Stairway to heaven - Teil 31
So nachdem wir den Donnerstag jetzt doch schon geringfügig überschritten haben, Ma(aa)hzel seinen Teil wegen anderer, dringender Aufgaben aus seinem Gehirn verlegt und bisher nicht wieder gefunden hat, und Twisi aus dramaturgischen Gründen noch nicht darf, werde ich halt mit meiner nächsten Folge um mich schmeißen.
Wie ihr sicher noch wisst, waren Opa Helmut und Oma Gerda mit ihren zwei Enkeln Sven und Patrick auf dem Weg in "DEN Park"! Genauer gesagt befinden sie sich gerade unmittelbar vor der Kasse, vor der Helmut sich gerade auf seine etwas umständliche Art bemüht, herauszufinden, was denn nun der Eintritt kosten möge.
"Wat? 37 Maak pro Person und für euch zwei Kleinen jibt et noch nich mann ne Ermässichung? Und dann muss ick da drin wohl noch für jedet Karussell einzeln bezahlen!"
"Nein Opa! Man zahlt nur einmal Eintritt und dann kann man da drin mit soviel Achterbahnen, Karussells und anderen Dingen fahren, soviel man Lust hat. Auch die ganzen Shows sind dann komplett im Eintrittspreis enthalten! Nur für Speisen und Getränke muss man extra zahlen."
"Ach dat is ja prima! Dat macht uns ja jahr nischt aus! Ick hab ja noch meine Broote im Kooorb und in der Thermoskann hab ick auch noch Tee mitjenommen!"
"Na dann is ja jut! Dann jeh ick mann die Kaartn holn."
Nach nur 5 Minuten Schlange stehen kam Helmut mit seinen Karten und dem Übersichtsplan des Parks in der Hand zurück. Eine typische Handlung für ihn. Schließlich musste er immer genau wissen, wo er sich befand oder wie er am leichtesten von Punkt A zu Punkt B kam. Angenommen in einer Fernsehsendung über Naturtheater in Baden -Württemberg, wurde ein Dorf Namens Grötzingen genannt. Dies veranlasste Opa natürlich sofort dazu, sich aus seiner Decke zu schälen und seinen Atlas aus dem Schrank zu holen. Nicht etwa das er vor hatte dort mal hin zu fahren und sich dort ein Stück anzuschauen. Nein keinesfalls! Er wollte nur wissen, wo dieses Nest denn nun genau liegt. Das er bei dieser Suche dann die Hälfte der immer noch laufenden Sendung verpasste - naja das war halt Pech! Und aus diesem Grund hatte Opa eigentlich zunächst mal vor, sich eine gemütliche Bank irgendwo im Schatten zu suchen und sich über die Wege im Park zu informieren. Aber da hatte er die Rechnung ohne Oma gemacht.
"Ick glaub ick spinn! Du kommst jetzt sofort mit! Du kannst deine olle Kart och noch zuhaus lesn! Jetzt jehn wer erst mann da rin und kuckn uns dat Ding mann jenau an!"
"Ja genau! Los da vorne geht's rein, durch die Drehkreuze durch."
"Wat durch dat Dreeehkreuz? Dat is ja wie imm Jefängnis!"
"Mönsch Olsch! Kuck mann da is ja ne Musikgrupp. Aber könn die nich wat Jescheitet bringn? So wat wie Jestern im Fernsehn kam. Mit Marianne und Michael - dat war schön!"
"Ich hätte es mir ja denken können, dass ihr Das angeschaut habt und nicht den großen IQ Test mit Günther Jauch."
"Ach wat! Dat olle neumoderne Zeuch. Wat soll ick mit ner Intellijenzquote?"
"Opa das ist ein Intelligenzquotient! Außerdem hätte es mich mal interessiert wie hoch Euer IQ so ist!"
"Nene! Bei son Mist machen wer nich mer mit!"
"Meiner wär sowieso so hoch jewesen, da hättet ihr bloos noch so jestaunt. Und ick wollt blos nich, dat ihr da janz frustriert am End seit!"
"Duu bist doch n oller Spinnär! Wenn der mann so hoch jewesen wär, wie dein dicker Wamms schwer is, dann hättst man froh sein können!"
"Na jetzt zankt euch mal nicht! Ihr seid ja noch manchmal wie kleine Kinder! Kommt da vorne ist der Bahnhof der Westerneisenbahn. Fahren wir doch zuerst mit Der, dann bekommt ihr einen wunderbaren Überblick über den Park."
"Dat is ja fast so ne olle Dampflok wie wer se früher in Pommern auch jehabt hamn. Alde weisst noch? Dat Ding dat zwischen Kollberch und Stettin hin und her jefahrn is. Dat war zwar noch n bisschen größer, aber dat hatte auch so offene Abteile mit die ollen haarten Holzsitze. Is dat wohl noch ne richtije , alte Dampflok? Laß mich mann nach vorn kuckn jehn!"
"Halt bleib hier! Der Zug fährt gleich ab. Laß uns lieber schnell einsteigen!"
Kaum saß Helmut ruckelte der Zug auch schon an. Vorbei ging es an Blumenbeeten, an der Oldtimerfahrt, vorbei auch an einem kleinem Flußlauf mit zahlreichen Brücken. Schon bald ragte die Korkenzieherachterbahn auf, an der Lizzy ihre ersten Coaster Erfahrungen gesammelt hatte. Dann ging es vorbei an einem hohen Aussichtsturm, dessen kreisrunde Gondel sich beim Hoch und Runterfahren um die eigene Achse drehte. Im Hintergrund war der neue Hyper Coaster zu sehen und unmittelbar davor die Bobbahn, flankiert links von der Wildwasserbahn und rechts von einem Freefall Tower. Dann ging es am Ufer eines kleinen See's entlang, auf dessen Wasserfläche sich mehrere Flösse und sogar ein Schaufelraddampfer tummelten. Kurz wurde es sogar dunkel, als der Zug sich durch ein kleines Felsmassiv hindurchwühlte, in dem einige Kobolde sich an einer Silbermine zu schaffen machten. Hinaus ins Helle ging es unter einem Wasserfall hindurch. Pech für die total wasserscheue Oma, dass ausgerechnet sie auf der falschen, da feuchten Seite saß! Weiter gings vorbei an vielen, eintönig in Dunkelblau gehaltenen Karussels, die sich in alle nur erdenklichen Richtungen drehten, hoben und kippten. Als der kleine Zug dann wieder in den Einstiegsbahnhof einrollte, hatte man in der Kürze der Zeit noch längst nicht alle Attraktionen des Parks sehen können.
"Mönsch dat Ding is ja riesenjross! Ick weiß jar nich, wo ick zuerst hinkuckn soll..."
"Ja er ist ja nicht umsonst "DER Park"! Hier fehlt eigentlich so gut wie gar nichts! Wie wärs, wenn wir mal ne Runde mit dem Aussichtsturm fahren würden? Da kann man das ganze Gelände herrlich von oben überblicken!"
"Ne!!! Da jeh ick nich rauf! Dat is mich vil zu hoch. Wat is wenn die olle Jondel runterfällt oder der janze Turm umkippt?"
"Nu Olsch stell dich mann nich so an. Da passiert schon nischt. Kommst ja bloss einmal hier her!"
"Mensch Helmut! Ick weiß nich. Ick mach mich noch in die Hosn!"
Naja nach mehrerer guter Zureden ihres Mannes und noch mehr hämisches Grinsen ihrer Enkel später, stand Oma mit reichlich Kribbeln im Magen, in der Warteschlange des Aussichtsturms.
"Dat dauert ja mindestens noch ne halbe Stund bis wir dran sind. Solln wer nich doch liebär woanders hinjehn?"
"Oma du bist ein Hasenfuß! Jetzt wird nicht mehr gekniffen. Du bleibst hier und fährst da brav mit. Das ist echt toll!"
Nach weiteren 25 Minuten waren sie dann an der Reihe. Schnell wurde Gerda von den anderen Drei in die Kabine hineingeschoben, um einen Ausbruchsversuch schon im Keim zu ersticken. Dort nahm sie dann mit zitternden Knien und total blassem Gesicht auf der Kunststoffbank Platz. Sofort umklammerten ihre Hände die vor der Glasscheibe verlaufende Haltestange aus Edelstahl. Als die Kabine auf ihrer Fahrt nach oben leicht anruckelte, entfuhr ihr ein: "Huch!" Als dann auch noch die Drehung einsetzte, schien sie ihren mutigen Entschluss schon wieder zu bereuen.
"Ach Jott! Auf wat hab ick mich da einjeassen? Mich wird schon janz schwindlich!"
"Mönsch Jerde! Dat is doch toll! Dat jeht doch alles janz langsam. Kuck man bloß wie jross dat Jelände is. Siehst da den Parkplatz. Dat sieht aus, wie so kleine Spielzeuchautos!"
"Ick weiß nich. Ick kann da jar nich hinkuckn. Dat is ja noch vil höher als dat von unten ausjesehn hat!"
"Aber Oma deswegen muss du dich doch nicht so arg festhalten! Dir passiert hier drin schon nix! Schau mal deine Fingerknöchelchen sind ja schon total weiß!"
Die daneben sitzenden Gäste waren mittlerweile längst auf die ängstliche Frau aufmerksam geworden und konnten sich allmählich das Lachen kaum noch halten. Kein Wunder, denn Gerda's Gesicht hatte sich in der Zwischenzeit immer mehr an die weiße Farbe der Sitzbank angepasst. Und so kam es das Oma's Reaktionen auf die Fahrt wesentlich interessanter als die Aussicht selbst geworden waren. Ein weiteres „Uaahhh!“ und mehrere Schweißausbrüche später, setzte die Gondel wieder zur Landung an. Oma, froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, steuerte sofort die nächste freie Parkbank an, wo sie sich erst mal häuslich niederließ.
"Mönsch is mir warm! Dat war bestimmt wechen der schummrichen Kabine. Da jeht ja auch keine frische Luft rin."
"Oma das Teil ist klimatisiert! Du schwitzt bloß vor lauter Angst!"
"Ach na ja! Wat ihr auch in meim Alter noch mit mich macht! Und der Alde hockt da und lacht bloß recht höhnisch - statt er mich hilft! Aber ick könnt jetzt trotzdem so ne kleine Erfrischung jebrauchen. Solln wer n Eis essen jehn?"
"Nein da weiß ich was Besseres! Wie wäre es wenn eine Runde Rafting fahren gehen?"
"Wat is denn da wiedär fürn ausländischet Wort? Könnt ihr denn nich mehr Deutsch reden?"
"Opi das ist eine Fahrt, bei der man in Rundbooten so einen kleinen Fluss hinunter fährt. Ist total lustig!"
"Wird man da auch nich nass? Ick bin vorhin in der Bimmelbahn schon janz nass jeworden, als wer da unter dem Wasserfall durch sind."
"Na Omi! So ein paar gaaanz kleine Spritzer könntest du schon abkriegen. Aber die sind wirklich nur klitzeklein!"
"Na ick weiß nich. Dauernd schleppt ihr mich in so Sachen rin, in die ick jar nich rin will. Ick bin doch schon ne alde Frau und kein son junger Hüpfer mehr!"
"Na Olsch nu mach schon! Von son bisschen Wasser wirst schon nich grad sterben."
Etliche Minuten und viel gutem Zureden später, befanden sich die Vier in der Warteschlange des Rapid Rides. Da der Wartebereich größtenteils Überdacht aber ohne Außenwände war, schlauchte das Anstehen diesmal nicht so arg wir beim Turm. Und da es immer wieder schön langsam voran ging, schien die Wartezeit auch gar nicht so lang zu sein. Dennoch dauerte es eine dreiviertel Stunde bis sie vor der großen Drehscheibe standen, von der aus man in die Rundboote einsteigen konnte. Mutig ging Gerda auf das Boot zu, als sie plötzlich die doch reichlich nassen Sitze zu Gesicht bekam.
"Dat sind aber nich bloß n paar Spritzer! Da hat dat aber richtich reinjespritzt! Nee - da fahr ick nich mit!"
Aber wieder war es zu spät. Beherzt wurde Oma in den Kunststoffschalensitz gedrückt, die Anderen folgten und schon befand sich das Boot losgelöst von der Drehscheibe im freien, künstlich erzeugten Wildbach. Zunächst ließ sich Alles ganz gemächlich an, aber langsam wurde die Fahrt schneller. Das Rundboot begann sich zu drehen. Bald kamen sie an der ersten Wellenmaschine vorbei. Und schon schwappte eine Welle über die Rücklehne von Helmut's Sitz. Vorbei war es mit dem trockenen Rücken. Ob das wohl seinem Rheuma bekömmlich war?
"Haha! Kuck dich man unsern alten Esel an! Wahahaha! Dat hast du jetzt davon! Du wost bloß, dat ick nass werd! Jetzt bist selber schön nass jeworden! Dat is schon richtich so! Haha! Dat jeschiedt dich janz recht!"
Oma war wieder allerbester Laune. Aber noch war die Fahrt ja nicht zuende und so ein Rafting hält immer wieder so ganz unliebsame Überaschungen bereit. Eine weitere Wellenmaschine wurde durchquert, ebenso eine künstliche Eishöhle - außer ein paar kleineren Spritzern passierte nichts! Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend und einen River Rapid nicht vor dem Ausstieg loben! Meistens passiert dann doch noch etwas. Und das dazu dann meist an diesen Stellen, an denen man am wenigsten damit rechnet. Weit und breit keine Wellenmaschine mehr zu sehen. Nur noch dieser winzige Strudel 20 Meter vor dem Förderband, dass die Boote wieder an den Ein und Ausstieg beförderte. Das Boot kippte auf Helmut's Seite leicht nach unten weg, sodass sich seitlich an Opa vorbei, ein gewaltiger Wasserschwall auf die entgegengesetzte Seite des Rundbootes auf den Weg machte. Unglücklicherweise saß genau an diesem Ende Gerda, auf dessen mintfarbener Blümchenbluse und dem dazu (naja sind mal gnädig) passendem Rock sich nun das Wasser dankbar niederließ. Opi und seine zwei Enkel konnten nicht mehr vor Lachen!
"Dat jeschiedt dich recht! Hättst man vorher nich so doll jelacht! Dat is deine Straf dafür!"
"Mönsch wie seh ick jetzt aus? So kann ick doch jar nich mehr rumlaufen! Da sieht man ja Allet durch! Wat mach ick jetzt? Helmut hör auf zu lachen!"
"Hihi! Ja nu hab dich mann nich soo! Draussen sind dat fast 30 Grad! Dat is nich so schlimm! Jehn wer halt n bisschen in die Sonn! Ick bin ja hinten auch janz nass!"
"Ja Opa! Laßt uns doch zu dem Hyper Coaster gehen! Das ist noch ganz freies Gelände mit jeder Menge Sonnenschein. Und außerdem soll der heute aufmachen!"
"Aha! So is dat also. Deswechen wolltet ihr da hin. Na jut. Dann jehn wer halt zu dem ollen Hüpper Dings da!"
Nun in der Tat sollte also heute Eröffnung und gleichzeitig die Namensbekanntgabe der brandneuen Attraktion sein. Zu diesem Zweck hatten sich schon etliche Andere neugierige Menschen vor dem Coaster eingefunden. Und die standen nun Alle da und harrten der Dinge, die da kommen mögen...
So das wars dann mal wieder von mir. Normalerweise macht am Dienstag Twisi weiter. Aber wer weiß - vielleicht hat Ma(aa)hzel bis dahin ja seine „Lost Files“ gefunden und wir kommen doch noch zu einer zusätzlichen Folge...
Wie ihr sicher noch wisst, waren Opa Helmut und Oma Gerda mit ihren zwei Enkeln Sven und Patrick auf dem Weg in "DEN Park"! Genauer gesagt befinden sie sich gerade unmittelbar vor der Kasse, vor der Helmut sich gerade auf seine etwas umständliche Art bemüht, herauszufinden, was denn nun der Eintritt kosten möge.
"Wat? 37 Maak pro Person und für euch zwei Kleinen jibt et noch nich mann ne Ermässichung? Und dann muss ick da drin wohl noch für jedet Karussell einzeln bezahlen!"
"Nein Opa! Man zahlt nur einmal Eintritt und dann kann man da drin mit soviel Achterbahnen, Karussells und anderen Dingen fahren, soviel man Lust hat. Auch die ganzen Shows sind dann komplett im Eintrittspreis enthalten! Nur für Speisen und Getränke muss man extra zahlen."
"Ach dat is ja prima! Dat macht uns ja jahr nischt aus! Ick hab ja noch meine Broote im Kooorb und in der Thermoskann hab ick auch noch Tee mitjenommen!"
"Na dann is ja jut! Dann jeh ick mann die Kaartn holn."
Nach nur 5 Minuten Schlange stehen kam Helmut mit seinen Karten und dem Übersichtsplan des Parks in der Hand zurück. Eine typische Handlung für ihn. Schließlich musste er immer genau wissen, wo er sich befand oder wie er am leichtesten von Punkt A zu Punkt B kam. Angenommen in einer Fernsehsendung über Naturtheater in Baden -Württemberg, wurde ein Dorf Namens Grötzingen genannt. Dies veranlasste Opa natürlich sofort dazu, sich aus seiner Decke zu schälen und seinen Atlas aus dem Schrank zu holen. Nicht etwa das er vor hatte dort mal hin zu fahren und sich dort ein Stück anzuschauen. Nein keinesfalls! Er wollte nur wissen, wo dieses Nest denn nun genau liegt. Das er bei dieser Suche dann die Hälfte der immer noch laufenden Sendung verpasste - naja das war halt Pech! Und aus diesem Grund hatte Opa eigentlich zunächst mal vor, sich eine gemütliche Bank irgendwo im Schatten zu suchen und sich über die Wege im Park zu informieren. Aber da hatte er die Rechnung ohne Oma gemacht.
"Ick glaub ick spinn! Du kommst jetzt sofort mit! Du kannst deine olle Kart och noch zuhaus lesn! Jetzt jehn wer erst mann da rin und kuckn uns dat Ding mann jenau an!"
"Ja genau! Los da vorne geht's rein, durch die Drehkreuze durch."
"Wat durch dat Dreeehkreuz? Dat is ja wie imm Jefängnis!"
"Mönsch Olsch! Kuck mann da is ja ne Musikgrupp. Aber könn die nich wat Jescheitet bringn? So wat wie Jestern im Fernsehn kam. Mit Marianne und Michael - dat war schön!"
"Ich hätte es mir ja denken können, dass ihr Das angeschaut habt und nicht den großen IQ Test mit Günther Jauch."
"Ach wat! Dat olle neumoderne Zeuch. Wat soll ick mit ner Intellijenzquote?"
"Opa das ist ein Intelligenzquotient! Außerdem hätte es mich mal interessiert wie hoch Euer IQ so ist!"
"Nene! Bei son Mist machen wer nich mer mit!"
"Meiner wär sowieso so hoch jewesen, da hättet ihr bloos noch so jestaunt. Und ick wollt blos nich, dat ihr da janz frustriert am End seit!"
"Duu bist doch n oller Spinnär! Wenn der mann so hoch jewesen wär, wie dein dicker Wamms schwer is, dann hättst man froh sein können!"
"Na jetzt zankt euch mal nicht! Ihr seid ja noch manchmal wie kleine Kinder! Kommt da vorne ist der Bahnhof der Westerneisenbahn. Fahren wir doch zuerst mit Der, dann bekommt ihr einen wunderbaren Überblick über den Park."
"Dat is ja fast so ne olle Dampflok wie wer se früher in Pommern auch jehabt hamn. Alde weisst noch? Dat Ding dat zwischen Kollberch und Stettin hin und her jefahrn is. Dat war zwar noch n bisschen größer, aber dat hatte auch so offene Abteile mit die ollen haarten Holzsitze. Is dat wohl noch ne richtije , alte Dampflok? Laß mich mann nach vorn kuckn jehn!"
"Halt bleib hier! Der Zug fährt gleich ab. Laß uns lieber schnell einsteigen!"
Kaum saß Helmut ruckelte der Zug auch schon an. Vorbei ging es an Blumenbeeten, an der Oldtimerfahrt, vorbei auch an einem kleinem Flußlauf mit zahlreichen Brücken. Schon bald ragte die Korkenzieherachterbahn auf, an der Lizzy ihre ersten Coaster Erfahrungen gesammelt hatte. Dann ging es vorbei an einem hohen Aussichtsturm, dessen kreisrunde Gondel sich beim Hoch und Runterfahren um die eigene Achse drehte. Im Hintergrund war der neue Hyper Coaster zu sehen und unmittelbar davor die Bobbahn, flankiert links von der Wildwasserbahn und rechts von einem Freefall Tower. Dann ging es am Ufer eines kleinen See's entlang, auf dessen Wasserfläche sich mehrere Flösse und sogar ein Schaufelraddampfer tummelten. Kurz wurde es sogar dunkel, als der Zug sich durch ein kleines Felsmassiv hindurchwühlte, in dem einige Kobolde sich an einer Silbermine zu schaffen machten. Hinaus ins Helle ging es unter einem Wasserfall hindurch. Pech für die total wasserscheue Oma, dass ausgerechnet sie auf der falschen, da feuchten Seite saß! Weiter gings vorbei an vielen, eintönig in Dunkelblau gehaltenen Karussels, die sich in alle nur erdenklichen Richtungen drehten, hoben und kippten. Als der kleine Zug dann wieder in den Einstiegsbahnhof einrollte, hatte man in der Kürze der Zeit noch längst nicht alle Attraktionen des Parks sehen können.
"Mönsch dat Ding is ja riesenjross! Ick weiß jar nich, wo ick zuerst hinkuckn soll..."
"Ja er ist ja nicht umsonst "DER Park"! Hier fehlt eigentlich so gut wie gar nichts! Wie wärs, wenn wir mal ne Runde mit dem Aussichtsturm fahren würden? Da kann man das ganze Gelände herrlich von oben überblicken!"
"Ne!!! Da jeh ick nich rauf! Dat is mich vil zu hoch. Wat is wenn die olle Jondel runterfällt oder der janze Turm umkippt?"
"Nu Olsch stell dich mann nich so an. Da passiert schon nischt. Kommst ja bloss einmal hier her!"
"Mensch Helmut! Ick weiß nich. Ick mach mich noch in die Hosn!"
Naja nach mehrerer guter Zureden ihres Mannes und noch mehr hämisches Grinsen ihrer Enkel später, stand Oma mit reichlich Kribbeln im Magen, in der Warteschlange des Aussichtsturms.
"Dat dauert ja mindestens noch ne halbe Stund bis wir dran sind. Solln wer nich doch liebär woanders hinjehn?"
"Oma du bist ein Hasenfuß! Jetzt wird nicht mehr gekniffen. Du bleibst hier und fährst da brav mit. Das ist echt toll!"
Nach weiteren 25 Minuten waren sie dann an der Reihe. Schnell wurde Gerda von den anderen Drei in die Kabine hineingeschoben, um einen Ausbruchsversuch schon im Keim zu ersticken. Dort nahm sie dann mit zitternden Knien und total blassem Gesicht auf der Kunststoffbank Platz. Sofort umklammerten ihre Hände die vor der Glasscheibe verlaufende Haltestange aus Edelstahl. Als die Kabine auf ihrer Fahrt nach oben leicht anruckelte, entfuhr ihr ein: "Huch!" Als dann auch noch die Drehung einsetzte, schien sie ihren mutigen Entschluss schon wieder zu bereuen.
"Ach Jott! Auf wat hab ick mich da einjeassen? Mich wird schon janz schwindlich!"
"Mönsch Jerde! Dat is doch toll! Dat jeht doch alles janz langsam. Kuck man bloß wie jross dat Jelände is. Siehst da den Parkplatz. Dat sieht aus, wie so kleine Spielzeuchautos!"
"Ick weiß nich. Ick kann da jar nich hinkuckn. Dat is ja noch vil höher als dat von unten ausjesehn hat!"
"Aber Oma deswegen muss du dich doch nicht so arg festhalten! Dir passiert hier drin schon nix! Schau mal deine Fingerknöchelchen sind ja schon total weiß!"
Die daneben sitzenden Gäste waren mittlerweile längst auf die ängstliche Frau aufmerksam geworden und konnten sich allmählich das Lachen kaum noch halten. Kein Wunder, denn Gerda's Gesicht hatte sich in der Zwischenzeit immer mehr an die weiße Farbe der Sitzbank angepasst. Und so kam es das Oma's Reaktionen auf die Fahrt wesentlich interessanter als die Aussicht selbst geworden waren. Ein weiteres „Uaahhh!“ und mehrere Schweißausbrüche später, setzte die Gondel wieder zur Landung an. Oma, froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, steuerte sofort die nächste freie Parkbank an, wo sie sich erst mal häuslich niederließ.
"Mönsch is mir warm! Dat war bestimmt wechen der schummrichen Kabine. Da jeht ja auch keine frische Luft rin."
"Oma das Teil ist klimatisiert! Du schwitzt bloß vor lauter Angst!"
"Ach na ja! Wat ihr auch in meim Alter noch mit mich macht! Und der Alde hockt da und lacht bloß recht höhnisch - statt er mich hilft! Aber ick könnt jetzt trotzdem so ne kleine Erfrischung jebrauchen. Solln wer n Eis essen jehn?"
"Nein da weiß ich was Besseres! Wie wäre es wenn eine Runde Rafting fahren gehen?"
"Wat is denn da wiedär fürn ausländischet Wort? Könnt ihr denn nich mehr Deutsch reden?"
"Opi das ist eine Fahrt, bei der man in Rundbooten so einen kleinen Fluss hinunter fährt. Ist total lustig!"
"Wird man da auch nich nass? Ick bin vorhin in der Bimmelbahn schon janz nass jeworden, als wer da unter dem Wasserfall durch sind."
"Na Omi! So ein paar gaaanz kleine Spritzer könntest du schon abkriegen. Aber die sind wirklich nur klitzeklein!"
"Na ick weiß nich. Dauernd schleppt ihr mich in so Sachen rin, in die ick jar nich rin will. Ick bin doch schon ne alde Frau und kein son junger Hüpfer mehr!"
"Na Olsch nu mach schon! Von son bisschen Wasser wirst schon nich grad sterben."
Etliche Minuten und viel gutem Zureden später, befanden sich die Vier in der Warteschlange des Rapid Rides. Da der Wartebereich größtenteils Überdacht aber ohne Außenwände war, schlauchte das Anstehen diesmal nicht so arg wir beim Turm. Und da es immer wieder schön langsam voran ging, schien die Wartezeit auch gar nicht so lang zu sein. Dennoch dauerte es eine dreiviertel Stunde bis sie vor der großen Drehscheibe standen, von der aus man in die Rundboote einsteigen konnte. Mutig ging Gerda auf das Boot zu, als sie plötzlich die doch reichlich nassen Sitze zu Gesicht bekam.
"Dat sind aber nich bloß n paar Spritzer! Da hat dat aber richtich reinjespritzt! Nee - da fahr ick nich mit!"
Aber wieder war es zu spät. Beherzt wurde Oma in den Kunststoffschalensitz gedrückt, die Anderen folgten und schon befand sich das Boot losgelöst von der Drehscheibe im freien, künstlich erzeugten Wildbach. Zunächst ließ sich Alles ganz gemächlich an, aber langsam wurde die Fahrt schneller. Das Rundboot begann sich zu drehen. Bald kamen sie an der ersten Wellenmaschine vorbei. Und schon schwappte eine Welle über die Rücklehne von Helmut's Sitz. Vorbei war es mit dem trockenen Rücken. Ob das wohl seinem Rheuma bekömmlich war?
"Haha! Kuck dich man unsern alten Esel an! Wahahaha! Dat hast du jetzt davon! Du wost bloß, dat ick nass werd! Jetzt bist selber schön nass jeworden! Dat is schon richtich so! Haha! Dat jeschiedt dich janz recht!"
Oma war wieder allerbester Laune. Aber noch war die Fahrt ja nicht zuende und so ein Rafting hält immer wieder so ganz unliebsame Überaschungen bereit. Eine weitere Wellenmaschine wurde durchquert, ebenso eine künstliche Eishöhle - außer ein paar kleineren Spritzern passierte nichts! Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend und einen River Rapid nicht vor dem Ausstieg loben! Meistens passiert dann doch noch etwas. Und das dazu dann meist an diesen Stellen, an denen man am wenigsten damit rechnet. Weit und breit keine Wellenmaschine mehr zu sehen. Nur noch dieser winzige Strudel 20 Meter vor dem Förderband, dass die Boote wieder an den Ein und Ausstieg beförderte. Das Boot kippte auf Helmut's Seite leicht nach unten weg, sodass sich seitlich an Opa vorbei, ein gewaltiger Wasserschwall auf die entgegengesetzte Seite des Rundbootes auf den Weg machte. Unglücklicherweise saß genau an diesem Ende Gerda, auf dessen mintfarbener Blümchenbluse und dem dazu (naja sind mal gnädig) passendem Rock sich nun das Wasser dankbar niederließ. Opi und seine zwei Enkel konnten nicht mehr vor Lachen!
"Dat jeschiedt dich recht! Hättst man vorher nich so doll jelacht! Dat is deine Straf dafür!"
"Mönsch wie seh ick jetzt aus? So kann ick doch jar nich mehr rumlaufen! Da sieht man ja Allet durch! Wat mach ick jetzt? Helmut hör auf zu lachen!"
"Hihi! Ja nu hab dich mann nich soo! Draussen sind dat fast 30 Grad! Dat is nich so schlimm! Jehn wer halt n bisschen in die Sonn! Ick bin ja hinten auch janz nass!"
"Ja Opa! Laßt uns doch zu dem Hyper Coaster gehen! Das ist noch ganz freies Gelände mit jeder Menge Sonnenschein. Und außerdem soll der heute aufmachen!"
"Aha! So is dat also. Deswechen wolltet ihr da hin. Na jut. Dann jehn wer halt zu dem ollen Hüpper Dings da!"
Nun in der Tat sollte also heute Eröffnung und gleichzeitig die Namensbekanntgabe der brandneuen Attraktion sein. Zu diesem Zweck hatten sich schon etliche Andere neugierige Menschen vor dem Coaster eingefunden. Und die standen nun Alle da und harrten der Dinge, die da kommen mögen...
So das wars dann mal wieder von mir. Normalerweise macht am Dienstag Twisi weiter. Aber wer weiß - vielleicht hat Ma(aa)hzel bis dahin ja seine „Lost Files“ gefunden und wir kommen doch noch zu einer zusätzlichen Folge...

