahr nicht mehr gesehen. Es hat mich vollkommen überrascht, dass er so etwas getan hat, dass hätte ich von ihm nie erwartet."
Insgesamt hat der Täter ein deutlich anderes Profil als Täter anderer, ähnlicher Vorfälle...
Und das erschüttert mich umso mehr!
The only difference between genius and insanity is success. Gruss, DragonKhan
Als ich heute die Nachricht auf SWR3 gehört habe, dachte ich zunächst das man gerade über den Amocklauf in den USA gestern berichtet, umso erschrockener war ich über die direkte nähe des Vorfalls! Wir haben momentan zwei Schulpraktikanten bei uns im Park die aus der benachbarten Schule in Winnenden kommen und nun heilfroh sind das sie gerade ein Praktikum absolvieren! Auch ist der Cousin einer meiner Bekannten scheinbar unter den Opfern des Amocklaufs...
Was geht nur in den Köpfen dieser Jugendlichen ab das sie einfach wahllos und hemmunglos Menschen töten! Schrecklich!
Also wenn sowas fast vor der Haustüre passiert, dann macht einem das schon Angst.
Zum Glück ist der Bekloppte nicht in den auf der anderen Strassenseite liegenden Supermarkt gestürmt.
Der Kasper muss einiges an Munition dabei gehabt haben (Aussage eines Mitarbeiters von darf ich nicht sagen, der direkt vor Ort war) Oton: Da liegt alles voll mit Patronenhülsen und der Schütze liegt mitten drin.
Er meinte das es Berge von Munition waren, aber das kann ich mir nicht vorstellen, da das Zeug sehr schwer ist und man damit nicht unbedingt flüchten kann. Es ist ja von der Schnellstrasse aus in das Industriegebiet (Wendlingen Wert) geflüchtet und musste da über eine Böschung nach unten.. mit viel Gewicht ist das fast nicht zu machen.
Die Polizei ist zur Stunde immer noch damit beschäftigt Spuren zu sichern und weitere Munitionsteile zu finden.
Warum hat der Irre in das Autohaus geschossen? das geht mir immer noch nicht rein... die wollten doch garnichts von dem. (ein Verkäufer und ein Kunde wurden getödet)
Vielleicht wachen die in Berlin endlich mal auf, und verbieten es, daß Waffen sowie Munition in Privathaushalten gelagert werden dürfen. Damit ist zwar das Problem das diese Irren haben nicht erledigt, aber ein kleiner hauch von Sicherheit wäre dann bestimmt gewährleistet.
Ich denke, es wäre angebracht, angesichts einer solchen Tragödie mal nicht die alte "Ego-Shooter sind Schuld oder nicht"-Leier rauszuholen.
Tatsache ist, daß unsere Jugendlichen, als Spiegel unserer Gesellschaft übrigens, inzwischen so kaputt sind, daß einzelne zu solch gräßlich unmenschlichen Taten im Stande sind.
Ja, Waffen gehören in verantwortungsvolle Hände und weggeschlossen. Noch viel wichtiger wäre es allerdings, den Jugendlichen andere Perspektiven aufzuzeigen, mit Problemen umzugehen. Und es hilft nicht, wenn die heutige Jugend ohne Zuneigung vor Bildschirmen vergammelt, ob sie nun Ballerspiele spielen, sich in Rollenspiele flüchten oder einfach nur den ganzen Tag einsam Solitaire spielen.
Es erschreckt mich, wie wenige hier echte Betroffenheit ausdrücken. Wie viele so trocken ihren Kommentar abgeben.
Denkt doch bitte nur einmal kurz an Familie und Freunde der Opfer und was der heutige Tag in Ihrem Leben bedeutet hat.
Ich weiss nicht, wie es Euch geht: Mir steigen dabei die Tränen in die Augen.
Ich glaube, das will man sich besser gar nicht vorstellen... Das waren Kinder... Und nicht nur die Familien haben darunter zu leiden. Sie wurden alle in den Klassenzimmern erschossen. Der Typ hat einfach wilkürlich Schüler ausgesucht - wie mag es wohl denjenigen gehen, die neben den entsprechenden Personen gesessen haben?
Da fragt man sich nur noch, wo das noch hinführen soll...
Ich ärgere mich über die vorhersehbaren Killerspiel-/Horrorfilm-Argumente, die in den nächsten Tagen auf uns niederprasseln werden.
Ich ärgere mich über eine ausufernde Berichterstattung in den Medien, durch die der nächste Spinner angeregt werden könnte, sich auch einmal seine posthumen 24 Stunden Berühmtheit abzuholen.
Ich ärgere mich darüber, daß die Presse wieder einmal Namen von Täter und Opfern so veröffentlicht, daß vieles im Internet sofort recherchierbar ist.
Ich ärgere mich darüber, daß es offensichtlich möglich ist, 15 funktionsfähige Knarren mit Munition bei sich zu Hause zu lagern.
Und ich ärgere mich darüber, daß man so tut, also ob solche Deppen eine Erscheinung nur unserer Zeit wären.
Und was das Betroffenheit ausdrücken angeht: Ich fühle mich lieber im Stillen betroffen. Im Gegensatz übrigens zu den ganzen Emotionsclowns bei Schülervz, die Toten (!) in ihr Profil reinschreiben, wie betroffen sie sind und daß sie hoffen, daß derjenige keinen Schaden davon getragen hat!
>Ich ärgere mich über die vorhersehbaren Killerspiel-/Horrorfilm-Argumente, die in den >nächsten Tagen auf uns niederprasseln werden.
Und ich ärgere mich über die vorhersehbaren Verteidigungspostings von Killerspielen, die in den nächsten Tagen auf uns niederprasseln werden. Die Atombombe kann ja schließlich nix dafür, wenn einer auf den Knopf drückt. Und wenn jetzt die Nutzung der Atombombe eingeschränkt wird, dann ist die Freiheit aller ..ähhm...friedliebenden Menschen in höchster Gefahr. "Und das ist dann erst der Anfang" werden uns Oppenheimer und Co sagen...
mit wo ist eigentlich Kengs Kommentarigen Grüßen
Bruno
"All that we see or seem is but a dream within a dream"
Ich fand und finde Ego Shooter immens öde, daher will ich sie auch gar nicht verteidigen. Allerdings ist es fatal, bei solchen Dingen immer Spiele, Filme und Musik für die Schuldfrage aus dem Hut zu zaubern. Dabei will ich gar nicht abstreiten, daß diese letztendlich der Trigger sein KÖNNEN, jedoch scheint es mir unklug, ständig Ursache und Wirkung zu verwechseln. Ziel sollte doch wohl die Existenz einer möglichst friedlichen Gesellschaft sein - und aufgrund der sozialen Probleme ist diese wohl kaum damit zu lösen, daß man den Schwarzen Peter immer dorthin schiebt, wo er am allerwenigsten etwas zu suchen hat.
Ein gesunder Geist nutzt solche Spiele zur Unterhaltung. Bei einem kranken Geist hingegen sollte besser untersucht werden, warum er überhaupt erkrankt ist. Und dann wäre es klüger, eine Medizin dagegen zu finden, anstatt den Patienten mit etwas Baldrian in Form eines Killerspiel-Entzugs temporär ruhig zu stellen. Aber in der Politik ist es eben genauso wie bei Gesundheitsfragen: Baldrian ist billiger als hochwertige Arznei!
Hi Mike, du hast prinzipiell recht...ABER: Offensichtlich spielen solche Spiele bei entsprechend gepolten Geistern eine Rolle (das entnehme ich übrigens nicht irgendwelchen Zeitungsartikeln, sondern persönlicher Erfahrung und dem gesunden Menschenverstand). Und DIESER Mechanismus ist relativ leicht zu beschränken. Kleines Beispiel: Vor einer Schule werden dauernd Kinder angefahren, weil der Straßenübergang zum Schultor hinter einer Kurve und Kuppe "versteckt" liegt, sowie durch parkende Autos noch zusätzlich verstellt wird. Da muss ich zunächst mal die Geschwindigkeit runtersetzen (Tempo 30-Schild und Radar). Das macht die Situation schnell bedeutend sicherer, obwohl das einen Unfall nicht mit Sicherheit verhindern wird. Ein Umbau dieser Stelle mit besseren Sichtmöglichkeiten dauert aber bedeutend länger! (und sollte trotzdem baldmöglichst begonnen werden) Hier die Hände in den Schoß zu legen und auf den St. Nimmerleinstag zu warten (und auf weitere Amokläufe!), halte ich für falsch. Die gesellschaftlichen Ursachen, die z.T. hier im Thread ja schon genannt wurden, zu ändern, wird noch viele Schulmassaker lang dauern. Das ist mir zu lang! Deshalb weg mit den brutalsten dieser Spiele. Das ist viel mehr als reiner Aktionismus. Und die Welt hat nicht wirklich etwas verloren, wenn Brutaloshooter fehlen. Und ja - ich sag es ganz provokant: ein Geist der solche Spiele zur Unterhaltung spielt, ist kein gesunder Geist - ist natürlich nur MEINE Meinung...
Gruß
Bruno
"All that we see or seem is but a dream within a dream"
Okay, die Meinung lasse ich mal so stehen! Jetzt mußt Du mir nur noch erklären, wie man verhindert, daß Jugendliche solche Spiele spielen! Gekauft wird so etwas ja eh nur in den seltensten Fällen, und auf die technische Möglichkeit, ohnehin schon illegale Downloads oder den berühmten "Tausch auf dem Schulhof" zu verhindern, bin ich jetzt schon gespannt. Ein Verkaufsverbot ist jedenfalls Aktionismus pur, der weder Problem noch Ursache beseitigt. Ganz im Gegenteil: Verbotene Dinge reizen ja sogar noch mehr. Vor allem, wenn man sie sich so einfach besorgen kann wie heutzutage.
Letzte Bearbeitung am 13-Mar-09 um 09:34 Uhr () >mit wo ist eigentlich Kengs Kommentarigen Grüßen
Hm... jo... Na gut, nen kurzen, wenn Du magst. Mehr ist das Ding hier nicht wert. Selbst auf meinem Blog (siehe Signatur *hust* jaaaaa! Hits! Werbung!) habe ich nur etwas kurzes geschrieben.
Denn irgendwie ist mir das zu doof. Warum sollte ich dazu was schreiben? Jeder, der 1 und 1 zusammen zählen kann, sieht die Fakten. Sie haben fast 1 Tag gebraucht, um überhaupt herauszufinden, dass er Counterstrike auf dem Rechner hat. Da müssen sie also ganz schön gesucht haben. Bis zu diesem Punkt waren Waffen böse. Ab da wendet sich das Blatt.
Heute morgen sehe ich im Fernsehen nebenbei nur noch erwähnt, dass er Zugriff auf Waffen hatte. Viel schlimmer ist da, dass er das im "Internet-Chat" angekündigt hat, wo schon seit gestern bekannt ist, dass es sich bei den Screenshots um auch noch schlecht gemachte Photoshop-Fakes handelt, auf die aber selbst die öffentlich rechtlichen reingefallen sind. Außerdem findet man im Internet Anleitungen zum Bau von Bomben (äh... ja... hä?), aber was das schlimmste ist: Im Spiel Counterstrike kann man schonmal die Vorgehensweise und die Route üben. Bitte? Wie viel unsachlicher gehts es noch?
Wenn ich dann einen Jauch bei dem Killerspiel-Stichwort noch fragen höre "World of Warcraft?", dann ist bei mir auch eine der letzten Bastionen von Medienkompetenz gefallen. Dann lese ich hier mit vollem Amusement, dass das ja voll normal sei, wenn da Waffen zu Hause sind und man die Kirche im Dorf lassen soll. Hm... jo... Klingt logisch. Er hat die Menschen ja auch mit den Pappschachteln mit den Scheiben drin beworfen, und sie sind nur unglücklich gefallen. Klar.
Und zu guter letzt höre ich heute morgen ein ca. 10-12 jähriges Kind im Bus sagen "Haste Counterstrike im Fernsehen gesehen? Das hol ich mir!" Sehr gut. Ziel erreicht. Was zahlt Valve den Medien für diese Werbung? Auch wenn ich mir damit keine Freunde mache, aber wenn ich derzeit ein Media-Markt, Saturn, oder sonstiger Software-Händler wäre: Ich würde mir die Regale bis unter die Decke mit Counterstrike, FarCry, Crysis und was weiß ich voll machen. Bei Vivendi klingeln im Moment bestimmt die Kassen, und ich wette, sie müssen ein paar Steam-Server wegen der Nachfrage aufrüsten.
Herzlichen Glückwunsch liebe Medien, herzlichen Glückwunsch zum Erfolg auf ganzer Linie, Herr Pfeiffer! Sowas ist wirklich Verantwortungsbewustsein, Ihr wollt nur das Beste! Müssen die Sender eigentlich für die Schleichwerbung für Killerspiele nichts bezahlen? Ist das voll okay, zur prime Time Bilder indizierter und damit nicht jugendfreier Spiele zu zeigen, wo besagte 10-12 jährige sehen können, wie Menschen abgeknallt werden, ohne einen Bezug zu haben, ohne den Context zu sehen, der sich für einen Gamer völlig anders darstellt? Wieviel Jahrzehnte Psychologie muss man studiert haben, um zu wissen, dass gerade solche Verdammung des vermeintlich unnahbaren es erst Recht interessant machen?
Ich gehe jetzt Vivendi-Aktion kaufen.
Ach ja zur Anteilnahme, die hier auch in dem Thread angesprochen wird: Ja, es trifft mich. Es trifft mich aber nicht mehr oder auch weniger, als jeder andere tragische Tod auch, und von denen gibt es reichlich täglich, und sogar noch tragischere und unnötigere. Meines Wissens kannte ich keinen, sorry. Hört sich hart an, ist aber so. Ein Satz schreiben wie "Meine Gedanken sind bei den Opfern und den Angehörigen" ist zwar toll und hört sich prima an, ist aber doch bei den meisten nur geheuchelt, seid doch mal ehrlich. Natürlich würde ich stärker berührt sein, wenn die Opfer mir näher gestanden hätten, das wäre dann aber durch die Beziehung gekommen, nicht durch die Tat selbst. An der ändert es nichts. Und ja, ich weiß wovon ich gerade in diesem Punkt rede, denn ich habe selbst vor kurzer Zeit einen *sehr* nahen Menschen verloren. Und auch der Tot eines Mitspielers durch dramatischen Selbstmord ist mir ebenfalls nicht fremd.
Ach ja, falls es jemand interessiert: Ich habe mich zum World of Warcraft Arena Turnier angemeldet, heute abend machen wir unsere ersten gewerteten Spiele. Ich werde sie alle ummetzeln! JAAAAAAAA! *sabber* Wünscht mir Erfolg und Spaß! :)
BÄM! HEADSHOT!
Ich bin echt nur am Kopfschütteln, viel mehr fällt mir dazu nicht ein, wie dumm Menschen sein können. Und dass es so viele sind, finde ich immer erschreckender. Das Schlimme ist nämlich, dass so die Scheuklappen für das eigentliche Problem immer größer werden.
Moin, 2 Sachen aus Deinem Posting, die mich interessieren würden:
>Ist das voll okay, zur prime Time Bilder indizierter und damit nicht >jugendfreier Spiele zu zeigen, wo besagte 10-12 jährige sehen können, wie Menschen >abgeknallt werden, ohne einen Bezug zu haben, ohne den Context zu sehen, der sich für >einen Gamer völlig anders darstellt?
Wie ist denn der Kontext für einen Gamer in Counterstrike o.ä., wenn er einen Gegner besiegt (BÄM! HEADSHOT!)?
> Das Schlimme ist nämlich, dass so die Scheuklappen für das eigentliche Problem immer größer werden.
Letzte Bearbeitung am 13-Mar-09 um 10:35 Uhr () >Wie ist denn der Kontext für einen Gamer in Counterstrike o.ä., wenn er einen Gegner >besiegt (BÄM! HEADSHOT!)?
Ich könnte Dir jetzt etwas von sportlich fairem Wettkampf erzählen. Vom trainieren taktischer Fähigkeiten, schnellem Agieren und Reagieren. Von Entspannung. Vom Aufbau sozialer Kompetenz, von Führungsqualitäten, von Ehrgeiz, sogar vom Aufbau von Werten, was gut und was böse ist, ja sogar von einem viel klareren Verständnis des Unterschiedes zwischen virtueller und physikalischer Realität. Aber ich würde es schwerlich so rüberbringen, dass es von Gegnern akzeptiert wird. Daher unterlasse ich Erklärungsversuche und empfehle das eigene Erleben.
>Was ist das eigentliche Problem?
Das globale Problem ist eine Verrohung der Gesellschaft, die durch solche Medienverarbeitung sogar noch forciert wird, obwohl es natürlich offensichtlich nur unter dem Deckmantel von "ich will doch nur das Beste!" scheinheilig verkauft wird. Früher haben sich Kinder, die auf sich und ihre Probleme aufmerksam machen wollten, vor einen Zug geworfen und einen literarisch wertvollen Abschiedsbrief geschrieben, der es manchmal in die Tagesschau geschafft hat. Heute hat man seine 5 Minutes Fame eben auf diese Art und Weise.
Welches das Problem in diesem speziellen Fall war, kann ich natürlich nicht beurteilen. Ich tippe da auf etwa folgendes, wie es Kollege Ara schreibt:
Welcher Faktor führte zum Amoklauf? 40% World of Warcraft 40% Counterstrike 10% Horrofilme 9% Brot 1% Dass der Vater 18 Schusswaffen zuhause hatte.
>>Wie ist denn der Kontext für einen Gamer in Counterstrike o.ä., wenn er einen Gegner >>besiegt (BÄM! HEADSHOT!)? > >Ich könnte Dir jetzt etwas von sportlich fairem Wettkampf erzählen. Vom trainieren >taktischer Fähigkeiten, schnellem Agieren und Reagieren. Von Entspannung. Vom Aufbau >sozialer Kompetenz, von Führungsqualitäten, von Ehrgeiz, sogar vom Aufbau von Werten, >was gut und was böse ist, ja sogar von einem viel klareren Verständnis des >Unterschiedes zwischen virtueller und physikalischer Realität. Aber ich würde es >schwerlich so rüberbringen, dass es von Gegnern akzeptiert wird. Daher unterlasse ich >Erklärungsversuche und empfehle das eigene Erleben.
Da gebe ich Dir recht, ich bezweifle aber, dass das für alle Gamer gilt. Jemand der Kampkunst betreibt, der kann für sich - obwohl er fähig ist seine Kenntnisse zum töten umzusetzen - gleichermaßen reklamieren taktisch, schnell zu agieren, zu reagieren. Auch der redet von Entspannung, sozialer Kompetenz, Führungsqualitäten und Ehrgeiz sowie vom Aufbau von Werten. Gleichermaßen gibt es aber in diesem Bereich genauso Idioten, die das alles nicht interessiert, die lediglich in der Lage sein wollen, einem anderen so richtig 'auf die Fresse zu hauen', woraus - wie beim Gamen - nicht geschlussfolgert werden darf, jeder Kampfsportler ein potentieller Amokläufer. Schwarz weiß gibt es hier mMn nicht. Das jeder der irgendwelche Egoshooter spielt zum Spinner wird, der solche Taten begehen kann ist klar falsch, jeglichen Einfluss dieser Games auf ein solches Verhalten abzustreiten ist es nach meiner Ansicht aber auch.
>Gleichermaßen gibt es aber in diesem Bereich genauso Idioten, die >das alles nicht interessiert, die lediglich in der Lage sein wollen, einem anderen so >richtig 'auf die Fresse zu hauen', woraus - wie beim Gamen - nicht geschlussfolgert >werden darf, jeder Kampfsportler ein potentieller Amokläufer.
Vollkommen richtig, das waren die, welche zu meiner Schulzeit nachmittags die Streber verprügelt haben und so ihren Aggressionen freien Lauf gelassen haben. Dieses Merkmal ist den Leuten eigen, egal ob sie ein Killerspiel spielen oder nicht. Diese Veranlagung ist von Spiel völlig losgelöst, allenfalls für den Zeitpunkt des Ausbruchs mag das Spiel ein Katalysator sein. Das kann aber auch alles andere sein.
>Schwarz weiß gibt es hier mMn nicht. Das jeder der irgendwelche Egoshooter spielt zum >Spinner wird, der solche Taten begehen kann ist klar falsch, jeglichen Einfluss dieser >Games auf ein solches Verhalten abzustreiten ist es nach meiner Ansicht aber auch.
Selbstverständlich, das wird auch niemand halbwegs klar denkendes abstreiten. Darum geht es aber nicht. Es geht darum, dass Medien den Stellenwert als Buhmann exorbitant zu hoch ansetzen, und der von den Lobbyisten propagierte Weg des Verbotes und der Kriminalisierung als Prävention der völlig falsche ist. Es ist kein Geheimnis, dass ich etwas viel besser kontrollieren kann, wenn ich es nicht tabuisiere. Und nicht nur das, ich glorifiziere es durch das Tabu ja noch, und mache eigentlich alles nur noch schlimmer dadurch, statt mich sachlich mit den Dingen auseinander zu setzen, und hier ein gesundes Bewustsein bei Heranwachsenden dafür zu schaffen.
>Das jeder der irgendwelche Egoshooter spielt zum >Spinner wird, der solche Taten begehen kann ist klar falsch, >jeglichen Einfluss dieser Games auf ein solches Verhalten >abzustreiten ist es nach meiner Ansicht aber auch.
>>Das jeder der irgendwelche Egoshooter spielt zum >>Spinner wird, der solche Taten begehen kann ist klar falsch, >>jeglichen Einfluss dieser Games auf ein solches Verhalten >>abzustreiten ist es nach meiner Ansicht aber auch. > >Bestes Statement in diesem Thread.
Natürlich hast Du Recht, ähnliches schrieb ich ja schon oben. Aber ich finde es in diesem Zusammenhang außerst bedauerlich, dass man tatsächlich solche Aussagen, die man ohne jahrlange psychologische Schulung alleine durch gesunden Menschenverstand herausfindet, überhaupt hervorheben muss.
Letzte Bearbeitung am 11-Mar-09 um 23:35 Uhr () Vielleicht mag es eine alte Leier sein mit den Ego-Shootern, und es mit Sicherheit nicht der einzige Grund... aber mal abgesehen von der Tatsache dass eine große Mehrheit der Amokläufer sehr exzessiv solche Spiele spielen/spielten - es ist sicher nicht von der Hand zu weisen dass solche Spiele die Hemschwelle senken, auch in der Realität abzudrücken. Nicht mehr und nicht weniger.
Aber ich ärgere mich darüber wenn immer so getan wird als würde es sich um SuperMario handeln.
Die ganze grauenvoll recherchierte Berichterstatung über dieses Thema regt mich schon genug auf! Ob Hemmschwelle senkend oder nicht (meines Wissensstandes nach gibt es keine wissenschaftliche Belege für einen solchen Zusammenhang) denke ich sind andere Dinge milliardenfach ausschlaggebender für eine solche Tragödie. Aber niemand redet nach einem solchen Ereignis mal über das kapute deutsche Schulsystem oder die Perspektivlosigkeit und die Existenzängste die manche Jugendliche heute haben. Nein die Killerspiele sind schuld!
Es tut mir leid aber für eine solche Diskussion habe ich nur noch Satire übrig: "Sollte sich herausstellen, daß der 18jährige sich über einen längeren Zeitraum und intensiv mit solchen Spielen beschäftigt hat, ohne richtig zielen und treffen zu lernen, müßte der Gesetzgeber handeln", sagte CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach. Auch Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm nannte die niedrige Trefferquote in Emsdetten "mangelhaft" und "besorgniserregend" und forderte ein konsequentes Vorgehen gegen solche nutzlosen Spiele. (Quelle:Titanic)