Sth - Winter Edition - Prolog
LETZTE BEARBEITUNG AM 10-Okt-2001 UM 21:09 Uhr ()
Dietmar war gerade auf seinem täglichen Rundgang durch den Park, als etwas die Idylle störte: Piep piep! Dietmars Pager machte in seiner unnachahmlich, unaufdringlichen Art und Weise auf sich aufmerksam. „Was ist denn nun schon wieder los? Wer nervt jetzt schon wieder? – Ach du Schreck! Der Chef persönlich. Was will Mike denn von mir?“
Wo war doch gleich das nächste Telefon? Ach ja dort über der Abfalltonne für den organischen Müll! Welcher Intelligenzbolzen hatte es denn dort hinhängen lassen? Naja egal. Vier wohlgezielte Tippbewegungen mit dem rechten Zeigefinger– Himmeldonnerwetternochmal - verwählt – also die kurze Umleitung über die Hörergabel und weitere 4 Tasten später, ertönte der erhoffte Klingelton, dem schon wenig später Mike’s Stimme folgte.
„Parner.“
„Dietmar hier! Mike was gibt’s denn so Dringendes?“
„Ja Mensch endlich! Wann wirst du es denn endlich lernen, dass man sich auf einen Piepser sofort zurückmelden soll? Was treibst du schon wieder so lange?“
„Boss nu mach mal halblang! Hier war halt weit und breit kein Telefon in der Nähe. Wer versteckt die auch hinter einer Mülltonne?“
„Jaja immer diese faulen Ausreden! Also bevor wir noch mehr Zeit verlieren. Ich möchte das du deinen fetten Arsch sofort in Bewegung setzt und in mein Büro kommst! Ich habe etwas sehr Wichtiges mit dir zu besprechen, dass keinen weiteren Aufschub duldet!“
„Ach Herrjeh Mike! Was ist denn mit dir los? Ist dir der Kaviar vom Saisonabschlussfest nicht bekommen?“
„DIETMAR!!! Himmel mir ist es bierernst ähhh bitterernst! Komm SOFORT hier her!“
Schon ertönte der wunderbar, hohe, gleichförmige, aber auch etwas langweilig klingende Dauerton einer wieder frei gewordenen Telefonleitung. Dietmar konnte es sich lebhaft vorstellen, mit welcher Wucht der Hörer wieder seinen angestammten Platz auf dem Telefon gefunden hatte. Ob er wohl gleich einen neuen Telefonapparat mitnehmen sollte? Nun zumindest würde es nichts schaden, wenn er erst mal seinen eigenen Telefonhörer entsorgen würde, den er immer noch in der Hand hielt. Upps – hoppla! Das hatte wohl nicht so richtig funktioniert.
„Nein du gehörst nicht in den organischen Müll! Wirklich nicht!“
Mit diesen Worten fischte er schnell wieder den bemitleidenswerten Hi-Tec-Artikel aus dem Kunststoffbehältnis und begann ihn mit bedeutend größerer Sorgfalt in die dafür vorgesehene Aufhängevorrichtung zu bugsieren. Dummerweise hatte sich am unteren Ende des Hörers, in der Nähe des anschließenden Spiralkabels, eine Kartoffelschale verfangen, die nun sehr dekorativ vom Telefonapparat herabhing. Egal – darum konnte er sich jetzt nicht auch noch kümmern. Als Stellvertretender Technischer Leiter hatte man schließlich wichtigere Dinge im Kopf!
Wenig später stand Dietmar vor dem Büro seines Chefs. Auf einen prüfenden Blick in den Spiegel verzichtete er auch diesmal. Aber immerhin fuhr er sich noch einmal mit einem kammartigen Gebilde – seiner rechten Hand – durch die wie immer wild durch die Gegend spriesende Haarpracht. Anklopfen? Naja gut! Aber um keine Zeit zu verlieren, bewegte sich seine zweite Hand zeitgleich in Richtung Türklinke. Oh wie der Chef doch wieder über seine rationelle Arbeitsweise erfreut war...
„Dietmar! Das kann doch wohl nicht wahr sein! Kannst du denn nicht anklopfen?“
„Hab ich doch gem...“
„Aber dann wartet man doch erst einmal ab, dass herein gerufen wird. Ach was rede ich eigentlich? Warum unterhalte ich mich nicht gleich mit der Wand da hinter mir?“
„Weil sie im Vergleich zu mir vor lauter Respekt schon kalkweiß ist?“
„Dir ist wirklich nicht mehr zu helfen! Na los setz dich erst mal hin... – hmm hat sich also auch schon erledigt! Also was ich sagen wollte: Die Zeiten als unser aller Brötchengeber diesen Park mit einem Kinderkarussell, einer Schiffsschaukel, einem Süßwarenstand und seinem aufblasbarem Miniswimmingpool mit seinen 2 ferngelenkten Quietscheentchen eröffnet hat, gehören längst der Vergangenheit an.“
„Ja ich weiß! Wenig später hat er ihn dann um einen Nostalgiefotostand erweitert, dessen Fundus hauptsächlich aus seinen eigenen ausrangierten Klamotten bestand.“
„Jaja – läster du nur! Immerhin hat er es verstanden, aus DEM PARK das deutschlandweit führende Freizeitparkunternehmen zu machen. Und weil das heutzutage nicht mehr reicht, folgte dann bald das erste Hotel.“
„Äh Chef?“
„Und obwohl ihm damals Niemand so richtig glauben wollte, kam dieses Hotel hervorragend an! Und so musste es schon bald um weitere Zimmer erweitert werden.“
„Mike?“
„Na und weil so ein Hotel allein auf Dauer auch eine recht langweilige Angelegenheit ist, wurde Abends auch noch für die entsprechende Zerstreuung gesorgt werden. So entstanden dann die ersten 3 Restaurants und wenig später auch ein Hallenbad mit großer Saunalandschaft.“
„Meiiiheeiiik!“
„Alles schön und gut, aber man war halt immer noch an die Saison gebunden. In der Winterzeit war immer noch tote Hose. Und so begann man sich für Veranstaltungen aller Art zu interessieren. Es wurden Veranstaltungsräume in allen erdenklichen Formen und Größen gebaut. Fortan wurden Besprechungen, Verkaufsmessen oder auch Bankett’s abgehalten.“
„Herrrrrrrr Parrrrrrrrrnerrrrrrrr!“
„Ja aber die Herren Geschäftsleute waren noch nicht zufrieden. Irgend etwas Kulturelles fehlte dringend noch!“
„Und so entstand das Musical Mouse...“
„Ähhh wie? Ja genau! Du kannst ja doch zuhören. Ja dann weißt du ja auch, dass das ein Riesenerfolg wurde. All das passierte ohne das der Park dabei vernachlässigt wurde! So wurden in der Zwischenzeit zahlreiche Rides der Firma KUSS aus Bremen angeschafft und auch mit der Firma Vitamin aus der Schweiz hatte man hervorragende Kontakte.“
„Oh ja! Das Ganze war ein gigantischer Materialfluss: Die Schweizer bauten uns eine Betonrinne, auf dessen Wildwasserkanal unsere Gelder Richtung Alpen davonschwommen!“
„Naja so ähnlich! Jedenfalls war auch mit dem Zentrum noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht! Es folgte ein Großkino und prompt waren schon wieder zu wenig Betten vorhanden und zum Essen gab’s ohne vorherige Reservierung nur Absagen. Da die meisten Gäste ihren Hunger damit nicht so recht stillen konnten, wurde wieder investiert!“
„Ja nun haben wir 454 Zimmer und 19 Bars und Restaurants!“
„Genau! Und seit diesem Jahr als die ultimative Abzocke auch noch eine Spielbank.“
„Schön! Aber warum erzählst du mir das Alles? Dachtest du, ich hätte es vergessen?“
„Nein natürlich nicht! Ich wollte nur noch mal klar aufzeigen, dass so ein großes Zentrum auch eine schlagkräftige Technikabteilung benötigt!“
„Schlagkräftig? Ja klar! Dafür haben wir doch unseren James. Ein Ami wie aus dem Bilderbuch. Ungefähr so hoch wie breit mit einem gleichmäßigem Verhältnis von Muskeln, Knochen und Fett! Dummerweise wird bei dieser Konstellation das Resthirn immer auf ein Minimum zusammengepresst.“
„Dietmar musst du denn immer ablenken? Du weißt doch genau was ich meine! Nun was ich sagen wollte. Du weißt ja, dass unser bisheriger technischer Direktor uns bereits verlassen hat? Also Gestern hat mir der Alte ähh Unser Aller Chef die technische Gesamtleitung für das Zentrum angeboten. Und ich habe ihm heute zugesagt!“
„Glückwunsch Mike! Und deswegen hast du jetzt so eine lange Vorrede gebraucht? Das war doch sowieso schon Allen klar! Mein Gott! In dieser Zeit hätten wir doch schon fast wieder einen Felsen in unserer neuen Attraktion dekorieren können. Das geht jetzt richtig schnell voran, seit die Saison zuende ist. Keine lästigen Gäste mehr, die einem ständig vor den Füßen rumlaufen und erst recht keine Chaoten aus diesem Freizeitparkverein da, die dauernd genau wissen müssen, ob der letzte Stein eher eine runde oder doch eher eine ovale Form hatte... Ok dann gratuliere ich dir noch mal und mach mich ansonsten wieder an meine Arbeit. Tschüß Mi...“
„Halt hier geblieben! Setz dich wieder! Ich bin noch nicht fertig! Nun die Änderung, die mich betrifft weißt du ja nun. Aber es gibt auch Eine die dich betrifft!“
„Was ich krieg mehr Geld? Super Mike! Ich wusste das du irgendwann zur Vernunft kommen würdest!“
„Dietmar! Könntest du mich vielleicht mal ausreden lassen? Ja ok! Du bekommst eine Gehaltserhöhung! Aber die gibt’s nicht nur einfach so!“
„Natürlich nicht. Ich muß hier tagein, tagaus Sklavenarbeit bis zum Umfallen verrichten!“
„Wenn ich Zeit habe werde ich dich bestimmt mal bedauern. Nein mein Lieber! Du wirst für das nächste halbe Jahr eine etwas andere Aufgabe bekommen. Da ich ja nun leider nicht mehr soviel Zeit habe, mich um die Detailarbeit im Zentrum zu kümmern, wirst du zunächst solange diesen Part übernehmen, bis im Februar unser neuer Assistent kommt. Du bist ab sofort für die tägliche Arbeitsaufteilung der Technikabteilung in unserem Zentrum zuständig!“
„Nein! Das ist nicht dein Ernst! Das will ich nicht! Ich möchte im Park arbeiten und nicht hier bei den ganzen Bekloppten im Hotel oder Musical! Nein Mike! Das mache ich nicht!“
„Tja Dietmar! Ich glaube du hast mich falsch verstanden. Ich habe dich nicht gebeten, diesen Job zu übernehmen, sondern ich ERWARTE von dir, dass du diesen Posten übernimmst. Und ich will das du ihn gut machst!“
Mensch Mike! Das ist wirklich ein Hammer! Darf ich dann wenigstens im Frühjahr zurück in den Park?“
„Sobald du unseren Neuen eingelernt hast – ja. Je schneller du das schaffst, desto schneller darfst du zurück an die frische Luft.“
„Hmm na ja gut! Also betrachte ihn schon jetzt als so gut wie eingelernt. Aber wie sieht es denn aus? So ein paar Leute aus dem Park darf ich doch schon noch mit ins Zentrum nehmen - oder?“
„Na dann laß mal hören, an wen du da so gedacht hast...“
Nur ungefähr eine Stunde später auf einem kleinen Verbindungsweg mitten im Park, der nun mehr einer Baustelle denn einer Vergnügungsstelle glich.
„So ein Mist!“ tönte es quer über den Weg. Und schon flog ein total unschuldiger Kieselstein, der das schwere Verbrechen begangen hatte, halt gerade im Weg zu liegen, um Haaresbreite an Evil Dick’s rechtem Schienbein vorbei.
„Lizzy verdammt! Pass doch auf! Was ist denn schon wieder los?“
„Oh Evil! Hmmm was musst du auch gerade da stehen, wo ich meinen Stein hinkicke? Pfffüüühhh – selber schuld! Naja ich habe eben einen Anruf von meiner Freundin bekommen! Normalerweise arbeite ich in der Winterpause halbtags bei ihr in der Agentur und den anderen halben Tag arbeite ich in der Parkverwaltung. Nun hat sie mir gerade gesagt, dass sie dieses Jahr so wenig Arbeit hat, dass sie mich unmöglich beschäftigen kann. Jetzt muß ich wohl schauen ob ich auch den ganzen Tag im Büro arbeiten kann.“
„Das ist natürlich nicht so toll. Aber da habe ich vielleicht eine Möglichkeit für dich. Ich habe dich sowieso gerade gesucht. Also ich hätte da zwei Nachrichten. Welche möchtest du zuerst hören? Die Gute oder die Schlechte?“
„Ähh na ja – vielleicht doch lieber die Schlechte zuerst!“
„Well! Also mit deinem Job in der Administration wird’s nichts!“
„Waaas? Dann bin ich ja jetzt quasi Arbeitslos! Na hoffentlich ist die andere Nachricht dann auch wirklich richtig gut!“
„Yes Darling! Das ist sie. Du darfst den kompletten Winter über in der Technik arbeiten. Und weißt du was das Beste daran ist? Du bist die ganze Zeit im Warmen.“
„Ich will aber nicht in die Technik! Ich bin Grafikerin! Ich will wenn schon, dann wenigstens in der Verwaltung überwintern! Und überhaupt kenne ich doch gar Niemanden in der Zentrumstechnik. Nein ich geh da nicht hin!“
„Sorry Lady! Aber ich habe den Auftrag, dich sofort zu deinem Chef zu bringen. Und im Übrigen. Wir werden uns dort noch häufiger sehen. Denn ich bin zum obersten Security für Park und Zentrum befördert worden. Und außerdem werde ich Steve ins Zentrum versetzen. Ich möchte ihm – wie sagt ihr auf Deutsch? – a second chance geben.“
„Ja ist ja Alles schön und gut! Aber in der Technik selber kenne ich deswegen trotzdem noch Niemanden. Nein ich will da nicht hin! Unter keinen Umständen – hörst du? Niemals!“
„Oh god! Man hat mir schon gesagt, dass das schwierig werden würde. Aber gleich so? Nun du wirst auch in der Technik noch ein paar Leute kennen. Zum Beispiel wird dich auch Marc begleiten!“
„Ach ja! Das soll ein Trost sein? Ihr denkt wohl ich mach euch nebenher auch noch den Babysitter? Nein! Ich geh da nicht hin. Vergesst es einfach wieder!“
„Bitte Lizzy! Come with me! Du wirst auch noch andere Leute wieder erkennen!“
„Ich habe nein gesagt! Glaubt ihr denn, ihr könnt alles mit mir machen? Demnächst soll ich auch noch Essen machen oder das Klo putzen! Kommt gar nicht in die Tüte! Ich geh da nicht hin! Niemals!“
„It’s enough Lady! Wir haben einen Termin! Und deshalb kommst du jetzt sofort mit mir mit!“
„ Paaahhh! Geh du doch selber zu deinem blöden Termin. Ich bleib jedenfalls hier!“
„Lizzy treib’s nicht bis zum Äußeren! Zwing mich nicht andere Mittel zu ergreifen...“
„Mir doch egal! Ihr könnt mir gar nichts! Geh du doch zu den Schraubendreherjongleuren!“
„Nun gut! Du hast es so gewollt!“
PS:Vielleicht könntet ihr zur Abwechslung mal ein paar Genesungswünsche in Richtung Twisi schicken! Die Arme liegt mit einer schweren Erkältung daheim im Bett! Laut eigener Aussage ist sie totkrank! Zumindest hat sie derzeit eine richtig sexy Stimme!
Also dann schreibt mal schön!!!
Dietmar war gerade auf seinem täglichen Rundgang durch den Park, als etwas die Idylle störte: Piep piep! Dietmars Pager machte in seiner unnachahmlich, unaufdringlichen Art und Weise auf sich aufmerksam. „Was ist denn nun schon wieder los? Wer nervt jetzt schon wieder? – Ach du Schreck! Der Chef persönlich. Was will Mike denn von mir?“
Wo war doch gleich das nächste Telefon? Ach ja dort über der Abfalltonne für den organischen Müll! Welcher Intelligenzbolzen hatte es denn dort hinhängen lassen? Naja egal. Vier wohlgezielte Tippbewegungen mit dem rechten Zeigefinger– Himmeldonnerwetternochmal - verwählt – also die kurze Umleitung über die Hörergabel und weitere 4 Tasten später, ertönte der erhoffte Klingelton, dem schon wenig später Mike’s Stimme folgte.
„Parner.“
„Dietmar hier! Mike was gibt’s denn so Dringendes?“
„Ja Mensch endlich! Wann wirst du es denn endlich lernen, dass man sich auf einen Piepser sofort zurückmelden soll? Was treibst du schon wieder so lange?“
„Boss nu mach mal halblang! Hier war halt weit und breit kein Telefon in der Nähe. Wer versteckt die auch hinter einer Mülltonne?“
„Jaja immer diese faulen Ausreden! Also bevor wir noch mehr Zeit verlieren. Ich möchte das du deinen fetten Arsch sofort in Bewegung setzt und in mein Büro kommst! Ich habe etwas sehr Wichtiges mit dir zu besprechen, dass keinen weiteren Aufschub duldet!“
„Ach Herrjeh Mike! Was ist denn mit dir los? Ist dir der Kaviar vom Saisonabschlussfest nicht bekommen?“
„DIETMAR!!! Himmel mir ist es bierernst ähhh bitterernst! Komm SOFORT hier her!“
Schon ertönte der wunderbar, hohe, gleichförmige, aber auch etwas langweilig klingende Dauerton einer wieder frei gewordenen Telefonleitung. Dietmar konnte es sich lebhaft vorstellen, mit welcher Wucht der Hörer wieder seinen angestammten Platz auf dem Telefon gefunden hatte. Ob er wohl gleich einen neuen Telefonapparat mitnehmen sollte? Nun zumindest würde es nichts schaden, wenn er erst mal seinen eigenen Telefonhörer entsorgen würde, den er immer noch in der Hand hielt. Upps – hoppla! Das hatte wohl nicht so richtig funktioniert.
„Nein du gehörst nicht in den organischen Müll! Wirklich nicht!“
Mit diesen Worten fischte er schnell wieder den bemitleidenswerten Hi-Tec-Artikel aus dem Kunststoffbehältnis und begann ihn mit bedeutend größerer Sorgfalt in die dafür vorgesehene Aufhängevorrichtung zu bugsieren. Dummerweise hatte sich am unteren Ende des Hörers, in der Nähe des anschließenden Spiralkabels, eine Kartoffelschale verfangen, die nun sehr dekorativ vom Telefonapparat herabhing. Egal – darum konnte er sich jetzt nicht auch noch kümmern. Als Stellvertretender Technischer Leiter hatte man schließlich wichtigere Dinge im Kopf!
Wenig später stand Dietmar vor dem Büro seines Chefs. Auf einen prüfenden Blick in den Spiegel verzichtete er auch diesmal. Aber immerhin fuhr er sich noch einmal mit einem kammartigen Gebilde – seiner rechten Hand – durch die wie immer wild durch die Gegend spriesende Haarpracht. Anklopfen? Naja gut! Aber um keine Zeit zu verlieren, bewegte sich seine zweite Hand zeitgleich in Richtung Türklinke. Oh wie der Chef doch wieder über seine rationelle Arbeitsweise erfreut war...
„Dietmar! Das kann doch wohl nicht wahr sein! Kannst du denn nicht anklopfen?“
„Hab ich doch gem...“
„Aber dann wartet man doch erst einmal ab, dass herein gerufen wird. Ach was rede ich eigentlich? Warum unterhalte ich mich nicht gleich mit der Wand da hinter mir?“
„Weil sie im Vergleich zu mir vor lauter Respekt schon kalkweiß ist?“
„Dir ist wirklich nicht mehr zu helfen! Na los setz dich erst mal hin... – hmm hat sich also auch schon erledigt! Also was ich sagen wollte: Die Zeiten als unser aller Brötchengeber diesen Park mit einem Kinderkarussell, einer Schiffsschaukel, einem Süßwarenstand und seinem aufblasbarem Miniswimmingpool mit seinen 2 ferngelenkten Quietscheentchen eröffnet hat, gehören längst der Vergangenheit an.“
„Ja ich weiß! Wenig später hat er ihn dann um einen Nostalgiefotostand erweitert, dessen Fundus hauptsächlich aus seinen eigenen ausrangierten Klamotten bestand.“
„Jaja – läster du nur! Immerhin hat er es verstanden, aus DEM PARK das deutschlandweit führende Freizeitparkunternehmen zu machen. Und weil das heutzutage nicht mehr reicht, folgte dann bald das erste Hotel.“
„Äh Chef?“
„Und obwohl ihm damals Niemand so richtig glauben wollte, kam dieses Hotel hervorragend an! Und so musste es schon bald um weitere Zimmer erweitert werden.“
„Mike?“
„Na und weil so ein Hotel allein auf Dauer auch eine recht langweilige Angelegenheit ist, wurde Abends auch noch für die entsprechende Zerstreuung gesorgt werden. So entstanden dann die ersten 3 Restaurants und wenig später auch ein Hallenbad mit großer Saunalandschaft.“
„Meiiiheeiiik!“
„Alles schön und gut, aber man war halt immer noch an die Saison gebunden. In der Winterzeit war immer noch tote Hose. Und so begann man sich für Veranstaltungen aller Art zu interessieren. Es wurden Veranstaltungsräume in allen erdenklichen Formen und Größen gebaut. Fortan wurden Besprechungen, Verkaufsmessen oder auch Bankett’s abgehalten.“
„Herrrrrrrr Parrrrrrrrrnerrrrrrrr!“
„Ja aber die Herren Geschäftsleute waren noch nicht zufrieden. Irgend etwas Kulturelles fehlte dringend noch!“
„Und so entstand das Musical Mouse...“
„Ähhh wie? Ja genau! Du kannst ja doch zuhören. Ja dann weißt du ja auch, dass das ein Riesenerfolg wurde. All das passierte ohne das der Park dabei vernachlässigt wurde! So wurden in der Zwischenzeit zahlreiche Rides der Firma KUSS aus Bremen angeschafft und auch mit der Firma Vitamin aus der Schweiz hatte man hervorragende Kontakte.“
„Oh ja! Das Ganze war ein gigantischer Materialfluss: Die Schweizer bauten uns eine Betonrinne, auf dessen Wildwasserkanal unsere Gelder Richtung Alpen davonschwommen!“
„Naja so ähnlich! Jedenfalls war auch mit dem Zentrum noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht! Es folgte ein Großkino und prompt waren schon wieder zu wenig Betten vorhanden und zum Essen gab’s ohne vorherige Reservierung nur Absagen. Da die meisten Gäste ihren Hunger damit nicht so recht stillen konnten, wurde wieder investiert!“
„Ja nun haben wir 454 Zimmer und 19 Bars und Restaurants!“
„Genau! Und seit diesem Jahr als die ultimative Abzocke auch noch eine Spielbank.“
„Schön! Aber warum erzählst du mir das Alles? Dachtest du, ich hätte es vergessen?“
„Nein natürlich nicht! Ich wollte nur noch mal klar aufzeigen, dass so ein großes Zentrum auch eine schlagkräftige Technikabteilung benötigt!“
„Schlagkräftig? Ja klar! Dafür haben wir doch unseren James. Ein Ami wie aus dem Bilderbuch. Ungefähr so hoch wie breit mit einem gleichmäßigem Verhältnis von Muskeln, Knochen und Fett! Dummerweise wird bei dieser Konstellation das Resthirn immer auf ein Minimum zusammengepresst.“
„Dietmar musst du denn immer ablenken? Du weißt doch genau was ich meine! Nun was ich sagen wollte. Du weißt ja, dass unser bisheriger technischer Direktor uns bereits verlassen hat? Also Gestern hat mir der Alte ähh Unser Aller Chef die technische Gesamtleitung für das Zentrum angeboten. Und ich habe ihm heute zugesagt!“
„Glückwunsch Mike! Und deswegen hast du jetzt so eine lange Vorrede gebraucht? Das war doch sowieso schon Allen klar! Mein Gott! In dieser Zeit hätten wir doch schon fast wieder einen Felsen in unserer neuen Attraktion dekorieren können. Das geht jetzt richtig schnell voran, seit die Saison zuende ist. Keine lästigen Gäste mehr, die einem ständig vor den Füßen rumlaufen und erst recht keine Chaoten aus diesem Freizeitparkverein da, die dauernd genau wissen müssen, ob der letzte Stein eher eine runde oder doch eher eine ovale Form hatte... Ok dann gratuliere ich dir noch mal und mach mich ansonsten wieder an meine Arbeit. Tschüß Mi...“
„Halt hier geblieben! Setz dich wieder! Ich bin noch nicht fertig! Nun die Änderung, die mich betrifft weißt du ja nun. Aber es gibt auch Eine die dich betrifft!“
„Was ich krieg mehr Geld? Super Mike! Ich wusste das du irgendwann zur Vernunft kommen würdest!“
„Dietmar! Könntest du mich vielleicht mal ausreden lassen? Ja ok! Du bekommst eine Gehaltserhöhung! Aber die gibt’s nicht nur einfach so!“
„Natürlich nicht. Ich muß hier tagein, tagaus Sklavenarbeit bis zum Umfallen verrichten!“
„Wenn ich Zeit habe werde ich dich bestimmt mal bedauern. Nein mein Lieber! Du wirst für das nächste halbe Jahr eine etwas andere Aufgabe bekommen. Da ich ja nun leider nicht mehr soviel Zeit habe, mich um die Detailarbeit im Zentrum zu kümmern, wirst du zunächst solange diesen Part übernehmen, bis im Februar unser neuer Assistent kommt. Du bist ab sofort für die tägliche Arbeitsaufteilung der Technikabteilung in unserem Zentrum zuständig!“
„Nein! Das ist nicht dein Ernst! Das will ich nicht! Ich möchte im Park arbeiten und nicht hier bei den ganzen Bekloppten im Hotel oder Musical! Nein Mike! Das mache ich nicht!“
„Tja Dietmar! Ich glaube du hast mich falsch verstanden. Ich habe dich nicht gebeten, diesen Job zu übernehmen, sondern ich ERWARTE von dir, dass du diesen Posten übernimmst. Und ich will das du ihn gut machst!“
Mensch Mike! Das ist wirklich ein Hammer! Darf ich dann wenigstens im Frühjahr zurück in den Park?“
„Sobald du unseren Neuen eingelernt hast – ja. Je schneller du das schaffst, desto schneller darfst du zurück an die frische Luft.“
„Hmm na ja gut! Also betrachte ihn schon jetzt als so gut wie eingelernt. Aber wie sieht es denn aus? So ein paar Leute aus dem Park darf ich doch schon noch mit ins Zentrum nehmen - oder?“
„Na dann laß mal hören, an wen du da so gedacht hast...“
Nur ungefähr eine Stunde später auf einem kleinen Verbindungsweg mitten im Park, der nun mehr einer Baustelle denn einer Vergnügungsstelle glich.
„So ein Mist!“ tönte es quer über den Weg. Und schon flog ein total unschuldiger Kieselstein, der das schwere Verbrechen begangen hatte, halt gerade im Weg zu liegen, um Haaresbreite an Evil Dick’s rechtem Schienbein vorbei.
„Lizzy verdammt! Pass doch auf! Was ist denn schon wieder los?“
„Oh Evil! Hmmm was musst du auch gerade da stehen, wo ich meinen Stein hinkicke? Pfffüüühhh – selber schuld! Naja ich habe eben einen Anruf von meiner Freundin bekommen! Normalerweise arbeite ich in der Winterpause halbtags bei ihr in der Agentur und den anderen halben Tag arbeite ich in der Parkverwaltung. Nun hat sie mir gerade gesagt, dass sie dieses Jahr so wenig Arbeit hat, dass sie mich unmöglich beschäftigen kann. Jetzt muß ich wohl schauen ob ich auch den ganzen Tag im Büro arbeiten kann.“
„Das ist natürlich nicht so toll. Aber da habe ich vielleicht eine Möglichkeit für dich. Ich habe dich sowieso gerade gesucht. Also ich hätte da zwei Nachrichten. Welche möchtest du zuerst hören? Die Gute oder die Schlechte?“
„Ähh na ja – vielleicht doch lieber die Schlechte zuerst!“
„Well! Also mit deinem Job in der Administration wird’s nichts!“
„Waaas? Dann bin ich ja jetzt quasi Arbeitslos! Na hoffentlich ist die andere Nachricht dann auch wirklich richtig gut!“
„Yes Darling! Das ist sie. Du darfst den kompletten Winter über in der Technik arbeiten. Und weißt du was das Beste daran ist? Du bist die ganze Zeit im Warmen.“
„Ich will aber nicht in die Technik! Ich bin Grafikerin! Ich will wenn schon, dann wenigstens in der Verwaltung überwintern! Und überhaupt kenne ich doch gar Niemanden in der Zentrumstechnik. Nein ich geh da nicht hin!“
„Sorry Lady! Aber ich habe den Auftrag, dich sofort zu deinem Chef zu bringen. Und im Übrigen. Wir werden uns dort noch häufiger sehen. Denn ich bin zum obersten Security für Park und Zentrum befördert worden. Und außerdem werde ich Steve ins Zentrum versetzen. Ich möchte ihm – wie sagt ihr auf Deutsch? – a second chance geben.“
„Ja ist ja Alles schön und gut! Aber in der Technik selber kenne ich deswegen trotzdem noch Niemanden. Nein ich will da nicht hin! Unter keinen Umständen – hörst du? Niemals!“
„Oh god! Man hat mir schon gesagt, dass das schwierig werden würde. Aber gleich so? Nun du wirst auch in der Technik noch ein paar Leute kennen. Zum Beispiel wird dich auch Marc begleiten!“
„Ach ja! Das soll ein Trost sein? Ihr denkt wohl ich mach euch nebenher auch noch den Babysitter? Nein! Ich geh da nicht hin. Vergesst es einfach wieder!“
„Bitte Lizzy! Come with me! Du wirst auch noch andere Leute wieder erkennen!“
„Ich habe nein gesagt! Glaubt ihr denn, ihr könnt alles mit mir machen? Demnächst soll ich auch noch Essen machen oder das Klo putzen! Kommt gar nicht in die Tüte! Ich geh da nicht hin! Niemals!“
„It’s enough Lady! Wir haben einen Termin! Und deshalb kommst du jetzt sofort mit mir mit!“
„ Paaahhh! Geh du doch selber zu deinem blöden Termin. Ich bleib jedenfalls hier!“
„Lizzy treib’s nicht bis zum Äußeren! Zwing mich nicht andere Mittel zu ergreifen...“
„Mir doch egal! Ihr könnt mir gar nichts! Geh du doch zu den Schraubendreherjongleuren!“
„Nun gut! Du hast es so gewollt!“
PS:Vielleicht könntet ihr zur Abwechslung mal ein paar Genesungswünsche in Richtung Twisi schicken! Die Arme liegt mit einer schweren Erkältung daheim im Bett! Laut eigener Aussage ist sie totkrank! Zumindest hat sie derzeit eine richtig sexy Stimme!
Also dann schreibt mal schön!!!

