Everything is Relative
LETZTE BEARBEITUNG AM 06-Jun-2001 UM 21:16 Uhr ()
Wir haben uns letzten Monat wohl alle über die Berichterstattung eines Unglücks in einem bekannten Brühler Freizeitpark in den Medien geärgert. Das für mich jüngste Beispiel halte ich gerade in den Händen, es steht in der Kirmes & Park Revue 6/2001 auf Seite 68: "Brand im Phantasialand - die Fakten" und auf Seite 69: "Brand im Phantasialand - ein Kommentar von Wolfgang Klock", beide vom gleichen Autor (in Anführungszeichen gesetzte Passagen sind Zitate von eben diesen Seiten).
Es wird doch tatsächlich von der "Groß-Achterbahn 'Gran Canyon'" gesprochen. Nicht nur, daß da wohl der Autor und wahrscheinlich auch Korrekteure die Bahn nach Gran Canaria anstatt in den Grand Canyon setzen wollten, sondern wenige Zeilen darunter steht sogar, daß "Nicht die eingebaute kleinere Bobbahn brannte". Der Autor wußte also doch, daß es dort 2 Bahnen gab, leider wurde jedoch die fifty-fifty Chance, diese Bahn endlich mal korrekt als >>Gebirgsbahn<< in der Presse zu lesen, versiebt. Daß dieser Fehler nicht einfach ein Faux Pas war, beweist der Autor noch an weiteren Stellen im Text, in denen er die "Gran Canyon"-Bahn erwähnt. Direkt im gleichen Satz ist sogar wieder "die große Holzkonstruktion" erwähnt (wenn auch hier "mit Metallschienen"). So, das waren nur die Fehler in der Einleitung zu dem Artikel.
Grundsätzlich ist der Artikel natürlich sehr sachlich seriös geschrieben, wodurch er sich schon von den Artikeln der Regenbogenpresse abhebt, er kritisiert sogar die bislang reißerische Berichterstattung. Allerdings sprüht er geradezu von Halbwissen. Als Beispiel sei hier die "Schienenbahn 'Colorado Adventure Thrill'" erwähnt, die ich auch gerne mal fahren würde. Interessant ist auch, daß nur 2 Attraktionen laut Bericht ausgefallen sind, und dadurch der Eintrittspreis gesenkt wurde. Natürlich könnten damit Silbermine und Jet gemeint sein, die in wenigen Tagen oder Wochen laut Phantasialand wieder in Betrieb genommen werden sollen, allerdings bezweifle ich stark, daß der Eintrittspreis dann wieder angehoben wird. Andererseits erwähnte der Autor sowohl beide Bahnen, als auch das Tanagra-Theater als zerstört, wodurch derzeit 5, im Bälde nur noch 3 Attraktionen nicht mehr da sind, die noch zu Saisonbeginn und höherem Eintrittspreis da waren.
Interessant ist auch die Zweiteilung des Berichts: Obwohl eindeutig ein Fakten-Teil und ein Kommentar-Teil vorhanden ist, enthält der Fakten-Teil schon persönliche Kommentare und Wertungen zu der netten Geste des Phantasialands, die Verletzten zu einer Spanien-Reise einzuladen. Auch enthält der Kommentar-Teil nette Sätze, wie "Vieles stimmt, was die Medien verbreiteten. Noch mehr aber war übertrieben, wurde über Gebühr dramatisiert, falsch und irritierend dargestellt." Diesen Satz muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Irgendwie beschleicht mich der Eindruck, der Autor ist kein häufiger Besucher des Phantasialands, was ihn für einen Artikel und Kommentarschreiber in diesem Fall IMHO sehr unbrauchbar machen würde. Waren es nicht diese kleinen Recherchefehler, die wir der übrigen Presse auch sehr stark anlasteten? Und damit wäre auch mein Topic erklärt: Solche Patzer relativieren den Abstand zwischen Boulevard- und Fachpresse.
Dies war jetzt ein Beispiel an einem Artikel, mit dessen Thema ich mich sehr gut auskenne. Ob man diese Kritiken auf andere Themen in der Zeitschrift ausweiten kann, maße ich mir nicht an zu beurteilen.
Just my $0.02
CU in PL ! [tm]
Alex (Meenz).
http://phanta.turtlebox.de/alex4.jpg
Wir haben uns letzten Monat wohl alle über die Berichterstattung eines Unglücks in einem bekannten Brühler Freizeitpark in den Medien geärgert. Das für mich jüngste Beispiel halte ich gerade in den Händen, es steht in der Kirmes & Park Revue 6/2001 auf Seite 68: "Brand im Phantasialand - die Fakten" und auf Seite 69: "Brand im Phantasialand - ein Kommentar von Wolfgang Klock", beide vom gleichen Autor (in Anführungszeichen gesetzte Passagen sind Zitate von eben diesen Seiten).
Es wird doch tatsächlich von der "Groß-Achterbahn 'Gran Canyon'" gesprochen. Nicht nur, daß da wohl der Autor und wahrscheinlich auch Korrekteure die Bahn nach Gran Canaria anstatt in den Grand Canyon setzen wollten, sondern wenige Zeilen darunter steht sogar, daß "Nicht die eingebaute kleinere Bobbahn brannte". Der Autor wußte also doch, daß es dort 2 Bahnen gab, leider wurde jedoch die fifty-fifty Chance, diese Bahn endlich mal korrekt als >>Gebirgsbahn<< in der Presse zu lesen, versiebt. Daß dieser Fehler nicht einfach ein Faux Pas war, beweist der Autor noch an weiteren Stellen im Text, in denen er die "Gran Canyon"-Bahn erwähnt. Direkt im gleichen Satz ist sogar wieder "die große Holzkonstruktion" erwähnt (wenn auch hier "mit Metallschienen"). So, das waren nur die Fehler in der Einleitung zu dem Artikel.
Grundsätzlich ist der Artikel natürlich sehr sachlich seriös geschrieben, wodurch er sich schon von den Artikeln der Regenbogenpresse abhebt, er kritisiert sogar die bislang reißerische Berichterstattung. Allerdings sprüht er geradezu von Halbwissen. Als Beispiel sei hier die "Schienenbahn 'Colorado Adventure Thrill'" erwähnt, die ich auch gerne mal fahren würde. Interessant ist auch, daß nur 2 Attraktionen laut Bericht ausgefallen sind, und dadurch der Eintrittspreis gesenkt wurde. Natürlich könnten damit Silbermine und Jet gemeint sein, die in wenigen Tagen oder Wochen laut Phantasialand wieder in Betrieb genommen werden sollen, allerdings bezweifle ich stark, daß der Eintrittspreis dann wieder angehoben wird. Andererseits erwähnte der Autor sowohl beide Bahnen, als auch das Tanagra-Theater als zerstört, wodurch derzeit 5, im Bälde nur noch 3 Attraktionen nicht mehr da sind, die noch zu Saisonbeginn und höherem Eintrittspreis da waren.
Interessant ist auch die Zweiteilung des Berichts: Obwohl eindeutig ein Fakten-Teil und ein Kommentar-Teil vorhanden ist, enthält der Fakten-Teil schon persönliche Kommentare und Wertungen zu der netten Geste des Phantasialands, die Verletzten zu einer Spanien-Reise einzuladen. Auch enthält der Kommentar-Teil nette Sätze, wie "Vieles stimmt, was die Medien verbreiteten. Noch mehr aber war übertrieben, wurde über Gebühr dramatisiert, falsch und irritierend dargestellt." Diesen Satz muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Irgendwie beschleicht mich der Eindruck, der Autor ist kein häufiger Besucher des Phantasialands, was ihn für einen Artikel und Kommentarschreiber in diesem Fall IMHO sehr unbrauchbar machen würde. Waren es nicht diese kleinen Recherchefehler, die wir der übrigen Presse auch sehr stark anlasteten? Und damit wäre auch mein Topic erklärt: Solche Patzer relativieren den Abstand zwischen Boulevard- und Fachpresse.
Dies war jetzt ein Beispiel an einem Artikel, mit dessen Thema ich mich sehr gut auskenne. Ob man diese Kritiken auf andere Themen in der Zeitschrift ausweiten kann, maße ich mir nicht an zu beurteilen.
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