Da hier im Forum ja bekanntlicherweise einige Mathegenies herumschwirren und ich dieses Fach immer gehasst habe (oder lag es an Ihnen, Herr Goebes?), folgendes Problem:
letztens kam Neptun Junior (Klasse 5, Gymnasium) zu seinem bislang als allwissend geltenden Vater, mit der Bitte um Lösungshilfe bei dieser Aufgabe:
Ich fands recht einfach, konnte es Sohnemann erklären, alle waren zufrieden :) .
Am nächsten Tag kam der junge Mann jedoch recht zerknirscht vom Unterricht zurück und zweifelte an der Unfehlbarkeit seines Vaters, denn der Mathelehrer hatte eine andere Lösung parat.
Wer erklärt mir bitte, warum es x und nicht y Meter sind?
Mit dem Gefühl, immer noch recht zu habende Grüße,
a) Mit den gegebenen Angaben, wäre der einzige mögliche Schluss, dass die Kette 78000000 Meter, also 78000 km lang wäre.
Da ich ein notorischer "zwischen den Zeilen Leser" bin, würde ich mich fragen in wie fern die "Breite" der Personen einberechnet werden müssen? Stehen sie hinter oder nebeneinander? ;)
b) Die Strecke wäre 78000-fach länger, als die Entfernung Flensburg-Garmisch. Die Strecke wäre fast doppelt so groß, wie der Umfang der Erde.
Was hast du denn deinem Sprössling als Lösung vorgeschlagen?
stimmt meiner Meinung nach fast. Gravierender ist, dass da noch ein Meter zu viel drinne ist. Vor dem Ersten und hinter dem Letzten in der Reihe steht keiner mehr, darf also kein Meter Abstand mitgerechnet werden. Meine Lösung: 77999999 Meter (die breite der Personen nicht mitgerechnet, da das in meinen Augen albern ist).
Jo, exakt so. Ich denke die Ausdehnung der Personen ist vernachlässigbar, das wäre noch der einzige Knackpunkt, aber macht keinen Sinn, die zu berücksichtigen, weil überhaupt nicht angegeben.
Welches war denn jetzt die vom Mathelehrer angedachte Lösung? Wahrscheinlich die einfache ohne den Meter weniger.
Dazu: Mathelehrer sind auch Menschen, und im Laufe meines Studiums habe ich den Glauben an einige verloren, bzw. sehe da vieles mit anderen Augen. Großartigste Szene: Mauli hatte eine Diskussion mit ihrem Mathelehrer, kam nach Hause, war der festen Überzeugung Recht zu haben, ich bestätigte ihr das (damals irgendwo im 1X-ten Semester). Das ließ den Mathelehrer unbeeindruckt. Also packte ich den dicken, dreibändigen Heuser aus (Standardwerk in der Analysis), da stands schwarz auf weiß drin, daß Mauli Recht hatte. Markiert, Mauli mitgegeben. Die Reaktion des Mathelehrers war großartig: "Jetzt kommen Sie da mit Fachbüchern an und glauben damit Recht zu haben?"
Ganz großes Kino...
[small]Mich wundert gar nix mehr am schiefen Turm, und es sind nicht nur die Schüler selbst dran schuld[/small]
>Vielleicht liegts aber auch nur daran, daß das Gymnasium in der Pfalz ist... ;)
Vielleicht kam Maulis Lehrer auch aus der Pfalz... Die Bauern sind ja überall...
>Den Lehrer als bedenklich einstufende Grüße,
Solche Lehrer gehören aus dem Verkehr gezogen, die nicht fähig sind, sich Dinge wissensschaftlich (also argumentativ) zu erarbeiten, sondern auf dem Standpunkt "Ich bin Lehrer, ich habe Recht, ich bin Gott" stehen und einer Hinterfragung nicht fähig sind. Leider wird viel zu wenig überwacht, was den Kindern da beigebracht wird, nachdem die Lehrer ihre Lehrerlaubnis haben.
[small]Gibts auch mal eine Pisa-Studie für Lehrer?[/small]
>>Es gibt keinen Mathematik-Nobelpreis }> >Aber die Fields-Medaille... Und die wird doch auch gerne als Nobelpreis der Mathematik >bezeichnet, oder? ;-)
Bestimmt nicht von Mathematikern.
[small]Nur wo "Nobel" draufsteht, kann auch ein "Nobelpreis" drin sein[/small]
Es sind 78000000 Meter - 1 Meter, also 77999999 Meter bzw. 77999,999km. Damit ist die Reihe etwa 78 mal so lang wie die Entfernung Garmisch-Flensburg und etwa 2 mal so lang wie der Erdumfang.
Alberne zwischen-den-Zeilen Rätsel auf 9 Live Niveau kann man hier vergessen, schließlich handelt es sich um eine Aufgabe der 5. Klasse. Der eine Meter wird der Knackpunkt sein.
Das ist mein Lösungsvorschlag und ich schließe mich dadurch der Mehrheit an.
Wie Keng schon sagte, Mathelehrer sind auch nur Menschen und die machen Fehler. Nun gibt es da noch die Sorte, die ihren Fehler eingesteht und die Sorte, die auf ihrer Version beharren, egal wie falsch sie ist, hauptsache sie haben Recht.
Ich bin mir demnach ziemlich sicher, dass der Mathelehrer unrecht hat oder die Aufgabe irgendwie anders auffasst(wüsste nur nicht, wie). Eine andere Möglichkeit ist, dass der Lehrer ein sturer Lösungsbuch-Benutzer ist. Diese Bücher haben aber z.T. auch gehörig viele Fehler.
Keep on riding Real Coasterfreak :D [small]"The stone is the key!"[/small]
>>Mathelehrer sind auch nur Menschen< >Nein nein nein ... das kann ich nicht glauben ... eventuell eine Strafe Gottes - oder >so was in der Richtung ...
Aber ich wollte nie Mathelehrer werden, das wollte ich den Schülern nicht antun...
[small]Zum Glück setzt keiner einen Mathelehrer mit einem Mathematiker gleich... das ist wie mit Äpfel und Birnen[/small]
>Zum Glück setzt keiner einen Mathelehrer mit einem Mathematiker gleich... das ist wie mit Äpfel und Birnen<
>Leider wird viel zu wenig überwacht, was den Kindern da beigebracht wird, nachdem die Lehrer ihre Lehrerlaubnis haben.<
Leider zu wahr - darüber könnte ich schon Bücher schreiben (regelrechte psychopatische Horrorgeschichten) - die mir dann aber leider nur wenige glauben würden. Und je höher die Schulstufe umso mehr Psychopathen findet man da, die unterrichten dürfen! Aber Hut ab, vor den (leider) wenigen die sich wirklich bemühen!
Gruß Wolfgang
PS: Ein regelmäßiger Tonbandmitschnitt würde viel Leid in den Klassenzimmern verhindern!
Ich dachte immer, die Französischlehrer seien eine Strafe. Aber wenn nun die Mathelehrer dies schon sind, müssen die Französischlehrer ja ein Teufelswerk sein. ;-)
>Ich dachte immer, die Französischlehrer seien eine Strafe. Aber wenn nun die >Mathelehrer dies schon sind, müssen die Französischlehrer ja ein Teufelswerk sein. ;-)
Und hättest Du mal bei Deinem Reli-Lehrer aufgepaßt (für mich eine Strafe }> Nein, Frau Meisenzahl war mir menschlich sehr viel wert, und ich denke gerne an die Streitgespräche zurück, und unsere Weltanschauung war auch nie wirklich weit voneinander weg, aber die Unterschiede waren zu existentiell }>), dann wüßtest Du, daß da nicht wirklich ein Unterschied ist }>
[small]ARD - Bei uns sitzen Sie in der ersten Reihe[/small]
Also die Lösung mit den 78 000 000 m bzw. 78 000 km wäre schon die Richtige. Da ja nur von "ungefäh" 78 000 000 Einwohnern die Rede ist, wäre der eine Meter außerhalb einer brauchbaren Toleranz (hat was mit den Wertigkeiten der Stellen zu tun, usw.). Der Lehre sollte also beide Lösungen anerkennen!
Da aber sicherlich auch bei Euch der Spruch "Lehrer haben Vormittags immer Recht und Nachmittags immer Frei!" gilt, wirst Du Dir schwer tun ihm das so beizubringen.
>Also die Lösung mit den 78 000 000 m bzw. 78 000 km wäre schon die Richtige. >Da ja nur von "ungefäh" 78 000 000 Einwohnern die Rede ist, wäre der eine Meter >außerhalb einer brauchbaren Toleranz (hat was mit den Wertigkeiten der Stellen zu tun, >usw.).
...dann müßte in der Aufgabenstellung aber auch stehen wieviel Meter das ungefähr sind...
soll mir nur keiner sagen ich wäre tolerante Grüße,
ich möchte auch mel gerne meinen Senf dazu geben. Es gibt glaube ich so etwas, wie eine allgemein gültige Formel oder Überlegung zu dieser Thematik. Nehmen wir an, wir hätten n Tennisbälle und sollten diese aneinander reihen. Zwischen je 2 Tennisbälle soll ein Bauklotz gelegt werden. Wieviele Bauklötze sind (ungefähr) nötig? Also ungefähr und ziemlich genau sind dazu (n-1) Bauklötze notwendig. Bei n=3 Tennisbällen benötigen wir (n-1)=2 Bauklötze, bei n=4 brauchen wir 3 Bauklötze, usw. Meiner Meinung nach müssten man das über eine Reihe auch beweisen können. Lange Rede kurzer Sinn, 77999999m ist die einzige richtige Lösung, wenn man die Breite der Personen vernachlässigt, was man hier ja muss, da dieses Maß gar nicht gegeben ist.