Sth - Winter Edition - Innenleben eines Technikbüro's

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Sth - Winter Edition - Innenleben eines Technikbüro's

>Dick kramte plötzlich aus seiner Hemdtasche ein paar Heftpflaster hervor, die er dann zusammen mit dem Schlüssel Dietmar, der mich >erneut besorgt musterte, fiese grinsend in die Hand drückte:
>"For you! Soll bei kleinen Schrei-Mäulern bekanntlich immer gut helfen!"


Und dann hatte es Evil Dick plötzlich sehr eilig, wieder aus dem Technik Büro zu verschwinden. Zurück blieb Dietmar mit seiner neuen, alten, aber in jedem Fall derzeit ziemlich aufgelöst wirkenden Mitarbeiterin.
„Naja! Diese Dinger brauchen wir wohl nicht! Obwohl – woher wusste Evil nur, dass unser Erste-Hilfe-Kasten dringend ein paar Heftpflaster zur Auffrischung benötigt? Direkt nett von Ihm! Findest du nicht auch Lizzy?“
„Nett?“ Schluchz „Der ist nicht nett! Der ist ein richtiges Scheusal! Total gemein ist Der!“
„Jaja nun beruhige dich erst mal. Möchtest du etwas zu trinken? Cola vielleicht? Ach nein! Dir ist ja doch Mineralwasser lieber? So da hätten wir ja schon eine Flasche. Moment ein frisches Glas sollte eigentlich auch irgendwo aufzutreiben sein.“
Mit diesen Worten spähte er noch reichlich hilflos in seinem ihm auch noch total fremden, neuen Büro herum. Nun ja Büro war vielleicht doch etwas zuviel gesagt. Es war halt so ein typischer Technikerunterschlupf, in dem die unvermeidlich anfallenden Schreibarbeiten mehr schlecht als recht, aber vor allem sehr ungern erledigt wurden. Viel lieber war Dietmar draußen bei den anderen Technikern, im tiefen Kniefall vor irgendwelchen Schaltschränken oder in der Werkstatt kopfschüttelnd vor einem besonders schwierig zu reparierenden, elektrischem Patienten. Aber stattdessen befand er sich in einem abgetrennten Raum in einer der Lüftungszentralen des Hotels, dass ihm gleichzeitig als Büro und seinen Technikern als Schichtzentrale diente. Zu diesem Zweck befanden sich hier zwei gegenüber stehende Schreibtische, auf denen jeweils ein PC zum Erledigen der anfallenden Aufgaben stand. Einer davon war mit der berühmten Office Software ausgestattet, die auf so einem Büro Computer im Allgemeinen erwartet wurde. Auf dem Anderen war für diesen Schnickschnack leider kein Festplattenspeicher mehr vorhanden. Stattdessen waren dort allerlei Spiele untergebracht, mit denen sich so eine Schicht überhaupt erst überstehen ließ. Schließlich konnte so eine Spätschicht ganz schön lange dauernd und auch die Wochenenden hatten es schwer in sich. Und so wurde eben vorgesorgt, dass immer genügend „Arbeit“ im PC vorhanden war. Die Arbeitsplatte dieses Schicht Schreibtisches, war ebenso mit lauter zweckdienlichen und äußerst wichtigen Dingen beladen. Ein stets überquellender Aschenbecher mit daneben liegendem Feuerzeug der sich immer beharrlich weigerte, sich selbst zu leeren. Eine große Schale mit vielen bunten Bonbons. Eine große Auswahl an Fachliteratur, mit zum besseren Verständnis der schwierigen technischen Zusammenhänge dienenden, leichtbekleideten Damen. Das große Digitaltelefon, auf dessen programmierbaren Tasten sämtliche wichtige Firmen einprogrammiert waren. Etwas merkwürdig vielleicht die benutzten Codenamen wie zb. Jasmin, Anne oder Sophie. Ebenso waren auf diesem Schreibtisch häufig noch Überreste einer Pizza oder die eines Schnitzels anzutreffen. Dabei gab es nicht selten auch noch die Ränder einer abgestellten Limoflasche der Marke Tigerbräu zu begutachten. Dies lässt natürlich nicht etwa auf mangelnde Hygiene schließen, sondern dient lediglich der verbesserten Rutschfestigkeit der Schreibtischplatte. Diese goldene Grundregel wurde auf dem gegenüberliegenden Arbeitsplatz total missachtet. Irgendwie schien der Benutzer überhaupt nichts von der effizienten Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Fläche zu halten. Stattdessen gab es neben dem Computer, der die äußerste rechte Ecke des Tisches einnahm, nur noch zwei gleichmäßig hohe Türme aus Formularen, Rechnungen, Lieferscheinen und Rapporten. Jeweils Morgens bzw. am Montag war die unnötige Freifläche zum Erweiterungsgebiet des zweiten Schreibtisches erklärt worden. Dadurch kam der Tisch des Stellvertretenden technischen Leiters fast täglich zu seiner kosmetischen Pflege. Unweit dieser Zweiergruppe, direkt unter dem großen Dachfenster mit freiem Blick auf das herrlich anzusehende Rückkühlwerk, befand sich ein weiterer Arbeitstisch mit der sogenannten GLT (Gebäude-Leit-Technik). Mit diesem speziellem Rechner war es möglich, jederzeit die Temperatur im Außenbecken des Schwimmbades anzuzeigen oder Nachts um 3 Uhr die Lüftung im Hotelzimmer 1379 mit voller Leistung heizen zu lassen. Ein wunderbares Spielzeug. Zum Zeitvertreib war dort auch noch das Bedienpult für die ELA – einer Tonanlage mit Lautsprechern in sämtlichen noch so abgelegenen Räumen im kompletten Zentrum, die beliebig an oder abgeschaltet werden konnten. Ebenso zu finden eine Bedienstelle für die Überwachungskameras des Zentrums. Ein Blick in die Tiefgarage war hiermit ebenso leicht möglich, wie auch der Rundumblick im Hotelzimmerflur der 16. Etage.
Wo aber waren denn nun ganz normale Trinkgläser anzutreffen? Vielleicht auf der gegenüberliegenden Seite, in einem der dort befindlichen 5 Holzschränke? Dietmar probierte es auf gut Glück. Im Ersten waren nur hochinteressante Revisionsunterlagen anzutreffen. Im Zweiten gab es jede Menge Bestellkataloge, wie zb. für Elektromaterial oder Abflussrohren, Telefonen, Kugellagern oder auch eine Autotestzeitschrift. Nun ja – Manches schien noch ein wenig unorganisiert. Ähnliches Bild bei den anderen Schränken. VDE-Vorschriften, Wartungsverträge, Personalakten – Alles nur kein Glas. Und da sah er es doch noch. Oben auf dem letzten Schrank – leicht versteckt durch einen davor liegenden Schutzhelm, stand ein Tablett mit verschiedenen Gläsern. Sekt-, Wein- und vor allem Biergläser befanden sich in sauberem, wenn auch etwas gebraucht wirkenden Zustand. Allein die normalen Saftgläser umgab eine schützende Schicht aus leichtem Staub. Zum Glück gab es im Büro auch ein kleines Waschbecken, mit dem sich dieser kleine Misstand rasch beheben ließ. Schnell hatte Dietmar 2 Gläser in einen akzeptablen Zustand versetzt und zur Hälfte mit Mineralwasser gefüllt. Er nahm einen großen Schluck und schaute nun in Richtung Lizzy, die sich zwar wieder beruhigt hatte, aber ansonsten immer noch keine weiteren Anstalten zur Bewegung unternahm.
„Warum trinkst du denn nicht! Möchtest du doch lieber etwas Anderes?“
„Oh Moment! Natürlich – sofort der Herr! Geht gleich los! Sofort werde ich Rad schlagen, Salti’s drehen und mit 5 Kegeln gleichzeitig jonglieren – Alles mit meinen auf den Rücken gefesselten Händen! Ihr Männer seit nicht nur gemein und heimtückisch sondern auch noch total blöd!“
„Ähhm tja Entschuldigung Lizzy! Daran hab ich ja gar nicht mehr gedacht. Obwohl Evil meinte ja ich sollte lieber noch nicht... Ach was soll’s! Wir sind ja gut versichert!“
„Endlich! Das ist Freiheitsberaubung! Wisst Ihr das eigentlich? Man sollte Euch anzeigen. Was sollte das Ganze? Ich will nicht zur Zentrumstechnik! Die sind Alle doof! Und du auch! Ich will in die Verwaltung! Und wenn das schon nicht geht dann will ich wenigstens zurück zur Parktechnik! Aber eigentlich will ich ja als Grafikerin arbeiten! Und überhaupt...“ Die Worten schienen nur so aus Ihr herauszusprudeln. Ähnlich eines Springbrunnens, bei dem man den Schalter auf „Ein“ gedreht hatte.
„Ja nun bleib mal ganz ruhig! Ich bin auch vorrübergehend ins Zentrum versetzt worden, obwohl ich lieber im Park bleiben wollte. Wir sind sozusagen Leidensgenossen.“
„Paaahhh! Aber im Unterschied zu Mir, kannst du es Dir hier oben in diesem heimeligen – na ja „Büro“ gemütlich machen, während ich mich Irgendwo zu Tode schuften muß!“
„Also du könntest ruhig ein wenig dankbarer zu mir sein!“
„Dankbar? Dir ist wohl die Höhenluft zu Kopf gestiegen. Du lässt mich hierher entführen, stellst mich vor allen möglichen Gästen mit angelegten Handschellen zur Schau und dann soll ich dir auch noch dankbar dafür sein? Niemals! Ich hasse Dich!“
„Nun das hast du in erster Linie unserem Sicherheitschef zu verdanken. Ich bat ihn lediglich dich hierher zu geleiten.“
„Schön! Selbst wenn du nichts für die Handschellen kannst, so hast du mich trotzdem einfach ohne mein Einverständnis hierher bringen lassen. Was sollte das?“
„Nun ich habe mitbekommen, dass in der Verwaltung dieses Jahr keine Aushilfen eingestellt werden. Da habe ich spontan an dich und deine akute finanzielle Magersucht gedacht! Und da ich bei Mike noch was gut habe, konnte ich ihn überredet, dass du den Winter in der Zentrumstechnik verbringen darfst.“
„Ich darf? Oh wie gnädig verehrter Meister sämtlicher Glühlampen. Und was soll ich bei dir machen? Vielleicht ein paar hübsche Grafiken von einem Wasserhahn zeichnen? Oder ersatzweise eine Dekoration für die Wärmelampen am kalten Buffet anbringen? Eventuell darf ich die Herren der Technik auch in einer ihrer zahlreichen Arbeitspausen mit Getränken und etwas Leckerem zu Essen bewirten?“
„Oh ja! Das klingt nicht schlecht!“ Doch als er beobachtete, wie Lizzy sich gerade aufpumpte, wie ein Maikäfer, fügte er schnell an:“ Nein ich dachte wirklich daran, dass du auch hier im Zentrum zusammen mit Marc Dekorationsaufgaben übernehmen könntest! Allerdings solltest du unsere Wärmelampen dabei besser in Ruhe lassen! Zumal deren Vorkommen über kalten Buffet’s naturgemäß eher selten sind!“
„Hmm und das soll Alles sein? Damit kann man sich doch unmöglich so lange beschäftigen! Und außerdem will ich viel lieber..“
„Jaja ich weiß! Du möchtest viel lieber im Park bleiben. Ich weiß – aber das geht halt grad nicht. Natürlich sollst du nicht nur dekorieren. So ein paar Leuchtmittel wirst du doch wohl auch noch wechseln können. Außerdem sollst du dich ein wenig um Marc kümmern!“
„Das wird mich beruflich sicher enorm weiter bringen! Das hört sich ja ziemlich trostlos an!“
„Na ich dachte schon noch an andere Aufgaben. Erinnerst du dich noch an diesen Coaster Club, der bei der Eröffnung unseres Hyper Coaster’s im Park war? Nun diese Freaks werden demnächst ihre Hauptversammlung bei uns abhalten. Außerdem soll es eine Gesprächsrunde mit unserem Parkchef geben und auch Werner Stiel wird sich wohl sehen lassen. Und ich dachte eben, dass du dich zb. um diese Veranstaltung kümmern könntest!“
„Seit wann kümmert sich denn die Technik um solche Dinge?“
„Ach Lizzy! Alles was sonst Keiner machen möchte bleibt grundsätzlich an der Technik hängen. Das ist nun mal so!“
„Aber so etwas habe ich doch auch noch nie gemacht! Ich weiß doch gar nicht was ich da machen muß. Und überhaupt möchte ich viel lieber in der Verwaltung arbeiten, oder bei meiner Freundin in der Agentur, oder im Park bei der Technik! Und sowieso bin ich Grafikerin und keine Hilfsarbeiterin und es gefällt mir hier überhaupt nicht und ihr seit Alle so gemein zu mir und und und...“

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