Ich auch - immerhin spielt der KSC nächstes Jahr gegen die Fortuna. Aber auch nur, wenn man sich nicht von Mannschaften wie SVW Zwo die Butter vom Brot nehmen lässt. :+
Ansonsten kann ich das Geseier mittlerweile nicht mehr hören - habt ihr auch den selben Aufstand gemacht, als bekannt wurde, das VW 90% der Lizenzspielerabteilung in Wolfsburg gehören? Als die so oft zitierten Gazprom-Millionen flossen? Als fast jeder Name von Stadien in der Bundesliga vertickt oder die Einnahmen der nächsten Saison schon verpfändet wurde?
Und wenn ich auf Grund dessen, das ich mir lieber kurzweilige Fußballspiele anschaue als die Grottenkicks der Traditionsvereine und deshalb kein echter Fußball-Freund bin, dann ist das halt so. Aber da stehe ich zu. Genauso wie ich dazu stehe, das ich Jürgen Klopps Arbeit in Mainz geschätzt und die Spiele genossen habe. Oder wie den VFL Bochum, als der "Hubschrauber" dort noch spielte und guter Fuppes gespielt wurde. Mir geht es nur um den Fußball und nicht um den ganzen "ach-wir-sind-so-toll-weil-wir-Tradition-haben" Kram. Die einzige Tradition die viele Vereine haben ist das sie jedes Jahr an ihren eigenen Erwartungen scheitern - ich nenne es die Tradition des Scheiterns. Oder warum ist Düsseldorf seit Jahren drittklassig, Wuppertal ebenfalls oder der RWE, die mittlerweile noch weiter unten rumkrebsen? Und anstatt hier im jeden dritten Satz über das Geld zu jammern, was geflossen ist, fragt euch lieber, warum es da funktioniert, denn die Summe ist doch völlig unerheblich. Und das kann man jedes Wochenende wieder sehen, wenn "Traditionsreiche Top-Vereine" gegen Nobodys verlieren. Und im Pokal geht das sogar noch besser. Der Punkt ist doch der, Hoffenheim hat das gemacht, was sich jeder Fan von seinem Verein wünscht. Ein klares Konzept, unbekannte Spieler die beeindruckend spielen können und ein Spielsystem, das auf die Stärken des Einzelnen setzt um daraus eine Mannschaft zu formen - so wie es im Fußball sein sollte.
Und für mich das allerschönste, das ein kleiner Verein mit dem Bruchteil der Finanzleistung des FC Bayern München die personifizierte Arroganz Uli Hoeneß mal gepflegt in den Hintern tritt. Denn bei allem Respekt vor dem, was er im Management leistet - er ist ja wohl der unsympathischste Vollpfosten der in der Liga frei rumläuft!
>Ansonsten kann ich das Geseier mittlerweile nicht mehr hören - habt ihr auch den selben >Aufstand gemacht, als bekannt wurde, das VW 90% der Lizenzspielerabteilung in Wolfsburg >gehören?
Nein.
>Als die so oft zitierten Gazprom-Millionen flossen?
Ich fands richtig zum Kotzen, ja. Aber für die Blauen werde ich wohl kaum ein Fass aufmachen.
Als fast jeder Name von >Stadien in der Bundesliga vertickt?
Ja.
>Und anstatt hier im jeden dritten Satz über das Geld zu jammern, was geflossen ist, >fragt euch lieber, warum es da funktioniert, denn die Summe ist doch völlig >unerheblich.
Ist sie das?
>Und das kann man jedes Wochenende wieder sehen, wenn "Traditionsreiche Top-Vereine" >gegen Nobodys verlieren. Und im Pokal geht das sogar noch besser.
Traditionsreiche Vereine haben nun einmal leider oft ein traditionsreich beschissenes Management. Und das ist ein Punkt, den man Hoffenheim nicht absprechen kann.
>Der Punkt ist doch der, Hoffenheim hat das gemacht, was sich jeder Fan von seinem >Verein wünscht. Ein klares Konzept, unbekannte Spieler die beeindruckend spielen können >und ein Spielsystem, das auf die Stärken des Einzelnen setzt um daraus eine Mannschaft >zu formen - so wie es im Fußball sein sollte.
Das haben sie aber mit Mitteln erreicht, die ich mir eben nicht wünsche.
>Und für mich das allerschönste, das ein kleiner Verein mit dem Bruchteil der >Finanzleistung des FC Bayern München die personifizierte Arroganz Uli Hoeneß mal >gepflegt in den Hintern tritt.
>Denn bei allem Respekt vor dem, was er im Management >>leistet - er ist ja wohl der unsympathischste Vollpfosten der in der Liga frei >>rumläuft! > >Rafinha vergessen? Oder Pantelic?
Was heißt das? Alles, was nicht "ultra" ist, raus aus den Stadien?
Wenn sich mein Fan-Verhalten in der Rückrunde kongruent zur Hinrunde verhält, werde ich in dieser Saison auf 12 Fortuna-Spiele kommen. Lebe ich dann schon Fußball? Oder muss ich in Zukunft zu Hause bleiben und es "lassen".
oder: Der Sinn und Unsinn von Faninitiativen die mit "Pro" anfangen:
Waldhof Mannheim Buhmann Hopp VON WOLFGANG HETTFLEISCH
Dietmar Hopp, kein Freund derber Worte, hatte nur eine Erklärung: "Der Mann braucht Hilfe von einem Psychiater." Der Mann heißt Mario Nöll, ist seit gut einem Jahr Präsident des Fußball-Regionalligisten Waldhof Mannheim und versüßt der deutschen Öffentlichkeit die Weihnachtszeit mit einem bemerkenswerten Vorhaben: Er will Hopp, den Mäzen des Bundesliga-Spitzenreiters TSG Hoffenheim verklagen.
"Es fühlt sich so an, dass Herr Hopp keine Konkurrenz in der Region wünscht. Als Präsident des SV Waldhof Mannheim ist es meine Pflicht, Herrn Hopp zu verklagen", sagt Jurist Nöll. Er will an 300 000 Euro eines 500 000-Euro-Darlehens herankommen, das der SAP-Gründer dem Traditionsklub gewährte. Wegen akuter Zweifel am Finanzgebaren der Verantwortlichen beim notorisch klammen Viertligisten parkten Hopps Berater die Tranche bei einem Treuhänder. Prompt singt der über die Faninitiative Pro Waldhof ins Amt gespülte Ex-Kuttenträger Nöll das Lied vom bösen Milliardär, der den Traditionsklub in der Nachbarschaft zerstören will.
Das ist so ziemlich das Gegenteil der Wahrheit. Vor ein paar Jahren hatte Hopp beim Ex-Bundesligisten einsteigen wollen und war rüde abgewiesen worden. Dennoch half er den hoch verschuldeten Mannheimern, deren laufender Etat eine Unterdeckung von 1,1 Millionen Euro aufweist, immer wieder mit Geld aus. Über seine Stiftung "Anpfiff ins Leben" gewährte Hopp ein 3,5 Millionen-Euro-Darlehen für den Bau des Waldhöfer Jugendleistungszentrums. 500 000 Euro wurden für den Bundesliga-Betrieb der Hoffenheimer in der Waldhöfer Spielstätte Carl-Benz-Stadion überwiesen, die obendrein mit mehr als einer Million Euro von Daimler-Benz saniert wurde. Und als Nöll und Co. dort neue Logen bauen ließen, war es Hopp, der die erforderlichen 200 000 Euro vorschoss.
Trotz alledem steht der SV Waldhof mal wieder vor der Zahlungsunfähigkeit. Nöll und seine Parteigänger im tief gespaltenen Präsidium suchten einen Schuldigen und präsentierten der Öffentlichkeit Hopp. In Teilen des Klubs heißt es, Präsident Nöll sei unfähig, die Klubfinanzen in den Griff zu kriegen. Der Mann, kein Witz, ist Spezialist für Insolvenzrecht.
...vor allem, wenn er Hopp heißt! Denn dann gibt es zigtausend Symphatisanten, deren IQ im Promillebereich (ähnlich dem Pappbecherbier im Stadionausschank eines "wahren" Fußballvereins) liegt...
Im übrigen heißt es sonst im Netz, dass das Darlehen 800.000 Euro betragen soll, von denen Waldhof schon 500 Mille erhalten hat, während die restlichen 300 noch beim Treuhänder liegen. Und einen im obigen Artikel nicht erwähnten Ausspruch des Herrn Nöll aus dem gleichen Interview will ich noch zitieren. Mit den gleichen Worten gehe ich morgen noch zu meiner Hausbank...:+ Nöss: "Herr Hopp, es ist Weihnachten. Ich appelliere an ihre Moral und an ihr Gewissen."
mit Brot als künftigen Waldhofpräsidenten vorschlagenden Grüßen
Bruno
"All that we see or seem is but a dream within a dream"
Aber genau so ist Fußball! Jetzt können die Hoffenheimer zeigen, ob sie auch mit dem 2. Anzug in der Ligaspitze mithalten können. Mit Wellington und Selim Teber haben sie ja noch 2 in der Hinterhand.
mit schon rückrundengeilen Grüßen
Bruno
"All that we see or seem is but a dream within a dream"
Die Karlsruher Fans haben mal eben gezeigt, was wahre Fans von "richtigen" Vereinen ausmacht - im Gegenstaz zu diesen Hoffenheimer Eventtouristen, die der Tod des deutschen Fußballs sind.
Du kannst Deine Polemik und die Anführungszeichen ruhig zuhause lassen. Die Hoffenheimer haben sich in diese Richtung auch bereits mit Ruhm bekleckert...
Das sollte man nicht überbewerten. So ist eben richtiger Fußball. Abgesehen davon ist das noch harmlos - in Wuppertal bewirft man den eigenen Torwart mit Bengalos!;)
Es gab da mal so einen Typen aus Österreich, der hat in Europa mal so richtig aufgeräumt, in Deutschland das Maul aufgerissen und allen gezeigt, wo der Hammer hängt.
Meine Achtung vor dir ist soeben ins Unermessliche gesunken. Ach halt, stop. Welche Achtung?
Boah, wie arm, Brot! Hitler-Vergleiche bringen immer die, die gar nicht mehr weiter wissen. Naja, genau wie der KSC - der weiß ja jetzt auch nicht mehr weiter.
>Naja, genau wie der KSC - der weiß ja jetzt auch nicht mehr weiter.
Ach das macht doch nix. Hier im badische Beamdeschdädle ischs nur wichtig des alles sei Ordnung hat. Ob der KSC jetzt in der ersten, zweiten oder der Regionalliga kickt oder als Fahrstuhlmannschaft ein paar Jahre lang für Stimmung sorgt ist Nebensache. Hauptsach isch die Müllabfuhr kommt pünktlich und die Straßen sind sauberer als die von Stuttgart. Und als Hool der die Luft im Fußball-Oberhaus braucht gurkt man dann halt ein paar Kilometer weiter nach Norden und macht in Hoffenheim Krawall.
Die Mentalität seiner Heimatstadt sehr lustig findend,
...hat aber auch ein geiles Spiel gesehen - und das war auch Dank der Hoffenheimer Angriffsbemühungen. Das ganze ist für mich eh ein Nebenkriegsschauplatz. In der BuLi geht es um einen Wettbewerb zwischen Fußballmannschaften. Da können andere gern in der erreichten Lautstärke gewinnen oder mehr Fans mobilisieren oder genüsslich in der vergangenheit schwelgen. So lang es ein gutes Spiel wird (und Hoffenheim gewinnt) ist es mir recht...
Die andere Borussia macht sich gerade lächerlich (und entsetzlich unbeliebt, wenn man mal die Internetreaktionen recherchiert).
Meine Meinung dazu:
1. Beide Spieler müssen (leider) bestraft werden, dass ist der Preis, den man für einen halbwegs sauberen Sport zahlen muss. Ob das unbedingt eine Sperre für 1 Jahr sein muss (nur zu spät zum Test und Ergebnis NEGATIV), stelle ich mal als Frage in den Raum. Meiner Ansicht nach würden 4 Spiele Sperre + Geldstrafe ausreichen. Es wird aber wohl auf eine Sperre bis zum Ende der Saison hinauslaufen, die wohl auch von der WADA akzeptiert würde.
2. Der Borussia-Protest ist vielleicht aus der Situation nachvollziehbar, aber unfair. BMG hatte keinen Nachteil, warum sollten sie also bevorteilt werden. Bleibt v.a. die Frage, was geschieht, sollte dem Protest stattgegeben werden. Ein Wiederholungsspiel? Ich glaube kaum, dass sich BMG darüber wirklich freuen würde (...und dann eher eine Punkt verlieren als 2 gewinnen würde). Oder gar Sieg (+ 2 zusätzliche Punkte) für BMG am grünen Tisch. Da würden sich Cottbus, Bochum, Bielefeld, Hannover und - genau Herr Hühnlein - der KSC aber schön bedanken...
3. Dopingverschleierung innerhalb von weniger als 10min kann man bei allem was ich darüber weiß (das ist übrigens gar nicht so wenig), wohl ausschließen - es war wohl eher ein peinliches Versehen...
Gruß
Bruno
"All that we see or seem is but a dream within a dream"
> >Die andere Borussia macht sich gerade lächerlich (und entsetzlich unbeliebt, wenn man >mal die Internetreaktionen recherchiert). > >Meine Meinung dazu: > >1. Beide Spieler müssen (leider) bestraft werden, dass ist der Preis, den man für einen >halbwegs sauberen Sport zahlen muss. Ob das unbedingt eine Sperre für 1 Jahr sein muss >(nur zu spät zum Test und Ergebnis NEGATIV), stelle ich mal als Frage in den Raum. >Meiner Ansicht nach würden 4 Spiele Sperre + Geldstrafe ausreichen. Es wird aber wohl >auf eine Sperre bis zum Ende der Saison hinauslaufen, die wohl auch von der WADA >akzeptiert würde. > >2. Der Borussia-Protest ist vielleicht aus der Situation nachvollziehbar, aber unfair. >BMG hatte keinen Nachteil, warum sollten sie also bevorteilt werden. Bleibt v.a. die >Frage, was geschieht, sollte dem Protest stattgegeben werden. Ein Wiederholungsspiel? >Ich glaube kaum, dass sich BMG darüber wirklich freuen würde (...und dann eher eine >Punkt verlieren als 2 gewinnen würde). Oder gar Sieg (+ 2 zusätzliche Punkte) für BMG >am grünen Tisch. Da würden sich Cottbus, Bochum, Bielefeld, Hannover und - genau Herr >Hühnlein - der KSC aber schön bedanken...
Jetzt mal Sorry, aber wo gibt es Fairness im Fussball Sport? Da lachen ja die Hühner. Ist klar, nehmen wir als Beipsiel in einem Spiel wo es um sehr viel geht. Jemand macht ein Handspiel, der Schir sieht es nicht läßt weiterspielen, es kommt ein Pass in eine Abseitsposition und daraus entsteht ein Tor. Beides nicht abgepfiffen und die andere Manschaft jubelt in der 89 Minuten. Sollte nicht der Handspieler nun einschreiten und sagen, "so möchte ich kein Spiel gewinnen, da es ja Wettbewerbsverzerrung wäre, wenn wir jetzt ungerechtfertigter Weise gewinnen" Macht das ein Spieler? Würde ein Trainer, der eine klare Abseitsposition gesehen hat zum Schiri gehen und sagen, dass es Abseits war? Wohl kaum oder? Also nun Gladbach, weil sie erst einmal Protest einlegen als unfair zu bezeichnen ist doch mehr als scheinheilig im Fußball Geschäft, da in so einer Situation wohl fast jeder Verein auch so reagieren würde. Gerade die jetzt am Lautesten Schreien, sollten auf ihre eigene Nase schauen. Ankläger ist der DFB, nicht die Borussia, kleinlich oder eben nicht kleinlich, war der Dopinbeauftragte des DFB, nicht Gladbach, hier jetzt kleinlaut die Füsse unter dem Tisch zu halten wäre Blödheit und keiner würde nach dem 34 Spieltag zu den Gladbachern hingehen und sagen: Toll das ihr absteigt, aber ihr ward total fair. Die Frage wäre, würde ein Völler oder Beiersdorfer, die ja ihre Klappe sehr groß aufemacht haben, wirklich alles nicht so eng sehen? Es geht doch nur um eine Meisterschaft (und viel Geld). Als nicht direkt Betroffener hier mit dem bösen Zeigefinger auf andere zu zeigen ist mehr als schlecht. > >3. Dopingverschleierung innerhalb von weniger als 10min kann man bei allem was ich >darüber weiß (das ist übrigens gar nicht so wenig), wohl ausschließen - es war wohl >eher ein peinliches Versehen...
Leider hast du da nicht Recht: http://www.bz-berlin.de/sport/fussball/anti-doping-arzt-klaert-auf-article377238.html Stellen wir uns mal vor, in der Leichtathletik oder beim Radsport würde dies passieren: Glaubst du, dass hier dann auch alle sagen würden, "Mein Gott, ist doch nicht so schlimm, 10 Minuten". Wohl kaum oder. Meinst du, dass in der Bundesliga keiner wirklich mal gedopt hat oder es auch jetzt nicht irgendwo praktiziert? Es geht ja auch um fast kein Geld hier, oder? Komisch auch, dass erst eine Manschaftsbesprechung Schuld sein sollte, jetzt nur ein Trikotwechsel? Ich will ja gar nicht behaupten, dass gedopt wurde in diesem Fall, jetzt aber Gladbach Unfairness im Fußballsport vorzuwerfen ist doch an scheinheiligkeit fast nicht mehr zu überbieten.
>Ankläger ist der DFB, nicht die Borussia, kleinlich oder eben nicht kleinlich, war der >Dopinbeauftragte des DFB, nicht Gladbach
Wenn ich kurz zitieren darf:
Paragraf 17, Nr. 5a, der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung: Hat in einem Spiel in einer Mannschaft ein gedopter Spieler mitgewirkt und ist dieser Spieler wegen Dopings bestraft worden, oder weigert sich ein Spieler schuldhaft, sich einer Dopingkontrolle zu unterziehen, so wird dieses Spiel für seine Mannschaft, falls sie das Spiel gewonnen oder unentschieden gespielt hat, mit 0:2 Toren als verloren gewertet.
Da fragt man sich dann schon, was die Gladbacher da machen - wenn ich nicht irre, sind die beiden betreffenden Spieler weder des Dopings überführt, noch bisher dafür angeklagt, und sie haben sich auch nicht schuldhaft von der Dopingprobe ferngehalten. Sie sind faktisch zu spät gekommen, was ein Verstoß gegen die WADA-Regeln für die Kontrollen ist - das ist *nicht* mit einem Dopingvergehen gleichzusetzen. Also von daher: Was soll in der jetzigen Situation der Gang zum grünen Tisch, an dem noch gar keiner sitzt?
>>Ankläger ist der DFB, nicht die Borussia, kleinlich oder eben nicht kleinlich, war der >>Dopinbeauftragte des DFB, nicht Gladbach > >Wenn ich kurz zitieren darf: > >Paragraf 17, Nr. 5a, der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung: >Hat in einem Spiel in einer Mannschaft ein gedopter Spieler mitgewirkt und ist dieser >Spieler wegen Dopings bestraft worden, oder weigert sich ein Spieler schuldhaft, sich >einer Dopingkontrolle zu unterziehen, so wird dieses Spiel für seine Mannschaft, falls >sie das Spiel gewonnen oder unentschieden gespielt hat, mit 0:2 Toren als verloren >gewertet. > >Da fragt man sich dann schon, was die Gladbacher da machen - wenn ich nicht irre, sind >die beiden betreffenden Spieler weder des Dopings überführt
Die Regel, dass eben keine 10 Minuten verstreichen dürfen, wird ja nicht aus Spaß an der Freude ausgedacht worden sein. Insofern scheint es also möglich, dass man in diesen 10 Minuten seinen Körper so "bereinigt", dass man eben nicht mehr des Dopings überführt werden kann.
>Insofern scheint es also möglich, dass man in diesen >10 Minuten seinen Körper so "bereinigt", dass man eben nicht mehr des Dopings überführt >werden kann.
Es scheint nicht nur, es ist sogar möglich: Blasenentleerung und Injektion von Fremdurin in die Blase ist zB eine Methode. Auch gibt es Medikamente, die eine beschleunigte Urinabgabe ermöglichen, das "verseuchte" Pipi wäre dann im Orkus, und man kann "reineres" produzieren, in dem man viel trinkt. Allerdings wäre im ersten Fall eine hohes Maß an krimineller Energie und eine gewisse Leidensfähigkeit der Spieler vorauszusetzen, und im zweiten Fall sind die benötigten Medikamente nachweisbar.
Aber darum ging es mir eben nicht - es ging mir persönlich darum, dass der Paragraph eigentlich eindeutig ist: Nämlich *ist* der Spieler wegen Dopings bestraft *worden* (Vergangheits- das heißt abgeschlossene Form), dann wird das Spiel...
Der zweite Teil "weigert sich der Spieler schuldhaft..." ist auch nicht festellend erfüllt. Von daher ist es höchst merkwürdig, warum Gladbach da jetzt EInspruch einlegt. Denn sollte der Spieler rechtskräftig wegen Dopings, oder wegen schuldhaftem Verweigern der Dopingprobe verurteilt werden, dann wird es eben nach §17 -5a eh zu einer 02/02 Wertung kommen. Und die fadenscheinige Begründung Gladbachs "wir schielen nicht auf die 2 Punkte, wir wollen Rechtssicherheit für weitere Fälle dieser Art" ist, mit Verlaub, armselig.
Fakt ist, da lege ich mich fast schon fest, die beiden Herren werden garantiert für je ein Jahr gesperrt. Und kurios daran: Damit werden sie jeweils eine längere Strafe abbrummen, als jeder jemals *verurteilte* Fußballdopingsünder Deutschlands.
>>3. Dopingverschleierung innerhalb von weniger als 10min kann man bei allem was ich >>darüber weiß (das ist übrigens gar nicht so wenig), wohl ausschließen - es war wohl >>eher ein peinliches Versehen... > >Leider hast du da nicht Recht: >http://www.bz-berlin.de/sport/fussball/anti-doping-arzt-klaert-auf-article377238.html >Stellen wir uns mal vor, in der Leichtathletik oder beim Radsport würde dies passieren: >Glaubst du, dass hier dann auch alle sagen würden, "Mein Gott, ist doch nicht so >schlimm, 10 Minuten". Wohl kaum oder. Meinst du, dass in der Bundesliga keiner wirklich >mal gedopt hat oder es auch jetzt nicht irgendwo praktiziert? Es geht ja auch um fast >kein Geld hier, oder? >Komisch auch, dass erst eine Manschaftsbesprechung Schuld sein sollte, jetzt nur ein >Trikotwechsel? Ich will ja gar nicht behaupten, dass gedopt wurde in diesem Fall, jetzt >aber Gladbach Unfairness im Fußballsport vorzuwerfen ist doch an scheinheiligkeit fast >nicht mehr zu überbieten.
Mal einige Punkte hierzu:
1. Natürlich habe ich recht! Der von dir verlinkte Artikel bestätigt das zum größten Teil. Lediglich die Kathetervariante sei in 10 min. THEORETISCH denkbar, heißt es da. Zwischen Theorie und Praxis ist allerdings ein himmelweiter Unterschied. Zuerst mal müsste man die Blase leerkriegen. Leer-Pinkeln nach einem Spiel ist fast unmöglich, mit Medikamenten nachelfen dauert viel zu lang, also müsste man auch durch einen Katheter absaugen. Damit bräuchte man schon mal einen Mehrwegekatheter, der schwerer und langsamer einzuführen ist. Außerdem müsste man die Blase komplett leerpumpen (außerhalb einer Klinik praktisch nicht machbar), da die Mindestabgabemenge 90 Milliliter (und damit ist man schon beim Mittelstrahlurin) beträgt. Reste des alten Urins und seiner "Inhaltsstoffe" würden sich sonst nachweisen lassen. Einen Katheter ordnungsgemäß zu legen und diese Manipulationen durchzuführen dauert länger als 10 Minuten. Die Spieler waren aber lediglich 10 Minuten zu spät bei der Kontrolle, also kann eine Manipulation sogar nur noch kürzer gedauert haben. Und das ganze bei 2(!!) Spielern. Das erfordert ein absolut systematisches Doping. Das willst du Hoffenheim im Ernst vorwerfen? Zumal es ja hier nur um Substanzen geht, die eh kaum noch jemand verwendet. Alle wirklich guten Dopingmittel z.B. EPO lassen sich eigentlich nur durch Trainingskontrollen finden. DIE wirken bei einem regelmäßigen Wettkampfplan perfekt: Am Samstag nach dem Spiel (und nach der Kontrolle!) eingenommen, ist es nach dem nächsten Spiel (und bei der nächsten Kontrolle) nämlich nicht mehr nachweisbar - wirkt aber noch immer! Um dieses Zeugs zu finden müsste man Trainingskontrollen durchführen und Blut untersuchen. Von den Katheterproblemen wie Schmerzen, Blasen- und Harnwegsinfektionen, die sich ein Verein in einer Saison wohl nicht wirklich gut leisten kann, mal gar nicht zu reden...
2. Die Geschichte mit der Mannschaftsbesprechung kam nicht offiziell vom Verein. Rangnick hat wohl nach dem Spiel ein paar Sätze zu den Spielern gesagt. Das Journalisten daraus eine Besprechung quasi mit Teilnahmezwang machen, kannst du nicht HH anlasten.
3. Problematisch ist hier auch ein anderer Punkt. In den von dir zitierten Sportarten gibt es ein "Chaperon-System", d.h. ein Mensch von der Dopingagentur erwartet den Sportler im Ziel und schleppt ihn sofort zur Probe. Der DFB handelt hier etwas relaxter, hier müssen sich die Spieler nach Spielende beim Kontrolleur melden. Allein aus diesem Grund sehe ich keine Zuständigkeit der WADA, bis diese Verfahren angeglichen sind.
4. Bei dem genannten italienischen Fall, wo beide Spieler 30min. zu spät kamen , haben übrigens IIRC die Gegner auf Einsprüche verzichtet! Soviel zum Thema "würde jeder so machen". Und was ist jetzt mit Cottbus, KSC, VFL, 96, Arminia? Die würden bei einem Gladbacher Punktgewinn am grünen Tisch definitiv geschädigt! Darüber hast du komischerweise kein Wort verloren.
5. Und was das sportliche angeht: wir sind uns doch alle einig, dass Schwalben, Tätlichkeiten hinter dem Schirirücken unfair sind. DA sagt ja auch keiner:"Wir sind im Abstiegskampf-da ist das jawohl ok!"
Ich hoffe jetzt trotzdem auf ein Wiederholungsspiel. Die 0:3-Klatsche versenkt BMG endgültig aus der Liga und Hoeness klagt sich bis zur UNO durch, weil Hoffenheim dadurch die Meisterschaft mit einem Punkt Vorsprung gegen Bayern gewinnt...
mit dieses Posting ist garantiert dopingfreien Grüßen
Bruno
"All that we see or seem is but a dream within a dream"
immer die alte Leier, ich kanns nicht mehr hören. Natürlich hat Hoffenheim 1989 (sic) eine Geschichte!
Aber was soll auch immer diese Rivalität? Möge die beste Mannschaft den verdienten sportlichen Erfolg vom Platze tragen und von allen im Stadion (vielleicht sogar stehend) beklatscht werden, darum geht es schließlich nur.
In olympischem Sinne
Felix
We don't just want airtime We want all the time all of the time
Also was Hoffenheim im Moment widerfährt, kann man schon kaum noch als Pech bezeichnen. Neben den Langzeitverletzten Ibisevic (Kreuzbandriss), Obasi (komplizierte Muskelverletzung in der Hüftmuskulatur), Salihovic (Innenbandriss) und dem Kurzzeitverletzten Ba (schwere Rippenprellung)= zusammen 40 von 52 Saisontoren, fallen jetzt auch die Abwehrstammkräfte Jaissle (Kreuzbandriss) und Ibertsberger (Innenbandriss) längerfristig aus. Dass Gustavo wegen einer nicht gepfiffenen Tätlichkeit wohl vom DFB gesperrt wird ist natürlich kein Pech, sondern Dummheit, macht die Arbeit für Rangnick aber auch nicht leichter... Jetzt wird es doch noch knapp mit der Quali für den UEFA-Cup.
mir daumendrückenden Grüßen
Bruno
"All that we see or seem is but a dream within a dream"