Sth - Winter Edition - Lizzy's Unpässlichkeit
>"Mist Chef - äh Dietmar! Die ... die Süße ist uns echt weggetreten! Was ... was machen wir denn jetzt?!"
„Och ganz einfach! Wir lassen sie am Besten einfach mal hier mitten in der Kantine liegen! Das sieht sehr dekorativ aus und hält alle Mitarbeiter fit, die hier um sie herumlaufen müssen. Obwohl – nachher mit dem Putzen wird das natürlich schon ein wenig schwierig...“
„Ähh – das ist jetzt aber nicht dein Ernst – oder doch? Ich meine nicht das die Kleine uns hier abnippelt!“
„Nein natürlich nicht! Ich denke mal, sie hat einfach ein bisschen zu viel über den Durst getrunken und auch sonst die Aufregung war wohl nicht so besonders gut für sie. Auch wenn sie das selbstverständlich nie zugeben würde. In jedem Fall scheint ihr Kreislauf wohl die Notbremse gezogen zu haben! Also los – heb ihr die Beine hoch, damit mal wieder ein bisschen Blut in ihr Gehirn zurück fließen kann.“
„Ja Che – äh Dietmar! Mach ich! Moment!“
„Halt James! Bist du denn noch zu retten? Wer hat denn gesagt, dass du ihre Füße senkrecht nach oben reißen sollst? Mein Gott wenn man dich machen lässt, dann überlebt die das wirklich nicht.“
In diesem Moment begann sich zu ebener Erde wieder etwas zu rühren. Lizzy sah zwar immer noch reichlich bleich um die Nase herum aus, aber sie kam allmählich wieder zu sich. Kurz versuchte sie sogar die Augen zu öffnen. Aber ob des grellen Lichts scheiterte dieser Versuch kläglich. Stattdessen stöhnte sie irgendetwas von ‚schlafen’ und ‚in Ruhe gelassen werden.“
„Hm na ja mit weiter arbeiten oder so wird das jetzt wohl nichts mehr. Wir müssen wohl irgendwo ein ruhiges Plätzchen für sie finden, bei dem sie wieder zu Kräften kommen kann. Eine Liege oder noch besser ein Bett wäre natürlich das Beste für sie! Unsere Kantine scheint dafür nicht so wirklich richtig ausgestattet zu sein. Und mein Büro eignet sich, trotz gegensätzlicher Aussagen, dazu auch nicht wirklich.“
„Aber Dietmar! Wozu sind wir denn ein Hotel? Wie wäre es denn, wenn wir die Kleine einfach in ein Zimmer packen?“
„Natürlich! Klar! Ein Hotel ist natürlich nur dazu da, um unpässlichen Mitarbeitern während ihrer Arbeitszeit eine Schlafstätte zu bieten. Geld wollen wir mit unseren Hotelzimmern ja nicht verdienen. Nein – wie käme ich da nur drauf?“
„Naja und wie wäre es denn mit einem ‚Out of order’ Zimmer? So ein Ding das halt wegen einer Reparatur oder sonstigen trefflichen Gründen im Augenblick nicht vermietet werden kann. Lizzy wäre es sicher ziemlich egal – Hauptsache sie kann schlafen.“
„Die Idee ist nicht schlecht. Aber wir haben doch im Moment gar kein Zimmer mit einer längerfristigen Reparatur! Das heißt – wie wäre es denn mit unserem ‚Show Room’? „
„Ach das Zimmer, dass Morgen für diese Heini’s von diesem großen Reisebüro als Musterzimmer hergerichtet sein soll. Und der ganze Aufwand nur, damit die sich ein Bild von unserem Haus machen können und uns dann hoffentlich in ihr Angebot mit aufnehmen werden?“
„Die Damen und Herren der Firma Kleckerfrau! Genau das! Hergerichtet ist das Zimmer ja schon. Also allerbeste Vorraussetzungen, damit Lizzy sich dort in Ruhe erholen kann. Wenn die Kleine dann wieder bei Kräften ist, muss Housekeeping sich eben noch mal um die Bude kümmern und gegebenenfalls noch mal durch putzen. Na los James! Du trägst sie hoch. Dann rufst du am Besten noch von oben ihre Freundin an – du weißt schon diese Jessica von vorhin – die soll sich ein wenig um Sie kümmern!“
„Aber Chef! Wie soll ich die denn jetzt ausfindig machen? Glaubst du die sitzt im Housekeepingbüro neben dem Telefon? Und überhaupt – wozu brauchen wir die denn?“
„Lass dir von der Telefonzentrale ihre Piepsernummer geben! Natürlich brauchen wir Die! Schau dir nur Lizzy’s T-Shirt und die Hose an. Die haben beide schwer unter ihrer Rückwärtsesserei gelitten. Ich glaube nicht, dass man sie darin schlafen lassen sollte!“
„Ach so. Naja aber beim Ausziehen könnte ich der Kleinen doch auch behilflich sein! Warum sollen wir Jessica damit jetzt auch noch beläs...“
„Das könnte dir so gefallen! Du lässt schön brav die Finger von Ihr und tust alles so, wie ich es dir gesagt habe!“
„Ach Mensch! Immer wenn es interessant wird...“
Mit diesen Worten begann er sich der schon wieder schlafend, vor ihm auf dem Kantinenboden liegenden Lizzy zuzuwenden. Blitzschnell ergriff er sie am Oberschenkel und an der Schulter, und warf sie sich, einem Mehlsack gleich, über die Schulter. Ein Arm pendelte über James Allerwertesten, während der Andere durch den kaum vorhandenen Hals des Deutsch-Amerikaners einklemmt war. Ihr T-Shirt war nun vollends aus der Hose gerutscht und gab den Blick auf ihren halben Rücken frei. Lizzy’s Haare hatten sich währenddessen wie ein Vorhang über ihr Gesicht gelegt. Der Mund war komplett geöffnet. Dennoch gab es keine weiteren Beschwerden über diese tolle Behandlung. Sie schlief offensichtlich noch immer.
„James! Um Himmels Willen! Du brichst sie ja in der Mitte durch!“
„Wieso? Du sagtest doch, ich soll aufpassen, dass wieder genug Blut in ihr Hirn kommt. So dürfte das am Besten funktionieren!“
Mit diesen Worten vollführte er eine 180° Drehung, wobei seine kostbare Fracht aufgrund plötzlich auftretender Zentrifugalkraft nur um Haaresbreite am Desertbuffet vorbeischrammte. Dann ging es stampfenden Schrittes durch die Kantinentüre in Richtung Hotelzimmertrakt.
Dietmar starb während dessen tausend Tode. Oh Gott! Ob ich Lizzy vielleicht doch noch schnell einen Sturzhelm aufziehen sollte? Hoffentlich geht das gut! Soll ich vielleicht noch einen Happen essen? Obwohl – mittlerweile habe ich eigentlich überhaupt keinen Appetit mehr. Am besten ich gehe wieder zurück zu meiner Arbeit und zu dieser Rockgruppe, die partout im Heizungskeller statt einem Hotelzimmer nächtigen will. Und das Ganze war dann auch noch mit der Hotelleitung abgesprochen. Das hieß, dass er ganz besonders vorsichtig mit seiner Entscheidung sein mus... Hoppala
„Caro! Dich hab ich grad gar nicht gesehen! Tut mit leid, wenn ich dich mit der Türe getroffen haben sollte!“
„Du hast! Ich kann dir gratulieren. 100 prozentige Trefferquote. Das gibt bestimmt ein Hörnchen! Ist das dein Dank, dass ich dir bei unserer Mitarbeiterzeitung geholfen habe?“
„Äh nein natürlich nicht. Warte mal – da müssen wir jetzt schnell etwas Kaltes auf deine Wunde pressen. Setz dich erstmal! Hm was nehmen wir denn da auf die Schnelle? Ah da hinten gibt’s ja einen Eiswürfelautomaten. Moment – ich hol rasch einen Würfel!
„So das müsste eigentlich ein bisschen helfen!“ behauptete er und presste einen Eiswürfel auf ihre Stirn.
„Ja das tut gut! Aber das nächste Mal bist du hoffentlich ein bisschen weniger stürmisch.“
„Ich werde mir Mühe geben. Aber sag mal – jetzt wo ich dich hier schon im wahrsten Sinne des Wortes treffe. Was hast du bei unseren 5 Info Blättern, die in den Aushängen gelandet sind eigentlich für diesen Artikel weggelassen, an dessen Stelle Lizzy’s Foto gelandet ist.“
„Ach nichts allzu Wichtiges! Da stand nur die Ankündigung für unsere Mitarbeiterinformationsveranstaltung drin. Aber die hängt ja eh noch mal mehrfach separat aus!“
„Mitarbeiterdingsda? Was soll das denn sein?“
„Was das kennst du nicht? Das wundert mich aber. Hat dir Mike denn noch nichts gesagt? Na egal. Jedenfalls ist es eine Inforunde im großen Ballsaal für alle Mitarbeiter des Zentrums, um das Verständnis und den Zusammenhalt untereinander zu fördern. Dabei stellt jeder Abteilungsleiter seine Abteilung kurz vor und informiert über die Aufgaben die dabei zu bewältigen sind. Egal ob es sich dabei um Kino, Theater, Housekeeping, F&B (Food & Beverage) oder auch Technik – also deine Abteilung handelt!“
„Meine? Du meinst wohl die von Mike? Er wird dort wohl seine Rede halten müssen. Nachdem er sich schon letztesmal vor dem Interview bei der Eröffnung des Hyper Coasters gedrückt hat.“
„Tja ich glaube, da muss ich dich enttäuschen. Mike hat zu diesem Zeitpunkt Urlaub. Oben auf der Tafel im Verwaltungsgeschoß kannst du es dir ansehen.“
„Oh nein! Nicht schon wieder! Ich kann das nicht! Ich werde total nervös, wenn ich dran denke, wie ich alleine dort vorne stehen und hunderte von Augen auf mich gerichtet sind. Ich krieg bestimmt kein einziges Wort raus und die Knie werden mir bestimmt versagen. Am Ende liege ich dann auch so da, wie Lizzy vorhin!“
„Na die hat vorhin wirklich nicht so toll ausgesehen, als euer Gorilla sie da über seiner Schulter rausgetragen hat. Hoffentlich geht es ihr bald besser. Aber trotzdem könntest du mal so langsam den Eiswürfel, oder besser das was noch von ihm übrig ist, von meiner Stirn nehmen! Die ganzen Tropfen haben sich nämlich inzwischen in meine Bluse verirrt. Ich befürchte, ich könnte mittlerweile bei einem Miss Wet T-Shirt Contest mitmachen.“
Dietmar zog seine Hand mit dem Eiswürfel zurück und machte einen Schritt nach hinten. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. „Ich denke, du könntest nicht nur teilnehmen, sondern hättest dort auch noch große Siegchancen!“
„Da hört sich doch wohl alles auf! Caro verschränkte rasch ihre Arme vor der Brust und verließ auf dem schnellsten Weg die Kantine.
Dietmar schaute Ihr mit einem wohlwollenden Blick hinterher. Na dieses Hörnchen hatte sich bezahlt gemacht. Dann begab auch er sich wieder an seine Arbeit.
Etwa 2 Stunden später betraten zwei Männer und eine Frau die Lobby des Hotels. Beide Männer waren mit 2 dunklen Anzügen inklusive Krawatten bekleidet. Die Frau hatte ein ebenfalls dunkles Kostüm mit bis oben hin zugeknöpfter Bluse an. Ihr langes Haar hatte sie nach oben gesteckt. Alle drei machten äußerst verkniffene Mienen. Ob dies wohl an ihrem strengen Aufzug liegen mochte? Zumindest schienen sie zum Lachen regelmäßig in den Keller zu gehen. Der Ältere der beiden Männer trat an die Rezeption.
„Guten Tag! Wir sind von der Firma Kleckerfrau! Wir würden gerne mit ihrer Direktion sprechen.“
„Mit Frau Wagner? Einen Moment – ich melde sie an.“
Wenig später stand Frau Direktorin Marie Beatrice Wagner (ja so heißt man, wenn man als Französin einen Deutschen heiratet und dessen Nachnamen annimmt) vor den Vertretern des Reiseveranstalters.
„Guten Tag meine Dame und meine ´erren! Isch möschte sie recht erzlisch in unserem otel begrüßen. Aber isch wundere misch das sie eute schon gekommen sind. Wir atten doch erst für Morgen einen Termin!“
„Tja Frau Wagner! Dafür möchte ich mich auch gleich entschuldigen! Aber wissen sie, wir kommen immer gerne überraschend. Das hat den Vorteil, dass man den tatsächlichen Zustand von so einem Hotel zu sehen bekommt. Denn genau den bekommen dann auch unsere Gäste zu sehen und nicht den lang Vorbereiteten. Ich wäre ihnen dankbar, wenn wir uns gleich ein Hotelzimmer ansehen könnten.“
„Oh ja! Damit aben wir doch über’aupt kein Problem! Einen Moment isch schaue nur kurz nach, wo noch ein Zimmer frei ist.“
Schnell wandte sie sich wieder ab zur Rezeptionstheke. Dort griff sie höchstpersönlich selbst zum nächsten Telefonhörer und wählte die Nummer der Hausdame.
„Housekeeping Herb! Was kann ich für sie tun?“
„Manuela! Marie B’ ier. Ganz schnell. Isch abe keine Zeit. Ist der Showroom für den Reiseveranstalter schon fertig?“
„Ja! Seit heute Morgen schon! Aber was ist de...“ Tüüüt tüüüt
Marie B’ war bereits wieder unterwegs zu den Vertretern des Reiseveranstalters.
„Meine Dame, meine erren! Zufällig aben wir auf der 17. Etage noch ein Zimmer frei. Wenn sie mir dann bitte folgen würden!“
Kurze Zeit und eine Liftfahrt später standen die 4 vor dem „zufällig“ freigewordenen Muster- und Vorführzimmer. Die Direktorin fingerte nach ihrer Codekarte, hielt sie in Richtung Zimmernummer und schon summte der Türöffner. Sie stieß die Türe auf und bedeutete ihren Gästen einzutreten. Rasch folgte sie den Dreien um ihnen dort die multifunktionelle und sehr geschmackvolle Einrichtung näher zu erläutern. Da fiel ihr Blick auf das Bett und ihr stockte der Atem. Dieses war keinesfalls so gepflegt gemacht, wie sie sich das so vorgestellt hatte. Und da lag doch tatsächlich noch Jemand drin. Eine Frau! Und Die schien noch nicht einmal sonderlich viel anzuhaben. Am Fußende schaute ein nacktes Bein heraus und oben, wo sich normalerweise das Kopfkissen befand waren zwei nackte Schultern zu erkennen. Oh Gott – diese Blamage! Was hatte diese Frau hier verloren? Marie B’ wäre am liebsten im Erdboden versunken.
„Och ganz einfach! Wir lassen sie am Besten einfach mal hier mitten in der Kantine liegen! Das sieht sehr dekorativ aus und hält alle Mitarbeiter fit, die hier um sie herumlaufen müssen. Obwohl – nachher mit dem Putzen wird das natürlich schon ein wenig schwierig...“
„Ähh – das ist jetzt aber nicht dein Ernst – oder doch? Ich meine nicht das die Kleine uns hier abnippelt!“
„Nein natürlich nicht! Ich denke mal, sie hat einfach ein bisschen zu viel über den Durst getrunken und auch sonst die Aufregung war wohl nicht so besonders gut für sie. Auch wenn sie das selbstverständlich nie zugeben würde. In jedem Fall scheint ihr Kreislauf wohl die Notbremse gezogen zu haben! Also los – heb ihr die Beine hoch, damit mal wieder ein bisschen Blut in ihr Gehirn zurück fließen kann.“
„Ja Che – äh Dietmar! Mach ich! Moment!“
„Halt James! Bist du denn noch zu retten? Wer hat denn gesagt, dass du ihre Füße senkrecht nach oben reißen sollst? Mein Gott wenn man dich machen lässt, dann überlebt die das wirklich nicht.“
In diesem Moment begann sich zu ebener Erde wieder etwas zu rühren. Lizzy sah zwar immer noch reichlich bleich um die Nase herum aus, aber sie kam allmählich wieder zu sich. Kurz versuchte sie sogar die Augen zu öffnen. Aber ob des grellen Lichts scheiterte dieser Versuch kläglich. Stattdessen stöhnte sie irgendetwas von ‚schlafen’ und ‚in Ruhe gelassen werden.“
„Hm na ja mit weiter arbeiten oder so wird das jetzt wohl nichts mehr. Wir müssen wohl irgendwo ein ruhiges Plätzchen für sie finden, bei dem sie wieder zu Kräften kommen kann. Eine Liege oder noch besser ein Bett wäre natürlich das Beste für sie! Unsere Kantine scheint dafür nicht so wirklich richtig ausgestattet zu sein. Und mein Büro eignet sich, trotz gegensätzlicher Aussagen, dazu auch nicht wirklich.“
„Aber Dietmar! Wozu sind wir denn ein Hotel? Wie wäre es denn, wenn wir die Kleine einfach in ein Zimmer packen?“
„Natürlich! Klar! Ein Hotel ist natürlich nur dazu da, um unpässlichen Mitarbeitern während ihrer Arbeitszeit eine Schlafstätte zu bieten. Geld wollen wir mit unseren Hotelzimmern ja nicht verdienen. Nein – wie käme ich da nur drauf?“
„Naja und wie wäre es denn mit einem ‚Out of order’ Zimmer? So ein Ding das halt wegen einer Reparatur oder sonstigen trefflichen Gründen im Augenblick nicht vermietet werden kann. Lizzy wäre es sicher ziemlich egal – Hauptsache sie kann schlafen.“
„Die Idee ist nicht schlecht. Aber wir haben doch im Moment gar kein Zimmer mit einer längerfristigen Reparatur! Das heißt – wie wäre es denn mit unserem ‚Show Room’? „
„Ach das Zimmer, dass Morgen für diese Heini’s von diesem großen Reisebüro als Musterzimmer hergerichtet sein soll. Und der ganze Aufwand nur, damit die sich ein Bild von unserem Haus machen können und uns dann hoffentlich in ihr Angebot mit aufnehmen werden?“
„Die Damen und Herren der Firma Kleckerfrau! Genau das! Hergerichtet ist das Zimmer ja schon. Also allerbeste Vorraussetzungen, damit Lizzy sich dort in Ruhe erholen kann. Wenn die Kleine dann wieder bei Kräften ist, muss Housekeeping sich eben noch mal um die Bude kümmern und gegebenenfalls noch mal durch putzen. Na los James! Du trägst sie hoch. Dann rufst du am Besten noch von oben ihre Freundin an – du weißt schon diese Jessica von vorhin – die soll sich ein wenig um Sie kümmern!“
„Aber Chef! Wie soll ich die denn jetzt ausfindig machen? Glaubst du die sitzt im Housekeepingbüro neben dem Telefon? Und überhaupt – wozu brauchen wir die denn?“
„Lass dir von der Telefonzentrale ihre Piepsernummer geben! Natürlich brauchen wir Die! Schau dir nur Lizzy’s T-Shirt und die Hose an. Die haben beide schwer unter ihrer Rückwärtsesserei gelitten. Ich glaube nicht, dass man sie darin schlafen lassen sollte!“
„Ach so. Naja aber beim Ausziehen könnte ich der Kleinen doch auch behilflich sein! Warum sollen wir Jessica damit jetzt auch noch beläs...“
„Das könnte dir so gefallen! Du lässt schön brav die Finger von Ihr und tust alles so, wie ich es dir gesagt habe!“
„Ach Mensch! Immer wenn es interessant wird...“
Mit diesen Worten begann er sich der schon wieder schlafend, vor ihm auf dem Kantinenboden liegenden Lizzy zuzuwenden. Blitzschnell ergriff er sie am Oberschenkel und an der Schulter, und warf sie sich, einem Mehlsack gleich, über die Schulter. Ein Arm pendelte über James Allerwertesten, während der Andere durch den kaum vorhandenen Hals des Deutsch-Amerikaners einklemmt war. Ihr T-Shirt war nun vollends aus der Hose gerutscht und gab den Blick auf ihren halben Rücken frei. Lizzy’s Haare hatten sich währenddessen wie ein Vorhang über ihr Gesicht gelegt. Der Mund war komplett geöffnet. Dennoch gab es keine weiteren Beschwerden über diese tolle Behandlung. Sie schlief offensichtlich noch immer.
„James! Um Himmels Willen! Du brichst sie ja in der Mitte durch!“
„Wieso? Du sagtest doch, ich soll aufpassen, dass wieder genug Blut in ihr Hirn kommt. So dürfte das am Besten funktionieren!“
Mit diesen Worten vollführte er eine 180° Drehung, wobei seine kostbare Fracht aufgrund plötzlich auftretender Zentrifugalkraft nur um Haaresbreite am Desertbuffet vorbeischrammte. Dann ging es stampfenden Schrittes durch die Kantinentüre in Richtung Hotelzimmertrakt.
Dietmar starb während dessen tausend Tode. Oh Gott! Ob ich Lizzy vielleicht doch noch schnell einen Sturzhelm aufziehen sollte? Hoffentlich geht das gut! Soll ich vielleicht noch einen Happen essen? Obwohl – mittlerweile habe ich eigentlich überhaupt keinen Appetit mehr. Am besten ich gehe wieder zurück zu meiner Arbeit und zu dieser Rockgruppe, die partout im Heizungskeller statt einem Hotelzimmer nächtigen will. Und das Ganze war dann auch noch mit der Hotelleitung abgesprochen. Das hieß, dass er ganz besonders vorsichtig mit seiner Entscheidung sein mus... Hoppala
„Caro! Dich hab ich grad gar nicht gesehen! Tut mit leid, wenn ich dich mit der Türe getroffen haben sollte!“
„Du hast! Ich kann dir gratulieren. 100 prozentige Trefferquote. Das gibt bestimmt ein Hörnchen! Ist das dein Dank, dass ich dir bei unserer Mitarbeiterzeitung geholfen habe?“
„Äh nein natürlich nicht. Warte mal – da müssen wir jetzt schnell etwas Kaltes auf deine Wunde pressen. Setz dich erstmal! Hm was nehmen wir denn da auf die Schnelle? Ah da hinten gibt’s ja einen Eiswürfelautomaten. Moment – ich hol rasch einen Würfel!
„So das müsste eigentlich ein bisschen helfen!“ behauptete er und presste einen Eiswürfel auf ihre Stirn.
„Ja das tut gut! Aber das nächste Mal bist du hoffentlich ein bisschen weniger stürmisch.“
„Ich werde mir Mühe geben. Aber sag mal – jetzt wo ich dich hier schon im wahrsten Sinne des Wortes treffe. Was hast du bei unseren 5 Info Blättern, die in den Aushängen gelandet sind eigentlich für diesen Artikel weggelassen, an dessen Stelle Lizzy’s Foto gelandet ist.“
„Ach nichts allzu Wichtiges! Da stand nur die Ankündigung für unsere Mitarbeiterinformationsveranstaltung drin. Aber die hängt ja eh noch mal mehrfach separat aus!“
„Mitarbeiterdingsda? Was soll das denn sein?“
„Was das kennst du nicht? Das wundert mich aber. Hat dir Mike denn noch nichts gesagt? Na egal. Jedenfalls ist es eine Inforunde im großen Ballsaal für alle Mitarbeiter des Zentrums, um das Verständnis und den Zusammenhalt untereinander zu fördern. Dabei stellt jeder Abteilungsleiter seine Abteilung kurz vor und informiert über die Aufgaben die dabei zu bewältigen sind. Egal ob es sich dabei um Kino, Theater, Housekeeping, F&B (Food & Beverage) oder auch Technik – also deine Abteilung handelt!“
„Meine? Du meinst wohl die von Mike? Er wird dort wohl seine Rede halten müssen. Nachdem er sich schon letztesmal vor dem Interview bei der Eröffnung des Hyper Coasters gedrückt hat.“
„Tja ich glaube, da muss ich dich enttäuschen. Mike hat zu diesem Zeitpunkt Urlaub. Oben auf der Tafel im Verwaltungsgeschoß kannst du es dir ansehen.“
„Oh nein! Nicht schon wieder! Ich kann das nicht! Ich werde total nervös, wenn ich dran denke, wie ich alleine dort vorne stehen und hunderte von Augen auf mich gerichtet sind. Ich krieg bestimmt kein einziges Wort raus und die Knie werden mir bestimmt versagen. Am Ende liege ich dann auch so da, wie Lizzy vorhin!“
„Na die hat vorhin wirklich nicht so toll ausgesehen, als euer Gorilla sie da über seiner Schulter rausgetragen hat. Hoffentlich geht es ihr bald besser. Aber trotzdem könntest du mal so langsam den Eiswürfel, oder besser das was noch von ihm übrig ist, von meiner Stirn nehmen! Die ganzen Tropfen haben sich nämlich inzwischen in meine Bluse verirrt. Ich befürchte, ich könnte mittlerweile bei einem Miss Wet T-Shirt Contest mitmachen.“
Dietmar zog seine Hand mit dem Eiswürfel zurück und machte einen Schritt nach hinten. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. „Ich denke, du könntest nicht nur teilnehmen, sondern hättest dort auch noch große Siegchancen!“
„Da hört sich doch wohl alles auf! Caro verschränkte rasch ihre Arme vor der Brust und verließ auf dem schnellsten Weg die Kantine.
Dietmar schaute Ihr mit einem wohlwollenden Blick hinterher. Na dieses Hörnchen hatte sich bezahlt gemacht. Dann begab auch er sich wieder an seine Arbeit.
Etwa 2 Stunden später betraten zwei Männer und eine Frau die Lobby des Hotels. Beide Männer waren mit 2 dunklen Anzügen inklusive Krawatten bekleidet. Die Frau hatte ein ebenfalls dunkles Kostüm mit bis oben hin zugeknöpfter Bluse an. Ihr langes Haar hatte sie nach oben gesteckt. Alle drei machten äußerst verkniffene Mienen. Ob dies wohl an ihrem strengen Aufzug liegen mochte? Zumindest schienen sie zum Lachen regelmäßig in den Keller zu gehen. Der Ältere der beiden Männer trat an die Rezeption.
„Guten Tag! Wir sind von der Firma Kleckerfrau! Wir würden gerne mit ihrer Direktion sprechen.“
„Mit Frau Wagner? Einen Moment – ich melde sie an.“
Wenig später stand Frau Direktorin Marie Beatrice Wagner (ja so heißt man, wenn man als Französin einen Deutschen heiratet und dessen Nachnamen annimmt) vor den Vertretern des Reiseveranstalters.
„Guten Tag meine Dame und meine ´erren! Isch möschte sie recht erzlisch in unserem otel begrüßen. Aber isch wundere misch das sie eute schon gekommen sind. Wir atten doch erst für Morgen einen Termin!“
„Tja Frau Wagner! Dafür möchte ich mich auch gleich entschuldigen! Aber wissen sie, wir kommen immer gerne überraschend. Das hat den Vorteil, dass man den tatsächlichen Zustand von so einem Hotel zu sehen bekommt. Denn genau den bekommen dann auch unsere Gäste zu sehen und nicht den lang Vorbereiteten. Ich wäre ihnen dankbar, wenn wir uns gleich ein Hotelzimmer ansehen könnten.“
„Oh ja! Damit aben wir doch über’aupt kein Problem! Einen Moment isch schaue nur kurz nach, wo noch ein Zimmer frei ist.“
Schnell wandte sie sich wieder ab zur Rezeptionstheke. Dort griff sie höchstpersönlich selbst zum nächsten Telefonhörer und wählte die Nummer der Hausdame.
„Housekeeping Herb! Was kann ich für sie tun?“
„Manuela! Marie B’ ier. Ganz schnell. Isch abe keine Zeit. Ist der Showroom für den Reiseveranstalter schon fertig?“
„Ja! Seit heute Morgen schon! Aber was ist de...“ Tüüüt tüüüt
Marie B’ war bereits wieder unterwegs zu den Vertretern des Reiseveranstalters.
„Meine Dame, meine erren! Zufällig aben wir auf der 17. Etage noch ein Zimmer frei. Wenn sie mir dann bitte folgen würden!“
Kurze Zeit und eine Liftfahrt später standen die 4 vor dem „zufällig“ freigewordenen Muster- und Vorführzimmer. Die Direktorin fingerte nach ihrer Codekarte, hielt sie in Richtung Zimmernummer und schon summte der Türöffner. Sie stieß die Türe auf und bedeutete ihren Gästen einzutreten. Rasch folgte sie den Dreien um ihnen dort die multifunktionelle und sehr geschmackvolle Einrichtung näher zu erläutern. Da fiel ihr Blick auf das Bett und ihr stockte der Atem. Dieses war keinesfalls so gepflegt gemacht, wie sie sich das so vorgestellt hatte. Und da lag doch tatsächlich noch Jemand drin. Eine Frau! Und Die schien noch nicht einmal sonderlich viel anzuhaben. Am Fußende schaute ein nacktes Bein heraus und oben, wo sich normalerweise das Kopfkissen befand waren zwei nackte Schultern zu erkennen. Oh Gott – diese Blamage! Was hatte diese Frau hier verloren? Marie B’ wäre am liebsten im Erdboden versunken.

