Da ich ein heimatverbundener Mensch bin und da unten auch sowieso nichts los war, bin ich jeden Freitag Abend die 600km ins Ruhrgebiet gefahren uns Sonntag wieder zurück. JA das war ziemlich krank. Vor allem dann wenn man nach der langen Heimfahrt noch bis 6 Uhr morgens durch die Discos zieht. Die Benzinkosten hielten sich in Grenzen, da ich über mitfahrgelegenheit.de mein Auto immer voll gepackt habe. Insgesamt habe ich so in den 2 Monaten gut 50 verschiedene Leute durch die Gegend gefahren. Man lernt wirklich eine Menge Leute kennen, allerdings keine Singles, handelte es sich zum Großteil um Fernbeziehungsreisende. Lustig war es trotzdem, manchmal auch ein wenig nervig.
An einem Wochenende hatte ich mich dann doch anders entschieden. Ich bin schon lange nicht mehr am Meer gewesen und der Vorteil an diesem Landstrich ist nun mal, dass es bis zum Atlantik nur gut 1000km sind. Also Zelt eingepackt und los.
Die Ostmaschine hatte Ende August schon 400m gemacht bei Tagesspitzen von bis zu 18m. Die Westmaschine befand sich in vollem Aufbau.
Mein Plan sah folgendermaßen aus: Mittwoch nach der Arbeit los, die Nacht durchfahren, danach 2 Nächte auf dem Campingplatz und Samstag Abend wieder durch die Nacht zurück.

Da auf die schnelle keiner Lust hatte mich zu begleiten, bin ich kurzerhand alleine gefahren. So hatte ich wenigstens genug Platz für andere Güter.

Hätte nicht im Leben daran gedacht schon ein Jahr später wieder an Le Pal vorbei zu fahren.

Tankstop bei Montlucon. Mittlerweile 500kam runter und so langsam machte sich die Müdigkeit bemerkbar. Eine kurze Warnung: Lasst die Finger von Koffeintabletten. Eine Tablette entspricht, wie ich später erfahren habe, angeblich 30 Tassen Filterkaffee. Spätestens nach der 2 ten Tablette war ich extrem aufgekratzt und habe merklich gezittert.
Ich hatte mich für Moliets Plage entschieden, bekannt aus so mancher RTL 2 Reportage. Vor 3 Jahren wurde ich einmal genötigt dort unten einen Surfkurs zu machen. Die Landschaft dort gefällt mir ziemlich gut. Breite endlose Strände mit Dünen und Mittelmeerklima.

Gegen 5.30 Uhr erreichte ich dann den von mir ausgesuchten Campingplatz La Cigale. Im Internet hatte ich schon gelesen, das dieser ausgebucht ist. Das wurde mir dann auch noch mal von der Campingplatz Security bestätigt. Also Klappstuhl ausgepackt und vor der Rezeption campiert. Irgendjemand wird den Platz schon verlassen. 4 Stunden später hatte ich dann meinen Platz.

Nach dem mustergültigen *hüstel* Aufbau meines Iglozeltes hatte ich endlich die Ruhe mich ein bisschen umzusehen.
Auf dem Platz reihte sich Wellenreiter Camp an Wellenreiter Camp. Ich hatte das zum Glück schon hinter mir und ab ging es in den Ort.

Die wirklich nette Tourimeile

Das Foto ist exklusiv für Freizeitparkweb

Am Strand nur Pussys keiner trank Bier, keiner spielte Fussball. Wenigstens war das Wetter schön.


Am Abend wurde ich dann auf 4 Partien Flunkyball eingeladen. Das Spiel hat aber nur im weitesten Sinne mit Sport zu tun.

Am nächsten Tag wurde ich eingeladen nach langer Zeit mal wieder einen Teller Muscheln zu Essen. Optisch ist es schon ein bisschen eklig und geschmacklich eigentlich ganz OK. Zumindest Magentechnisch war es besser als alles aus Rosis Imbissstüble in Efringen Kirchen.

Drachen steigen auf Ruhrgebietsart

Samstag Abend habe ich mich wieder auf den Rückweg Richtung Südbaden gemacht

Sonntag morgen, kurz vor der deutschen Grenze. Völlig fertig! Egal am nächsten Tag ging es wie gewohnt weiter.
Da die mir Anfangs Abetrauten Praktikantenaufgaben mich nicht wirklich ausgefüllt haben, hab ich nebenbei noch eine halbe Schlosserausbildung genossen. Besonders im Schweißen entwickelte ich echtes Talent, so dass teilweise 6 Stunden am Stück nur geschweißt habe. Bei 34° Sonnenschein und Schutzkleidung nicht immer erfrischend, aber im Endeffekt hat es tierisch Spaß gemacht.
Noch ein paar Bilder:

Die Westmaschine von Nachläufer 1 aus gesehen

Die Ostmaschine ist drin zu sehen sind noch die Abstützkonstruktion und die Blindringe die später zurückgebaut werden

Nachläufer 1 : Wie die Verbindungsbrücke zwischen Schild und Nachläufer eingehängt wird, wird demnächst auf Galileo zu sehen sein. Mal gucken was an Wahrheiten übrig bleibt.

Schweißer sein Sohn

Zwei unserer Hydrauliker am Schneckenantrieb. Im Vordergrund das Erkundungsbohrgerät

Und so sieht ein Stück fertiger Tunnel mit Maschine aus
Aber das ist noch nicht das Ende. Anfang Oktober heißt es „ Ich wird Schwabe“, denn dann trete ich endlich meinen ersten richtigen Job als Bauingenieur an. Und zwar in der brodelnden Metropole Waldenburg. Juhu!