Stairway to Heaven (Folge 30)
Schon wieder können wir ein kleines Jubiläum feiern. Immerhin ist es die 30ste Folge von Sth. Und wieder darf ich sie schreiben! Offenbar bin ich für die runden Folgen zuständig (Wehe wenn das jetzt einer falsch versteht! :-) )
Was gibt's sonst Neues? Ahja - Ghost läßt sich entschuldigen! Er macht gerade Urlaub und streckt auf irgendeiner Wolke im weiten Universum seinen fetten Bauch in die Sonne. Das heißt ihr bekommt heute eine ganz normale, weichgespülte Folge ohne jegliche sarkastischen und ironischen Anzüglichkeiten sowie sonstigen spitzfindigen Bemerkungen.
Aber machen wir doch mal eine kurze Rückblende auf den Vorabend der großen Eröffnung des neuen Hyper Coasters. Dazu befinden wir uns in der guten Stube von Oma Gerda und Opa Helmut im fernen Odenwald. Ebenfalls anwesend sind ihre 2 Enkel Sven (13) und Patrick (9). Nachdem ihre Eltern sich auf Mallorca im Urlaub befinden fühlen die Zwei sich in ihrer sturmfreien Bude mehr als wohl. An Einsamkeit gehen sie dort jedenfalls nicht zugrunde, da sich neben ihnen auch noch das Zwergkaninchen Susi, die nun prompt eine unfreiwillige 2 wöchige Nulldiät verordnet bekam, und allerlei Freunde dort aufhalten. Der Bequemlichkeit halber fährt man allerdings jeweils zum Mittagessen die 5 km mit dem Bus zu Omi. Dort läßt es sich während der Dauer des Essens dann auch hervorragend aushalten. Nun ja - so gewisse Eigenheiten hatten sie natürlich schon - aber in dem Alter kein Wunder! Das Ganze lief dann in etwa immer nach dem gleichen Schema ab. Die 4 begaben sich ins Eßzimmer, wo von Opa Helmut vorab schon mal der Tisch gedeckt worden war.
"Mensch Heeelmut! Hast schooon wider die Jabeln verjessen? Solln wer heut wider mit die Finger essn?"
"Ach Jott! Mensch an die ollen Dinger hab ick ja jarn nich mehr jedacht. Wart ick hohhlll dat Handwerkszeuch."
"Himmel wie ihr redet. Euch versteht doch echt kein Mensch. Ihr kommt auch wirklich aus dem letzten Pommerschen Eck!"
"Ja nu Mönsch! Soo ham se bei uns halt alle jeredet. Und auch sonst war dat ne janz arme Jejend. So wat kennt ihr ja jar nich meeehr!"
"Oja Oma! Ihr wart da so arm, dass es ihr euch nicht mal mehr die "e's" am Wortende leisten konntet! Und für ein vernünftiges "g" hat es wohl auch nie gereicht?"
"Heeelmut hast du dat jehört? Dat sint deeeine Enkeel! Nu looos jetzt! Jebt man eure Teller her."
"Was gibt's denn heute? O nein! Nicht schon wieder Kartoffeln!"
"Ach wat. Nu habbt euch mann nich soo!Kartoffln sind jesund und ihr müsst noch wachsn."
"Ja aber nicht wieder gleich soviele! Ich esse dann lieber ein bisschen mehr Fleisch und Gemüse!"
"Mensch Ooolsch (Ein selbstverständlich nur liebgemeinter Kosename, der von Opa Helmut immer mal wieder mit dem ebenso nett gemeinten "Allllde" variiert wurde)! Hast wieder vil zu vil jekocht! Ick sach doch jedetmall, du sossst nich sovil machen!"
"Ach wat die paar Dinger. Die teiln wer unter uns auf."
"Ich will aber keine mehr!"
"Duuuuu kriechst auch noch Eine. Nimm die Finger von deinem Teller!"
"Aua!"
In Ermangelung an freiem, nicht durch Hände verdecktem Platz auf Patricks Teller, hatte Oma Gerda die Kartoffel einfach zwischen seinem Zeigefinger und seinem Mittelfinger abgesetzt.
"Sooo dat hast du jetzt davon!"
"Ach Oma! Nachher laufen wir wieder mit so dicken Bäuchen raus, dass wir uns fast gar nicht mehr bewegen können!"
"Lass sie doch! Wisst ihr was? Als Strafe dafür, dass du wieder viel zu viel zu essen gemacht hast, müsst ihr mit uns Morgen in "DEN Park" fahren!"
"Wat is dat denn? Neee schlaaacht euch dat mann ausm Kopp! Dat is doch nischt mehr für uns olle alde Dackel! Heeelmut! Wat meinst du da dazu? Sach doch auch mann wat."
"Wieso Jerdee? Dat könen wer uns doch och man ankucken! Hättst man endlich jelernt nich immär zu vil zu kochen. Dat is nu deine Straf. Woo liecht denn dat überhaupt? Komm laß uns man ins Wohnzimmer..."
"Waaaaat? Nischt jibt et! Eeeerst wird aujejessen! Und wer hilft mich dann beim abspüln?"
"Omi das heißt MIR"
"Wat du wisst abspüln? Neee lass mann, dat mach ick lieber seelber. Sonst wird dat doch nich richtig sauber!"
"Das heißt: Wer hilft M I R beim abspülen!"
"Ach wat! Im Pommerschen jibt et dat jar nich mit dem ollen mich und mir, und dich und dir! Da heißt dat einfach dich und mich und dann is dat jut!"
"Sooo ick bin fertich!?, ließ sich Opa Helmut dann wieder vernehmen:?Patrikk, Sven! Wie siht dat aus? Schafft ihr dat heut noch?"
"Fertig! Los lass uns ins Wohnzimmer gehen!"
"Wat? Und ick muß hier janz allein hocken bleiben?"
"Hätts mann nich sovil Mist rausjeredet dann wärst jetzt auch mann fertich!"
Mit diesen Worten verkroch sich Opa Helmut schnellstens mit seinen zwei Enkeln in der guten Stube der Wohnung. Dort hatte jeder einzelne Gegenstand von Oma Gerda seinen seit Jahren angestammten Platz verordnet bekommen, der höchstens bei Besuchen mal verrückt werden durfte. Und wehe Opa wagte es auch nur ein Kissen ein Stückchen zur Seite zu rücken. Dann konnte Oma aber fuchsteufelswild werden! Auf der gemütlichen Polstergarnitur lehnten an jedem Ende sowie in der Ecke zwei kleine Kissen - selbstverständlich mit dem obligatorischen Knick in der Mitte, den nur Oma sich selbst recht machen konnte. An der abgewandten Seite lagen leicht versteckt die zwei Decken, die Abends beim Fernsehen zum Schutz der teuren Polster immer über die Selbigen gezogen wurden. Ja man musste schon achtgeben, denn schließlich waren die Sitzgarnituren doch erst 15 Jahre alt. Seitlich am Fernseher standen dann Opa's Kopfhörer, mit denen er das allabendliche Fernsehprogramm verfolgte:?Ick hör nich schlecht! Ick will dat bloos immär n bißchen jenauer mitkriejen!? Zwischen Fernseher und Sitzecke hing dann eine echt Schwarzwälder Kuckucksuhr. Ganz abgesehen davon, dass dieses Mistvieh immer zu den unpassendsten Zeitpunkten seinen Kopf aus dem Türchen streckte und dabei einen Heidenlärm verbreitete, hatte es mit dieser Uhr noch eine besondere Bewandtnis. Da es sich noch um ein richtiges mechanisches Uhrwerk mit an langen Aufzugsketten hängenden Tannenzapfen handelte, wurde diese Uhr genau so hoch aufgehängt, dass das Aufziehen nur einmal pro Woche erfolgen musste! Und zwar exakt am Samstag um Halb Acht Abends. Jawohl! Und zwar wirklich genau um diese Uhrzeit! Nicht früher oder gar später (ganz abgesehen davon, dass das Gewicht dann auf dem guten Parkettboden aufsetzen und Kratzer machen könnte)! Nein! Da würde sich ja Alles verschieben. Nicht auszudenken. Dann müsste man ja eventuell die nächste Woche auch wieder früher... Oh Gott! Gegenüber schließlich befand sich dann die große, wuchtige Schrankwand, mit der großen Glasvitrine in der Mitte. Dort konnte man dann so wunderbare Dinge wie eine Muschel aus dem letzten Urlaub der Tochter oder den Zinkteller von Opa's 25-jährigem Firmenjubiläum bewundern. Jeweils an den Seiten waren etwa in Brusthöhe noch weitere offene Standflächen vorhanden. Auf diesen waren samt und sonders die vielen kleinen Erinnerungsbilder untergebracht. Sohnemann noch als Baby beim Baden, Töchterchen im Minirock mit Kniestrümpfen bei der Konfirmation, Sven als 3-jähriger total verschmiert beim Schokopudding essen oder die komplette Family bei Oma's letztem Geburtstag. Allesamt fotografische Meisterwerke! Währenddessen hatte sich Opa an die linke untere Seite der Schrankwand vorgetastet, wo er unter lautem Stöhnen einen topaktuellen Atlanten aus dem Jahre 1979 entnahm.
"Sooo - nu wolln man kuckn wo dat olle Kaff liecht."
"Mensch Opi! Schau doch einfach mal hinten im Ortsregister nach."
"Ach wat! Dat muss mann auch sooo findn. Aber ick brauch vielleicht doch mann wieder ne neue Landkart. Hier sind die Seiten schon so verblichen, da sieht mann ja nischt mehr richtig!"
"Opa das liegt nicht an der Karte! Du mußt deine Brille mal wieder putzen!"
"Alder nu kuck dich dat mann an. Die Staubschicht auf deiner Brill is soo groß, da kannst schon jar nich meehr durchkucken."
"Jaja nu hört mann auch wieder auf. Sooo da is dat Kaf ja. Mönsch dat is aber jut und jern 200km von hier wech. Da sind wer ja über 2 Stunden unterwejs!"
"Wat soo lang! Mönsch Heeelmut solln wer da nich lieber in Jarten jehn und uns da n bißchen ausruhen? Da is dat doch auch immär janz schön!"
"Nein Oma! Wir haben deine ganzen Kartoffeln aufgegessen und als Gegenleistung fahren wir Morgen in DEN Park!"
"Ja Oolsch! Da führt nu kein Weeech mer dran vorbei." und zu seinen Enkeln gewand:"Also jut! Dann sind wer Morjen um 7.00 Uhr bei Euch. Wehe ihr schlaft dann noch!"
"Ne Opa - sicher nicht. Also dann bis Morgen."
Am nächsten Tag befanden sich die 4 in Opa's klepprigem Kadett auf der Autobahn in Richtung Freizeitpark. Normalerweise war er ein eher gemütlicher Fahrer, mit Hut auf dem Kopf und obligatorischer, umhäkelter Klorolle auf der Ablage. Naja im Regelfall fuhr er ja auch nur so gigantische Strecken wie Einkaufsfahrten oder von zuhause bis in den 3 km entfernten Garten. Und so genoss er es jetzt sichtlich auch einmal ein wenig schneller fahren zu können. Sehr zum Leidwesen seiner Frau, die sich auf dem Beifahrersitz krampfhaft an Allem was irgendwie Halt bot festhielt.
"Oma es bringt wirklich nichts, wenn du wie verrückt mit deinem rechten Fuß auf das Bodenblech drückst! Opa hat nämlich kein Fahrschulauto und somit ist an dieser Stelle auch kein Bremspedal!"
"Na ein Pedal ist dort zwar nicht, aber da sie das Blech demnächst durchgedrückt hat, kann sie ja mit den Schuhsohlen bremsen!"
"Jaja verarscht ihr mich mann nur. Und der olle Dackel da neben mich fährt wie son Verrückter!"
"Ick weiß jar nich. Dat Auto is heut jar nich mehr zu halten. Dat jeht mit mich durch!"
"Wie son Halbstarker! Und dat in deinem Alder..."
Und so kam es, dass die 4 schon in weniger als 2 Stunden beim Park ankamen. Die erste Überraschung für Opa gab es, bei der Einfahrt in den Parkplatz.
"Wat die wolln 5 Maark nur für dat bißchen Auto abstelln? Die sind ja janz schöön unverschämt!"
"Nu is schon ejal! Jetzt essen wer erst mann wat. Ick hab n paar Broote von daheim mitjenommen."
"Oma wir wollen jetzt nichts essen! Wir wollen endlich rein!"
"Na jut! Dann nehm ick die Broote halt mit in Paack."
So nächste Woche erfahren wir mehr von Oma und Opa's Abenteuertrip in den Park. Davor ist am Donnerstag Ma(aa)hzel wieder dran.
Was gibt's sonst Neues? Ahja - Ghost läßt sich entschuldigen! Er macht gerade Urlaub und streckt auf irgendeiner Wolke im weiten Universum seinen fetten Bauch in die Sonne. Das heißt ihr bekommt heute eine ganz normale, weichgespülte Folge ohne jegliche sarkastischen und ironischen Anzüglichkeiten sowie sonstigen spitzfindigen Bemerkungen.
Aber machen wir doch mal eine kurze Rückblende auf den Vorabend der großen Eröffnung des neuen Hyper Coasters. Dazu befinden wir uns in der guten Stube von Oma Gerda und Opa Helmut im fernen Odenwald. Ebenfalls anwesend sind ihre 2 Enkel Sven (13) und Patrick (9). Nachdem ihre Eltern sich auf Mallorca im Urlaub befinden fühlen die Zwei sich in ihrer sturmfreien Bude mehr als wohl. An Einsamkeit gehen sie dort jedenfalls nicht zugrunde, da sich neben ihnen auch noch das Zwergkaninchen Susi, die nun prompt eine unfreiwillige 2 wöchige Nulldiät verordnet bekam, und allerlei Freunde dort aufhalten. Der Bequemlichkeit halber fährt man allerdings jeweils zum Mittagessen die 5 km mit dem Bus zu Omi. Dort läßt es sich während der Dauer des Essens dann auch hervorragend aushalten. Nun ja - so gewisse Eigenheiten hatten sie natürlich schon - aber in dem Alter kein Wunder! Das Ganze lief dann in etwa immer nach dem gleichen Schema ab. Die 4 begaben sich ins Eßzimmer, wo von Opa Helmut vorab schon mal der Tisch gedeckt worden war.
"Mensch Heeelmut! Hast schooon wider die Jabeln verjessen? Solln wer heut wider mit die Finger essn?"
"Ach Jott! Mensch an die ollen Dinger hab ick ja jarn nich mehr jedacht. Wart ick hohhlll dat Handwerkszeuch."
"Himmel wie ihr redet. Euch versteht doch echt kein Mensch. Ihr kommt auch wirklich aus dem letzten Pommerschen Eck!"
"Ja nu Mönsch! Soo ham se bei uns halt alle jeredet. Und auch sonst war dat ne janz arme Jejend. So wat kennt ihr ja jar nich meeehr!"
"Oja Oma! Ihr wart da so arm, dass es ihr euch nicht mal mehr die "e's" am Wortende leisten konntet! Und für ein vernünftiges "g" hat es wohl auch nie gereicht?"
"Heeelmut hast du dat jehört? Dat sint deeeine Enkeel! Nu looos jetzt! Jebt man eure Teller her."
"Was gibt's denn heute? O nein! Nicht schon wieder Kartoffeln!"
"Ach wat. Nu habbt euch mann nich soo!Kartoffln sind jesund und ihr müsst noch wachsn."
"Ja aber nicht wieder gleich soviele! Ich esse dann lieber ein bisschen mehr Fleisch und Gemüse!"
"Mensch Ooolsch (Ein selbstverständlich nur liebgemeinter Kosename, der von Opa Helmut immer mal wieder mit dem ebenso nett gemeinten "Allllde" variiert wurde)! Hast wieder vil zu vil jekocht! Ick sach doch jedetmall, du sossst nich sovil machen!"
"Ach wat die paar Dinger. Die teiln wer unter uns auf."
"Ich will aber keine mehr!"
"Duuuuu kriechst auch noch Eine. Nimm die Finger von deinem Teller!"
"Aua!"
In Ermangelung an freiem, nicht durch Hände verdecktem Platz auf Patricks Teller, hatte Oma Gerda die Kartoffel einfach zwischen seinem Zeigefinger und seinem Mittelfinger abgesetzt.
"Sooo dat hast du jetzt davon!"
"Ach Oma! Nachher laufen wir wieder mit so dicken Bäuchen raus, dass wir uns fast gar nicht mehr bewegen können!"
"Lass sie doch! Wisst ihr was? Als Strafe dafür, dass du wieder viel zu viel zu essen gemacht hast, müsst ihr mit uns Morgen in "DEN Park" fahren!"
"Wat is dat denn? Neee schlaaacht euch dat mann ausm Kopp! Dat is doch nischt mehr für uns olle alde Dackel! Heeelmut! Wat meinst du da dazu? Sach doch auch mann wat."
"Wieso Jerdee? Dat könen wer uns doch och man ankucken! Hättst man endlich jelernt nich immär zu vil zu kochen. Dat is nu deine Straf. Woo liecht denn dat überhaupt? Komm laß uns man ins Wohnzimmer..."
"Waaaaat? Nischt jibt et! Eeeerst wird aujejessen! Und wer hilft mich dann beim abspüln?"
"Omi das heißt MIR"
"Wat du wisst abspüln? Neee lass mann, dat mach ick lieber seelber. Sonst wird dat doch nich richtig sauber!"
"Das heißt: Wer hilft M I R beim abspülen!"
"Ach wat! Im Pommerschen jibt et dat jar nich mit dem ollen mich und mir, und dich und dir! Da heißt dat einfach dich und mich und dann is dat jut!"
"Sooo ick bin fertich!?, ließ sich Opa Helmut dann wieder vernehmen:?Patrikk, Sven! Wie siht dat aus? Schafft ihr dat heut noch?"
"Fertig! Los lass uns ins Wohnzimmer gehen!"
"Wat? Und ick muß hier janz allein hocken bleiben?"
"Hätts mann nich sovil Mist rausjeredet dann wärst jetzt auch mann fertich!"
Mit diesen Worten verkroch sich Opa Helmut schnellstens mit seinen zwei Enkeln in der guten Stube der Wohnung. Dort hatte jeder einzelne Gegenstand von Oma Gerda seinen seit Jahren angestammten Platz verordnet bekommen, der höchstens bei Besuchen mal verrückt werden durfte. Und wehe Opa wagte es auch nur ein Kissen ein Stückchen zur Seite zu rücken. Dann konnte Oma aber fuchsteufelswild werden! Auf der gemütlichen Polstergarnitur lehnten an jedem Ende sowie in der Ecke zwei kleine Kissen - selbstverständlich mit dem obligatorischen Knick in der Mitte, den nur Oma sich selbst recht machen konnte. An der abgewandten Seite lagen leicht versteckt die zwei Decken, die Abends beim Fernsehen zum Schutz der teuren Polster immer über die Selbigen gezogen wurden. Ja man musste schon achtgeben, denn schließlich waren die Sitzgarnituren doch erst 15 Jahre alt. Seitlich am Fernseher standen dann Opa's Kopfhörer, mit denen er das allabendliche Fernsehprogramm verfolgte:?Ick hör nich schlecht! Ick will dat bloos immär n bißchen jenauer mitkriejen!? Zwischen Fernseher und Sitzecke hing dann eine echt Schwarzwälder Kuckucksuhr. Ganz abgesehen davon, dass dieses Mistvieh immer zu den unpassendsten Zeitpunkten seinen Kopf aus dem Türchen streckte und dabei einen Heidenlärm verbreitete, hatte es mit dieser Uhr noch eine besondere Bewandtnis. Da es sich noch um ein richtiges mechanisches Uhrwerk mit an langen Aufzugsketten hängenden Tannenzapfen handelte, wurde diese Uhr genau so hoch aufgehängt, dass das Aufziehen nur einmal pro Woche erfolgen musste! Und zwar exakt am Samstag um Halb Acht Abends. Jawohl! Und zwar wirklich genau um diese Uhrzeit! Nicht früher oder gar später (ganz abgesehen davon, dass das Gewicht dann auf dem guten Parkettboden aufsetzen und Kratzer machen könnte)! Nein! Da würde sich ja Alles verschieben. Nicht auszudenken. Dann müsste man ja eventuell die nächste Woche auch wieder früher... Oh Gott! Gegenüber schließlich befand sich dann die große, wuchtige Schrankwand, mit der großen Glasvitrine in der Mitte. Dort konnte man dann so wunderbare Dinge wie eine Muschel aus dem letzten Urlaub der Tochter oder den Zinkteller von Opa's 25-jährigem Firmenjubiläum bewundern. Jeweils an den Seiten waren etwa in Brusthöhe noch weitere offene Standflächen vorhanden. Auf diesen waren samt und sonders die vielen kleinen Erinnerungsbilder untergebracht. Sohnemann noch als Baby beim Baden, Töchterchen im Minirock mit Kniestrümpfen bei der Konfirmation, Sven als 3-jähriger total verschmiert beim Schokopudding essen oder die komplette Family bei Oma's letztem Geburtstag. Allesamt fotografische Meisterwerke! Währenddessen hatte sich Opa an die linke untere Seite der Schrankwand vorgetastet, wo er unter lautem Stöhnen einen topaktuellen Atlanten aus dem Jahre 1979 entnahm.
"Sooo - nu wolln man kuckn wo dat olle Kaff liecht."
"Mensch Opi! Schau doch einfach mal hinten im Ortsregister nach."
"Ach wat! Dat muss mann auch sooo findn. Aber ick brauch vielleicht doch mann wieder ne neue Landkart. Hier sind die Seiten schon so verblichen, da sieht mann ja nischt mehr richtig!"
"Opa das liegt nicht an der Karte! Du mußt deine Brille mal wieder putzen!"
"Alder nu kuck dich dat mann an. Die Staubschicht auf deiner Brill is soo groß, da kannst schon jar nich meehr durchkucken."
"Jaja nu hört mann auch wieder auf. Sooo da is dat Kaf ja. Mönsch dat is aber jut und jern 200km von hier wech. Da sind wer ja über 2 Stunden unterwejs!"
"Wat soo lang! Mönsch Heeelmut solln wer da nich lieber in Jarten jehn und uns da n bißchen ausruhen? Da is dat doch auch immär janz schön!"
"Nein Oma! Wir haben deine ganzen Kartoffeln aufgegessen und als Gegenleistung fahren wir Morgen in DEN Park!"
"Ja Oolsch! Da führt nu kein Weeech mer dran vorbei." und zu seinen Enkeln gewand:"Also jut! Dann sind wer Morjen um 7.00 Uhr bei Euch. Wehe ihr schlaft dann noch!"
"Ne Opa - sicher nicht. Also dann bis Morgen."
Am nächsten Tag befanden sich die 4 in Opa's klepprigem Kadett auf der Autobahn in Richtung Freizeitpark. Normalerweise war er ein eher gemütlicher Fahrer, mit Hut auf dem Kopf und obligatorischer, umhäkelter Klorolle auf der Ablage. Naja im Regelfall fuhr er ja auch nur so gigantische Strecken wie Einkaufsfahrten oder von zuhause bis in den 3 km entfernten Garten. Und so genoss er es jetzt sichtlich auch einmal ein wenig schneller fahren zu können. Sehr zum Leidwesen seiner Frau, die sich auf dem Beifahrersitz krampfhaft an Allem was irgendwie Halt bot festhielt.
"Oma es bringt wirklich nichts, wenn du wie verrückt mit deinem rechten Fuß auf das Bodenblech drückst! Opa hat nämlich kein Fahrschulauto und somit ist an dieser Stelle auch kein Bremspedal!"
"Na ein Pedal ist dort zwar nicht, aber da sie das Blech demnächst durchgedrückt hat, kann sie ja mit den Schuhsohlen bremsen!"
"Jaja verarscht ihr mich mann nur. Und der olle Dackel da neben mich fährt wie son Verrückter!"
"Ick weiß jar nich. Dat Auto is heut jar nich mehr zu halten. Dat jeht mit mich durch!"
"Wie son Halbstarker! Und dat in deinem Alder..."
Und so kam es, dass die 4 schon in weniger als 2 Stunden beim Park ankamen. Die erste Überraschung für Opa gab es, bei der Einfahrt in den Parkplatz.
"Wat die wolln 5 Maark nur für dat bißchen Auto abstelln? Die sind ja janz schöön unverschämt!"
"Nu is schon ejal! Jetzt essen wer erst mann wat. Ick hab n paar Broote von daheim mitjenommen."
"Oma wir wollen jetzt nichts essen! Wir wollen endlich rein!"
"Na jut! Dann nehm ick die Broote halt mit in Paack."
So nächste Woche erfahren wir mehr von Oma und Opa's Abenteuertrip in den Park. Davor ist am Donnerstag Ma(aa)hzel wieder dran.

