STH - Winteredition: Double-Feature - Folge 14/15
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Hi!
Heute meine Lieben haben wir den ersten Advent - dafür gibts heute mal wieder eine Doppel-Folge. Außerdem möchte ich mit dem Zeitschema der Story nicht ins Hintertreffen geraten.
Ist zwar ein ganz schöner Batzen, was Ihr da jetzt vorgesetzt bekommt - aber seht es doch einfach als Ersatz für die neulich ausgefallene Mittwochsfolge.
Keine langen Vorreden mehr - here we go:
Folge 14: Jagdfieber
"Steve - hörst Du mich?" klang Mary's angenehme Stimme durch den Knopf in Steve's Ohr.
"Laut und deutlich!" sprach Steve in sein Mikro "Diese neuartigen Head-Sets funzen wirklich ausgezeichnet - ich meine, das ist doch jetzt mal eine gute Gelegenheit, die Dinger zu testen!"
"Ja ..."
"Hast Du Lizzy schon irgendwo entdecken können?"
"Noch nicht! Aber da kommt gerade Willhelm! Der wird mir sicher bei der Suche helfen können - wir melden uns dann bei Dir!"
"Alles Roger - Ende!"
Jaaaaa - so gefiel ihm sein Job wirklich gut! Und wie schnell die Zentrums-Gäste ihm Platz machten, wenn er hier durch die Menge schritt.
Tja, es war schon was Wahres dran: Menschen in Uniformen (zu dem noch mit High-Tech-Artikeln wie Headsets dekoriert) machten eben immer Eindruck!
Lizzy war unterdessen auf der Flucht! Allerdings nicht vor Steve - woher hätte sie auch wissen sollen, daß der gerade Jagd nach ihr machte? Nein, sie fürchtete sich eher vor James. "Oh Gott! Oh Gott! Was habe ich nur angestellt! Er wird mich umbringen! Er wird mich vierteilen ..."
Nach seinem unfreiwilligen Bad in den Poseidon-Quellen hatte er ihr ja lautstark Furchtbares angedroht. Und nachdem sie sein wütendes Gesicht gesehen hatte, zweifelte sie keinen Augenblick daran, daß er diese Drohungen auch wahr machen würde.
Ziemlich kopflos rannte sie nun eine Unterführung entlang - und erschien dabei zeitgleich auf einem der Überwachungsschirme. Wilhelm stutzte - dann funkte er Steve an: "Hey, Du Headhunter - wir haben sie!"
"Ja? Wo?"
"In der Unterführung zwischen den Poseidon-Quellen und dem 'Market-Place' - beeil Dich! Die hat es ziemlich eilig!"
Steve spürte wie in der 'Jagd-Instinkt' packte - Wow - er hätte Bäume ausreißen können! Schnell machte er sich auf den Weg ...
"Auuuaaaa!!!" schrie Marc, dem im Technik-Lager ein schwerer Karton undefinierbaren Inhalts auf den großen Zehen gefallen war.
"So ein verdammter Mist!"
Sein Fluchen hörte man bis auf die Unterführung hinaua - Lizzy hielt inne und entdeckte die Tür zum Lager. Prima Idee! Hier würde sich James hoffentlich nicht so schnell blicken lassen!
"Marc? Was ... was machst Du denn hier?" Lizzy war erstaunt Marc am Boden sitzen zu sehen, während der sich seinen armen Zeh rieb.
"Autsch, mein Zeh ... Oha! Das gnädige Fräulein Heichert läßt sich auch mal wieder blicken - wie schön! Ist ja wirklich toll ..."
"Hm? Sag mal, was ist denn mit Dir los? Wieso ... wieso sitzt Du auf dem Boden und ..."
"Pfff - kann Dir doch wohl egal sein!" schnappte ihr Kollege giftig zurück.
Lizzy war auf's Höchste erstaunt, schließlich hatte sie Marc so noch nie reden gehört.
"Bitte? Sag mal, bist Du etwa sauer auf mich?"
"Ich? Sauer? Aber nein - wieso sollte ICH auch sauer sein - Pah!"
"Äh ..."
"Erst läßt Du mich gestern ganz alleine diese doofe Lüftung schrubben, während Du Dir einen schönen Tag mit Zimmerservice und was weiß ich noch alles machst! Und heute habe ich noch gar nix von Dir zu sehen bekommen - obwohl man mir versprochen hat, daß Du mir helfen würdest! Also warum sollte ich auch sauer auf Dich sein?"
Jetzt wurde es Lizzy zuviel! Ok - gestern hatte sie was Marc betraf schon Mist gebaut. Aber doch nicht heute! Das ist ja wohl die Höhe!
"Mooooment mal! Schließlich habe ich heute ganz alleine Deine doofe Weihnachtsdeko auf dem 'Market Place' übernommen - So!"
"Ja! DAS sieht man!" gab Marc gehässig zurück.
"Pah! Der obersten Hotel-Chefin hat es jedenfalls gefallen! So!" verteidigte Lizzy beleidigt ihr Kunstwerk.
"Ach ja? Typisch Weiber - hängen doch alle unter einer Decke!!!"
"Hast Du sie noch alle? Wie redest Du eigentlich mit mir???"
"Verdammt noch mal - mich läßt man hier den ganzen Müll alleine machen! Ich hab' sowas von die Schnautze voll!"
"Tja - da siehst Du mal, wie es mir immer so ergangen ist!"
"Ach ... laß mich doch in Ruhe ..." brummte Marc und schaute auf die Seite.
Liz schnaufte zweimal laut ein und aus - dann beruhigte sie sich wieder und blickte auf ihren mißmutigen Kollegen. Eigentlich wollte sie mit ihm nicht auch noch verkracht sein.
Schließlich rang sie sich zu einer Art Entschuldigung durch:
"Also ... hör mal Marc ... es ... es tut mir leid wegen gestern ... ich hab das eigentlich nicht gewollt ..."
"Jaja ..."
"Ach Mensch Marc! Du bist immer so strebsam und fleißig! Du warst ja gar nicht mehr loszureißen von dieser doofen Lüftung! Und ... meine Güte ... ich ... hab gedacht es macht Dir nix aus, wenn Du alleine ..." Liz suchte verzweifelt nach weiteren Worten - schließlich brach sie ab und schaute Marc in dessen goldbraune Augen: "Also ... es ... es tut mir wirklich sehr leid! Verzeih' mir ..."
Marc seufzte: "OK - irgendwo hast Du ja recht - ich ... ich bin manchmal ... schon ein Streber ..."
"Also so habe ich das nun auch wieder nicht ..."
"Doch - es stimmt schon! Vielleicht bin ich selber dran schuld, daß mir alle immer alles aufhalsen!"
Die beiden schwiegen nachdenklich eine Weile. Schließlich meinte Marc zu Lizzy:
"Sag mal, was machst Du eigentlich hier im Lager? Hat Dich Tim geschickt?"
"Tim? Neee ... ich ... mir ist was ... peinliches drüben in den Poseidon-Quellen passiert und ... ach, ist ja auch völlig egal! Jetzt bin ich jedenfalls hier und ... naja, sag mal, kann man Dir was helfen?"
Marc grinste: "Jepps! Allerdings!"
Dietmar und Mike kamen mit vollen Bäuchen und ebenso vollen Köpfen von ihrem Arbeits-Essen mit Herrn Stiel zurück.
"Ich bin froh, daß wir jetzt Einiges geklärt haben, Dietmar! Deine Idee sich mit Stiel nochmals zu treffen war nicht die Schlechteste!"
"Na also - siehst Du!"
Die beiden bogen um die Ecke Richtung Fahrstühle, da meldete sich Dietmars Piepser lautstark.
"Hmmm Poseidon-Quellen? Ich dachte James hätte diese Sache schon längst erledigt - Mike es tut mir leid! Aber ich muß los!"
"Jaja geh ruhig! Ich brauch' Dich jetzt nicht mehr - den blöden Papierkram kann ich auch alleine erledigen!"
Steve stutzte - er war endlich in der Unterführung angekommen, aber von Liz war hier weit und breit nix zu sehen.
"Mary? Wilhelm? Bitte kommen!"
Keine Antwort.
"Hallo? Was ist los? Antwortet doch!"
Verdammt - wieso war jetzt Funkstille?
Dann meldete sich endlich eine Stimme:
"Hallo! Hier ist Dick! Was bitte treibst Du da Steve?"
"Äh ... hallo Dick - ich ... äh ... suche nach Lizzy ..."
"Warum? Wer bitte hat Dir diese Order gegeben?"
"Äh ... Dietmar rief an und ..."
"Du machst Dich sofort auf den Weg zurück! Ist das klar!"
"Äh ..."
"Sofort Steve! Over!"
Verdammt! Jetzt war er so nah am Ziel und sollte so mir nix Dir nix die Jagd einfach aufgeben? Also irgendwie sah er das nun auch wieder nicht ein - Mist!
Wieder knackste es in seinem Ohr:
"Steve?"
"Mary! Gott sei Dank! Was ist denn bei Euch los? Wieso hast Du Dich nicht gemeldet - und warum ist Dick so sauer?"
"Frag nicht ... mach' das Du herkommst - beeil Dich! Äh ... Moment mal ..."
"Hallo?"
"Ja Dick ... ist in Ordnung ... ja ... ich sag's ihm ... Steve?"
"Ja?"
"Dick meinte gerade, Du sollst Deinen Hintern Richtung Poseidon-Quellen schwingen! Da ist irgendwas passiert - beeil Dich!"
Marc und Lizzy hatten sich inzwischen Ingo's Liste mit seinen speziellen Wünschen bezüglich Materialbeschaffung unter die Lupe genommen.
Liz schüttelte ungläubig den Kopf:
"Also das alles soll in diesen Konferenzraum?"
"Ja Lizzy - genau ... und ich kann diese Sauklaue von einer Handschrift nicht entziffern! Heißt das jetzt 40 Watt oder 30 Watt?"
"Hmmm ich glaube das heißt 60 Watt!"
"Bist Du sicher?"
"Neeee ... aber nimm doch gleich die 60er - die sind wenigstens schön hell!"
"Naja - ich weiß nicht ..."
"20 Meter Lauflicht? Oder heißt das 2,0 Meter? Und wozu braucht man in einem Konferenzraum Lauflicht?"
"Keine Ahnung Lizzy ... oh da auf dem Regal liegt ein Karton, da steht was mit Licht drauf ... aber ... neee da sind nur Dosen drin ... hmmmm Kontaktspray!" Marc holte sich eine heraus und zeigte sie seiner Kollegin.
Lizzy grinste breit und begann wild damit in der Gegend herumzusprühen.
"Hör auf Liz - das riecht ja widerlich!"
"Schniiieff! Stimmt - riecht wirklich nicht besonders gut! Und damit soll man wirklich jemanden aufreißen können?"
"Bitte?"
"Na Du sagtest doch 'Kontakt'-Spray!"
"Oh Mann Lizzy ... doch nicht so ein 'Kontakt' ... was machst Du denn da?"
"Hehe ich schreibe auf den Karton 'Lauflicht' - den nehmen wir mit und bis Super-Ingo ihn aufmacht und sieht was wirklich drin ist, sind wir längst weg!"
"Das kannst Du doch nicht machen! Was soll denn der mit dem ganzen Zeugs? Das sind mindestens 20 Dosen!"
"Hihi ... mindestens!"
"Mann Lizzy! Dann muß der arme Kerl ja extra nochmal hier herrunterkommen, wenn er sein Lauflicht will!"
"Stimmt! Der soll gefälligst nächstesmal deutlicher schreiben wenn er was von uns will! Das ist jetzt seine Strafe dafür!"
"Oh Mann! Liz - Du bist unmöglich!"
"Quatsch nicht! Oh - schau mal! Das kleine Elektro-Mobil! Das könnten wir doch nehmen um das Zeugs draufzupacken! Damit fahren wir hoch in den Konferenzraum - prima!"
"Kannst Du denn damit umgehen?"
"Wait and See!"
"Oh je ..."
Dietmar war inzwischen bei den Poseidon-Quellen angekommen. Zuvor war er in der Unterführung noch auf Steve getroffen, der wohl ganz offensichtlich aber leider vollkommen erfolglos auf der Suche nach Liz war. Gemeinsam hatten sie dann ihren Weg fortgesetzt - und das war eigentlich auch ganz gut so: Irgendjemand mußte sich um die kleine aufgebrachte Menschenmenge kümmern, die vor dem Eingang des Erlebnisbades sich versammelt hatte. Ein Job für Steve. Dietmar betrat währendessen das Innere der Poseidon-Quellen und staunte nicht schlecht:
Eine einsame Leiter schwamm im großen Thermalbecken und ein ziemlich aufgebrachter Bademeister rubbelte an einem ziemlich nassen James mit einem Handtuch herum ...
"Was ist denn hier passiert?"
"Dietmar - ich schwöre Dir wenn ich sie erwische, dann setzt es was!"
"Wen?"
"Na wen schon - Blondie! Nein, sag jetzt nichts! Jeder weiß, wie ungern ich auf Leitern steige - und was macht sie? Sie sorgt dafür, daß ich aus 10 Metern Höhe herunterfalle! Ich werd' die Kleine windelweich ..."
"10 Meter? Die Hallendecke ist doch hier an dieser Stelle nicht mal 5 Meter hoch? Habt Ihr außerhalb des Daches vielleicht ..."
"5 Meter - 10 Meter - wo ist denn da der Unterschied? Ich hätte mir alles mögliche brechen können!"
"Im Wasser?"
"Verdammt noch mal! Lach nicht! Es ist mir bierernst! Eines sag' ich Dir - Blondie kann sich auf was gefaßt machen!"
"Jaja ... nun beruhige Dich mal wieder - das hat sie sicher nicht mit Absicht ..."
"Meine Herren - bitte! Der Betrieb muß weitergehen - meine Badegäste wollen sich hier entspannen! Hören Sie, ich hole ihnen einen Bademantel bis Ihre Kleider wieder trocken sind und um Himmels Willen, fischen Sie doch bitte diese Leiter aus meinem Becken! Wie sieht denn das aus!"
Bademeister Kruse war mit den Nerven sichtlich am Ende. Zu allem Überfluß mischte sich dann auch noch der immernoch anwesende nackte Herr von Steinenfels ein, der nach wie vor außer sich vor Wut war:
"Und was ist mit mir? Hier ist man ja in Lebensgefahr! Und außerdem - ich werde mich beschwehren - jawohl! Ich komme seit 2 Jahren hier her um mich für ein paar Wochen zu entspannen! Ich bin ein gut zahlender und äußerst großzügiger Gast! Und nun sowas! Und dieses Mädel hat das sicher mit Absicht gemacht. Ich kenne sie nämlich! Sie hat das extra gemacht, um mir den Tag zu versauen - um mich fertigzumachen! Sie ist rebellisch und stur und undankbar! Jawohl! Deshalb war sie auch untragbar für meine Firma!"
James stutzte: "Moment mal ... Firma? Sind Sie Lizzy's ehemaliger Arbeitgeber?"
"Lizzy? Sie meinen wohl Fräulein Heichert! Jawohl - Mein Name ist von Wiesenfeld und ich ... ich bin wirklich mit den Nerven am Ende - ich brauch ein Glas Wasser ..."
Oh ja - der hatte gerade noch gefehlt! Dietmar kannte Lizzy's Vorgeschichte genau. Oft genug hatte sie sich damals bei Dietmar über ihren schlimmen Chef ausgeweint und oft genug hatte er ihr immer geraten, sich doch auch mal woanders umzusehen. Leider war sie damals so auf genau diesen Job in jener Firma fixiert, daß sie keine weiteren Anstrengungen unternahm, sich woanders zu bewerben und stattdessen dummerweise immer wieder hoffte, daß sich die damaligen betriebsinternen Zustände endlich mal änderten - was natürlich nicht geschah ...
Dietmar seufzte innerlich: Dieser Kerl der da nackt vor ihm herumzeterte war genauso, wie er ihn sich anhand von Lizzy's Erzählungen immer vorgestellt hatte: Ein widerlicher, arroganter, cholerischer Wichtigtuer.
"Aber Herr von Steinenfels - so beruhigen Sie sich doch ..." unternahm Bademeister Kruse einen Versuch seinen aufgebrachten Gast wieder friedlich zu stimmen.
"Ich mich beruhigen?! Ich bitte Sie! Sowas ist ja wohl unglaublich! Seit 2 Jahren komme ich hierher um abschalten zu können! Ist denn das zuviel verlangt? Pah! Und nun sowas!" Wütend zeigte er auf James: "Dieser Mensch da wäre mir fast auf den Kopf gefallen! Und das an meinem ersten Urlaubstag! Ich bin ja mal gespannt, was die nächsten 4 Wochen noch so alles passiert!"
"4 Wochen haben Sie gebucht?" Dietmar zog erstaunt die Augenbrauen hoch.
"Allerdings! Ich sagte doch, daß ich ein gut zahlender Gast bin!"
"Oh, es wird Ihnen bestimmt gefallen! Sie werden einen unvergeßlichen Urlaub hier erleben - dafür werden wir uns wirklich alle Mühe geben!" unterbrach Dietmar schnell und warf dabei James einen vielsagenden Blick zu.
Dieser grinste breit und stimmte sofort mit ein:
"Aber ja Herr von Steinenfels! Das sind wir Ihnen für diesen Schrecken wirklich schuldig! Also machen Sie sich keine weiteren Sorgen - und entschuldigen Sie den kleinen Zwischenfall!".
"Kleiner Zwischenfall? Unerhört! Und überhaupt: das hier ist eine 'textil-freie' Zone meine Herren!"
"Ach, sollen wir uns ausziehen? Wir machen das gerne, wenn es Ihnen so wichtig ist, Herr VON Steinenfels?" meinte Dietmar mit gespielter Höflichkeit.
"Nein! Sie sind schließlich nicht zum Vergnügen hier! Aber Sie könnten dafür sorgen, daß nicht noch mehr Angestellte in voller Montur hier hereinkommen - unglaublich sowas!"
"Bitte?"
"Hi Dudes!" tönte es hinter Dietmar plötzlich und er wirbelte herum. Ach das meinte Wiesenfeld also mit 'noch mehr Angestellte mit voller Montur' - was machte den Evil Dick hier?
"Dietmar! Ich muß Dich sprechen - sofort!"
"Ach Dick - ich muß erst noch ..."
"Sofort Dude! In meinem Büro!"
"Soooo wir haben alles zusammen - nix wie los zu Ingo!" Grinste Lizzy und startete das kleine Elektromobil auf dessen Ladefläche sich nun jede Menge Ersatzteile, Kabel, Leuchtkörper und diverse andere Dinge befanden.
Rumms! - Liz fuhr mit voller Kraft gegen ein Regal.
Irgendwie hatte sie sich das einfacher vorgestellt.
"Laß mich lieber das Ding fahren - Frau am Steuer, Abenteuer!" stöhnte Marc resigniert.
"Pah! Männer und Technik - das paßt ja erst recht nicht zusammen! Ich muß einfach ein Gefühl dafür entwickeln ..."
"Oh ja! Allerdings!"
"Mach mir lieber die Türe auf, damit ich durchfahren kann!"
"Sonst noch ein Wunsch gnä'Frau?"
"Jaaaa! Auf geht's im Schweinsgalopp!"
"Aye Aye Captain Heichert!" schüttelte Marc den Kopf und sprang neben Lizzy auf den Beifahrersitz, nachdem sie glücklich und ohne wieder irgendwo anzurempeln durch die Tür war.
Lizzy rief lachend: "Hihi! Warp 9, Nummer Eins! Energie! Juhuuuuu!!!" und brauste los ...
Folge 15: Von Verantwortung und Verliebtheit
"Unerhört es ist schon fast 15.00 Uhr! Und hier ist immer noch nicht offen!"
"Genau! Und ich habe mich schon sooo auf meine Sauna gefreut!"
"Jaaaa - so eine Schweinerei! Ich werde mich beschweren!"
Steve stand vor dem Eingang der Poseidon-Quellen und kämpfte mit der wartenden und extrem ungeduldigen Besuchermenge.
"He! Sie da! Wieso ist hier noch geschlossen?" wurde er gerade von einer ziemlich aufgebrachten älteren Dame angefaucht.
"Ähem, das ... äh ... aus ... äh ... technischen Gründen sind die Poseidon-Quellen bis auf weiteres geschlossen! Ich bitte Sie um Ihr Verständnis ..."
Tja, der Standard-Satz den man für fast alles brauchen konnte und Steve hatte ihn perfekt drauf - immerhin war er allein im Park schon des öfteren via Lautsprecher zu hören.
Die Leute hier waren davon allerdings wenig beeindruckt:
"Technische Gründe? Unglaublich!"
"Was man sich hier so alles bieten muß!"
"Alles nur faule Ausreden!"
"Bitte meine Herrschaften - so beruhigen Sie sich doch! Wir versuchen, so schnell wie möglich, die Poseidon-Quellen wieder für Sie zu öffnen! Ich bin mir sicher, daß es sich nur um eine kurze Unterbrechung handelt ..."
Steve kam ins Schwitzen - die anderen Standard-Sätze hatte er noch nicht so gut drauf und die Meute um ihn herum, benahm sich überhaupt nicht, ihrem Stand entsprechend:
"Hoffentlich! Wir können unser Geld auch woanders hintragen!"
"Genau! Sauerei!"
"So ein Sauladen!"
Himmel! Die Gäste im Park waren ja manchmal schon unangenehm gewesen - aber das hier übertraf dann doch seine Erwartungen! Er hatte immer gedacht, daß die besser situierte Gesellschaft hier im Zentrum etwas - nunja - umgänglicher bzw. wohlerzogener und disziplinierter war ...
"Also Dick wo brennts denn?" fragte Dietmar unterdessen Evil Dick in dessen Büro.
Der Sicherheitschef blickte ihn ernst an und meinte dann nur kurz angebunden:
"Bei Dir brennts!"
"Bitte?"
"Es kann nicht sein, daß Deine Leute, meine Mitarbeiter von der Arbeit abhalten! Damnit!"
"Äh ... wie ... meinst Du das?"
"Wie ich das meine? Ich sage nur ein Wort: Lizzy!"
"Oh je ..."
"Jepps! Genau!"
"Was hat sie nun wieder angestellt?"
"No idea - ich weiß nur, daß 3 meiner Mitarbeiter schon wieder auf der Suche nach ihr waren! Das geht so nicht weiter!"
"Ja, Du hast recht - verdammt!" Dietmar seufzte resigniert, dann wandte er sich wieder an Dick: "Also ich verstehe eigentlich nicht, daß sie mir hier solche Schwierigkeiten macht!"
Dick zuckte mit den Schultern und bot Dietmar eine Zigarette an.
"Nein ich rauche doch nicht! Und sag mal ... ich dachte, Du hättest damit aufgehört?!"
"Bei dieser Action hier muß man ja mit alten Gewohnheiten wieder anfangen!"
"Naja ... ich versteh's nicht Dick - mit Marc habe ich keine Probleme! Überhaupt nicht! Er ist fleißig - er tut was man ihm sagt ..."
"Marc? Hehe ... der Kleine ist eigentlich ganz in Ordnung! Und diszipliniert! Was das betrifft, könnte er glatt aus meiner Abteilung sein! Aber Lizzy ... Sie paßt vielleicht nicht hierher - sie paßt in den Park! Vielleicht ist das hier nix für sie! Ich sag' ja schon lange, daß ihr manchmal die nötige Disziplin fehlt! Dann noch dieser rebellische Dickschädel den sie hat! Wenn sie in meiner Abteilung wäre, dann würde ich ihr den Nonsens schon noch austreiben!"
"Ach? Ja würdest Du sie denn bei Dir aufnehmen?"
"Hmmm - ich würde, wenn ich nicht im Moment so viel anderes zu tun hätte! Damnit! So eine Beförderung bringt auch Nachteile mit sich ..."
"Wem sagst Du das ... und wenn ich mir Mike ansehe - Himmel der flippt nochmal aus - höchste Zeit das er in Urlaub geht!"
"Urlaub? Was ist denn das?"
"Frag nicht ... und dann haben wir demnächst auch noch so viele Veranstaltungen! Der Park mit seiner kurzen Wintereröffnung, die ganzen Konferenzen, die ganzen Sonderveranstaltungen und zum krönenden Abschluß noch der Silvester-Ball! Danach kannst Du mich in die 'Geschlossene' einliefern!"
Dietmar seufzte und Dick ebenfalls.
Dann wurde Mr. Security wieder ernst:
"Anyway - was Lizzy betrifft ... so geht es wirklich nicht weiter!"
"Verdammt Dick! Ich kann sie doch nicht rauswerfen!" meinte Dietmar verzweifelt.
"Nein?" über Dick's Gesicht huschte ein Lächeln, daß Dietmar in seiner Aufregung erst gar nicht sah. Stattdessen lief er in Dick's Büro auf und ab und lamentierte:
"Mensch Dick! Wir haben doch auch Verantwortung - die Kleine würde auf der Straße stehen!"
"So?" Das Lächeln wurde breiter.
"Ja! Natürlich! Und dann noch ihr ganzer Zoo daheimt - die Viecher kosten doch auch ein Vermögen! Die müßte sie dann hergeben - und das würde ihr das Herz brechen! Nein, nein, nein - wir können die Kleine nicht feuern - ICH kann sie nicht feuern!"
"Hehe - I know Dude! Und weißt Du auch warum? Du magst sie, deshalb!"
Dick's Lächeln war nun nicht mehr zu übersehen - nicht mal von Dietmar, der endlich seine Wanderung aufgegeben hatte und Dick ins Gesicht starrte:
"Nein! Ich meine - Ja, natürlich mag ich sie - aber es ist nicht das, was Du wieder denkst!"
"Ach? Was denk' ich denn?"
"Zuviel!"
"Okay okay!" Dick beugte sich etwas nach vorne und blickte Dietmar tief in die Augen wärend er leise seine nächste Frage stellte: "Du und Lizzy, Ihr seid also immer noch 'Just good friends'?!?"
"Natürlich - und Du weißt das ganz genau!"
"Ach? Weiß ich das? Ich könnte Dich ja schon verstehen, wenn da nun mehr wäre ... die Kleine ist doch eigentlich sehr niedlich ..."
Dick seufzte, lehnte sich zurück und sah verträumt zum Fenster hinaus während Dietmar nun endgültig explodierte:
"Hör schon endlich auf!!! Da ist nichts Dick! Hörst Du?"
"Hehehe ... jaja ... come on Dude - relax!"
Dietmar ließ sich in einen von Dick's bequemen Sesseln fallen. Dieses Büro hier hatte schon einigen Komfort.
Dann blickte er wieder zu Dick, der nach wie vor zum Fenster rausblickte und vor sich hingrinste.
Mann! Wenn es etwas gab, was Dietmar aufregte, dann, wenn man ihm ein Verhältnis andichten wollte.
Da reichte ihm Caro Blauinger schon - die konnte in dieser Hinsicht ebenfalls ganz schön nerven. Dauernd hing sie ihm in den Ohren, endlich wieder eine Beziehung anzufangen.
Da konnte er sich Sätze wie: "Das Alleinsein schadet Dir!", "Du brauchst endlich mal wieder eine Frau!" oder "Zu Zweit ist das Leben doch viel angenehmer!" anhören.
Und noch schlimmer war es, wenn Caro versuchte, ihm die eine oder andere Dame schmackhaft zu machen oder ihn dann gleich mit jemanden zu verkuppeln: "Das ist die Sowieso aus Dingsda - stell Dir vor, die hat die gleichen Interessen wie Du ... blablabla!" oder "Warum unternimmst Du nicht mal wieder was mit der Dingenskirchen - ihr beide versteht Euch doch so gut!"
Tja und seine Eltern erst! Immer wenn er bei ihnen mal zu Besuch war, ging es los:
"Na Jungchen - bist Du immer noch alleine? Ach, ich wäre doch soooo gerne einmal Oma!" und "Mein lieber guter Junge! Ohne eine Frau ist ein Mann nur halb so viel wert! Sieh mich an - ohne Deine Mutter ... blablabla ..."
Anscheinend hatten es die meisten Leute in seiner Umgebung wohl nicht gerne, daß er schon so lange wieder Single war - dabei war er mit diesem Zustand mehr als glücklich! Eine in die Hose gegangene Verlobung reichte ihm - nicht auszudenken, wie es gewesen wäre, wenn er damals schon mit seiner Ex verheiratet gewesen wäre. Das wäre ihn sicher teuer zu stehen gekommen.
Nein, das Single-Leben mit all' seinen Freiheiten war schon in Ordnung!
Nunja ... es gab zwar manchmal Augenblicke da - man war schließlich auch nur Mensch! Aber dafür seine liebgewonnene Freiheit zu opfern? Und dann noch mit Lizzy?
Er hatte noch Caro's Begeisterung auf der letzten Betriebsfeier, bei der sie zufälligerweise auch kurz vorbeischaute, im Kopf: "Ach, das ist die Kleine von der Du mir mal erzählt hast? Ach die ist ja süß - und so lebhaft! Na die würde Dich ganz schön auf Trab halten! Das täte Dir sowieso ganz gut! Wirklich, die ist echt niedlich! Sag mal, wenn Du Dich doch sowieso soviel um sie kümmerst, dann könntet ihr doch gleich auch zusammenziehen!"
Himmel, ja sie war niedlich (hin und wieder) und bei Gott es wäre ihm mit ihr nie mehr langweilig (aber das war es ihm eigentlich sowieso nie) und ... aber Moment mal! War es nicht Dick gewesen, der Lizzy gerade auch 'niedlich' genannt hatte - und dann dieser verträumte Blick!
Da bitte! Der Bursche schaute ja immer noch breitgrinsend aus dem Fenster! Oha! So ist das also!
Er hatte da ja schon seit längerer Zeit so einen Verdacht - und nun sah es ihm ganz danach aus, als wollte Mr. Security hier mal so nebenbei die Lage checken!
Bitte Dick - nur zu! Er kannte ihn gut genug, daß er wußte, daß Liz bei ihm sicher gut aufgehoben wäre.
Dick hatte das Herz eigentlich schon am rechten Fleck und es war ein gutes, butterweiches Herz, welches da unter dieser rauhen Schale schlug. Nur hin und wieder neigte er zu - nunja sagen wir mal 'ungewöhnlichen' Maßnahmen die ziemlich hart an der Grenze waren. Aber ansonsten konnte er, wenn man ihn richtig kannte, ein ganz umgänglicher Mensch sein.
Lizzy und Dick - ja, damit würde Dietmar gut leben können.
Ihm hat es seither nur Sorgen gemacht, wenn Liz bei Freddy gelandet wäre ... Aber das war wieder eine andere Geschichte und Freddy hatte sein Versprechen Dietmar gegenüber erstaunlicherweise gehalten und stieg Lizzy tatsächlich nicht mehr hinterher - manchmal geschahen tatsächlich Zeichen und Wunder!
Dietmar schüttelte den Kopf: "Also Dick - äh ..."
Dick drehte sich wieder ihm zu und grinste immer noch breit wie ein Honigkuchenpferd: "Okay okay ... ich bin ja schon still! Aber langsam solltest Du doch Dein Single-Leben mal satt haben? Und da Du Dich immer so lieb um Liz kümmerst ... also, der Verdacht lag doch nahe das da mehr zwischen Euch wäre - right?"
"Unsinn! Meine Güte ... hier haben ein paar Leute anscheinend zu viel Zeit und zuviel Phantasie!"
"Hmmmm, soso ... dann seit ihr zwei tatsächlich nicht - wie sagt ihr Germans dazu? Ah ... 'zusammen'! Hehe ... sehr interessant!" Dick's Augen leuchteten einen Moment kurz auf und Dietmar fuhr schnell fort: "Tja Dick, ganz recht! Endlich hast Du es kapiert! Nein wir sind nach wie vor nur gute Freunde - nicht weniger aber auch nicht mehr!"
"Hmmmm ..." Das Leuchten in Dick's Augen schien stärker zu werden und Dietmar beschloß den Spies einfach mal umzudrehen:
"Tja Dick - kommen wir doch mal zu Dir! Was das Single-Leben angeht - wie sieht's denn da so bei Dir aus? Hm? Du bist doch auch schon eine ganz schön lange Zeit solo! Juckt es Dich nicht manchmal auch wieder - hm?"
"Naja ..." Dick's Grinsen verschwand und er wurde plötzlich sehr ernst und nachdenklich - fast versteinert.
Oh ja! Da hatte Dietmar ins Schwarze getroffen.
Man merkte, daß es auf Weihnachten zuging - noch ein paar Wochen ... und wer wollte schon alleine unterm Tannenbaum sitzen? Gut letztes Jahr hatten er, Dick, Lizzy und auch Jessica auf ihre Art und Weise diese Zeit überstanden - man könnte auch dieses Jahr wieder zusammen feiern.
Und wenn Dick tatsächlich in Lizzy ... Himmel, das könnte in der Tat interessant werden!
Schließlich räusperte sich Mr. Security lautstark. Offensichtlich war ihm die Situation doch etwas peinlich und so begann er das Gespräch wieder auf eine andere Bahn zu lenken: "Anyway ... Dude, sieh Dich mit Liz vor! Eine Frau in einer seither reinen Männer-Abteilung - das gibt immer Big Trouble!"
"Ach, im Park hat es doch auch geklappt!"
"Da war Liz ja noch so eine Art Springer - nicht ständig bei Euch! Aber hier im Zentrum - Deine neuen Mitarbeiter sind sowas doch nicht gewohnt! Sie wird alle um den Finger wickeln und Euch dann auf der Nase herumtanzen! Das wird für die Süße ein Kinderspiel sein - wait and see!"
Ein paar Stockwerke über den beiden überraschten Marc und Lizzy den fleißig arbeitenden Ingo in seinem Konferenzraum. Mit lautem Getöse flog die Tür auf und Lizzy steuerte mehr oder weniger gekonnt ihr Elektro-Mobil in den kleinen Saal.
"Hi! Super-Ingo! Hier sind Deine Sachen!"
"Grundgütiger! Seid Ihr des Wahnsinns? Was glaubt Ihr wie teuer so eine Tür ist!"
"Ach krieg Dich wieder ein ... ist doch nix passiert!"
"Naja ... ladet mir das Zeugs einfach da rüber - und dann bringt Ihr zwei ganz schnell wieder dieses E-Mobil zurück ins Lager!"
"Jaja!"
Marc und Lizzy luden alles wie gewünscht ab, dann wollten sie sich wieder aus dem Staub machen, bevor Ingo noch eine neue lästige Aufgabe für die beiden einfiel.
"Marc! Du machst auf und ich fahre wieder durch!"
"Aye Aye Ma'm!"
"Nu' mach schon!"
"Es geht nicht!"
"Wieso?"
"Sie klemmt!"
"Stell Dich nicht so an!"
"Nein wirklich! Sie klemmt! Ich bekomme Sie nicht auf!"
Ingo stöhnte: "Laßt mich mal ran! Verdammt! Das gibts doch nicht!"
Lizzy blickte voller Panik ihre beiden Kollegen an: "Und nun? Ich will nicht eingesperrt sein! Ich bekomme Platzangst!"
"In dem großen Raum?" Ingo schüttelte den Kopf. "Hmmmm - am besten ich rufe Hilfe!"
Keine 10 Minuten hörten sie draußen eine Stimme:
"Hiho! Ingo? Alles klar bei Dir?"
"James! Gott sei Dank - diese Tür klemmt! Wir bekommen sie nicht auf!"
"Wir? Wer ist denn noch bei Dir?"
"Marc und Lizzy ..."
"Ach Blondie ist bei Dir - sehr schön! Mit der hab ich noch ein Hühnchen zu rupfen!"
Lizzy zitterte dann rief sie zu James hinaus: "Ach James! Es tut mir leid! Ich wollte das nicht!"
"Oh - was glaubst Du wie sehr es Dir noch leidtun wird, wenn ich erst bei Euch da drin bin! Dir werd' ich eine saftige Abreibung verpassen!"
Ingo zog verwundert die Brauen nach oben: "Was hat er denn?"
"Er wird mich umbringen Ingo! Er ... ist von der Leiter ins Wasser gefallen ... in den Poseidon-Quellen ... wegen mir ..."
"Oha! Hehe - jetzt verstehe ich! Naja ... in Deiner Haut möchte ich jetzt wirklich nicht stecken - hehe ..."
"Du mußt mir helfen Ingo! Du kennst ihn doch schon länger!"
"Hehe ... mal sehen ... aber dann bist Du mir was schuldig!"
Plötzlich tat es einen Mords-Schlag. Die gesammte Tür brach mit der Hälfte ihres Rahmens nach innen und James (in einen rosa Bademantel gehüllt, der offensichtlich aus den Poseidon-Quellen stammte) flog herein.
"Uff - na bitte! Geht doch!"
"Bist Du wahnsinnig geworden James!" Ingo war außer sich und sah seinen Kollegen entsetzt an.
"Wieso?"
"Himmel! Was glaubst Du was so eine Tür kostet!"
"Mann! Mach' mich nicht an! Ihr wolltet doch nicht länger hier eingesperrt bleiben - oder?!"
"Ja aber ..."
"Nix aber - ich hab hier nur wieder für freien Durchgang gesorgt!"
"Oh Mann! Sooo kann man es auch nennen! Das Ding ist dank Deiner Hilfe jetzt Schrott!"
"Ach was - das reparieren wir wieder!"
"Viel Spaß dabei James!" Ingo blickte sich das zersplitterte Etwas das einmal eine ca. 2000.- DM teure maßangefertigte Designer-Tür war an.
"James! Das Ding können wir 'erden'!"
Schwerfällig stand James vom Boden auf und kratzte sich nachdenklich am Schädel.
"Pffff - meinst Du?"
"Himmel! Dietmar wird Dich killen, James!"
"Ja! Meinetwegen! Aber erst werde ICH jetzt mal Blondie den Hintern versohlen - Nanu? Wo ist sie denn?"
James blickte sich fragend um - Marc und Lizzy hatten die Gelegenheit genutzt und sich inzwischen aus dem Staub gemacht ...
"Verdammt - was soll ich denn machen? Soll ich Liz vielleicht an die Leine legen?" schimpfte Dietmar ein paar Stockwerke tiefer in Dick's Büro.
"Hmmmm ..." Dick fuhr sich nachdenklich über seinen militärischen Kurzhaarschnitt.
"Dude - Du bringst mich da auf something ... let me see ... es gäbe da vielleicht tatsächlich eine Lösung! Wenn das dann auch nicht klappt - dann reden wir weiter!"
"Wie meinst Du das?"
"Es gäbe da eine Möglichkeit, wie Du sie 'an die Leine legen' könntest - ohne das sie es merkt!"
"Bitte?"
"Hehe ... laß mich nur machen ... ein paar Telefonate und ..."
"Äh ... Dick?"
"Dietmar! Du kannst jetzt eigentlich wieder gehen! Ich muß jetzt telefonieren - und dazu brauche ich meine Ruhe!"
Dick hatte es plötzlich sehr eilig und erhob sich.
"Äh ... Moment mal ..."
"Paß auf Dude - ich melde mich wieder bei Dir, sobald ich alles geklärt habe - hehe ... Schau, daß Du Liz irgendwie solange unter Kontrolle hast - wie Du das machst ist solange Dein Problem! Und wenn meine Idee auch nicht funktioniert, dann ... dann werde ich die Kleine halt doch bei mir in der Abteilung einstellen! Für irgendwas werde ich sie schon einsetzen können ..."
Oho! Jetzt also doch?! Soso - für irgendwas einsetzen - jaja das glaubte Dietmar Dick aufs Wort. Tja, und da war es ja auch wieder - dieses Leuchten in Dicks Augen kannte Dietmar nur zu gut! Aber er sparte sich erstmal seinen Kommentar als er sich nun ebenfalls erhob. Stattdessen fragte er nur spitz:
"Äh Dick, glaubst Du Deine Jungs würden da dann anders reagieren als meine?"
Unschuldiges Gucken von Dick: "Hm? Wieso? What You mean?"
"Ich meine, das hier ist doch auch eine seither reine Männerabteilung gewesen! Oder nicht? Und Lizzy ist eine Frau ... naja ... Du verstehst?"
Dick zog die Augenbrauen hoch und strich sich über seinen 3 und mehr Tage Bart.
"Also wer behauptet denn das das hier eine reine Männerabteilung war? Bei uns haben doch auch schon Frauen gearbeitet!"
"So? Tatsächlich?"
"Yeah! Und zur Zeit habe ich auch noch Mary vom Park drüben vertretungsweise hier!"
"Hm ..."
"We ... wir sind eben seit Langem eine schon etwas fortschrittlichere und vor allem diszipliniertere Abteilung als Deine Chaoten aus der Technik - Hehehe!"
"Blödmann!"
"Hehehe!"
"Ich dachte Du hättest in letzter Zeit so viel zu tun und könntest Dich deswegen nicht um so einen schwieriegen Fall, wie Lizzy kümmern ... sagtest Du das nicht vorhin?"
"Na, mir wird schon was einfallen!"
"Ach?"
"Es ist ja nur, falls mein anderer Plan nicht klappen sollte ..."
"Ach so - tja dann ..." diesmal begann nun Dietmar breit zu grinsen.
Dick ging nicht darauf ein, stattdessen war nun er es, der sich plötzlich um seine soziale Verantwortung Gedanken machte:
"Ach Dude ... I think, wir können die Kleine doch nicht so einfach feuern ... mit ihrem ganzen Zoo daheimt und so ...!"
"Nein - Du hast vollkommen Recht Dick!"
"We ... - wir haben doch Verantwortung - right?"
"Natürlich ..."
Dick und Dietmar standen nun beide am Fenster und blickten hinaus. Langsam aber sicher wurde es Winter und schnell wurde es nun auch draußen 'weihnächtlich' - da kam er: Der erste Schnee. Ganz langsam - ganz heimlich tanzten die ersten Flocken in der hereinbrechenden Dämmerung herab.
Dietmar blickte Dick von der Seite an:
"Aber, was ist mit Lizzy's rebellischen Dickschädel? Hm? Meinst Du nicht auch, daß sie bei Euch nicht das selbe Theater abziehen würde, wie bei mir ?"
"Naja Dude ... Also wir versuchen es jetzt erst mal mit meinem Plan! And then - we will see!"
Tja, wenn er nur endlich sagen würde, was er eigentlich meinte! Dietmar war nämlich sehr gerne über alles im Bilde - aber Dick wollte noch nichts darüber herauslassen, stattdessen packte er ihn an den Schultern und schob ihn Richtung Tür: "Jetzt laß mich endlich meine Telefonate machen! I tell you everything later!"
"Äh ..."
"Dude! Die Süße wird schon noch parieren! Laß mich nur machen! Du weißt doch: ich bin schon mit ganz anderen Leuten fertiggeworden - believe me!"
... Fortsetzung folgt ...
Soooo das war's für heute - seid schön brav, denn bald ist Nikolaus ;-) - macht's gut - bis spätestens Mittwoch!
Gruß
Twisi
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Hi!
Heute meine Lieben haben wir den ersten Advent - dafür gibts heute mal wieder eine Doppel-Folge. Außerdem möchte ich mit dem Zeitschema der Story nicht ins Hintertreffen geraten.
Ist zwar ein ganz schöner Batzen, was Ihr da jetzt vorgesetzt bekommt - aber seht es doch einfach als Ersatz für die neulich ausgefallene Mittwochsfolge.
Keine langen Vorreden mehr - here we go:
Folge 14: Jagdfieber
"Steve - hörst Du mich?" klang Mary's angenehme Stimme durch den Knopf in Steve's Ohr.
"Laut und deutlich!" sprach Steve in sein Mikro "Diese neuartigen Head-Sets funzen wirklich ausgezeichnet - ich meine, das ist doch jetzt mal eine gute Gelegenheit, die Dinger zu testen!"
"Ja ..."
"Hast Du Lizzy schon irgendwo entdecken können?"
"Noch nicht! Aber da kommt gerade Willhelm! Der wird mir sicher bei der Suche helfen können - wir melden uns dann bei Dir!"
"Alles Roger - Ende!"
Jaaaaa - so gefiel ihm sein Job wirklich gut! Und wie schnell die Zentrums-Gäste ihm Platz machten, wenn er hier durch die Menge schritt.
Tja, es war schon was Wahres dran: Menschen in Uniformen (zu dem noch mit High-Tech-Artikeln wie Headsets dekoriert) machten eben immer Eindruck!
Lizzy war unterdessen auf der Flucht! Allerdings nicht vor Steve - woher hätte sie auch wissen sollen, daß der gerade Jagd nach ihr machte? Nein, sie fürchtete sich eher vor James. "Oh Gott! Oh Gott! Was habe ich nur angestellt! Er wird mich umbringen! Er wird mich vierteilen ..."
Nach seinem unfreiwilligen Bad in den Poseidon-Quellen hatte er ihr ja lautstark Furchtbares angedroht. Und nachdem sie sein wütendes Gesicht gesehen hatte, zweifelte sie keinen Augenblick daran, daß er diese Drohungen auch wahr machen würde.
Ziemlich kopflos rannte sie nun eine Unterführung entlang - und erschien dabei zeitgleich auf einem der Überwachungsschirme. Wilhelm stutzte - dann funkte er Steve an: "Hey, Du Headhunter - wir haben sie!"
"Ja? Wo?"
"In der Unterführung zwischen den Poseidon-Quellen und dem 'Market-Place' - beeil Dich! Die hat es ziemlich eilig!"
Steve spürte wie in der 'Jagd-Instinkt' packte - Wow - er hätte Bäume ausreißen können! Schnell machte er sich auf den Weg ...
"Auuuaaaa!!!" schrie Marc, dem im Technik-Lager ein schwerer Karton undefinierbaren Inhalts auf den großen Zehen gefallen war.
"So ein verdammter Mist!"
Sein Fluchen hörte man bis auf die Unterführung hinaua - Lizzy hielt inne und entdeckte die Tür zum Lager. Prima Idee! Hier würde sich James hoffentlich nicht so schnell blicken lassen!
"Marc? Was ... was machst Du denn hier?" Lizzy war erstaunt Marc am Boden sitzen zu sehen, während der sich seinen armen Zeh rieb.
"Autsch, mein Zeh ... Oha! Das gnädige Fräulein Heichert läßt sich auch mal wieder blicken - wie schön! Ist ja wirklich toll ..."
"Hm? Sag mal, was ist denn mit Dir los? Wieso ... wieso sitzt Du auf dem Boden und ..."
"Pfff - kann Dir doch wohl egal sein!" schnappte ihr Kollege giftig zurück.
Lizzy war auf's Höchste erstaunt, schließlich hatte sie Marc so noch nie reden gehört.
"Bitte? Sag mal, bist Du etwa sauer auf mich?"
"Ich? Sauer? Aber nein - wieso sollte ICH auch sauer sein - Pah!"
"Äh ..."
"Erst läßt Du mich gestern ganz alleine diese doofe Lüftung schrubben, während Du Dir einen schönen Tag mit Zimmerservice und was weiß ich noch alles machst! Und heute habe ich noch gar nix von Dir zu sehen bekommen - obwohl man mir versprochen hat, daß Du mir helfen würdest! Also warum sollte ich auch sauer auf Dich sein?"
Jetzt wurde es Lizzy zuviel! Ok - gestern hatte sie was Marc betraf schon Mist gebaut. Aber doch nicht heute! Das ist ja wohl die Höhe!
"Mooooment mal! Schließlich habe ich heute ganz alleine Deine doofe Weihnachtsdeko auf dem 'Market Place' übernommen - So!"
"Ja! DAS sieht man!" gab Marc gehässig zurück.
"Pah! Der obersten Hotel-Chefin hat es jedenfalls gefallen! So!" verteidigte Lizzy beleidigt ihr Kunstwerk.
"Ach ja? Typisch Weiber - hängen doch alle unter einer Decke!!!"
"Hast Du sie noch alle? Wie redest Du eigentlich mit mir???"
"Verdammt noch mal - mich läßt man hier den ganzen Müll alleine machen! Ich hab' sowas von die Schnautze voll!"
"Tja - da siehst Du mal, wie es mir immer so ergangen ist!"
"Ach ... laß mich doch in Ruhe ..." brummte Marc und schaute auf die Seite.
Liz schnaufte zweimal laut ein und aus - dann beruhigte sie sich wieder und blickte auf ihren mißmutigen Kollegen. Eigentlich wollte sie mit ihm nicht auch noch verkracht sein.
Schließlich rang sie sich zu einer Art Entschuldigung durch:
"Also ... hör mal Marc ... es ... es tut mir leid wegen gestern ... ich hab das eigentlich nicht gewollt ..."
"Jaja ..."
"Ach Mensch Marc! Du bist immer so strebsam und fleißig! Du warst ja gar nicht mehr loszureißen von dieser doofen Lüftung! Und ... meine Güte ... ich ... hab gedacht es macht Dir nix aus, wenn Du alleine ..." Liz suchte verzweifelt nach weiteren Worten - schließlich brach sie ab und schaute Marc in dessen goldbraune Augen: "Also ... es ... es tut mir wirklich sehr leid! Verzeih' mir ..."
Marc seufzte: "OK - irgendwo hast Du ja recht - ich ... ich bin manchmal ... schon ein Streber ..."
"Also so habe ich das nun auch wieder nicht ..."
"Doch - es stimmt schon! Vielleicht bin ich selber dran schuld, daß mir alle immer alles aufhalsen!"
Die beiden schwiegen nachdenklich eine Weile. Schließlich meinte Marc zu Lizzy:
"Sag mal, was machst Du eigentlich hier im Lager? Hat Dich Tim geschickt?"
"Tim? Neee ... ich ... mir ist was ... peinliches drüben in den Poseidon-Quellen passiert und ... ach, ist ja auch völlig egal! Jetzt bin ich jedenfalls hier und ... naja, sag mal, kann man Dir was helfen?"
Marc grinste: "Jepps! Allerdings!"
Dietmar und Mike kamen mit vollen Bäuchen und ebenso vollen Köpfen von ihrem Arbeits-Essen mit Herrn Stiel zurück.
"Ich bin froh, daß wir jetzt Einiges geklärt haben, Dietmar! Deine Idee sich mit Stiel nochmals zu treffen war nicht die Schlechteste!"
"Na also - siehst Du!"
Die beiden bogen um die Ecke Richtung Fahrstühle, da meldete sich Dietmars Piepser lautstark.
"Hmmm Poseidon-Quellen? Ich dachte James hätte diese Sache schon längst erledigt - Mike es tut mir leid! Aber ich muß los!"
"Jaja geh ruhig! Ich brauch' Dich jetzt nicht mehr - den blöden Papierkram kann ich auch alleine erledigen!"
Steve stutzte - er war endlich in der Unterführung angekommen, aber von Liz war hier weit und breit nix zu sehen.
"Mary? Wilhelm? Bitte kommen!"
Keine Antwort.
"Hallo? Was ist los? Antwortet doch!"
Verdammt - wieso war jetzt Funkstille?
Dann meldete sich endlich eine Stimme:
"Hallo! Hier ist Dick! Was bitte treibst Du da Steve?"
"Äh ... hallo Dick - ich ... äh ... suche nach Lizzy ..."
"Warum? Wer bitte hat Dir diese Order gegeben?"
"Äh ... Dietmar rief an und ..."
"Du machst Dich sofort auf den Weg zurück! Ist das klar!"
"Äh ..."
"Sofort Steve! Over!"
Verdammt! Jetzt war er so nah am Ziel und sollte so mir nix Dir nix die Jagd einfach aufgeben? Also irgendwie sah er das nun auch wieder nicht ein - Mist!
Wieder knackste es in seinem Ohr:
"Steve?"
"Mary! Gott sei Dank! Was ist denn bei Euch los? Wieso hast Du Dich nicht gemeldet - und warum ist Dick so sauer?"
"Frag nicht ... mach' das Du herkommst - beeil Dich! Äh ... Moment mal ..."
"Hallo?"
"Ja Dick ... ist in Ordnung ... ja ... ich sag's ihm ... Steve?"
"Ja?"
"Dick meinte gerade, Du sollst Deinen Hintern Richtung Poseidon-Quellen schwingen! Da ist irgendwas passiert - beeil Dich!"
Marc und Lizzy hatten sich inzwischen Ingo's Liste mit seinen speziellen Wünschen bezüglich Materialbeschaffung unter die Lupe genommen.
Liz schüttelte ungläubig den Kopf:
"Also das alles soll in diesen Konferenzraum?"
"Ja Lizzy - genau ... und ich kann diese Sauklaue von einer Handschrift nicht entziffern! Heißt das jetzt 40 Watt oder 30 Watt?"
"Hmmm ich glaube das heißt 60 Watt!"
"Bist Du sicher?"
"Neeee ... aber nimm doch gleich die 60er - die sind wenigstens schön hell!"
"Naja - ich weiß nicht ..."
"20 Meter Lauflicht? Oder heißt das 2,0 Meter? Und wozu braucht man in einem Konferenzraum Lauflicht?"
"Keine Ahnung Lizzy ... oh da auf dem Regal liegt ein Karton, da steht was mit Licht drauf ... aber ... neee da sind nur Dosen drin ... hmmmm Kontaktspray!" Marc holte sich eine heraus und zeigte sie seiner Kollegin.
Lizzy grinste breit und begann wild damit in der Gegend herumzusprühen.
"Hör auf Liz - das riecht ja widerlich!"
"Schniiieff! Stimmt - riecht wirklich nicht besonders gut! Und damit soll man wirklich jemanden aufreißen können?"
"Bitte?"
"Na Du sagtest doch 'Kontakt'-Spray!"
"Oh Mann Lizzy ... doch nicht so ein 'Kontakt' ... was machst Du denn da?"
"Hehe ich schreibe auf den Karton 'Lauflicht' - den nehmen wir mit und bis Super-Ingo ihn aufmacht und sieht was wirklich drin ist, sind wir längst weg!"
"Das kannst Du doch nicht machen! Was soll denn der mit dem ganzen Zeugs? Das sind mindestens 20 Dosen!"
"Hihi ... mindestens!"
"Mann Lizzy! Dann muß der arme Kerl ja extra nochmal hier herrunterkommen, wenn er sein Lauflicht will!"
"Stimmt! Der soll gefälligst nächstesmal deutlicher schreiben wenn er was von uns will! Das ist jetzt seine Strafe dafür!"
"Oh Mann! Liz - Du bist unmöglich!"
"Quatsch nicht! Oh - schau mal! Das kleine Elektro-Mobil! Das könnten wir doch nehmen um das Zeugs draufzupacken! Damit fahren wir hoch in den Konferenzraum - prima!"
"Kannst Du denn damit umgehen?"
"Wait and See!"
"Oh je ..."
Dietmar war inzwischen bei den Poseidon-Quellen angekommen. Zuvor war er in der Unterführung noch auf Steve getroffen, der wohl ganz offensichtlich aber leider vollkommen erfolglos auf der Suche nach Liz war. Gemeinsam hatten sie dann ihren Weg fortgesetzt - und das war eigentlich auch ganz gut so: Irgendjemand mußte sich um die kleine aufgebrachte Menschenmenge kümmern, die vor dem Eingang des Erlebnisbades sich versammelt hatte. Ein Job für Steve. Dietmar betrat währendessen das Innere der Poseidon-Quellen und staunte nicht schlecht:
Eine einsame Leiter schwamm im großen Thermalbecken und ein ziemlich aufgebrachter Bademeister rubbelte an einem ziemlich nassen James mit einem Handtuch herum ...
"Was ist denn hier passiert?"
"Dietmar - ich schwöre Dir wenn ich sie erwische, dann setzt es was!"
"Wen?"
"Na wen schon - Blondie! Nein, sag jetzt nichts! Jeder weiß, wie ungern ich auf Leitern steige - und was macht sie? Sie sorgt dafür, daß ich aus 10 Metern Höhe herunterfalle! Ich werd' die Kleine windelweich ..."
"10 Meter? Die Hallendecke ist doch hier an dieser Stelle nicht mal 5 Meter hoch? Habt Ihr außerhalb des Daches vielleicht ..."
"5 Meter - 10 Meter - wo ist denn da der Unterschied? Ich hätte mir alles mögliche brechen können!"
"Im Wasser?"
"Verdammt noch mal! Lach nicht! Es ist mir bierernst! Eines sag' ich Dir - Blondie kann sich auf was gefaßt machen!"
"Jaja ... nun beruhige Dich mal wieder - das hat sie sicher nicht mit Absicht ..."
"Meine Herren - bitte! Der Betrieb muß weitergehen - meine Badegäste wollen sich hier entspannen! Hören Sie, ich hole ihnen einen Bademantel bis Ihre Kleider wieder trocken sind und um Himmels Willen, fischen Sie doch bitte diese Leiter aus meinem Becken! Wie sieht denn das aus!"
Bademeister Kruse war mit den Nerven sichtlich am Ende. Zu allem Überfluß mischte sich dann auch noch der immernoch anwesende nackte Herr von Steinenfels ein, der nach wie vor außer sich vor Wut war:
"Und was ist mit mir? Hier ist man ja in Lebensgefahr! Und außerdem - ich werde mich beschwehren - jawohl! Ich komme seit 2 Jahren hier her um mich für ein paar Wochen zu entspannen! Ich bin ein gut zahlender und äußerst großzügiger Gast! Und nun sowas! Und dieses Mädel hat das sicher mit Absicht gemacht. Ich kenne sie nämlich! Sie hat das extra gemacht, um mir den Tag zu versauen - um mich fertigzumachen! Sie ist rebellisch und stur und undankbar! Jawohl! Deshalb war sie auch untragbar für meine Firma!"
James stutzte: "Moment mal ... Firma? Sind Sie Lizzy's ehemaliger Arbeitgeber?"
"Lizzy? Sie meinen wohl Fräulein Heichert! Jawohl - Mein Name ist von Wiesenfeld und ich ... ich bin wirklich mit den Nerven am Ende - ich brauch ein Glas Wasser ..."
Oh ja - der hatte gerade noch gefehlt! Dietmar kannte Lizzy's Vorgeschichte genau. Oft genug hatte sie sich damals bei Dietmar über ihren schlimmen Chef ausgeweint und oft genug hatte er ihr immer geraten, sich doch auch mal woanders umzusehen. Leider war sie damals so auf genau diesen Job in jener Firma fixiert, daß sie keine weiteren Anstrengungen unternahm, sich woanders zu bewerben und stattdessen dummerweise immer wieder hoffte, daß sich die damaligen betriebsinternen Zustände endlich mal änderten - was natürlich nicht geschah ...
Dietmar seufzte innerlich: Dieser Kerl der da nackt vor ihm herumzeterte war genauso, wie er ihn sich anhand von Lizzy's Erzählungen immer vorgestellt hatte: Ein widerlicher, arroganter, cholerischer Wichtigtuer.
"Aber Herr von Steinenfels - so beruhigen Sie sich doch ..." unternahm Bademeister Kruse einen Versuch seinen aufgebrachten Gast wieder friedlich zu stimmen.
"Ich mich beruhigen?! Ich bitte Sie! Sowas ist ja wohl unglaublich! Seit 2 Jahren komme ich hierher um abschalten zu können! Ist denn das zuviel verlangt? Pah! Und nun sowas!" Wütend zeigte er auf James: "Dieser Mensch da wäre mir fast auf den Kopf gefallen! Und das an meinem ersten Urlaubstag! Ich bin ja mal gespannt, was die nächsten 4 Wochen noch so alles passiert!"
"4 Wochen haben Sie gebucht?" Dietmar zog erstaunt die Augenbrauen hoch.
"Allerdings! Ich sagte doch, daß ich ein gut zahlender Gast bin!"
"Oh, es wird Ihnen bestimmt gefallen! Sie werden einen unvergeßlichen Urlaub hier erleben - dafür werden wir uns wirklich alle Mühe geben!" unterbrach Dietmar schnell und warf dabei James einen vielsagenden Blick zu.
Dieser grinste breit und stimmte sofort mit ein:
"Aber ja Herr von Steinenfels! Das sind wir Ihnen für diesen Schrecken wirklich schuldig! Also machen Sie sich keine weiteren Sorgen - und entschuldigen Sie den kleinen Zwischenfall!".
"Kleiner Zwischenfall? Unerhört! Und überhaupt: das hier ist eine 'textil-freie' Zone meine Herren!"
"Ach, sollen wir uns ausziehen? Wir machen das gerne, wenn es Ihnen so wichtig ist, Herr VON Steinenfels?" meinte Dietmar mit gespielter Höflichkeit.
"Nein! Sie sind schließlich nicht zum Vergnügen hier! Aber Sie könnten dafür sorgen, daß nicht noch mehr Angestellte in voller Montur hier hereinkommen - unglaublich sowas!"
"Bitte?"
"Hi Dudes!" tönte es hinter Dietmar plötzlich und er wirbelte herum. Ach das meinte Wiesenfeld also mit 'noch mehr Angestellte mit voller Montur' - was machte den Evil Dick hier?
"Dietmar! Ich muß Dich sprechen - sofort!"
"Ach Dick - ich muß erst noch ..."
"Sofort Dude! In meinem Büro!"
"Soooo wir haben alles zusammen - nix wie los zu Ingo!" Grinste Lizzy und startete das kleine Elektromobil auf dessen Ladefläche sich nun jede Menge Ersatzteile, Kabel, Leuchtkörper und diverse andere Dinge befanden.
Rumms! - Liz fuhr mit voller Kraft gegen ein Regal.
Irgendwie hatte sie sich das einfacher vorgestellt.
"Laß mich lieber das Ding fahren - Frau am Steuer, Abenteuer!" stöhnte Marc resigniert.
"Pah! Männer und Technik - das paßt ja erst recht nicht zusammen! Ich muß einfach ein Gefühl dafür entwickeln ..."
"Oh ja! Allerdings!"
"Mach mir lieber die Türe auf, damit ich durchfahren kann!"
"Sonst noch ein Wunsch gnä'Frau?"
"Jaaaa! Auf geht's im Schweinsgalopp!"
"Aye Aye Captain Heichert!" schüttelte Marc den Kopf und sprang neben Lizzy auf den Beifahrersitz, nachdem sie glücklich und ohne wieder irgendwo anzurempeln durch die Tür war.
Lizzy rief lachend: "Hihi! Warp 9, Nummer Eins! Energie! Juhuuuuu!!!" und brauste los ...
Folge 15: Von Verantwortung und Verliebtheit
"Unerhört es ist schon fast 15.00 Uhr! Und hier ist immer noch nicht offen!"
"Genau! Und ich habe mich schon sooo auf meine Sauna gefreut!"
"Jaaaa - so eine Schweinerei! Ich werde mich beschweren!"
Steve stand vor dem Eingang der Poseidon-Quellen und kämpfte mit der wartenden und extrem ungeduldigen Besuchermenge.
"He! Sie da! Wieso ist hier noch geschlossen?" wurde er gerade von einer ziemlich aufgebrachten älteren Dame angefaucht.
"Ähem, das ... äh ... aus ... äh ... technischen Gründen sind die Poseidon-Quellen bis auf weiteres geschlossen! Ich bitte Sie um Ihr Verständnis ..."
Tja, der Standard-Satz den man für fast alles brauchen konnte und Steve hatte ihn perfekt drauf - immerhin war er allein im Park schon des öfteren via Lautsprecher zu hören.
Die Leute hier waren davon allerdings wenig beeindruckt:
"Technische Gründe? Unglaublich!"
"Was man sich hier so alles bieten muß!"
"Alles nur faule Ausreden!"
"Bitte meine Herrschaften - so beruhigen Sie sich doch! Wir versuchen, so schnell wie möglich, die Poseidon-Quellen wieder für Sie zu öffnen! Ich bin mir sicher, daß es sich nur um eine kurze Unterbrechung handelt ..."
Steve kam ins Schwitzen - die anderen Standard-Sätze hatte er noch nicht so gut drauf und die Meute um ihn herum, benahm sich überhaupt nicht, ihrem Stand entsprechend:
"Hoffentlich! Wir können unser Geld auch woanders hintragen!"
"Genau! Sauerei!"
"So ein Sauladen!"
Himmel! Die Gäste im Park waren ja manchmal schon unangenehm gewesen - aber das hier übertraf dann doch seine Erwartungen! Er hatte immer gedacht, daß die besser situierte Gesellschaft hier im Zentrum etwas - nunja - umgänglicher bzw. wohlerzogener und disziplinierter war ...
"Also Dick wo brennts denn?" fragte Dietmar unterdessen Evil Dick in dessen Büro.
Der Sicherheitschef blickte ihn ernst an und meinte dann nur kurz angebunden:
"Bei Dir brennts!"
"Bitte?"
"Es kann nicht sein, daß Deine Leute, meine Mitarbeiter von der Arbeit abhalten! Damnit!"
"Äh ... wie ... meinst Du das?"
"Wie ich das meine? Ich sage nur ein Wort: Lizzy!"
"Oh je ..."
"Jepps! Genau!"
"Was hat sie nun wieder angestellt?"
"No idea - ich weiß nur, daß 3 meiner Mitarbeiter schon wieder auf der Suche nach ihr waren! Das geht so nicht weiter!"
"Ja, Du hast recht - verdammt!" Dietmar seufzte resigniert, dann wandte er sich wieder an Dick: "Also ich verstehe eigentlich nicht, daß sie mir hier solche Schwierigkeiten macht!"
Dick zuckte mit den Schultern und bot Dietmar eine Zigarette an.
"Nein ich rauche doch nicht! Und sag mal ... ich dachte, Du hättest damit aufgehört?!"
"Bei dieser Action hier muß man ja mit alten Gewohnheiten wieder anfangen!"
"Naja ... ich versteh's nicht Dick - mit Marc habe ich keine Probleme! Überhaupt nicht! Er ist fleißig - er tut was man ihm sagt ..."
"Marc? Hehe ... der Kleine ist eigentlich ganz in Ordnung! Und diszipliniert! Was das betrifft, könnte er glatt aus meiner Abteilung sein! Aber Lizzy ... Sie paßt vielleicht nicht hierher - sie paßt in den Park! Vielleicht ist das hier nix für sie! Ich sag' ja schon lange, daß ihr manchmal die nötige Disziplin fehlt! Dann noch dieser rebellische Dickschädel den sie hat! Wenn sie in meiner Abteilung wäre, dann würde ich ihr den Nonsens schon noch austreiben!"
"Ach? Ja würdest Du sie denn bei Dir aufnehmen?"
"Hmmm - ich würde, wenn ich nicht im Moment so viel anderes zu tun hätte! Damnit! So eine Beförderung bringt auch Nachteile mit sich ..."
"Wem sagst Du das ... und wenn ich mir Mike ansehe - Himmel der flippt nochmal aus - höchste Zeit das er in Urlaub geht!"
"Urlaub? Was ist denn das?"
"Frag nicht ... und dann haben wir demnächst auch noch so viele Veranstaltungen! Der Park mit seiner kurzen Wintereröffnung, die ganzen Konferenzen, die ganzen Sonderveranstaltungen und zum krönenden Abschluß noch der Silvester-Ball! Danach kannst Du mich in die 'Geschlossene' einliefern!"
Dietmar seufzte und Dick ebenfalls.
Dann wurde Mr. Security wieder ernst:
"Anyway - was Lizzy betrifft ... so geht es wirklich nicht weiter!"
"Verdammt Dick! Ich kann sie doch nicht rauswerfen!" meinte Dietmar verzweifelt.
"Nein?" über Dick's Gesicht huschte ein Lächeln, daß Dietmar in seiner Aufregung erst gar nicht sah. Stattdessen lief er in Dick's Büro auf und ab und lamentierte:
"Mensch Dick! Wir haben doch auch Verantwortung - die Kleine würde auf der Straße stehen!"
"So?" Das Lächeln wurde breiter.
"Ja! Natürlich! Und dann noch ihr ganzer Zoo daheimt - die Viecher kosten doch auch ein Vermögen! Die müßte sie dann hergeben - und das würde ihr das Herz brechen! Nein, nein, nein - wir können die Kleine nicht feuern - ICH kann sie nicht feuern!"
"Hehe - I know Dude! Und weißt Du auch warum? Du magst sie, deshalb!"
Dick's Lächeln war nun nicht mehr zu übersehen - nicht mal von Dietmar, der endlich seine Wanderung aufgegeben hatte und Dick ins Gesicht starrte:
"Nein! Ich meine - Ja, natürlich mag ich sie - aber es ist nicht das, was Du wieder denkst!"
"Ach? Was denk' ich denn?"
"Zuviel!"
"Okay okay!" Dick beugte sich etwas nach vorne und blickte Dietmar tief in die Augen wärend er leise seine nächste Frage stellte: "Du und Lizzy, Ihr seid also immer noch 'Just good friends'?!?"
"Natürlich - und Du weißt das ganz genau!"
"Ach? Weiß ich das? Ich könnte Dich ja schon verstehen, wenn da nun mehr wäre ... die Kleine ist doch eigentlich sehr niedlich ..."
Dick seufzte, lehnte sich zurück und sah verträumt zum Fenster hinaus während Dietmar nun endgültig explodierte:
"Hör schon endlich auf!!! Da ist nichts Dick! Hörst Du?"
"Hehehe ... jaja ... come on Dude - relax!"
Dietmar ließ sich in einen von Dick's bequemen Sesseln fallen. Dieses Büro hier hatte schon einigen Komfort.
Dann blickte er wieder zu Dick, der nach wie vor zum Fenster rausblickte und vor sich hingrinste.
Mann! Wenn es etwas gab, was Dietmar aufregte, dann, wenn man ihm ein Verhältnis andichten wollte.
Da reichte ihm Caro Blauinger schon - die konnte in dieser Hinsicht ebenfalls ganz schön nerven. Dauernd hing sie ihm in den Ohren, endlich wieder eine Beziehung anzufangen.
Da konnte er sich Sätze wie: "Das Alleinsein schadet Dir!", "Du brauchst endlich mal wieder eine Frau!" oder "Zu Zweit ist das Leben doch viel angenehmer!" anhören.
Und noch schlimmer war es, wenn Caro versuchte, ihm die eine oder andere Dame schmackhaft zu machen oder ihn dann gleich mit jemanden zu verkuppeln: "Das ist die Sowieso aus Dingsda - stell Dir vor, die hat die gleichen Interessen wie Du ... blablabla!" oder "Warum unternimmst Du nicht mal wieder was mit der Dingenskirchen - ihr beide versteht Euch doch so gut!"
Tja und seine Eltern erst! Immer wenn er bei ihnen mal zu Besuch war, ging es los:
"Na Jungchen - bist Du immer noch alleine? Ach, ich wäre doch soooo gerne einmal Oma!" und "Mein lieber guter Junge! Ohne eine Frau ist ein Mann nur halb so viel wert! Sieh mich an - ohne Deine Mutter ... blablabla ..."
Anscheinend hatten es die meisten Leute in seiner Umgebung wohl nicht gerne, daß er schon so lange wieder Single war - dabei war er mit diesem Zustand mehr als glücklich! Eine in die Hose gegangene Verlobung reichte ihm - nicht auszudenken, wie es gewesen wäre, wenn er damals schon mit seiner Ex verheiratet gewesen wäre. Das wäre ihn sicher teuer zu stehen gekommen.
Nein, das Single-Leben mit all' seinen Freiheiten war schon in Ordnung!
Nunja ... es gab zwar manchmal Augenblicke da - man war schließlich auch nur Mensch! Aber dafür seine liebgewonnene Freiheit zu opfern? Und dann noch mit Lizzy?
Er hatte noch Caro's Begeisterung auf der letzten Betriebsfeier, bei der sie zufälligerweise auch kurz vorbeischaute, im Kopf: "Ach, das ist die Kleine von der Du mir mal erzählt hast? Ach die ist ja süß - und so lebhaft! Na die würde Dich ganz schön auf Trab halten! Das täte Dir sowieso ganz gut! Wirklich, die ist echt niedlich! Sag mal, wenn Du Dich doch sowieso soviel um sie kümmerst, dann könntet ihr doch gleich auch zusammenziehen!"
Himmel, ja sie war niedlich (hin und wieder) und bei Gott es wäre ihm mit ihr nie mehr langweilig (aber das war es ihm eigentlich sowieso nie) und ... aber Moment mal! War es nicht Dick gewesen, der Lizzy gerade auch 'niedlich' genannt hatte - und dann dieser verträumte Blick!
Da bitte! Der Bursche schaute ja immer noch breitgrinsend aus dem Fenster! Oha! So ist das also!
Er hatte da ja schon seit längerer Zeit so einen Verdacht - und nun sah es ihm ganz danach aus, als wollte Mr. Security hier mal so nebenbei die Lage checken!
Bitte Dick - nur zu! Er kannte ihn gut genug, daß er wußte, daß Liz bei ihm sicher gut aufgehoben wäre.
Dick hatte das Herz eigentlich schon am rechten Fleck und es war ein gutes, butterweiches Herz, welches da unter dieser rauhen Schale schlug. Nur hin und wieder neigte er zu - nunja sagen wir mal 'ungewöhnlichen' Maßnahmen die ziemlich hart an der Grenze waren. Aber ansonsten konnte er, wenn man ihn richtig kannte, ein ganz umgänglicher Mensch sein.
Lizzy und Dick - ja, damit würde Dietmar gut leben können.
Ihm hat es seither nur Sorgen gemacht, wenn Liz bei Freddy gelandet wäre ... Aber das war wieder eine andere Geschichte und Freddy hatte sein Versprechen Dietmar gegenüber erstaunlicherweise gehalten und stieg Lizzy tatsächlich nicht mehr hinterher - manchmal geschahen tatsächlich Zeichen und Wunder!
Dietmar schüttelte den Kopf: "Also Dick - äh ..."
Dick drehte sich wieder ihm zu und grinste immer noch breit wie ein Honigkuchenpferd: "Okay okay ... ich bin ja schon still! Aber langsam solltest Du doch Dein Single-Leben mal satt haben? Und da Du Dich immer so lieb um Liz kümmerst ... also, der Verdacht lag doch nahe das da mehr zwischen Euch wäre - right?"
"Unsinn! Meine Güte ... hier haben ein paar Leute anscheinend zu viel Zeit und zuviel Phantasie!"
"Hmmmm, soso ... dann seit ihr zwei tatsächlich nicht - wie sagt ihr Germans dazu? Ah ... 'zusammen'! Hehe ... sehr interessant!" Dick's Augen leuchteten einen Moment kurz auf und Dietmar fuhr schnell fort: "Tja Dick, ganz recht! Endlich hast Du es kapiert! Nein wir sind nach wie vor nur gute Freunde - nicht weniger aber auch nicht mehr!"
"Hmmmm ..." Das Leuchten in Dick's Augen schien stärker zu werden und Dietmar beschloß den Spies einfach mal umzudrehen:
"Tja Dick - kommen wir doch mal zu Dir! Was das Single-Leben angeht - wie sieht's denn da so bei Dir aus? Hm? Du bist doch auch schon eine ganz schön lange Zeit solo! Juckt es Dich nicht manchmal auch wieder - hm?"
"Naja ..." Dick's Grinsen verschwand und er wurde plötzlich sehr ernst und nachdenklich - fast versteinert.
Oh ja! Da hatte Dietmar ins Schwarze getroffen.
Man merkte, daß es auf Weihnachten zuging - noch ein paar Wochen ... und wer wollte schon alleine unterm Tannenbaum sitzen? Gut letztes Jahr hatten er, Dick, Lizzy und auch Jessica auf ihre Art und Weise diese Zeit überstanden - man könnte auch dieses Jahr wieder zusammen feiern.
Und wenn Dick tatsächlich in Lizzy ... Himmel, das könnte in der Tat interessant werden!
Schließlich räusperte sich Mr. Security lautstark. Offensichtlich war ihm die Situation doch etwas peinlich und so begann er das Gespräch wieder auf eine andere Bahn zu lenken: "Anyway ... Dude, sieh Dich mit Liz vor! Eine Frau in einer seither reinen Männer-Abteilung - das gibt immer Big Trouble!"
"Ach, im Park hat es doch auch geklappt!"
"Da war Liz ja noch so eine Art Springer - nicht ständig bei Euch! Aber hier im Zentrum - Deine neuen Mitarbeiter sind sowas doch nicht gewohnt! Sie wird alle um den Finger wickeln und Euch dann auf der Nase herumtanzen! Das wird für die Süße ein Kinderspiel sein - wait and see!"
Ein paar Stockwerke über den beiden überraschten Marc und Lizzy den fleißig arbeitenden Ingo in seinem Konferenzraum. Mit lautem Getöse flog die Tür auf und Lizzy steuerte mehr oder weniger gekonnt ihr Elektro-Mobil in den kleinen Saal.
"Hi! Super-Ingo! Hier sind Deine Sachen!"
"Grundgütiger! Seid Ihr des Wahnsinns? Was glaubt Ihr wie teuer so eine Tür ist!"
"Ach krieg Dich wieder ein ... ist doch nix passiert!"
"Naja ... ladet mir das Zeugs einfach da rüber - und dann bringt Ihr zwei ganz schnell wieder dieses E-Mobil zurück ins Lager!"
"Jaja!"
Marc und Lizzy luden alles wie gewünscht ab, dann wollten sie sich wieder aus dem Staub machen, bevor Ingo noch eine neue lästige Aufgabe für die beiden einfiel.
"Marc! Du machst auf und ich fahre wieder durch!"
"Aye Aye Ma'm!"
"Nu' mach schon!"
"Es geht nicht!"
"Wieso?"
"Sie klemmt!"
"Stell Dich nicht so an!"
"Nein wirklich! Sie klemmt! Ich bekomme Sie nicht auf!"
Ingo stöhnte: "Laßt mich mal ran! Verdammt! Das gibts doch nicht!"
Lizzy blickte voller Panik ihre beiden Kollegen an: "Und nun? Ich will nicht eingesperrt sein! Ich bekomme Platzangst!"
"In dem großen Raum?" Ingo schüttelte den Kopf. "Hmmmm - am besten ich rufe Hilfe!"
Keine 10 Minuten hörten sie draußen eine Stimme:
"Hiho! Ingo? Alles klar bei Dir?"
"James! Gott sei Dank - diese Tür klemmt! Wir bekommen sie nicht auf!"
"Wir? Wer ist denn noch bei Dir?"
"Marc und Lizzy ..."
"Ach Blondie ist bei Dir - sehr schön! Mit der hab ich noch ein Hühnchen zu rupfen!"
Lizzy zitterte dann rief sie zu James hinaus: "Ach James! Es tut mir leid! Ich wollte das nicht!"
"Oh - was glaubst Du wie sehr es Dir noch leidtun wird, wenn ich erst bei Euch da drin bin! Dir werd' ich eine saftige Abreibung verpassen!"
Ingo zog verwundert die Brauen nach oben: "Was hat er denn?"
"Er wird mich umbringen Ingo! Er ... ist von der Leiter ins Wasser gefallen ... in den Poseidon-Quellen ... wegen mir ..."
"Oha! Hehe - jetzt verstehe ich! Naja ... in Deiner Haut möchte ich jetzt wirklich nicht stecken - hehe ..."
"Du mußt mir helfen Ingo! Du kennst ihn doch schon länger!"
"Hehe ... mal sehen ... aber dann bist Du mir was schuldig!"
Plötzlich tat es einen Mords-Schlag. Die gesammte Tür brach mit der Hälfte ihres Rahmens nach innen und James (in einen rosa Bademantel gehüllt, der offensichtlich aus den Poseidon-Quellen stammte) flog herein.
"Uff - na bitte! Geht doch!"
"Bist Du wahnsinnig geworden James!" Ingo war außer sich und sah seinen Kollegen entsetzt an.
"Wieso?"
"Himmel! Was glaubst Du was so eine Tür kostet!"
"Mann! Mach' mich nicht an! Ihr wolltet doch nicht länger hier eingesperrt bleiben - oder?!"
"Ja aber ..."
"Nix aber - ich hab hier nur wieder für freien Durchgang gesorgt!"
"Oh Mann! Sooo kann man es auch nennen! Das Ding ist dank Deiner Hilfe jetzt Schrott!"
"Ach was - das reparieren wir wieder!"
"Viel Spaß dabei James!" Ingo blickte sich das zersplitterte Etwas das einmal eine ca. 2000.- DM teure maßangefertigte Designer-Tür war an.
"James! Das Ding können wir 'erden'!"
Schwerfällig stand James vom Boden auf und kratzte sich nachdenklich am Schädel.
"Pffff - meinst Du?"
"Himmel! Dietmar wird Dich killen, James!"
"Ja! Meinetwegen! Aber erst werde ICH jetzt mal Blondie den Hintern versohlen - Nanu? Wo ist sie denn?"
James blickte sich fragend um - Marc und Lizzy hatten die Gelegenheit genutzt und sich inzwischen aus dem Staub gemacht ...
"Verdammt - was soll ich denn machen? Soll ich Liz vielleicht an die Leine legen?" schimpfte Dietmar ein paar Stockwerke tiefer in Dick's Büro.
"Hmmmm ..." Dick fuhr sich nachdenklich über seinen militärischen Kurzhaarschnitt.
"Dude - Du bringst mich da auf something ... let me see ... es gäbe da vielleicht tatsächlich eine Lösung! Wenn das dann auch nicht klappt - dann reden wir weiter!"
"Wie meinst Du das?"
"Es gäbe da eine Möglichkeit, wie Du sie 'an die Leine legen' könntest - ohne das sie es merkt!"
"Bitte?"
"Hehe ... laß mich nur machen ... ein paar Telefonate und ..."
"Äh ... Dick?"
"Dietmar! Du kannst jetzt eigentlich wieder gehen! Ich muß jetzt telefonieren - und dazu brauche ich meine Ruhe!"
Dick hatte es plötzlich sehr eilig und erhob sich.
"Äh ... Moment mal ..."
"Paß auf Dude - ich melde mich wieder bei Dir, sobald ich alles geklärt habe - hehe ... Schau, daß Du Liz irgendwie solange unter Kontrolle hast - wie Du das machst ist solange Dein Problem! Und wenn meine Idee auch nicht funktioniert, dann ... dann werde ich die Kleine halt doch bei mir in der Abteilung einstellen! Für irgendwas werde ich sie schon einsetzen können ..."
Oho! Jetzt also doch?! Soso - für irgendwas einsetzen - jaja das glaubte Dietmar Dick aufs Wort. Tja, und da war es ja auch wieder - dieses Leuchten in Dicks Augen kannte Dietmar nur zu gut! Aber er sparte sich erstmal seinen Kommentar als er sich nun ebenfalls erhob. Stattdessen fragte er nur spitz:
"Äh Dick, glaubst Du Deine Jungs würden da dann anders reagieren als meine?"
Unschuldiges Gucken von Dick: "Hm? Wieso? What You mean?"
"Ich meine, das hier ist doch auch eine seither reine Männerabteilung gewesen! Oder nicht? Und Lizzy ist eine Frau ... naja ... Du verstehst?"
Dick zog die Augenbrauen hoch und strich sich über seinen 3 und mehr Tage Bart.
"Also wer behauptet denn das das hier eine reine Männerabteilung war? Bei uns haben doch auch schon Frauen gearbeitet!"
"So? Tatsächlich?"
"Yeah! Und zur Zeit habe ich auch noch Mary vom Park drüben vertretungsweise hier!"
"Hm ..."
"We ... wir sind eben seit Langem eine schon etwas fortschrittlichere und vor allem diszipliniertere Abteilung als Deine Chaoten aus der Technik - Hehehe!"
"Blödmann!"
"Hehehe!"
"Ich dachte Du hättest in letzter Zeit so viel zu tun und könntest Dich deswegen nicht um so einen schwieriegen Fall, wie Lizzy kümmern ... sagtest Du das nicht vorhin?"
"Na, mir wird schon was einfallen!"
"Ach?"
"Es ist ja nur, falls mein anderer Plan nicht klappen sollte ..."
"Ach so - tja dann ..." diesmal begann nun Dietmar breit zu grinsen.
Dick ging nicht darauf ein, stattdessen war nun er es, der sich plötzlich um seine soziale Verantwortung Gedanken machte:
"Ach Dude ... I think, wir können die Kleine doch nicht so einfach feuern ... mit ihrem ganzen Zoo daheimt und so ...!"
"Nein - Du hast vollkommen Recht Dick!"
"We ... - wir haben doch Verantwortung - right?"
"Natürlich ..."
Dick und Dietmar standen nun beide am Fenster und blickten hinaus. Langsam aber sicher wurde es Winter und schnell wurde es nun auch draußen 'weihnächtlich' - da kam er: Der erste Schnee. Ganz langsam - ganz heimlich tanzten die ersten Flocken in der hereinbrechenden Dämmerung herab.
Dietmar blickte Dick von der Seite an:
"Aber, was ist mit Lizzy's rebellischen Dickschädel? Hm? Meinst Du nicht auch, daß sie bei Euch nicht das selbe Theater abziehen würde, wie bei mir ?"
"Naja Dude ... Also wir versuchen es jetzt erst mal mit meinem Plan! And then - we will see!"
Tja, wenn er nur endlich sagen würde, was er eigentlich meinte! Dietmar war nämlich sehr gerne über alles im Bilde - aber Dick wollte noch nichts darüber herauslassen, stattdessen packte er ihn an den Schultern und schob ihn Richtung Tür: "Jetzt laß mich endlich meine Telefonate machen! I tell you everything later!"
"Äh ..."
"Dude! Die Süße wird schon noch parieren! Laß mich nur machen! Du weißt doch: ich bin schon mit ganz anderen Leuten fertiggeworden - believe me!"
... Fortsetzung folgt ...
Soooo das war's für heute - seid schön brav, denn bald ist Nikolaus ;-) - macht's gut - bis spätestens Mittwoch!
Gruß
Twisi
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