Selten im Leben fehlen mir die Worte ;-) Doch heute nacht um 01.20 Uhr war es mal wieder so weit. Eine Filmvorpremiere ging zu Ende, und ich dachte: warum zur Hölle bist Du so lange wachgeblieben. Wofür? Oder war das gar der Vorfilm, und jetzt kommt was gescheites? Grottenschlecht ist in diesem Fall noch ein Prädikat, dass denn Film vieeeel zu gut beurteilen würde...
Ich sage jetzt mal nicht, von welchem Film ich rede. Doch gesehen haben sollte in jeder. Einzig um sagen zu können: ich war dabei, ich habe den schlechtesten Film aller Zeiten gesehen!
Oh ja, ich hab auch schon gehört, dass das mit Abstand der schlechteste Tim Burton-Film sein soll. Laut spiegel.de wollte sich Tim Burton, wie alle "renomierten" Hollywood-Regisseure, ganz klar von einer Auftragsarbeit distanzieren und seine eigene Interpretation schaffen. Das ging wohl - laut dieser Kritik - total in die Hose. Die Aussage des ersten Teils soll überhaupt nicht mehr zu finden sein. Stattdessen beruht der Film auf den simplen Spruch "Was, die wollen über uns herrschen? Die machen wir platt!" Den Vergleich mit der Bush-Regierung fand ich recht treffend...
Soweit zur Spiegel-Kritik. Ich konnte den Film zwar selbst noch nicht sehen, konnte mich aber an den Bildern ergötzen. Und ich muss sagen, dass bei den Affen schon voll ins Klo gegriffen wurde. Die Gorrillas sehen ja noch ganz nett aus, aber die Gelehrten sehen haben meiner Meinung nach viel zu menschliche Gesichtszüge. Und die weiblichen Affen sehen aus wie Teenies mit Mums in den Lippen.
Stimmt es eigentlich, dass die Affen in dem Film nicht die Erde beherrschen, sondern auf einem ganz anderen Planeten hausen? Wenn ja, gäbe es glaube ich keine Möglichkeit, dem Film noch mehr von seiner ehemaligen Atmosphäre zu nehmen.
Wie man doch solche Meisterwerke verhunzen kann.... Bleibe ich also bei meiner 1968er-"Planet der Affen"-DVD.
Anscheinend leben wir im Moment in einer Zeit, in der Regisseure bzw. Produzenten glauben, es würde reichen, dem Zuschauer fette Speziallefekte zu zeigen und schon bleibt er am Film kleben und rennt die Läden ein, um sich mit Merchandising einzudecken. Naja, irgendwann werden die Filmbosse sich an abschreckende Beispiele wie "Episode 1", "Mumie 2", "Final Fantasy" und jetzt "Planet der Affen" erinnern und vielleicht wenigstens ein wenig sinnvolle Handlung einbauen. Es braucht ja nicht gleich eine 6 stündige Abhandlung über Plato zu sein - man will ja noch unterhalten werden - aber gebt dem Zuschauerhirn doch wenigstens ein wenig Nahrung...
Hoi jetzt bin ich aber schön vom Thema abgekommen...
Wie so häufig geht es doch ums Geld. Und wenn ein solches Remake am ersten Wochendende stolze 70 Mio. US $ einspielt, ist jegliche Kritik nutzlos. Es wird produziert was Geld einspielt. Da kann die Story auch noch so schlecht sein. thomas r.
Sicher, aber die Besucherzahlen sind nach dem ersten Wochenende stark eingebrochen. Ich glaube schon, dass die Verantwortlichen mit mehr gererchnet haben. Und der ein oder andere wird sich jetzt überlegen, ob er in den nächsten Spezial-Effekte-Feuerwerk-Film reingeht.
...meine Meinung zu dem Thema: Redet mir den Film schön mies! (Ernstgemeint!)
...Ich hab die erfahrung gemacht, das Filme, die mir von allen als Grottenschlecht verkauft wurden immer noch gut gefallen haben... Gegenteilige Beweise gibts ja auch zur genüge! (Wie oben erwähnt: Episode 1 & Co... Das sind meist Filme, die GUT sind, aber durch die Legendenbildung keine Chance mehr haben, zu beweisen, das sie es sind! --- Die Gefahr sehe ich auch bei Herr der Ringe! ...warten wirs ab!)
Ich habe mich auch über "Tomb Raider" amüsiert, nachdem mir jeder davon abgeraten hat! }>
ooohhhh Onkel Jürgen, ich war heute Nacht auch in der Vorpremiere und ich glaube der Film war schon so schlecht das er am Ende schon wieder überzogen gut war.
Ich habe jetzt noch eine "kopfschüttelsyndrom" von all den Szenen, wo man am Besten nur noch weggeschaut hätte.
Für mich ist dieser Film das beste Beispiel, wie sollte ein Film nicht aufgebaut sein.
- Handlung gleich typisches Filmgenre ( Böse <> Gut ) - Spannungsbogen gleich NULL - Kulissen hoch gelobt und meiner Meinung nach tief gefallen - Film zu hektisch als das man Ihn verfolgen könnte uvm...
Also es lohnt sich wirklich nicht, aber wie gesagt das ist nur meine subjektive Meinung und jeder darf und sollte sich seine eigene Meinung dazu bilden.
Übrigens selben Effekt hab ich auch bei Jurassic Park 3 erlebt - hochgelobt und tief gefallen - auch er hält nicht mehr den Erwartungen Stand die man an Ihn gerichtet hatte.
Irgendwann kommt es einfach nicht mehr auf die Spezialeffekts an, ein bissl Handlung darf auch Endhalten sein :D
auch ich gehör zu den Leuten, die meistens noch irgendwas positives an einem Film finden (wollen) alleine schon, um sich nicht allzu sehr über das ausgegebene Eintrittsgeld zu ärgern.
Aber Planet Of The Apes?!...
My dear mister singingclub... wenn sogar ein Herr Vester als absoluter Tim-Burton-Fan 120 lange Minuten völlig ratlos auf die Leinwand starrt, und dann am Ende in der Lobby nur noch den Kopf schüttelt und ratlos ist...
Bilde sich jeder seine/ihre eigene Meinung, aber es soll nachher nicht heissen, er/sie sei nicht gewarnt gewesen. Oder wie wir im Ruhrpott sagen: "Dieser Film ist ein Schlag in die Fresse" (mit Verlaub)
Wenn er wenigstens "schön" schlecht gewesen wäre...
Maaaaaaaaaahzel Spontanität muss sorgfältig geplant werden :-biggrin
So... jetzt melde ich mich auch noch zu dem Thema zu Wort..
Ich hatte gestern auch das zweifelhafte Vergnügen, diesen Ed-Wood-Gedächtnis-Streifen mit Riesenbudget im Cinemaxx über mich ergehen zu lassen. Vorweg sollte ich vielleicht noch anmerken, daß Tim Burton bisher eigentlich ein Regisseur war, der für mich über Wasser ging. Hier nun also meine persönliche Analsyse, warum der Film derart miserabel ausgefallen ist...
Zunächst einmal kann man den Schauspielern keinen Vorwurf machen. Tim Roth als General Thade un Helen Bonham Carter als liberaler Affenteenager sind absolut sehenswert, und selbst Mark Wahlberg spielt in seinen eng ummessenen Grenzen durchaus angenehm. Die Fehler, die bei diesem Streifen gemacht wurden, sind an anderen Stellen zu suchen. Fangen wir also gleich mal mit dem Drehbuch an. Daß die alte Story nicht mehr ohne Aktualiserung genommen werden konnte, liegt auf der Hand, da das Thema "Angst vor einem atomaren Krieg gespickt mit Rassenproblematik" heute einfach nicht mehr so richtig up-to-date ist. Dafür hat man dann eine Prise Genmanipulationskritik mit einem gehörigen Stückchen Heldenepos gemischt, das ganze dreimal durch den Unlogik-Mixer gequirlt und anschließend im Religionsbackofen bei 40 Grad aufgewärmt. Herausgekommen ist dabei eine ziemlich unappetitliche Sache, bei der man nach dem Genuß eher Sodbrennen als ein wohliges Völlegefühl bekommt.
Ist also die Handlung des Films schon nicht das Gelbe vom Ei, hat man bei den Dialogen dann endgültig den Eindruck, hier wären keine professionellen Autoren am Werke gewesen, sondern die Drehbuchklasse einer mittelmäßigen Volkshochschule. Was kritisch wirken soll, ist leider nur platt und vorhersehbar - was witzig sein soll, hat leider nur den Charme einer drittklassigen Komödie der 70er Jahre (alleine der Orang-Utan-Sklavenhändler hat das Witzpotential eines Jar Jar Binks in Episode 1 - und nicht umsonst erfreute sich die Kill-Jar-Jar-Binks-Website großer Beliebtheit). Und der Schluß des Films (Ape Lincoln) ist dann endgültig ein Armutszeugnis.
Alleine ein schwaches Drehbuch macht noch nicht unbedingt einen schlechten Film aus, aber der gute Tim Burton durfte (oder wollte) sich anscheinend auch nicht so recht entfalten. Die Bilder sind einfallslos heruntergekurbelt worden, die Schlachtszenen sind dank zu schneller Schnitte kaum nachzuvollziehen (daß dies auch anders geht, hat Ridley Scott in "Gladiator" ja schon bewiesen), der einzig interessante Aspekt des Films (Liebe zwischen Mensch und Tier) wurde zugunsten einer Altersfreigabe in den Staaten mit Rücksicht auf die US-Moral völlig verworfen und die Anleihen bei Kollegen wie John Woo oder Steven Spielberg wirken lächerlich und überzogen. Man könnte dies alles dadurch abtun, da dieser Film eine Auftragsarbeit von Burton war. Nachvollziehen kann ich allerdings nicht, daß Burton für dieses Machwerk auch noch eine PR-Tour fährt, und den Film nicht unter der Regie von Alan Smithee hat laufen lassen.
Die restlichen Beteiligten haben sich dann leider auch noch davon anstecken lassen. Der Score von Danny Elfman dürfte wohl mit zum schlechtesten gehören, was er bis dato abgeliefert hat (zu seiner Entschuldigung sei angemerkt, daß der ürsprüngliche Score von den Produzenten abgelehnt wurde, weil er nicht pathetisch genug war, und Elfman in kürzester Zeit einen neuen Score aus dem Hut zaubern mußte). Die Masken von Rick Baker sehen zwar realistisch aus, aber eben manchmal leider zu realistisch. Wenn die Gorilla-Armee mit ihren Motorradhelmen und den Draculaequen Uniformen humpelnd durch die Gegend zieht und der Gorilla-General seine durch den Vocoder gezogene Stimme erhebt, wirkt es eben leider ziemlich lächerlich.
Es lassen sich noch unendlich viele andere Kritikpunkte finden (z.B. wo kommen die Gorillas und Orang-Utans her, die gar nicht auf dem Schiff waren; ein Zeitparadoxum als Erklärung der ganzen Geschichte ist ziemlich dürftig, wie kann die Schiffselektronik nach Aeonen noch funktionieren, etc. etc.), aber ich will es jetzt mal in aller Ausführlichkeit lassen.
Der Film ist ein Schlag vor den Kopf eines jeden Burton-Fans (von Anhängern der alten Filme oder gar des Romans will ich mal gar nicht reden) und hat meiner Meinung nach beste Chancen auf die Goldene Zitrone. Wer sich seine Meinung selber bilden möchte, mag sich genau wie wir gestern 2 Stunden selbst davon überzeugen, aber es soll niemand nachher sagen, wir hätten ihn nicht gewarnt.
Mike
PS: Ich fand übrigens Final Fantasy, Jurassic Park III und Tomb Raider durchaus unterhaltenswert
Lebe so, wie, wenn Du stirbst, Du wünschen wirst, gelebt zu haben
Na, da werde ich mir am Wochenende lieber den Film "Lammbock" anschauen. Von diesem Film hört man ja von allen Seiten das Gegenteil. "Super, der beste deutsche Film seit langem", "Endlich wieder eine spitzen Komödie", "Dialogwitz bis zum abwinken" usw.... Bin ja mal gespannt. Hat ihn schon einer gesehen und kann das bestätigen?
Ich finde es immer wieder schrecklich wenn geniale Werke, ob Musik oder Film, neu aufgelegt werden. Besonders schlimm bei Klassikern wie "Planet of the Apes". Ein Meisterwerk der Filmkunst wird mal wieder gnadenlos kommerziell ausgenutzt. Stellt euch mal vor in 30 Jahren gibt es ein Remake von Star Wars? Dagegen müsste eigentlich ein Gesetz erlassen werden! Warum wird eigentlich immer angenommen, dass teuerer immer gleich besser ist. OK, die Masken sehen natürlich supertoll aus, aber die von 68 genauso. Die Effekte sind natürlich auch viel realer, dafür aber irgendwie langeweilig. Ich frage mich warum die Story immer das einzige ist was kontinuierlich schlechter wird, um Welten schlechter. Sowas treibt mich echt in den Wahnsinn. Deshalb höre ich jetzt auf und boykottiere weiterhin solche "billigen" Remakes!