Von Angestellten, Bossen, Politikern und Attraktionen - Stairway to Heaven Part 21
LETZTE BEARBEITUNG AM 12-Aug-2001 UM 13:40 Uhr ()
Hi!
Wochenend und Sonnenschein - dazu noch eine Folge Stairway :-)
Heute hat die Baustelle hohen politischen Besuch. Ob der sich darin wohlfühlt und was er dabei alles so erlebt? Aber lest selbst - viel Spaß!
Na, also Lizzy sieht ja nun wirklich nicht gerade begeistert aus. Aber was die Meierhardt ihr auch um die Ohren geknallt hat - da wundert mich ihr Gesichtsausdruck wirklich nicht! Wie kann diese Frau ihr nur ins Gesicht sagen, daß Lizzy sozusagen unweiblich aussieht? Gut in dem jetzigen Arbeits-Dress nunja ... aber ansonsten ...
Andererseits - ich habe sie noch nie wirklich in Sachen gesehen, die man als "heiß" oder "extravagant" bezeichnen könnte - aber warum auch? Normal hat man hier immer entweder seine Abteilungs-Uniform an oder läuft, wenn man freizeittechnisch hier unterwegs ist (und viele Kollegen kommen mit ihren Familien oder alleine tatsächlich auch ab und zu in ihrer Freizeit her), in Jeans oder T-Shirt herum.
Naja ... selbst auf der Betriebsfeier neulich zog es Lizzy vor, in eher sportlich gehaltenen Sachen aufzukreuzen. Allerdings frage ich mich ja schon, wie sie wohl in einem Abend- oder Cocktailkleid aussehen würde?
Was soll's - die Meierhardt hatte wirklich nicht das Recht so mit ihr umzugehen! Und dann noch ihr dämlicher Vorschlag, daß Liz von ihr etwas haben könnte ... wie peinlich - diese Frau ist einfach unmöglich! Ich verstehe das Ganze sowieso nicht! Lizzy soll doch nur achterbahnfahren und da steigt man für gewöhnlich doch sowieso nicht mit dem sogenannten "kleinen Schwarzen" in den Wagen ein! Tz ... naja ...
"Tja Leute - wir sollten mal langsam wieder zurück zur Baustelle!" fordere ich Marc und Lizzy nun auf die Mittagspause zu beenden.
"Hmpf - och Dietmar es ist doch soooo heiß ..."
"Jaja Lizzy ich weiß - aber vielleicht funzt inzwischen die Lüftung ja! Wir müssen wieder an die Arbeit - ihr wißt doch, daß in wenigen Stunden der Chef samt den Landtags-Menschen uns einen Besuch abstatten wollen! Da müssen wir schon noch ein wenig was richten! Na kommt schon - erhebt Euch!"
Heinz läuft uns auch schon entgegen als wir gerade das Areal betreten: "Die Lüftung funzt und die Lichtorgel auch! Von mir aus können die hohen Gäste kommen!"
"Lichtorgel?" fragt Marc
"Du meinst wohl unsere Projektoren ... schön!" funke ich Heinz dazwischen.
"Schniiieef ... hmmmm ... was riecht hier so gut?" fragt Lizzy interessiert. Heinz grinst über beide Backen: "Hehe - das sind unsere Duftis! Nicht schlecht was?!" "Duftis?" fragt Liz verwirrt. "Ja Duftsäulen um genau zu sein! Ach, daß kennst Du natürlich nicht - ich zeige Dir mal eine, aber nicht jetzt!" erkläre ich ihr, da Heinz inzwischen auf dem Absatz kehrt gemacht hat und sich zu Tim und Dennis begibt, die versuchen mit Farbeimern beladen gleichzeitig das Gerüst hinaufzusteigen - Oh je ...
Der Duft, der sich hier langsam dezent verteilt, erinnert irgendwie nach Urwald oder so und zusammen mit der Ausstattung, der Beleuchtung und der Geräusche, die ebenfalls noch zum Einsatz kommen werden, wird er dafür sorgen, daß der Besucher sich wirklich wie in einer anderen Welt fühlen wird - Perfekt!
"Wo ist eigentlich Mike?" rufe ich zu Heinz hinüber. Der zuckt nur die Schultern und ruft zurück: "Naja ... der ist zu Gerhard gegangen und läßt sich wohl was gegen seine Rückenschmerzen geben! Auf dem Weg zur Kantine hat ihn wohl ein Hexenschuß oder sowas erwischt und am Mittagessen, als unsere Presse-Schnepfe auftauchte, hat er es fast nicht mehr ausgehalten!" "Was denn? So schlimm? Na sowas!" frag ich nun doch etwas erstaunt - anscheinend ist die Sache mit dem Chiropraktiker wohl doch nicht nur eine Ausrede von Mike gewesen, um sich vor dem morgigen TV-Team drücken zu können.
"Naja ... so ein Hexenschuß trifft einen von jetzt auf nachher - und mit seinem Kreuz hat er doch immer schon ein wenig Probleme gehabt. Er ist sogar freiwillig zu Gerhard gegangen - stell Dir das mal vor!" ruft Heinz abermals zu mir herüber.
Naja - DAS ist allerdings wirklich erstaunlich. Mike geht freiwillig zu unserem Betriebsarzt - Donnerwetter!!! Genauso wie Lizzy hat er nämlich einen Riesen-Horror vor möglichen Spritzen, die man ihm unter Umständen verpassen könnte - und alleine aus diesem Grund versucht er sonst auch immer jeden Arztbesuch, so weit es geht, vor sich herzuschieben oder sogar ganz darauf zu verzichten und zu warten bis der Schmerz von alleine wieder verschwindet. Manchmal klappt das sogar!
Trotzdem kam es aber auch des öfteren vor, daß man ihn nachts noch zum Notarzt fahren mußte, weil Mike tagsüber immer die tollsten Ausreden fand, wegen irgendwelcher Wehwehchen NICHT zum Arzt zu gehen und die Schmerzen prompt in der Nacht so schlimm wurden, daß seine Frau wegen des Gejammers ihres Göttergattens es nicht mehr im ehelichen Schlafzimmers aushielt und mit einem Telefonanruf beim örtlichen Krankenhaus kurzen Prozess machte.
Das Endergebnis war dann einmal sogar ein etwas längerer Aufenthalt in der Klinik, den er sich hätte locker ersparen können, wenn er mit seiner damaligen Blutvergiftung einfach gleich den Doktor aufgesucht hätte ...
Nun ja ich will nicht ungerecht sein - Lizzy zum Beispiel handelt in ähnlichen Fällen genauso unvernünftig, vor lauter Angst jemand könnte sie ins Krankenhaus schicken. Es gibt neben Achterbahnen nicht viel, womit man ihr Angst einjagen kann - aber Krankenhäuser und/oder Spritzen, da bekommt sie Panik.
Statt gleich zum Betriebsarzt zu gehen, wenn Lizzy sich wiedermal irgendwo eine Verletzung einhandelt hat, jammert uns diese den ganzen Tag die Ohren voll und möchte lieber frei haben oder Ähnliches. Allerdings bin ich dann derjenige, der kurzen Prozess mit ihr macht, indem ich entweder Gerhard mittels Funk rufe oder aber die Patientin am Schlawittchen packe und eigenhändig zu unserem Betriebsarzt bringe - auch das hatten wir alles schon. Wobei nur das Abliefern alleine manchmal nix bringt - nö - einmal mußte ich sogar aufpassen, daß sie nicht auch noch aus dem Erste-Hilfe-Raum wieder hinaus flüchtete ...
Nachdenklich beobachte ich die Jonglierversuche von Heinz Tim und Dennis mit den Farbeimern auf dem Gerüst - mal sehen wer heute noch alles aus irgendwelchen Gründen zum Arzt gebracht werden darf ...
Schließlich blicke ich zu Marc und Lizzy, die immer noch neben mir stehen und auf Anweisungen warten:
"Tja ... dann wollen wir mal wieder! Marc, Lizzy - Ihr macht da weiter, wo Ihr vorhin aufgehört habt! Ich schau derweil mal wie weit die restlichen Arbeiten sind ..."
Nunja - da die Mittagspause von mir, Marc und Lizzy dank verschiedener Vorfälle etwas länger als geplant ausgedehnt wurde(statt 60 Min. wurden es 90 ...), wird es nun wirklich Zeit hier wieder mit anzupacken.
Nachdem inzwischen auch die Lüftung auf Hochtouren läuft, steigt immerhin nicht auch noch die Temperatur weiter an, sondern gaaanz langsam wird es hier wieder etwas erträglicher. Dennoch finden es die meisten Mitarbeiter immer noch viel zu warm - in den folgenden 3 Stunden fließt dann auch so mancher Schweißtropfen. Aber, wir kommen gut voran! Die meisten Felsen haben nun den richtigen Anstrich bekommen, das provisorische Geländer wurde endlich fertig und die anderen Mängel wurden auch beseitigt - Prima! Mal sehen wie es Liz und Marc so geht ...
"Ich kann nicht mehr - ich will nicht mehr ... mir ist wurscht, was das jetzt für Folgen haben wird - aber ich mach jetzt keinen Finger mehr krumm!" "Och Liz - nun komm' mach nicht schlapp! Nur noch ein kleiner Felsen - komm' steh auf ..." "Neeeeee Marc laß mich in Ruhe ..." "Himmel - Du kannst doch nicht einfach hier so sitzenbleiben!" "Und ob ich das kann!" "Aber wenn das Dietmar oder Mike sehen ... naja ... dann schicken sie Dich vermutlich zu Dick! Und der wird Dich dann ... wie war das? Disziplinieren! Genau - Mann, Dein Hintern tut mir jetzt schon leid!"
"Pah! Evil Dick wird mir schon nix tun ..."
"Hmmm Lizzy - da wäre ich mir an Deiner Stelle aber nicht so sicher!" rufe ich laut zu ihnen herüber.
Die beiden drehen sich schlagartig nach mir um und ich grinse sie frech an: "Na, wie weit seid Ihr denn so gekommen?"
"Naja - also der eine Felsen dahinten noch - aber ich glaube, Lizzy kann wirklich nicht mehr!" meint Marc schulterzuckend.
Naja ... frisch sieht sie echt nicht mehr aus. Ganz rot ist sie im Gesicht und ihre blonden Locken hängen lustlos unter ihrem Helm hervor. Und Marc scheint es wohl ähnlich zu ergehen, auch wenn er es sich nicht so anmerken läßt.
"Einen Felsen noch - na, Ihr ward ja wirklich fleißig - sehr vorbildlich! Hmmmm ... meint Ihr, daß Ihr den einen trotzdem noch schafft?"
"Ich will unter die Dusche und dann nur noch in mein Bett ... ich kann nicht mehr ..." jammert Lizzy lautstark ...
Quiiiiieeetttschhh - Die Tür geht auf und einer aus dem Security-Team schaut herein und winkt mir zu.
"Moment ich komme! Also Lizzy, dann gönne Dir ein paar Minuten Pause - bevor Du mir noch ein Hitzeschlag bekommst und laß Dir im Waschraum ein wenig kaltes Wasser über die Handgelenke und Arme laufen - danach wirst Du Dich ein wenig besser fühlen! Das Selbe gilt auch für Dich Marc! Und trinkt immer genügend Sprudel - ja? Ich schau mal was die Security will!"
Aber Mike, der inzwischen von Gerhard zurück ist, kam mir schon zuvor, läuft nun wieder herein - schnurstracks zur Mikro-Anlage: "Herrschaften! Stellt alle Tätigkeiten ein! Der Besuch ist schon da!!!"
Du meine Güte! Wieso denn jetzt schon? Ist es wirklich schon so spät?
Na, immerhin wurden sämtliche Wege freigekehrt, nicht daß da noch einer in was hineintritt. Dem Besuch hat man außer den Helmen keine weiteren Sicherheits-Klamotten verpaßt ...
Und da strömen sie auch schon herein: Zuerst unser aller oberster Boss (lang möge er leben, glücklich und in Zufriedenheit - Himmel Lizzy's Lobpreisung kann ich schon auswendig) und hinterher 8 Nasen vom Landtag, der Marketing-Chef Herr Blauengel und natürlich unsere Presse-Nudel Frau Meierhardt - die ist auch überall mit dabei ...
"Sieh nur Lizzy! Da kommt er, der Boss ... den wollte ich immer schonmal kennenlernen ..." Marc ist vor Ehrfurcht ganz erstarrt und flüstert mit heiserer Stimme diese Worte andächtig Lizzy zu, die es vorzug, jetzt doch nicht in den Waschraum zu gehen und stattdessen weiterhin mitten auf dem Boden hocken zu bleiben. "Und? Der ist auch nur ein Mensch wie jeder andere - mehr zahlen könnte der mal!" meint sie etwas gelangweilt und erhebt sich mit lautem Stöhnen. "Uuuuuhhhh mehr Kohle wäre echt nicht schlecht - oder Sonderurlaub oder sowas ..."
Mike hat sich nun den Gästen angenommen und beginnt mit nun zusammen mit der Geschäftsleitung die Führung. Hin und wieder stellt einer dieser Leute ihm oder dem Boss irgendwelche meiner Meinung nach belanglose Fragen, aber ansonsten geht das Ganze relativ ruhig von statten. Schließlich gibt Mike Heinz und Tim ein Zeichen - nun kommen wir zur eigentlichen kleinen Show von der nur der Boss, Mike, Heinz, Tim und ich etwas wissen. Gespannt warte ich auf die Reaktionen der Gäste, aber auch der von unseren Leuten, die sich nun langsam alle in unmittelbarer Nähe zu mir, Marc und Lizzy versammeln.
Schön - auf diese Weise kann ich sie alle wunderbar beobachten.
Das Arbeits-Licht geht mit einem Mal aus und unser Sternenhimmel beginnt mit sanften Licht zu erstrahlen. Auch die kleinen Lampen und Glasfasern an den Felsen und zwischen den Bäumen versteckt tauchen alles in ein dezent grün/blaues geradezu mystisches Licht. Vom Tonband kommen durch die vielen gut verborgenen Lautsprecher diverse Tierlaute, wie man sie öfters im nächtlichen Urwald vernehmen kann.
"Oh!", "Aahhh", "Wunderbar!" und "Wie schön!" tönt es aus diversen Kehlen - vor allem aus denen unserer Gäste.
Die ganze Beleuchtung ändert sich mit einem Mal - der Sternenhimmel wird 'unsichtbar' stattdessen werden dunkle nächtliche Gewitterwolken an die Decke projeziert. Die feinen Glasfasern an der Decke, die vorher die Sterne simulierten, kann man nicht erkennen. Dann kommt mittels einiger Ventilatoren eine leichte Brise auf, die aber stetig zunimmt.
Liz neben mir scheint das sehr zu gefallen - genüßlich dreht sie sich in Windrichtung und läßt sich die erfrischende Brise um die Nase wehen. Vom Band ertönt nun erst leichtes Donnergrollen, welches aber immer stärker wird. Strobos sorgen für die nötigen Blitze.
Die Zuschauer sind mehr als beeindruckt - Die 'Ohs' und 'Ahs' von vorhin weichen manchem etwas erschrecktem Laut, den der eine odere andere Gast angesichts des künstlichen Donnerwetters von sich gibt. Von Seiten der Techniker höre ich eher sowas wie: "Die Lautsprecher sollten wir mehr aufdrehen ..." oder "Hmmm wir sollten auch noch Regen hier mit einbauen - aber dann geht uns womöglich die Elektronik flöten ..."
Lizzy und Marc sind ganz von dem Spektakel vereinnahmt und schauen nur stumm und andächtig zu.
Dann ändert sich die Stimmung abermals: Es wird wieder stiller der Wind legt sich und der 'Himmel' über uns verfärbt sich langsam von rötlich über goldgelb - was einen Sonnenaufgang (bzw. -untergang) darstellen soll. Vogelgezwitscher ertönt aus den Lautsprechern - was für eine friedliche Morgenstimmung ... Erleichtertes Lachen ertönt von Seiten der Gäste, denen dieser Stimmungswechsel nach dem Donnerwetter sichtlich behagt. Dann verfärbt sich der Himmel ganz in blau und die Projektoren werfen kleine weiße Wölkchen an die Decke, die gaaaanz gemächlich entlangziehen. Die Ventilatoren sorgen für eine ganz sanfte Brise und vom Band ertönen noch mehr Tiergeräusche sowie vereinzeltes Grillenzirpen ...
Besonders schön läßt sich das ganze Himmelstreiben natürlich von unten aus der Schlucht beobachten - hier oben verdecken zum Teil die Felsen und unser künstlicher Urwald das Geschehen - was aber auch so sein soll! Je nachdem wo man sich gerade befindet, ist man entweder in einem etwas schummrigeren Winkel zwischen hohen Bäumen und Felsen oder aber man hat einen schönen Ausblick über die Schlucht. Die kleine Achterbahn die sich hier über das halbe Gelände durchschlängelt, wird später dafür sorgen, daß die Passagiere von einem Standort zum nächsten kommen. Ebenso die Bootsfahrt unten in der Schlucht - die die Gäste vom Gelände außerhalb in gemächlicher Ruhe hier herein und natürlich auch wieder nach draußen bringen wird. Außerdem wird es auch ein paar abgeschrankte Fußwege für die Gäste geben, die weder im Boot noch im Achterbahnwagen dieses Areal erkunden wollen. Zum Teil befinden wir uns gerade auf einem dieser Fußwege - allerdings werden laut Zeitplan am Mittwoch und Donnerstag hier noch die entsprechenenden richtigen Geländer und Abschrankungen angebracht. Ab Freitag wird dann der TÜV unser Gast sein und Achterbahn samt sonstiger anderer Dinge genau unter die Lupe nehmen. Meine Güte, es wird noch viel zu tun sein - von diversen kleinen Verschönerungen, was Deko etc. anbelangt mal ganz abgesehen. Ein paar unserer Leute werden sogar Nachtschichten übernehmen. In 2 Wochen soll bekanntlich ja dann auch hier die Eröffnung sein - aber ob das tatsächlich hinhaut?
Mal sehen, vielleicht werde ich Marc und Liz auch nachts einteilen - da sind die Temperaturen immerhin angenehmer als tagsüber und von Lizzy weiß ich, daß sie eher ein sogenannter 'Nacht-Mensch' ist, der je später es wird, umso mehr an Power aufdreht. Gleich nach der Vorstellung muß ich mit den beiden mal reden!
"Tja meine Damen und Herren - wie Sie nun erleben durften, können wir hier verschiedene Tageszeiten und auch Wetter-Szenarien eindrucksvoll simulieren! Dieser Szenen-Wechsel den wir mehrmals am Tag hier haben werden, wird unseren Besuchern viel Abwechslung bieten - sie werden bei mehrmaligem Besuch von "Fantasia" immer wieder einen ganz anderen Aufenthalt genießen können ..."
Der Chef ist nun in seinem Element und preist seine neue Attraktion den inzwischen mehr als beeindruckten Gästen an.
Dann folgt eine kleine Rede, in der er betont, wieviele auch ortsansässige Firmen neben unseren hauseigenen Werkstätten doch mit an diesem und anderen Projekten mitwirken - sei es nun die Firma Was-Weiß-Ich, die uns schön verzierte Geländer anfertigt oder die Firma Sowieso, die uns immer so schöne Fliesen liefert sowie die Malerei XYZ die für die größeren Flächen tätig ist ...
Er vergißt dabei auch nicht zu erwähnen, wieviele Arbeitsplätze alleine schon durch den Bau von neuen Attraktionen, wie dieser, gesichert sind und wieviele Ausbildungsstätten wir hier in unserem Betrieb in den diversen Handwerksbereichen bieten.
Natürlich kommt er auch noch auf den äußerst wichtigen Wirtschaftsfaktor unseres Parks für die gesammte Region zu sprechen. Immerhin locken wir eine ziemlich hohe Anzahl an Besuchern heran, die aus den diversen Bundesländern und sogar dem Ausland anreisen, um während ihres Aufenthaltes hier und in der Umgebung Geld auszugeben. Und somit sei es halt sehr wichtig diesen Gästen immer wieder etwas Neues bieten zu können, um sie bei der Stange zu halten und um wettbewerbsfähig zu sein ...
Er ist und bleibt ein schlauer Fuchs unser Chef - und klappern gehört bekanntlich auch zum Handwerk.
Die politischen Gäste hören andächtig zu und hin und wieder nickt der eine oder andere Abgeordnete zustimmend mit dem Kopf oder macht sich ein paar Notizen in sein Notebook.
Schließlich endet unser Boss mit dem Satz: "Zu guter Letzt möchte ich noch unserer hier anwesenden Technik, die in den vergangenen Wochen und Monaten hier überaus fleißig ein kleines Wunder geschaffen haben, für diese kleine Demonstration danken!" Die Gäste applaudieren und manche sehen nun zum erstenmal richtig zu uns Technikern und Deko-Leuten herüber.
Dann ist aufeinmal die Führung zu Ende - Mike bringt alle zum Ausgang und unterhält sich noch kurz mit dem Chef. Schließlich kommt er wieder zurück und läßt Folgendes über unsere kleine Lautsprecheranlage verlauten: "Bravo meine Herrschaften - unser aller oberster Boss ..." "Lang möge er leben!" ruft Liz prompt dazwischen und der Rest unserer Mannschaft (bis auf die paar Neuen die das Ganze noch nicht kennen) stimmt mit ein: "... glücklich und in Zufriedenheit!"
Mike grinst und meint dann "Ok - ok - seid Ihr fertig? Schön - also unser Chef ist sehr zufrieden, was den Fortschritt hier in unserer Baustelle angeht - morgen nach der Eröffnung unseres Hypers gibt er uns übrigends Einen aus! Also wer kommen will bzw. morgen abend sowieso da ist, soll sich mal im neuen Hyper-Areal blicken lassen - soweit ich weiß gibts dort Schampus und so kleine Leckereien etc. ... " Zustimmendes Geklatsche und Gerede ertönt. Lizzy meint: "Leckereien? Hmmmm ... nicht schlecht!" Typisch! Wenn es was Feines zu Essen gibt ist sie genauso wie Dick schnell mit von der Partie! Und bei den restlichen Mitarbeitern scheint der Ausblick auf einen feucht-fröhlichen Abend mit Schampus oder Ähnlichem wirklich guten Anklang zu finden - schon wird untereinander ausgemacht, wer wann wie lange bleiben will oder kann ...
"Aber treibt es nicht so dolle - klar? Da ist auch noch TV und was weiß ich alles anwesend!" fügt Mike daher nun schnell noch hinzu!
... Fortsetzung folgt
Am Dienstag geht es voraussichtlich mit Maaahzel an anderer Stelle weiter - bis dahin wünsche ich Euch noch einen schönen erholsamen Sonntag! :-)
Gruß
Twisi
http://www.seriousandfun.de/bilder/Serious2.gif
http://www.seriousandfun.de
Hi!
Wochenend und Sonnenschein - dazu noch eine Folge Stairway :-)
Heute hat die Baustelle hohen politischen Besuch. Ob der sich darin wohlfühlt und was er dabei alles so erlebt? Aber lest selbst - viel Spaß!
Na, also Lizzy sieht ja nun wirklich nicht gerade begeistert aus. Aber was die Meierhardt ihr auch um die Ohren geknallt hat - da wundert mich ihr Gesichtsausdruck wirklich nicht! Wie kann diese Frau ihr nur ins Gesicht sagen, daß Lizzy sozusagen unweiblich aussieht? Gut in dem jetzigen Arbeits-Dress nunja ... aber ansonsten ...
Andererseits - ich habe sie noch nie wirklich in Sachen gesehen, die man als "heiß" oder "extravagant" bezeichnen könnte - aber warum auch? Normal hat man hier immer entweder seine Abteilungs-Uniform an oder läuft, wenn man freizeittechnisch hier unterwegs ist (und viele Kollegen kommen mit ihren Familien oder alleine tatsächlich auch ab und zu in ihrer Freizeit her), in Jeans oder T-Shirt herum.
Naja ... selbst auf der Betriebsfeier neulich zog es Lizzy vor, in eher sportlich gehaltenen Sachen aufzukreuzen. Allerdings frage ich mich ja schon, wie sie wohl in einem Abend- oder Cocktailkleid aussehen würde?
Was soll's - die Meierhardt hatte wirklich nicht das Recht so mit ihr umzugehen! Und dann noch ihr dämlicher Vorschlag, daß Liz von ihr etwas haben könnte ... wie peinlich - diese Frau ist einfach unmöglich! Ich verstehe das Ganze sowieso nicht! Lizzy soll doch nur achterbahnfahren und da steigt man für gewöhnlich doch sowieso nicht mit dem sogenannten "kleinen Schwarzen" in den Wagen ein! Tz ... naja ...
"Tja Leute - wir sollten mal langsam wieder zurück zur Baustelle!" fordere ich Marc und Lizzy nun auf die Mittagspause zu beenden.
"Hmpf - och Dietmar es ist doch soooo heiß ..."
"Jaja Lizzy ich weiß - aber vielleicht funzt inzwischen die Lüftung ja! Wir müssen wieder an die Arbeit - ihr wißt doch, daß in wenigen Stunden der Chef samt den Landtags-Menschen uns einen Besuch abstatten wollen! Da müssen wir schon noch ein wenig was richten! Na kommt schon - erhebt Euch!"
Heinz läuft uns auch schon entgegen als wir gerade das Areal betreten: "Die Lüftung funzt und die Lichtorgel auch! Von mir aus können die hohen Gäste kommen!"
"Lichtorgel?" fragt Marc
"Du meinst wohl unsere Projektoren ... schön!" funke ich Heinz dazwischen.
"Schniiieef ... hmmmm ... was riecht hier so gut?" fragt Lizzy interessiert. Heinz grinst über beide Backen: "Hehe - das sind unsere Duftis! Nicht schlecht was?!" "Duftis?" fragt Liz verwirrt. "Ja Duftsäulen um genau zu sein! Ach, daß kennst Du natürlich nicht - ich zeige Dir mal eine, aber nicht jetzt!" erkläre ich ihr, da Heinz inzwischen auf dem Absatz kehrt gemacht hat und sich zu Tim und Dennis begibt, die versuchen mit Farbeimern beladen gleichzeitig das Gerüst hinaufzusteigen - Oh je ...
Der Duft, der sich hier langsam dezent verteilt, erinnert irgendwie nach Urwald oder so und zusammen mit der Ausstattung, der Beleuchtung und der Geräusche, die ebenfalls noch zum Einsatz kommen werden, wird er dafür sorgen, daß der Besucher sich wirklich wie in einer anderen Welt fühlen wird - Perfekt!
"Wo ist eigentlich Mike?" rufe ich zu Heinz hinüber. Der zuckt nur die Schultern und ruft zurück: "Naja ... der ist zu Gerhard gegangen und läßt sich wohl was gegen seine Rückenschmerzen geben! Auf dem Weg zur Kantine hat ihn wohl ein Hexenschuß oder sowas erwischt und am Mittagessen, als unsere Presse-Schnepfe auftauchte, hat er es fast nicht mehr ausgehalten!" "Was denn? So schlimm? Na sowas!" frag ich nun doch etwas erstaunt - anscheinend ist die Sache mit dem Chiropraktiker wohl doch nicht nur eine Ausrede von Mike gewesen, um sich vor dem morgigen TV-Team drücken zu können.
"Naja ... so ein Hexenschuß trifft einen von jetzt auf nachher - und mit seinem Kreuz hat er doch immer schon ein wenig Probleme gehabt. Er ist sogar freiwillig zu Gerhard gegangen - stell Dir das mal vor!" ruft Heinz abermals zu mir herüber.
Naja - DAS ist allerdings wirklich erstaunlich. Mike geht freiwillig zu unserem Betriebsarzt - Donnerwetter!!! Genauso wie Lizzy hat er nämlich einen Riesen-Horror vor möglichen Spritzen, die man ihm unter Umständen verpassen könnte - und alleine aus diesem Grund versucht er sonst auch immer jeden Arztbesuch, so weit es geht, vor sich herzuschieben oder sogar ganz darauf zu verzichten und zu warten bis der Schmerz von alleine wieder verschwindet. Manchmal klappt das sogar!
Trotzdem kam es aber auch des öfteren vor, daß man ihn nachts noch zum Notarzt fahren mußte, weil Mike tagsüber immer die tollsten Ausreden fand, wegen irgendwelcher Wehwehchen NICHT zum Arzt zu gehen und die Schmerzen prompt in der Nacht so schlimm wurden, daß seine Frau wegen des Gejammers ihres Göttergattens es nicht mehr im ehelichen Schlafzimmers aushielt und mit einem Telefonanruf beim örtlichen Krankenhaus kurzen Prozess machte.
Das Endergebnis war dann einmal sogar ein etwas längerer Aufenthalt in der Klinik, den er sich hätte locker ersparen können, wenn er mit seiner damaligen Blutvergiftung einfach gleich den Doktor aufgesucht hätte ...
Nun ja ich will nicht ungerecht sein - Lizzy zum Beispiel handelt in ähnlichen Fällen genauso unvernünftig, vor lauter Angst jemand könnte sie ins Krankenhaus schicken. Es gibt neben Achterbahnen nicht viel, womit man ihr Angst einjagen kann - aber Krankenhäuser und/oder Spritzen, da bekommt sie Panik.
Statt gleich zum Betriebsarzt zu gehen, wenn Lizzy sich wiedermal irgendwo eine Verletzung einhandelt hat, jammert uns diese den ganzen Tag die Ohren voll und möchte lieber frei haben oder Ähnliches. Allerdings bin ich dann derjenige, der kurzen Prozess mit ihr macht, indem ich entweder Gerhard mittels Funk rufe oder aber die Patientin am Schlawittchen packe und eigenhändig zu unserem Betriebsarzt bringe - auch das hatten wir alles schon. Wobei nur das Abliefern alleine manchmal nix bringt - nö - einmal mußte ich sogar aufpassen, daß sie nicht auch noch aus dem Erste-Hilfe-Raum wieder hinaus flüchtete ...
Nachdenklich beobachte ich die Jonglierversuche von Heinz Tim und Dennis mit den Farbeimern auf dem Gerüst - mal sehen wer heute noch alles aus irgendwelchen Gründen zum Arzt gebracht werden darf ...
Schließlich blicke ich zu Marc und Lizzy, die immer noch neben mir stehen und auf Anweisungen warten:
"Tja ... dann wollen wir mal wieder! Marc, Lizzy - Ihr macht da weiter, wo Ihr vorhin aufgehört habt! Ich schau derweil mal wie weit die restlichen Arbeiten sind ..."
Nunja - da die Mittagspause von mir, Marc und Lizzy dank verschiedener Vorfälle etwas länger als geplant ausgedehnt wurde(statt 60 Min. wurden es 90 ...), wird es nun wirklich Zeit hier wieder mit anzupacken.
Nachdem inzwischen auch die Lüftung auf Hochtouren läuft, steigt immerhin nicht auch noch die Temperatur weiter an, sondern gaaanz langsam wird es hier wieder etwas erträglicher. Dennoch finden es die meisten Mitarbeiter immer noch viel zu warm - in den folgenden 3 Stunden fließt dann auch so mancher Schweißtropfen. Aber, wir kommen gut voran! Die meisten Felsen haben nun den richtigen Anstrich bekommen, das provisorische Geländer wurde endlich fertig und die anderen Mängel wurden auch beseitigt - Prima! Mal sehen wie es Liz und Marc so geht ...
"Ich kann nicht mehr - ich will nicht mehr ... mir ist wurscht, was das jetzt für Folgen haben wird - aber ich mach jetzt keinen Finger mehr krumm!" "Och Liz - nun komm' mach nicht schlapp! Nur noch ein kleiner Felsen - komm' steh auf ..." "Neeeeee Marc laß mich in Ruhe ..." "Himmel - Du kannst doch nicht einfach hier so sitzenbleiben!" "Und ob ich das kann!" "Aber wenn das Dietmar oder Mike sehen ... naja ... dann schicken sie Dich vermutlich zu Dick! Und der wird Dich dann ... wie war das? Disziplinieren! Genau - Mann, Dein Hintern tut mir jetzt schon leid!"
"Pah! Evil Dick wird mir schon nix tun ..."
"Hmmm Lizzy - da wäre ich mir an Deiner Stelle aber nicht so sicher!" rufe ich laut zu ihnen herüber.
Die beiden drehen sich schlagartig nach mir um und ich grinse sie frech an: "Na, wie weit seid Ihr denn so gekommen?"
"Naja - also der eine Felsen dahinten noch - aber ich glaube, Lizzy kann wirklich nicht mehr!" meint Marc schulterzuckend.
Naja ... frisch sieht sie echt nicht mehr aus. Ganz rot ist sie im Gesicht und ihre blonden Locken hängen lustlos unter ihrem Helm hervor. Und Marc scheint es wohl ähnlich zu ergehen, auch wenn er es sich nicht so anmerken läßt.
"Einen Felsen noch - na, Ihr ward ja wirklich fleißig - sehr vorbildlich! Hmmmm ... meint Ihr, daß Ihr den einen trotzdem noch schafft?"
"Ich will unter die Dusche und dann nur noch in mein Bett ... ich kann nicht mehr ..." jammert Lizzy lautstark ...
Quiiiiieeetttschhh - Die Tür geht auf und einer aus dem Security-Team schaut herein und winkt mir zu.
"Moment ich komme! Also Lizzy, dann gönne Dir ein paar Minuten Pause - bevor Du mir noch ein Hitzeschlag bekommst und laß Dir im Waschraum ein wenig kaltes Wasser über die Handgelenke und Arme laufen - danach wirst Du Dich ein wenig besser fühlen! Das Selbe gilt auch für Dich Marc! Und trinkt immer genügend Sprudel - ja? Ich schau mal was die Security will!"
Aber Mike, der inzwischen von Gerhard zurück ist, kam mir schon zuvor, läuft nun wieder herein - schnurstracks zur Mikro-Anlage: "Herrschaften! Stellt alle Tätigkeiten ein! Der Besuch ist schon da!!!"
Du meine Güte! Wieso denn jetzt schon? Ist es wirklich schon so spät?
Na, immerhin wurden sämtliche Wege freigekehrt, nicht daß da noch einer in was hineintritt. Dem Besuch hat man außer den Helmen keine weiteren Sicherheits-Klamotten verpaßt ...
Und da strömen sie auch schon herein: Zuerst unser aller oberster Boss (lang möge er leben, glücklich und in Zufriedenheit - Himmel Lizzy's Lobpreisung kann ich schon auswendig) und hinterher 8 Nasen vom Landtag, der Marketing-Chef Herr Blauengel und natürlich unsere Presse-Nudel Frau Meierhardt - die ist auch überall mit dabei ...
"Sieh nur Lizzy! Da kommt er, der Boss ... den wollte ich immer schonmal kennenlernen ..." Marc ist vor Ehrfurcht ganz erstarrt und flüstert mit heiserer Stimme diese Worte andächtig Lizzy zu, die es vorzug, jetzt doch nicht in den Waschraum zu gehen und stattdessen weiterhin mitten auf dem Boden hocken zu bleiben. "Und? Der ist auch nur ein Mensch wie jeder andere - mehr zahlen könnte der mal!" meint sie etwas gelangweilt und erhebt sich mit lautem Stöhnen. "Uuuuuhhhh mehr Kohle wäre echt nicht schlecht - oder Sonderurlaub oder sowas ..."
Mike hat sich nun den Gästen angenommen und beginnt mit nun zusammen mit der Geschäftsleitung die Führung. Hin und wieder stellt einer dieser Leute ihm oder dem Boss irgendwelche meiner Meinung nach belanglose Fragen, aber ansonsten geht das Ganze relativ ruhig von statten. Schließlich gibt Mike Heinz und Tim ein Zeichen - nun kommen wir zur eigentlichen kleinen Show von der nur der Boss, Mike, Heinz, Tim und ich etwas wissen. Gespannt warte ich auf die Reaktionen der Gäste, aber auch der von unseren Leuten, die sich nun langsam alle in unmittelbarer Nähe zu mir, Marc und Lizzy versammeln.
Schön - auf diese Weise kann ich sie alle wunderbar beobachten.
Das Arbeits-Licht geht mit einem Mal aus und unser Sternenhimmel beginnt mit sanften Licht zu erstrahlen. Auch die kleinen Lampen und Glasfasern an den Felsen und zwischen den Bäumen versteckt tauchen alles in ein dezent grün/blaues geradezu mystisches Licht. Vom Tonband kommen durch die vielen gut verborgenen Lautsprecher diverse Tierlaute, wie man sie öfters im nächtlichen Urwald vernehmen kann.
"Oh!", "Aahhh", "Wunderbar!" und "Wie schön!" tönt es aus diversen Kehlen - vor allem aus denen unserer Gäste.
Die ganze Beleuchtung ändert sich mit einem Mal - der Sternenhimmel wird 'unsichtbar' stattdessen werden dunkle nächtliche Gewitterwolken an die Decke projeziert. Die feinen Glasfasern an der Decke, die vorher die Sterne simulierten, kann man nicht erkennen. Dann kommt mittels einiger Ventilatoren eine leichte Brise auf, die aber stetig zunimmt.
Liz neben mir scheint das sehr zu gefallen - genüßlich dreht sie sich in Windrichtung und läßt sich die erfrischende Brise um die Nase wehen. Vom Band ertönt nun erst leichtes Donnergrollen, welches aber immer stärker wird. Strobos sorgen für die nötigen Blitze.
Die Zuschauer sind mehr als beeindruckt - Die 'Ohs' und 'Ahs' von vorhin weichen manchem etwas erschrecktem Laut, den der eine odere andere Gast angesichts des künstlichen Donnerwetters von sich gibt. Von Seiten der Techniker höre ich eher sowas wie: "Die Lautsprecher sollten wir mehr aufdrehen ..." oder "Hmmm wir sollten auch noch Regen hier mit einbauen - aber dann geht uns womöglich die Elektronik flöten ..."
Lizzy und Marc sind ganz von dem Spektakel vereinnahmt und schauen nur stumm und andächtig zu.
Dann ändert sich die Stimmung abermals: Es wird wieder stiller der Wind legt sich und der 'Himmel' über uns verfärbt sich langsam von rötlich über goldgelb - was einen Sonnenaufgang (bzw. -untergang) darstellen soll. Vogelgezwitscher ertönt aus den Lautsprechern - was für eine friedliche Morgenstimmung ... Erleichtertes Lachen ertönt von Seiten der Gäste, denen dieser Stimmungswechsel nach dem Donnerwetter sichtlich behagt. Dann verfärbt sich der Himmel ganz in blau und die Projektoren werfen kleine weiße Wölkchen an die Decke, die gaaaanz gemächlich entlangziehen. Die Ventilatoren sorgen für eine ganz sanfte Brise und vom Band ertönen noch mehr Tiergeräusche sowie vereinzeltes Grillenzirpen ...
Besonders schön läßt sich das ganze Himmelstreiben natürlich von unten aus der Schlucht beobachten - hier oben verdecken zum Teil die Felsen und unser künstlicher Urwald das Geschehen - was aber auch so sein soll! Je nachdem wo man sich gerade befindet, ist man entweder in einem etwas schummrigeren Winkel zwischen hohen Bäumen und Felsen oder aber man hat einen schönen Ausblick über die Schlucht. Die kleine Achterbahn die sich hier über das halbe Gelände durchschlängelt, wird später dafür sorgen, daß die Passagiere von einem Standort zum nächsten kommen. Ebenso die Bootsfahrt unten in der Schlucht - die die Gäste vom Gelände außerhalb in gemächlicher Ruhe hier herein und natürlich auch wieder nach draußen bringen wird. Außerdem wird es auch ein paar abgeschrankte Fußwege für die Gäste geben, die weder im Boot noch im Achterbahnwagen dieses Areal erkunden wollen. Zum Teil befinden wir uns gerade auf einem dieser Fußwege - allerdings werden laut Zeitplan am Mittwoch und Donnerstag hier noch die entsprechenenden richtigen Geländer und Abschrankungen angebracht. Ab Freitag wird dann der TÜV unser Gast sein und Achterbahn samt sonstiger anderer Dinge genau unter die Lupe nehmen. Meine Güte, es wird noch viel zu tun sein - von diversen kleinen Verschönerungen, was Deko etc. anbelangt mal ganz abgesehen. Ein paar unserer Leute werden sogar Nachtschichten übernehmen. In 2 Wochen soll bekanntlich ja dann auch hier die Eröffnung sein - aber ob das tatsächlich hinhaut?
Mal sehen, vielleicht werde ich Marc und Liz auch nachts einteilen - da sind die Temperaturen immerhin angenehmer als tagsüber und von Lizzy weiß ich, daß sie eher ein sogenannter 'Nacht-Mensch' ist, der je später es wird, umso mehr an Power aufdreht. Gleich nach der Vorstellung muß ich mit den beiden mal reden!
"Tja meine Damen und Herren - wie Sie nun erleben durften, können wir hier verschiedene Tageszeiten und auch Wetter-Szenarien eindrucksvoll simulieren! Dieser Szenen-Wechsel den wir mehrmals am Tag hier haben werden, wird unseren Besuchern viel Abwechslung bieten - sie werden bei mehrmaligem Besuch von "Fantasia" immer wieder einen ganz anderen Aufenthalt genießen können ..."
Der Chef ist nun in seinem Element und preist seine neue Attraktion den inzwischen mehr als beeindruckten Gästen an.
Dann folgt eine kleine Rede, in der er betont, wieviele auch ortsansässige Firmen neben unseren hauseigenen Werkstätten doch mit an diesem und anderen Projekten mitwirken - sei es nun die Firma Was-Weiß-Ich, die uns schön verzierte Geländer anfertigt oder die Firma Sowieso, die uns immer so schöne Fliesen liefert sowie die Malerei XYZ die für die größeren Flächen tätig ist ...
Er vergißt dabei auch nicht zu erwähnen, wieviele Arbeitsplätze alleine schon durch den Bau von neuen Attraktionen, wie dieser, gesichert sind und wieviele Ausbildungsstätten wir hier in unserem Betrieb in den diversen Handwerksbereichen bieten.
Natürlich kommt er auch noch auf den äußerst wichtigen Wirtschaftsfaktor unseres Parks für die gesammte Region zu sprechen. Immerhin locken wir eine ziemlich hohe Anzahl an Besuchern heran, die aus den diversen Bundesländern und sogar dem Ausland anreisen, um während ihres Aufenthaltes hier und in der Umgebung Geld auszugeben. Und somit sei es halt sehr wichtig diesen Gästen immer wieder etwas Neues bieten zu können, um sie bei der Stange zu halten und um wettbewerbsfähig zu sein ...
Er ist und bleibt ein schlauer Fuchs unser Chef - und klappern gehört bekanntlich auch zum Handwerk.
Die politischen Gäste hören andächtig zu und hin und wieder nickt der eine oder andere Abgeordnete zustimmend mit dem Kopf oder macht sich ein paar Notizen in sein Notebook.
Schließlich endet unser Boss mit dem Satz: "Zu guter Letzt möchte ich noch unserer hier anwesenden Technik, die in den vergangenen Wochen und Monaten hier überaus fleißig ein kleines Wunder geschaffen haben, für diese kleine Demonstration danken!" Die Gäste applaudieren und manche sehen nun zum erstenmal richtig zu uns Technikern und Deko-Leuten herüber.
Dann ist aufeinmal die Führung zu Ende - Mike bringt alle zum Ausgang und unterhält sich noch kurz mit dem Chef. Schließlich kommt er wieder zurück und läßt Folgendes über unsere kleine Lautsprecheranlage verlauten: "Bravo meine Herrschaften - unser aller oberster Boss ..." "Lang möge er leben!" ruft Liz prompt dazwischen und der Rest unserer Mannschaft (bis auf die paar Neuen die das Ganze noch nicht kennen) stimmt mit ein: "... glücklich und in Zufriedenheit!"
Mike grinst und meint dann "Ok - ok - seid Ihr fertig? Schön - also unser Chef ist sehr zufrieden, was den Fortschritt hier in unserer Baustelle angeht - morgen nach der Eröffnung unseres Hypers gibt er uns übrigends Einen aus! Also wer kommen will bzw. morgen abend sowieso da ist, soll sich mal im neuen Hyper-Areal blicken lassen - soweit ich weiß gibts dort Schampus und so kleine Leckereien etc. ... " Zustimmendes Geklatsche und Gerede ertönt. Lizzy meint: "Leckereien? Hmmmm ... nicht schlecht!" Typisch! Wenn es was Feines zu Essen gibt ist sie genauso wie Dick schnell mit von der Partie! Und bei den restlichen Mitarbeitern scheint der Ausblick auf einen feucht-fröhlichen Abend mit Schampus oder Ähnlichem wirklich guten Anklang zu finden - schon wird untereinander ausgemacht, wer wann wie lange bleiben will oder kann ...
"Aber treibt es nicht so dolle - klar? Da ist auch noch TV und was weiß ich alles anwesend!" fügt Mike daher nun schnell noch hinzu!
... Fortsetzung folgt
Am Dienstag geht es voraussichtlich mit Maaahzel an anderer Stelle weiter - bis dahin wünsche ich Euch noch einen schönen erholsamen Sonntag! :-)
Gruß
Twisi
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