STH - Winteredition, Folge 10: Moderne Kunst!

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STH - Winteredition, Folge 10: Moderne Kunst!

Hi! Sonntag und Stairway-Zeit :-)
Wie Ihr Euch sicher noch erinnert, mußte Lizzy in der letzten Folge die Weihnachts-Deko für das Hotel bzw. den Einkaufsbereich erledigen. Was dabei herauskam, erfahrt Ihr nun hier:

Während in Konferrenzraum 5 nun endgültig das Urteil 'Pro neuer Coaster' gefällt wurde - wurde Lizzy mit der letzten Lichterschlange fertig. Gute 45 Minuten war sie nun schon bei der Arbeit und das Ergebnis war ... nun ja ... so eine Deko hatte der 'Market Place' sicher noch nie gehabt.
Nachdenklich betrachtete sie ihr vollendetes Werk - das Ganze erinnerte an ein gigantisches verrücktes Spinnenetz, da es Lizzy vorgezogen hatte, die Lichterketten kreuz und quer von Laterne zu Laterne sowie zwischen den Kunstbäumen und anderen sich bietenden Befestigungsmöglichkeiten zu fädeln. Manchmal waren die Stücke zu kurz aber mittels Draht ließen sich immer weitere Lichterketten aneinanderbinden und so auch verlängern. Die jeweiligen Stromkabel die an den einzelnen Ketten befestigt waren und die Lizzy ebenfalls auf abenteuerliche Art und Weise verlängerte und untergebracht hatte, taten ein Übriges um dem Ganzen einen etwas chaotischen Touch zu geben.
Jedenfalls sah alles sehr abstrakt aus und Liz war sich inzwischen wirklich nicht mehr sicher, ob das was sie da vollbracht hatte, tatsächlich richtig war.
Ohne Deko-Plan oder wenigstens gewisse Anweisungen hatte sie nunmal nie alleine arbeiten müssen - und Weihnachts-Deko in dieser Art hatte sie bisher weder im Park noch daheimt tätigen müssen.
Nun gut, einmal hatte sie in ihrem Wohnzimmer einen sehr schönen Christbaum gehabt - leider dachten ihre beiden Katzen, daß der nur für sie bestimmt war.
Der Schaden war groß, Lizzy sauer und um die Erfahrung reicher, daß Christbäume und Stubentiger offenbar nicht immer kompatibel waren. Seit diesem Zeitpunkt gab es somit im Haushalt Heichert keine Weihnachts-Deko mehr - zumindest nicht innerhalb der Wohnung. Wenn Lizzy soetwas haben wollte, besuchte sie ihre im 'Wilden Süden' lebende Mutter oder sie unternahm einen kurzen Abstecher zu Dietmar.
Der hatte tatsächlich in seiner Wohnung einen kleinen kitschigen Christbaum auf dem Fernseher stehen. Und es wäre nicht das erste gemeinsame Weihnachten gewesen, daß die beiden unternommen hätten.
Letztes Jahr war auch Evil Dick mit von der Partie. Alle 3 waren in einer von jenen depressiven Weihnachts-Stimmungungen gewesen, die es keinem erlaubte diesen speziellen Abend alleine verbringen zu wollen: Lizzy - gerade von ihrem letzten Freund verlassen, Dietmar - seit seiner in die Hose gegangenen Verlobung sowieso schon jahrelang eigentlich begeisterter Single, aber stets zu Weihnachten nicht sonderlich gerne alleine und schließlich Dick - der Park-Neuling, der alle Verwandten samt Ex-Frau in den Staaten gelassen hatte und aus organisatorischen sowie privaten nicht näher genannten Gründen keine Lust hatte, dorthin zu fliegen.
So verbrachten die Drei also mit Fondue, Bier, Tee und aus dem Supermarkt gekauften Weihnachtsplätzchen den Heiligen Abend bei Dietmar. Dabei sahen sie sich einen Science Fiction nach dem anderen auf Video an, denn das TV-Angebot an diesem Abend hätte nur weiter ihre eingangs depressive Stimmung verstärkt. So aber wurde es tatsächlich noch ein sehr lustiger Abend und gegen später schaute dann auch noch Jessica kurz vorbei, da sie das blöde und falsche Getue ihrer Verwandtschaft bei sich zu Hause einfach nicht mehr ausgehalten hatte.
Ähnliches trug sich dann eine Woche später an Silvester zu - nur mit dem Unterschied, daß Lizzy um Punkt Mitternacht Dietmar unbedingt von ihren pyrotechnischen Fähigkeiten überzeugen wollte und diese dann auch gleich der gesammten Nachbarschaft zur Schau stellte. Das Ergebnis war ein leicht angekokelter Zwetschgen-Baum in Dietmars Garten, mehrere Raketen die irgendwie nicht so ganz in der dafür vorgesehenen Höhe explodierten, stattdessen aber in der Nähe von diversen Nachbar-Balkonen sowie kiloweise Silvester-Müll auf dem Gehweg, den Lizzy 'vergessen' hatte wegzuräumen.
Aber ansonsten lief eigentlich alles nach Lizzy's Plan und es war ein wirklich interessantes Feuerwerk geworden.
Dietmars 'begeisterte' Nachbarn sprachen selbst nach Wochen noch von diesem 'grandiosen' Erlebnis.
Was diese wohl von Lizzy's neuestem Kunstwerk 'weihnächtliches Gespinst' gehalten hätten? Wenigstens leiser und weniger gefährlich war es ja!
James, der gerade auf der Suche nach Dietmar war, konnte seine 'Begeisterung' wiederum ob dieser herrlichen 'Weihnachts'-Deko kaum in Worte fassen:
"Oh Gott! Blondie! Was ... was ... was bitte hast Du denn da gemacht? Ist das moderne Kunst oder was?"
"Mann!!! Das ist eine 'weihnächtliche Beleuchtung' - das sieht man doch!!!"
"Ach ja?! Weihnächtlich? Also ich finde, daß es so aber irgendwie doch nicht danach aussieht! Wo ... wo sind denn Deine Kollegen?"
"Diese Chaoten haben mich alles alleine machen lassen - was weiß denn ich wie das hier wirklich aussehen soll!"

Lizzy saß rittlinks auf ihrer Klappleiter und biß herzhaft in ein Schoko-Croissant welches sie sich zuvor an einem der Stände, welche sich ebenfalls hier in diesem Bereich befanden, organisiert hatte. Dann warf sie James noch einen bösen Blick zu und meinte mit beleidigtem Unterton zwischen zwei Bissen:

"Ich finde meine Deko jedenfalls toll! So!! Und wenn es Euch nicht gefällt - dann ändert es halt!"

"Naja ... vielleicht sollten wir es mal einschalten - vielleicht wirkt es dann ... hmmm weihnächtlicher!" überlegte James laut und machte sich daran, Lizzy's Kunstwerk ins rechte Licht zu setzen.

Das Ganze sah nun nicht mehr nur wie ein verrücktes Spinnennetz aus - nein, nun sah es eher wie ein verrücktes 'brennendes' und 'blinkendes' Spinnennetz aus.

"Tja... naja... also ... es sieht ... hmmm interessant ... aus ..." grübelte James laut und blickte dann die sonstigen anwesenden Besucher an, über deren Köpfe er sich einbildete, zahllose Fragezeichen aufleuchten zu sehen.

In der Kantine unterdessen verschlang Jessica bereits ihr 2 Stück Schwarzwälder-Kirschtorte (über die Kalorien wollte sie sich später Gedanken machen) und lauschte Marc's ausschweifenden Ausführungen über alle ihm bekannten Achterbahn-Modelle.
Eigentlich hatte sie ihn ja ein wenig über persönliche Dinge aushorchen wollen (das war schließlich das Interessanteste an einem 'Neuling'), stattdessen wurden ihr nun Marc's gesammelte Erfahrungen im Achterbahn-Bereich zuteil.
Jessi hatte nix gegens Achterbahnfahren - sie selber hat es als Teenager hin und wieder oft genug getan.
Um genau zu sein, deswegen, weil alle Jungs aus ihrem damaligen Bekanntenkreis es getan hatten. Und so hatte sie damas einerseits auch kein Feigling sein wollen. Andererseits hatte sie als Teenager immer darauf gehofft, sich auf diese Weise einen der süßen Boys angeln zu können. Schnell fand sie dann aber heraus, daß sich Geisterbahnen dazu viel eher eigneten - da konnte man sich doch viel besser 'näher' kommen ...
Wie auch immer - mit zunehmendem Alter aber wurde das Interesse an dieser Art schnellem Fahrgeschäft eigentlich immer geringer (Geisterbahnen liebte sie allerdings immer noch) - und niemals hätte sie es sich vorstellen können, daß es tatsächlich Leute gab, die jenseits ihrer Teenager-Zeit darin die Erfüllung ihres Lebens sahen.
Immer wieder hatte sie versucht das Gespräch zwischen ihr und Marc auf andere Themen zu bringen - und jedesmal war sie kläglich gescheitert. So etwas hatte sie noch nie erlebt! Am Ende gab sie schließlich resigniert auf und ließ Marc seinen Spaß, sie zu einem Coaster-Enthusiasten bekehren zu wollen.
'Naja ... Männer ...' dachte sie sich und spielte mit dem Gedanken, sich noch ein weiteres Stück Torte einzuverleiben.

Ein paar Stockwerke höher thronte Marie B' in ihrem bequemen Chefsessel und schaute nachdenklich zum Fenster hinaus. Um ehrlich zu sein, war sie mehr als nachdenklich - verwundert traf es wohl eher.
Gerade war nämlich ein Fax des Reisebüro's Kleckerfrau auf ihren gewaltigen Schreibtisch geflattert, welches nach dem gestrigen Desaster einen doch sehr erfreulichen Inhalt hatte:

Sehr geehrte Frau Wagner,

wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, daß wir Ihr Hotel in unser Reiseangebot bzw. Übernachtungsmöglichkeiten mit aufnehmen werden.
Maßgeblich führten Ihre wirklich moderne Einrichtung und das beeindruckende Vergnügungsangebot ihres Hotels sowie nicht zuletzt die Ausführungen von Frau Heichert der Zeitschrift 'Hier liegen Sie richtig' zu dieser Entscheidung.
Gerne wären wir daher auch weiterhin an einer Zusammenarbeit mit Ihnen sowie Frau Heichert interessiert.
Leider konnten wir die Redaktion dieser Zeitschrift bisher noch nicht ausfindig machen und wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns diesbezüglich vielleicht weiterhelfen könnten.

MFG
Anneliese Kleinschildtke (Filial-Leiterin)

Aha! Sehr interessant! Derweil hatte Marie B' die ganze Sache innerlich längst abgeschrieben gehabt. Und nun sollte doch noch alles so klappen, wie sie es sich gewünscht hatte? Wirklich erstaunlich!
Irgendwie hatte also diese komische blonde Person, welche sich gestern das schöne Muster-Zimmer unter den Nagel gerissen hatte, es wohl tatsächlich geschafft, mit ihrer Lobhudelei über das Hotel, die Leute vom Reisebüro 'Kleckerfrau' so zu überzeugen, daß diese nun doch noch zu einer Zusammenarbeit gewillt waren.
Aber wer war nur diese Blondine gewesen? Was stand in dem Fax? Ah ja ... eine Frau Heichert also - seltsam ... der Name sagte ihr eigentlich gar nix und irgendwie hatte sie es bis heute auch nicht geschafft, den Gründen für die gestrige 'Blamage' noch nachzugehen.
Wie auch immer - eigentlich war sie dieser unbekannten Dame im Nachhinein nun natürlich sehr dankbar. Vielleicht war es nun an der Zeit, gewisse Nachforschungen zu tätigen!


Ein paar Etagen tiefer kam Mike knurrend aus dem Konferrenz-Zimmer einerseits war er etwas mißgestimmt ob der Coaster-Entscheidung und zweitens brachte ihn inzwischen sein schmerzender Rücken an den Rand der Verzweiflung.
Tja, und wie es der Zufall so wollte, lief ihm in diesem Moment prompt Dietmar über den Weg.

"Haaaalt! Dietmar ich muß mit Dir reden! Sofort!"
"Nur die Ruhe! Was ist denn los? Hat Lizzy wieder etwas angestellt?"
"Lizzy? Keine Ahnung ... ich meine ... ich hoffe nicht ... äh ... viel schlimmer ... stell Dir vor ... wir bekommen nächstes Jahr schon wieder einen Coaster - es ... es ist zum auswachsen!"
"Ach? Tatsächlich? Noch einer?"
"Ja ... und auch noch was exotisches ... Prototyp ... irgendwas im Stehen oder so ... Mist! Auf jedenfall etwas das nicht von der Stange ist - aber laß uns darüber in meinem Büro reden - es ist ja nicht nötig, daß alle gleich darüber Bescheid wissen!"
"Äh ... muß das jetzt sofort sein? Ich wollte noch kurz nach Lizzy sehen ..."
"Ja es muß sofort sein! Deine grafische Deko-Nudel kannst Du nachher noch besuchen - die wird ja wohl ein paar Minuten ohne Dich klar kommen!" meinte Mike ungeduldig und schob Dietmar Richtung Büro vor sich her.

Eddi Neumeier bzw. Eddi Hammerhead der Front-Man der Stinkeys hatte unterdessen mit seinen Jungs den Heizungskeller geräumt und trieb sich nun an diesem frühen Mittag mit seiner Gang auf dem 'Market Place' herum.
Im Großen und Ganzen war er eigentlich gar kein Fan von so einer auf Zuckerguss gestylten überdachten Einkaufs- und Erlebnis-Welt. Umso erfreuter war er dann aber, als er nun diese seltsame und blitzende Lichterketten-Beleuchtung zu sehen bekam, welche sich wie ein merkwürdiges Gespinst zwischen all den niedlichen Laternen und Kunstbäumen verstrickte.

"Wow! Cool! Feiern die hier noch Halloween oder was soll das sein?" grinste Eddie.
Markus der Drummer zuckte nur mit den Schultern: "Kein Plan Alter! Aber sieht nett aus ... an manchen Stellen aber vielleicht ein wenig farblos - die haben ja nur weiße Ketten benutzt ..."
"Dafür blitzt es hier und da mal!" grinste Tommy der Bassist erfreut.
"Tolle Lightshow ... hehe ... Laßt uns mal die Typen da drüben fragen, ob es hier noch mehr von solchen Sachen gibt!" fügte er dann noch hinzu als er Lizzy und James bemerkte, die immer noch in einer Deko-Diskussion verstrickt waren:

"Blondie, also ich weiß nicht - aber sowas in der Art hatte sich die Hotelleitung sicher nicht vorgestellt!"

"Pffffüüühhh - mir doch egal - ich habe nur das gemacht, was Dietmar gesagt hat!"

"Dietmar hat das so angeordnet? Ist der jetzt übergeschnappt?"

"Pfff - keine Ahnung ... er sagte nur, ich soll hier mit dekorieren helfen ... wie es genau auszusehen hätte weiß wohl nur Marc, Dennis und Tim - aber die Chaoten sind ja nicht da ... machen Pause oder was weiß ich denn!"

"Wow! He ihr Technik-Freaks! Geile Deko! Sowas hätten wir auch gerne für unsere Show heute Abend!" platzte Eddie dazwischen.

Lizzy blickte fragend von ihrer Klappleiter, auf der sie immer noch rittlings saß auf die wilde Horde herunter.

"Himmel! Von wo hat man denn Euch Ausgang gewährt?"

"Waaas Du kennst uns nicht?" empörte sich Eddie lautstark über Lizzy's Ahnungslosigkeit.

"Neee kann ja nicht alle Verrückten hier kennen ... mir reichen da schon die Chaoten aus meiner Abteilung!" gab Liz schnippisch zurück.

"Tja Liz, daß sind unsere Keller-Geister! Darf ich vorstellen: The Stinkeys! Eine Heavy-Metall Band ..."

"Nicht EINE, Alter! DIE Heavy-Metall Band der Neuzeit!" ereiferte sich Eddie und blickte Lizzy erwartungsvoll an. Ob nun endlich der Groschen gefallen war?

"Stinkeys? Pffff ... naja ... ich höre selten Heavy Metall ..." Liz zuckte mit den Schultern und blickte wieder zu James, der kopfschüttelnd eine Schimpfkanonade in Richtung der Stinkeys startete: "Also Jungs, ich bin echt stinksauer auf Euch! Wenn Ihr nocheinmal so einen Mist baut, wie gestern Nacht, dann ist aber echt 'Amadeus am Letzten'!"

"Ach Chef, daß war doch nicht mit Absicht - woher hätten wir denn wissen sollen ..."

"Ich will kein Wort mehr hören! Wenn ihr nocheinmal das Kühlwasser unserer Heizung zum Baden benu ..."

"Mon Dieu! Was ist das denn?" rief plötzlich eine kleine dunkelhaarige Frau auf, die gerade aus dem Aufzug, der ganz in der Nähe war, auf die Gruppe zugelaufen kam.
"Sie da 'obben auf der Leiter, was machen Sie da?!"

"Oh Gott! Die Cheffin!" Lizzy wurde leichenblass - ja die Dame kannte sie noch gut vom Vortag.

"Ich ... ich muß weg!" mit diesen Worten versuchte sie eiligst von der Leiter herunterzukommen - blieb prompt hängen und fiel dann James in die Arme.

"Hoppla Blondie - hehe nicht so schnell!"

"Laß mich runter James - ich ... ich muß weg ..."

"Ist das nicht super-geil! Ein tolles Kunstwerk nicht wahr?" grinste Eddie wärenddessen die dazugestoßene Cheffin breit an.

"Jaaaa - das ist echt Modern Art!!!" pflichtete Markus der Drummer bei.

"Modern Art? Moderne Kunst? Naja ..." Marie B' war immer noch ziemlich verblüfft. Dann fiel ihr Blick wieder auf Lizzy und schlagartig fiel es ihr wie Schuppen von den Augen:

"Abber ... Sie kenne isch doch! Sie sind die Dame aus meinem Muster-Zimmer!!! Isch möchte Sie auf jedenfall in 10 Minuten in meinem Büro sprechen!"

... Fortsetzung folg


So, daß war's mal wieder für heute. Nächste Folge vermutlich am Mittwoch - entweder aus meiner oder Dieb's Feder (?) - man wird sehen. Bis dann und schönen Wochenstart!

Gruß
Twisi


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