Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten
Letzte Bearbeitung am 02-Feb-04 um 00:25 Uhr ()
Letzte Bearbeitung am 02-Feb-04 um 00:04 Uhr ()
Wer erinnert sich nicht gern an diesen vergnüglichen Film über die Kindertage der Luftfahrt. Duelle in den Rieselfeldern,Herr Fröbe versinkt im Ärmelkanal,ein experimentierfreudiger Teilnehmer mit seinem ungetesteten Prototyp auf dem Weg nach Schottland,der fliegende Cowboy aus Amiland,die überforderte Feuerwehr und der Japaner,der "nonstop" aus Tokio eingeflogen ist - das wird (zumindest von mir und auch in der 47. Wiederholung) gern mal wieder gesehen. Doch nun erleben wir die Wiedergeburt solcher Flugpreisveranstaltungen in der Realität. Es ist nämlich ein Preis von 10 Mio. Dollar in bar ausgesetzt worden für den 1. kommerziellen Weltraumschnupperflug - und 26 Teams nehmen die Herausforderung des "X-Prize" an.
Was hat es mit dem "X-Prize" überhaupt auf sich?
Die 10 Mios gewinnt das Team,welches als erstes einen kommerziellen Weltraumflug durchführt - und zwar bis Januar 2005!
Natürlich geht es nicht um einen richtigen Raumflug ala Space Shuttle oder Sojus,sondern um ein Kratzen am Weltraum. Die Teilnehmer müssen eine Höhe von 100km irgendwie erreichen und sollen danach sicher wieder runterkommen. Sie brauchen nicht in eine Umlaufbahn eintreten(was für "Amateurteams" eh utopisch wäre),sondern sollen eine Parabel (ähnlich der X-15 Tests in den 60ern) fliegen. Wobei es immerhin zwischen 2 und 5 Minuten "Zero-G Time" gibt. Einen Parabelflug mit deutlich unter einer Minute Dauer konnte man für teures Geld ja schon in Russland buchen,hier ist man aber (wenn auch nur kurz) im schwarzen,"luftleeren" Weltraum.
Die Anforderungen im Groben:
- min. 100km hoher Flug
- min. 1 Passagier
- min. das Gewicht von 3 Passagieren(d.h. schickt man nur einen Passagier hoch muss man zusätzlich das Gewicht von zwei weiteren mit hochschicken - oder man nimmt gleich 3 Mitflieger)
- rein private Finanzierung (keine Subventionen,keine Unterstützung durch staatliche Organisationen)
- Technik entweder selbst entwickelt oder frei verfügbar
- Flug muss mit dem selbem Fluggerät binnen 14 Tagen wiederholt werden
Wer nun glaubt,das kann doch gar nicht klappen,sollte wissen,dass natürlich keine richtigen Amateure mitmachen,sondern durchaus ernstzunehmende Profis,die reelle Chancen auf den Sieg haben. Naja,wenn ich mir so einige Teams und ihre "Konstruktionen" ansehe,gibt es doch einige Amateure und Träumer. Favorit ist momentan Burt Rutan,ein genialer Flugzeugkonstrukteur,der einige Weltrekorde hält(u.a. nonstop um die Erde ohne Nachtanken). Er hat sowohl das Raketenflugzeug als auch ein Transportflugzeug,welches das kleinere Raketenflugzeug auf eine große Höhe bringt selbst konstruiert und gebaut. Beide Maschinen sind bereits erfolgreich geflogen:
http://www.xprize.org/images/gallery/scaled_17_lg.jpg
Trägerflugzeug "White Knight" mit unter dem Rumpf befestigten Raketenjet
http://www.xprize.org/images/gallery/scaled_21_lg.jpg
Raketenflugzeug "SpaceShip One"
(Bilder sind von X-Prize Webseite)
Die SpaceShip One hat bei ihrem letzten Test bereits die Schallmauer durchbrochen und eine Höhe von 20 km erreicht(was zugleich der erste bemannte Überschallflug eines Flugzeugs aus einem kleinen privaten Unternehmens war!)
Auch anerkannte Ingenieure,Wissenschaftler und Firmen aus der Luft- und Raumfahrt mischen mit. Der Preis selber würde übrigens zu einem großen Teil von einer Versicherungsgesellschaft im Rahmen einer Art Wette bezahlt. Falls jedoch kein Teilnehmer die Bedingungen innerhalb eines verbleibenden Jahres erfüllen sollte,kassiert die gleiche Gesellschaft den von anderen Sponsoren beigebrachten Teil des Preisgelds.
Wer sich genauer informieren will,schaue hier:
http://www.xprize.org/index.html
Sollte es also einen Gewinner geben(und unversehrt zurückgekehrte Passagiere!),könnte dies der Start zu einer Art Weltraumtourismus werden. Der (kurze) Schuss ins All zum Preis einer Luxuskreuzfahrt etwa.... (Und genau das wäre ja wieder etwas für uns,denn soviel Airtime und Beschleunigung bietet nun wirklich kein Coaster!)
THE RACE IS ON!
mit spacigen Grüßen
Bruno
Edit: Bilderlinks eingefügt
"Ich bin kein Big Mod - na und?"
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Wer erinnert sich nicht gern an diesen vergnüglichen Film über die Kindertage der Luftfahrt. Duelle in den Rieselfeldern,Herr Fröbe versinkt im Ärmelkanal,ein experimentierfreudiger Teilnehmer mit seinem ungetesteten Prototyp auf dem Weg nach Schottland,der fliegende Cowboy aus Amiland,die überforderte Feuerwehr und der Japaner,der "nonstop" aus Tokio eingeflogen ist - das wird (zumindest von mir und auch in der 47. Wiederholung) gern mal wieder gesehen. Doch nun erleben wir die Wiedergeburt solcher Flugpreisveranstaltungen in der Realität. Es ist nämlich ein Preis von 10 Mio. Dollar in bar ausgesetzt worden für den 1. kommerziellen Weltraumschnupperflug - und 26 Teams nehmen die Herausforderung des "X-Prize" an.
Was hat es mit dem "X-Prize" überhaupt auf sich?
Die 10 Mios gewinnt das Team,welches als erstes einen kommerziellen Weltraumflug durchführt - und zwar bis Januar 2005!
Natürlich geht es nicht um einen richtigen Raumflug ala Space Shuttle oder Sojus,sondern um ein Kratzen am Weltraum. Die Teilnehmer müssen eine Höhe von 100km irgendwie erreichen und sollen danach sicher wieder runterkommen. Sie brauchen nicht in eine Umlaufbahn eintreten(was für "Amateurteams" eh utopisch wäre),sondern sollen eine Parabel (ähnlich der X-15 Tests in den 60ern) fliegen. Wobei es immerhin zwischen 2 und 5 Minuten "Zero-G Time" gibt. Einen Parabelflug mit deutlich unter einer Minute Dauer konnte man für teures Geld ja schon in Russland buchen,hier ist man aber (wenn auch nur kurz) im schwarzen,"luftleeren" Weltraum.
Die Anforderungen im Groben:
- min. 100km hoher Flug
- min. 1 Passagier
- min. das Gewicht von 3 Passagieren(d.h. schickt man nur einen Passagier hoch muss man zusätzlich das Gewicht von zwei weiteren mit hochschicken - oder man nimmt gleich 3 Mitflieger)
- rein private Finanzierung (keine Subventionen,keine Unterstützung durch staatliche Organisationen)
- Technik entweder selbst entwickelt oder frei verfügbar
- Flug muss mit dem selbem Fluggerät binnen 14 Tagen wiederholt werden
Wer nun glaubt,das kann doch gar nicht klappen,sollte wissen,dass natürlich keine richtigen Amateure mitmachen,sondern durchaus ernstzunehmende Profis,die reelle Chancen auf den Sieg haben. Naja,wenn ich mir so einige Teams und ihre "Konstruktionen" ansehe,gibt es doch einige Amateure und Träumer. Favorit ist momentan Burt Rutan,ein genialer Flugzeugkonstrukteur,der einige Weltrekorde hält(u.a. nonstop um die Erde ohne Nachtanken). Er hat sowohl das Raketenflugzeug als auch ein Transportflugzeug,welches das kleinere Raketenflugzeug auf eine große Höhe bringt selbst konstruiert und gebaut. Beide Maschinen sind bereits erfolgreich geflogen:
http://www.xprize.org/images/gallery/scaled_17_lg.jpg
Trägerflugzeug "White Knight" mit unter dem Rumpf befestigten Raketenjet
http://www.xprize.org/images/gallery/scaled_21_lg.jpg
Raketenflugzeug "SpaceShip One"
(Bilder sind von X-Prize Webseite)
Die SpaceShip One hat bei ihrem letzten Test bereits die Schallmauer durchbrochen und eine Höhe von 20 km erreicht(was zugleich der erste bemannte Überschallflug eines Flugzeugs aus einem kleinen privaten Unternehmens war!)
Auch anerkannte Ingenieure,Wissenschaftler und Firmen aus der Luft- und Raumfahrt mischen mit. Der Preis selber würde übrigens zu einem großen Teil von einer Versicherungsgesellschaft im Rahmen einer Art Wette bezahlt. Falls jedoch kein Teilnehmer die Bedingungen innerhalb eines verbleibenden Jahres erfüllen sollte,kassiert die gleiche Gesellschaft den von anderen Sponsoren beigebrachten Teil des Preisgelds.
Wer sich genauer informieren will,schaue hier:
http://www.xprize.org/index.html
Sollte es also einen Gewinner geben(und unversehrt zurückgekehrte Passagiere!),könnte dies der Start zu einer Art Weltraumtourismus werden. Der (kurze) Schuss ins All zum Preis einer Luxuskreuzfahrt etwa.... (Und genau das wäre ja wieder etwas für uns,denn soviel Airtime und Beschleunigung bietet nun wirklich kein Coaster!)
THE RACE IS ON!
mit spacigen Grüßen
Bruno
Edit: Bilderlinks eingefügt
"Ich bin kein Big Mod - na und?"

