RE: Posting mit Tendenz
Antwort auf vestermike, Beitrag #50
Hi,
Mike, mal ehrlich: Dein Posting macht es sich extrem einfach. Für dich hat alles keinen Gehalt, was der Intention des Regisseurs folgt? Und demnach hat nichts Gehalt?
Und alles ist Konsum? Dann müsste es doch egal sein, ob man 9Live oder Arte erzappt. Ist es aber offenbar nicht. Weil sich das eine wie Popcorn, das andere wie eine sperrige Platte Foie Gras mit Pot-au-feu und Aspik konsumieren lässt.
>Und ob nun der Gehalt einer Big-Brother-Sendung so viel niedriger einzustufen ist als
>eine Schlingensief-Sendung... naja, ich bezweifle es doch stark.
Gehalt definiert sich doch durch das, was man aus einer Sendung für sich mitnehmen kann. Und wenn man dann mal ohne Hähme Sendungen vergleicht, dann fällt schon ein starker Unterschied auf. Nicht alles lässt sich überhaupt wirklich "konsumieren", vieles ist Arbeit. Mir ist noch kein Mensch untergekommen, der gesagt hätte:
"Boah geil, gestern wieder 5 mal hintereinander Menu Total geguckt, anschließend noch ne Runde Egomania. Abends die Münchener Faust-Interpretation. Dann gings mir voll gut." - was für ein Unsinn!
Nebenbei finde ich es reichlich platt, Schlingensief auf deine Art und Weise in diese Diskussion reinzuholen.
Und obwohl du Schlingensief anführst, schreibst du noch:
>Und von dem Gedanken, daß selbst politische Dokumentationen nicht tendenziös sind, habe
>ich mich spätestens verabschiedet, seitdem auch dort bei traurigen Szenen
>herzergreifende Musik gespielt wird, um auch ja die Intention des Regisseurs zu
>unterstützen.
Wenn du mit Schlingensief kommst, dann kann man auch in diesem Kreis die Werke von Leuten wie Lars von Trier oder Thomas Vinterberg erwähnen. Und deren Dogma 95 schreibt zum Beispel fest (nur um einmal spitz auf dein Beispiel einzusteigen):
Regel Nr. 2: Musik muss im Film vorkommen (zum Beispiel als Spiel einer Band) und darf nicht nachträglich eingespielt werden.
>Ganz ehrlich? Manchmal habe ich den Eindruck, daß selbst 8 Stunden World of Warcraft
>täglich nicht so geistig einlullend sind wie 2 Stunden Fernsehen - egal ob privat oder
>öffentlich-rechtlich!
Man muss ja auch nicht täglich 2 Stunden Fernsehen. Es ging ja eben darum, auch einfach Konsumieren und Wahlprogramm einander gegenüber zu stellen. Und zwei-dreimal wöchentlich findet man auf den öffentlichen Sendern mindestens etwas Interessantes, Sehenswertes. Diskutieren kann man über deren Programm natürlich auch. Aber das, was gegenwärtig geboten wird, hält immernoch ein paar Schmankerl bereit, die man eigentlich nicht als einlullenden Konsum bezeichnen kann.
Gruss, Jens
Mike, mal ehrlich: Dein Posting macht es sich extrem einfach. Für dich hat alles keinen Gehalt, was der Intention des Regisseurs folgt? Und demnach hat nichts Gehalt?
Und alles ist Konsum? Dann müsste es doch egal sein, ob man 9Live oder Arte erzappt. Ist es aber offenbar nicht. Weil sich das eine wie Popcorn, das andere wie eine sperrige Platte Foie Gras mit Pot-au-feu und Aspik konsumieren lässt.
>Und ob nun der Gehalt einer Big-Brother-Sendung so viel niedriger einzustufen ist als
>eine Schlingensief-Sendung... naja, ich bezweifle es doch stark.
Gehalt definiert sich doch durch das, was man aus einer Sendung für sich mitnehmen kann. Und wenn man dann mal ohne Hähme Sendungen vergleicht, dann fällt schon ein starker Unterschied auf. Nicht alles lässt sich überhaupt wirklich "konsumieren", vieles ist Arbeit. Mir ist noch kein Mensch untergekommen, der gesagt hätte:
"Boah geil, gestern wieder 5 mal hintereinander Menu Total geguckt, anschließend noch ne Runde Egomania. Abends die Münchener Faust-Interpretation. Dann gings mir voll gut." - was für ein Unsinn!
Nebenbei finde ich es reichlich platt, Schlingensief auf deine Art und Weise in diese Diskussion reinzuholen.
Und obwohl du Schlingensief anführst, schreibst du noch:
>Und von dem Gedanken, daß selbst politische Dokumentationen nicht tendenziös sind, habe
>ich mich spätestens verabschiedet, seitdem auch dort bei traurigen Szenen
>herzergreifende Musik gespielt wird, um auch ja die Intention des Regisseurs zu
>unterstützen.
Wenn du mit Schlingensief kommst, dann kann man auch in diesem Kreis die Werke von Leuten wie Lars von Trier oder Thomas Vinterberg erwähnen. Und deren Dogma 95 schreibt zum Beispel fest (nur um einmal spitz auf dein Beispiel einzusteigen):
Regel Nr. 2: Musik muss im Film vorkommen (zum Beispiel als Spiel einer Band) und darf nicht nachträglich eingespielt werden.
>Ganz ehrlich? Manchmal habe ich den Eindruck, daß selbst 8 Stunden World of Warcraft
>täglich nicht so geistig einlullend sind wie 2 Stunden Fernsehen - egal ob privat oder
>öffentlich-rechtlich!
Man muss ja auch nicht täglich 2 Stunden Fernsehen. Es ging ja eben darum, auch einfach Konsumieren und Wahlprogramm einander gegenüber zu stellen. Und zwei-dreimal wöchentlich findet man auf den öffentlichen Sendern mindestens etwas Interessantes, Sehenswertes. Diskutieren kann man über deren Programm natürlich auch. Aber das, was gegenwärtig geboten wird, hält immernoch ein paar Schmankerl bereit, die man eigentlich nicht als einlullenden Konsum bezeichnen kann.
Gruss, Jens

