Letzte Bearbeitung am 28-Aug-03 um 12:21 Uhr () >Vielleicht sind ja nochmehr Leute mit Interesse an dieser Thematik hier...
Ja, zumindest schon mal ein weiterer! ;-)
Zuerst dachte ich allerdings bei Deiner Überschrift, Du wärst für Softwarepatente und wolltest die "Stimmungsmache" dagegen kritisieren, was mich wegen Deines "Stop-TCPA"-Avatars schon gewundert hätte... ;-)
Ich habe die Petition schon vor einigen Monaten unterzeichnet, als sie startete, fürchte aber, dass sich die Lobby der Softwareindustrie doch durchsetzen wird und in einem weiteren Wirtschaftszweig die Interessen einiger weniger Konzerne bei der Politik schwerer wiegen, als die Interessen der kleinen, innovativen Mitbewerber und der Verbraucher! (auch zu denken ist an das Stichwort "Berufung von Politikern in Aufsichtsräte großer Konzerne" - warum wohl?).
Viele Webseiten beteiligen sich auch an den temporären Website-Sperrungen. Vor allem die Seiten der zahlreichen Open-Source-Projekte zeigen schon mal, was auf uns zukommt, wenn die Softwarepatente eingeführt werden...
Hmmm, bei Fleurop kann man doch beispielsweise schon länger Blumen erwerben und diese als Geschenk an andere Personen schicken lassen. Damit dürfte die Idee von Amazon doch nicht mehr neu und damit auch nicht mehr patentierbar sein, oder?
Letzte Bearbeitung am 31-Aug-03 um 17:41 Uhr () Tja, im Gegensatz zum (sehr sinnvollen!) Urheberrecht dient das Patentrecht eben nicht zum Schutz von Eigentum, sondern dass der mit dem meisten Geld sich Konkurrenz und Innovation vom Hals halten kann. Zur Rettung des Patentwesens muss man allerdings sagen, dass dies nicht die ursprüngliche Intention war.
Wir können nur froh sein, dass die Pervertierung des Patentwesens erst eine Erscheinung der jüngeren Zeit ist. Wäre das immer schon so gewesen, hätte sich wohl auch mal jemand die Schrift oder Noten patentieren lassen.
Die Patentierung von Geschäftsabläufen und -ideen zeigt den Wahnsinn des modernen Patentwesens. Programme sind eh durchs Urheberrecht geschützt, aber jetzt auch noch einzelne Algorithmen zu patentieren, wäre wie die Patentierung einer mathematischen Formel oder einer Tonart!
Schade nur, dass diese Problematik fast nur in kleinen Kreisen diskutiert wird. Eine Erhöhung der Ökosteuer um wenige Cent ist am Ende weniger dramatisch, bewegt aber ganz Deutschland. Und die Dinge, die wirklich langfristige (negative) Änderungen verursachen, finden mangels Kenntnis oder Interesse kaum Beachtung. Erst Jahre später fragt man sich dann, wie es zu den Folgen kommen konnte, die dann aber keiner mehr mit früheren Weichenstellungen in Verbindung bringt.
Außerdem veröffentliche ich hier noch eine Mail, die ich bekommen habe, vielleicht hat der eine oder andere Lust an einer der Aktionen teilzunehmen.
-----------------------------------Anfang------------------------------------------------- Aktionswoche Softwarepatente Datum: Gestern 19:30:57 Von: FFII/Eurolinux / Holger Blasum <!!bei Interesse bitte Inboxnachricht an mich!!> An: <meine Mail Adresse tut hier nix zur Sache ;)> Antwort an: <!!bei Interesse bitte Inboxnachricht an mich!!>
Sehr geehrter Unterstützer der Petition gegen Softwarepatente(1).
Vielen Dank für die bisherige physische, virtuelle, finanzielle Unterstützung, die die Demo in Brüssel zu einem großen Erfolg gemacht hat (2).
Die Debatte über die Richtlinie zur Umsetzung von Softwarepatenten erfolgt nach derzeitigem Stand am 23. September im Europaparlament in Straßburg (3).
In der Woche vom 17. bis 23. September finden in vielen europäischen Städten Aktionen gegen Softwarepatente statt (4).
Auftakt ist eine Pressekonferenz am 17. September in *Brüssel* (5).
Zum Abschluß der Aktionswoche gibt es am 23. September in *Straßburg* eine Demonstration vor dem Europäischen Parlament (6).
Unterstützend dazu folgende Veranstaltungen:
In *München* findet am Freitag, den 19. September 15:30 vor der Vertretung der Europäischen Kommission und dem Europäischen Patentamt eine Informationsveranstaltung statt. Beide haben die Adresse Erhardtstr. 27, gegenüber vom Deutschen Museum. Gut erreichbar per S-Bahn Isartor. Es sprechen Landes- und Europaparlamentarier verschiedener Parteien, danach Umzug zum Odeonsplatz. (7).
In *Berlin* trifft sich die BeLUG zu einem Vortrag und Orgatreffen am Mittwoch den 17. September um 18h in der Kulturfabrik (8). Es gibt dazu eine Mailingliste (9). Unabhängig davon gibt es um 19:30h einen Vortrag beim Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft, Leipziger Platz 15 zum Thema Softwarepatente im Europa-Parlament (10).
In *Stuttgart* ist ein Infostand geplant. Interessenten können sich in die Mailingliste (11) eintragen.
In *Wien* gibt es am 19. September um 17h einen Infostand vor dem Patentamt, Dresdner Straße 87, 1200 Wien (12).
Ein schnelles Feedback hilft den Organisationsgruppen, sich besser abzusprechen.
Bei weiteren Fragen oder Interesse an Mitarbeit gibt es auch: - IRC #bxl-ffii auf irc.debian.org. - alternativ gibt es derzeit (Verfügbarkeit nicht immer garantiert) auch eine Telefonnr 0174-7313590 (Holger Blasum). Wenn Sie dagegen nichts mehr von uns hören wollen, senden Sie uns bitte eine Antwort mit dem Subject "remove".
Mit freundlichen Grüßen Holger Blasum Thorsten Heimes
>Ich glaube vielen ist überhaupt gar nicht was ihnen da jetzt erspart geblieben ist!
Naja, sagen wir "fürs erste erspart"! Sicher ist es ein sehr großer Erfolg und es freut mich auch ungemein. Aber man sollte bedenken, dass es nur ein Beschluss zur Entschärfung der Gesetze war, wie stark diese ausfällt bleibt abzuwarten. Aber ein erster (großer) Erfolg ist ja schonmal ein guter Anfang!
Wenn mein T-Shirt mal kommen würde, dann könnte ich es mit etwas mehr stolz tragen :)
Mag sein, das es sich als Phyrrussieg entpuppt, weil die druckmachende amerikanische Industrie nicht klein bei gibt und jetzt vehement nach anderen Mitteln und Wegen sucht. Aber für's erste empfinde ich es als ordentlichen Schritt in die richtige Richtung, wie Du eben auch sagst.
Letzte Bearbeitung am 24-Sep-03 um 19:08 Uhr () Mist schon wieder ein paar minuten zu spät zum editieren... :(
Spiegel hat auch wieder einen Artikel gebracht. Ich finde die Berichterstattung von Spiegel war sehr positiv, da sie dieses scheinbare Nischenthema etwas ins Rampenlicht rückt. Wie du bereits sagtest, wissen viele Leute nicht worum es dabei geht, aber wenn Spiegel (und andere) nicht gewesen wären, dann würden es wohl noch weniger wissen.
>Naja, sagen wir "fürs erste erspart"! Sicher ist es ein sehr großer Erfolg und es freut >mich auch ungemein. Aber man sollte bedenken, dass es nur ein Beschluss zur >Entschärfung der Gesetze war, wie stark diese ausfällt bleibt abzuwarten. >Aber ein erster (großer) Erfolg ist ja schonmal ein guter Anfang!
Ich bin vorichtig optimistisch, warte aber gespannt, wie das endgültig beschlossene Gesetz nach der 2. Lesung aussieht. Ebenso bleibt erst mal abzuwarten, wie die "computerimplementierte Erfindung" in der Praxis ausgelegt wird.
Der erste Prüfstein wird nach der Verabschiedung sein, ob Amazon sein 1-Click-Buy-Patent (das eine Patentierung einer Geschäftsidee darstellt und noch dazu ein Trivialpatent ohne Schöpfungshöhe ist) in der EU aberkannt bekommt.
Letzte Bearbeitung am 25-Sep-03 um 10:04 Uhr () >Ich glaube vielen ist überhaupt gar nicht klar was ihnen da jetzt erspart geblieben >ist! >
Das ist leider leider bei den meisten politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen so. Viele Bürger verstehen nicht die Tragweite (und es interessiert sie teilweise noch nicht mal). Wo viele es erst verstehen (und es sie interessiert) ist, wenn es ans eigene Portemonnaie geht oder der eigene Job befroht ist. Dann werden Dinge gefordert, die gar nicht realisierbar sind, da schon viel früher die Weichen in eine andere Richtung gestellt wurden.
Beispiel Studiengebühen: diejenigen Leute, die jetzt auf das Ausspielen gesellschaftlicher Gruppen mangels volkswirtschaftlicher Kenntnisse reinfallen, sind die ersten, die die massiven negativen Auswirkungen von Studiengebühren zu spüren bekommen (aber niemals die Kausalität erkennen werden).
Im Kontext des Heise-Chats, [...] kam das schon fast einem Wahlaufruf für PDS oder FDP nahe: Im Spektrum der größeren deutschen Parteien vertreten nur noch sie eine klare Position gegen Software-Patente.
mfg Boris [small]der jetzt weiß wen er wählt...[/small]
Letzte Bearbeitung am 04-Jun-04 um 12:58 Uhr () >http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,302223,00.html > >Im Kontext des Heise-Chats, [...] kam das schon fast einem Wahlaufruf für PDS >oder FDP nahe: Im Spektrum der größeren deutschen Parteien vertreten nur noch sie eine >klare Position gegen Software-Patente. > >
Ich persönlich gehe davon aus, dass Software-Patente im Prinzip nicht mehr zu verhindern sind. Es kommt jetzt nur darauf an, bei der konkreten Ausgestaltung Kompromisse zu finden, die Auswüchse, wie es sie teilweise in den USA gibt, effektiv verhindern und Innovation und Wettbewerb (und Arbeitsplätze gerade im Mittelstand) nicht vernichten.
Schön zu sehen, dass alle Parteien die hauptsächlich gegen die Patente sind Sitze dazugewonnen haben während die beiden "Großen" Sitze abgeben mussten. Es sind zwar nur ca. 13-14 Sitze mehr, aber auch die können eine ganze Menge bedeuten...
Ich hoffe das Beste!
mfg Boris [small]der auch dagegen gestimmt hat[/small]
das heisst aber nicht dass da keine andere Richtlinie kommen wird. Jedenfalls war die Entscheidung im Parlament fast einstimmig, was auch eher selten ist. Also liebe Kommission, so nicht, 6 setzen :-)