Weltjugendtag in Köln

Diskussionsübersicht

#51

RE: Weltjugendtag in Köln

Antwort auf Sonja, Beitrag #1

KVB schult Fahrer:

Beitragsbild

(Quelle: DrNO's FunSite)

[hr noshade size="1" color="E96A1C"]Tobi
Droom, droom in de Droomvlucht mee, hoog in de sterren met je hemelslee.
#52

und das meint Berlin dazu

Antwort auf Sonja, Beitrag #1

[h3]Pilger, Präser und Prälaten[/h3]
++ letzte meldungen vom weltjugendtag +++ letzte meldungen vom weltjugendtag ++

+++ Schusseliger Benedikt! Fast hätte der Papst vergessen, seinen Segen mit nach Deutschland zu nehmen. Erst auf dem Weg zum Flughafen fiel es ihm plötzlich ein: "Ach du dickes Ei, mein Segen!", soll er ausgerufen haben. Das berichtete Radio Vatikan in einer Sondersendung. Wie sich herausstellte, befand sich der päpstliche Segen noch in der Reinigung. Ein Kurienfahrer brachte ihn gerade noch rechtzeitig zum Flughafen

+++ Das päpstliche Besuchsprogramm morgen wurde geändert. Die für zehn Uhr angekündigte Autogrammstunde seiner Heiligkeit im Kölner Makromarkt beginnt erst um zwölf. Von zehn bis elf Uhr wird der Papst einer Nacktmesse im Müngersdorfer Freibad beiwohnen. Achtung! Für die Teilnehmer dieser Veranstaltung besteht Badekäppchenzwang

+++ Nach einem Hardcore-Gottesdienst auf den Kölner Poller Wiesen sind in der Nacht auf Mittwoch etliche Pilger über ein paar achtlos weggeworfene Gebete gestolpert und wurden dabei zum Teil erheblich in ihren religiösen Gefühlen verletzt. Die Leitung des Weltjugendtages bittet noch einmal alle Teilnehmer, Danksagungen, Fürbitten und Lobpreisungen nach Gebrauch in die eigens aufgestellten Altgebetebehälter zu werfen, von wo sie regelmäßig in die Gebetsmühlen entsorgt und geschreddert werden. Das Granulat wird für die Herstellung von Kondomen verwendet

+++ Einen illegalen Ablasshandel hat die Polizei in Bonn aufgedeckt. Ein rumänischer Schweinepriester hatte minderjährigen Pilgerinnen den Erlass ihrer Sünden in Aussicht gestellt, wenn sie ihm "mal kurz" an sein Zentralorgan fassten. Der Mann, der laut Polizeibericht "eine im Schritt offene Soutane mit nichts drunter trug", wurde der römischen Inquisition übergeben

+++ Das ZDF wird ab sofort seine Berichterstattung zum Papstbesuch auch mit Untertiteln für Ungläubige versehen

+++ "Esspapier ausverkauft!" Das meldete die rheinische Oblatenindustrie. Lediglich die Geschmackssorten "Prickel-Petrus" und "Blutwurst Christi" waren gestern noch lieferbar. Den Vorwurf, "die deutschen Oblaten sind zu groß und kleben immer so fies am Gaumen, dass man bei jedem Abendmahl fürchten muss, am Leib Christi zu ersticken" (Jerzy aus Polen, 18), wies ein Sprecher zurück. Größe und Konsistenz der hiesigen Oblaten entsprächen der EU-Norm

+++ Auf dem Rhein vor Düsseldorf hat die Wasserschutzpolizei gestern Morgen ein Schlauchboot aufgebracht. An Bord des 6 Meter langen Fahrzeugs befinden sich 236 afrikanische Pilger, denen die Einreise nach Deutschland wegen erwiesener Leichtgläubigkeit verweigert wurde. Das Boot mit den Illegalen wird derzeit wieder Richtung Nordsee geschleppt +++ Erneut haben gestern ausländische Pilger des Weltjugendtages die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) um religiöses Asyl gebeten. Damit stieg die Zahl der Konvertiten seit Montag auf 556. Als häufigster Asylgrund werden die "schrecklichen katholischen Singegruppen" genannt. Ein Sprecher der EKD gab sich bedeckt: "Na ja, unsere Singegruppen sind auch nicht gerade das, was man einen Ohrenschmaus nennt"

+++ Die Kölner Verkehrsbetriebe weisen alle Besucher des Weltjugendtages darauf hin, dass die Mitnahme von Kreuzen in Bussen und Bahnen untersagt ist. Wiederholt hatten in den vergangenen Tagen einzelne Pilgergruppen versucht, ihre teils tonnenschweren Holzkreuze mit in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu transportieren +++
AM TICKER: FRITZ TIETZ



Quelle: taz, was sonst?

Selige Grüße,Werner
Das Leben ist zu kurz, um geschlossen zu fahren.
#53

Religionskarneval

Antwort auf Sonja, Beitrag #1

meint die junge welt:

[h3]Religionskarneval[/h3]
Benedikt XVI. und seine Kinder

Die katholische Kirche, diese mächtige Bastion wider den Zeitgeist, inszeniert sich im Rheinland in ekstatischer Ausgelassenheit, als wäre sie vom Teufel geritten. Jugendliche aus aller Welt haben sich zum Event des Jahres eingefunden, zur Love-Parade der Jesusgeilen und Marienverehrer, zum gesegneten Tingeltangel. Massenspontaneität überwältigt die Liturgie, geistlicher Segen löst »La Ola«-Wellen aus. Und dann die Hände zum Himmel. Doch es bleibt der Verdacht, daß der kirchliche Apparat zu diesem jugendlichen Massenanhang gekommen ist wie die Jungfrau zum Kind.

Es ist keine Kirche von unten, die auf diesem katholischen Jugendfestival in Erscheinung tritt. Das ist keine Bühne der Erniedrigten und Beleidigten, die im christlichen Glauben Halt suchen und die Mehrheit der Katholiken ausmachen. Kölns Straßen sind dieser Tage bevölkert von Religionstouristen aus Wohngegenden, die sich in sicherer Distanz zu den Elendsvierteln befinden. Ihre Religion ist ein spirituell verklärter Hedonismus. Ihr Glauben ist nicht auf die Erlösung von den irdischen Qualen gerichtet, sondern darauf, sich auch noch das Leben danach locker leisten zu können. Hier manifestiert sich auch keine Graswurzel-Kirche, die eine Rückbesinnung auf die Gleichheitsideale des frühen Christentums einfordern würde.

Zum Religionskarneval am Rhein sind die Netten und Braven, die Angepaßten und Ignoranten gekommen. Kinder der Postmoderne, die auf dem Trödelmarkt der Befindlichkeiten Werte und den Sinn des Lebens zum Billigangebot zu erstehen hoffen. Doch der Kult der Werte ist ein Ausdruck der Krise humanistischer Werte, die sich als Flucht ins Irrationale, als aggressive Gegenbewegung zu Aufklärung und sozialem Fortschritt äußert. Deshalb fühlt sich diese katholische »Weltjugend« im Schoß des Vatikans so behaglich.

Daraus erklärt sich auch die Verehrung ohne Sinn und Verstand, die dem gegenwärtigen Papst entgegenschlägt. Der Cheffrömmler aus Marktl am Inn hat klargemacht, daß das Christentum als reine Glaubensbotschaft und nicht als soziale Botschaft zu verstehen sei. Als wäre die Nächstenliebe kein soziales Gebot. Aufgabe der Kirche sei es deshalb, die Fundamente des katholischen Glaubens zu wahren und zu verbreiten und sich nicht in den Niederungen der sozialen Konflikte zu verstricken. Als gußeiserner Fundamentalist ist Ratzinger aber auch ein Gegner des Liberalismus, vor allem des sexuellen, sowie ein vehementer Streiter wider den postmodernen Werterelativismus und religiösen Pluralismus. Die seichte Halleluja-Frömmigkeit seiner Fan-
gemeinde in der Ästhetik protestantischer Sekten müßte ihm eigentlich zuwider sein. Aber was wiegt das schon gegen den Aufbruch des Spirituellen.

Quelle: http://www.jungewelt.de/2005/08-20/003.php
#54

RE: Religionskarneval

Antwort auf Maaahzel, Beitrag #53

Zu 100 Prozent unterschreibende Grüße,

Tim :+
... wir werden wie Gold sein!
#55

RE: Religionsfanatismus

Antwort auf Maaahzel, Beitrag #53

Der Artikel ist zu mild...

Dass ich der katholischen Kirche gegenüber nicht nur kritisch eingestellt bin, sondern in ihr auch viele große Gefahren sehe, weiß jeder, der mit mir einmal eine dieser langen Nächte durchdiskutiert hat.

Der Ekel vor aller organisierten Religion begann bei mir schon im Grundschulalter, als jeder Schüler wöchentlich in die Kirche ging.
- Die Trennung von Kindern, die nicht annähernd in der Lage sind, A oder B zu sagen, in die beiden Schlachtlager der Kirchen;
- nicht etwa “Religionsmündigkeit ab 14” sondern der “Religionszwang bis 14”;
- in der katholischen Kirche die sehr zweifelhaften, regierenden Personen, von denen allein bei uns im Stadtteil wegen sexueller Vergehen schon mehrere gehen mussten;
- die aus Rom vorgegebene Konservative, der sich verwirrte Jugendliche mit Leidenschaft unterwerfen;
- das intolerante Verhalten der aktiven Katholiken

alles treibt den freidenkenden Menschen in Wahnsinn und traurige Verzweiflung. Meine Liste könnte sehr lang werden, wollte ich sie komplett halten.

Hinzu kommen in letzter Zeit viele frustrierende Erlebnisse mit zahlreichen Religionen, besonders ortsbedingt mit der katholischen: Evangelische Freunde, die sich mit ihren katholischen Freundinnen bei deren katholischen Familien nicht mehr blicken lassen dürfen, Beichte, Borniertheit, Schleim, Ekel:
Wer einmal die Kaffekränzchen einer katholischen Vorortsgemeinde erlebt hat, der kann sich bei manchen Begriffen nurnoch verständnislos zurückziehen.

Ich lasse andere Religionen wie den Islam nunmal außen vor, um den Rahmen eines Postings nicht zu sprengen – habe aber auch hier noch nie positive Erfahrungen gemacht: Nette, immerhin emanzipiert-kopftuchlose Mitschüler/innen, die aber auf Grund ihres religiösen Bannes ihr komplettes Leben auf den Müll werfen und sich aus allem sozialen Miteinander zurückziehen.

Beim Weltjugendtag kommt nun alles zusammen: Wenn ich die jüngsten Erlebnisse mit der katholischen Religion hinter mir habe und nun eine bigotte Masse völlig blind, unreflektiert und dumm diesem Kult hinterher rennen sehe, dann bekomme ich ehrlich Angst.
Jugendliche, die doch eigentlich Fortschritt und Zukunft im Visier haben sollten, finden das päpstliche Kondomverbot völlig legitim, feiern ihn auch noch. Nein, schlimmer: Die Jugendlichen finden es paradoxerweise sogar “hipp” und “schick”, es noch viel konservativer zu wollen. Das ist eine Mode, welche die katholische Kirche natürlich prima nutzen kann und hat eine Macht, wie lange schon nicht mehr.
Überall hängen Poster, auf denen mir der Führer, Papst, mit einem festen, weltmännischen Lächeln zuwinkt. Kardinal Meissner erklärt, alle Eltern, die freidenkende Kinder erziehen, erzögen “geistige Krüppel” - und die Masse applaudiert.

Die traurige Kapitulation vor der Tatsache: Eine euphorische, blinde Masse ist lenkbar. Egal wohin.

Gruss, Jens
#56

RE: Religionsfanatismus

Antwort auf jens_hoeffken, Beitrag #55

100 Prozent Zustimmung für Deine Gedanken!

>Jugendliche, die doch eigentlich Fortschritt und Zukunft im Visier haben sollten,
>finden das päpstliche Kondomverbot völlig legitim, feiern ihn auch noch.

...und darin zeigt sich die Doppelmoral der verlogenen katholischen Kirche: Das Kondomverbot ist für Länder der 3. Welt völlig legitim, für sie selbst wenden die Jugendlichen das Verbot natürlich nicht an!

Wild durch die Gegend poppende Grüße,
#57

In Köln ist immer was los

Antwort auf Sonja, Beitrag #1

Während in Heiligendamm demonstriert wird, wird in Köln mal wieder andächtig gefeiert. Seit gestern findet der Deutsche Evangelische Kirchentag in Köln statt.

"Ein evangelischer Kirchentag im katholischen Köln ist fast wie ein Pantomimeabend im Radio. [...] Der Kölner aber liebt die farbenfrohen Umzüge und Feste, egal, ob den Rosenmontagszug, den Christopher Street Day, oder die Fronleichnams-Prozession, Hauptsache, d'r Zoch kütt! [...]". Jürgen Becker

Mit 3.000 Veranstaltungen in 5 Tagen und mehreren hunderttausend Besuchern ist mal wieder ganz schön was los.

Obwohl ich nicht sooo viel mit der Kirche am Hut habe: Danke an die Besucher für die tolle Stimmung in der Stadt, die Musik überall, die Kerzen am "Abend der Begegnung", für die vielen Fressbuden, die bunten Tauschbändchen, den vielen fränkischen Dialekt in der Stadt!

Statt hellblauer Rücksäche trägt diesmal jeder ein orangenes Tuch. Der Papst fehlt, dafür ist die Hohenzollernbrücke jetzt ein Fisch.
Beitragsbild
(Bild: koeln.de)

Als Autofahrer fände ich die Veranstaltung wohl nicht so toll :-)

Grüße an alle Kölner!

Sonja
#58

RE: Dä Zuch kütt - Papst, Evangelen, PDS, NPD - egal: SPASS

Antwort auf Sonja, Beitrag #57

Hi,

>Obwohl ich nicht sooo viel mit der Kirche am Hut habe: Danke an die Besucher für die
>tolle Stimmung in der Stadt, die Musik überall, die Kerzen am "Abend der Begegnung",
>für die vielen Fressbuden, die bunten Tauschbändchen, den vielen fränkischen Dialekt in
>der Stadt!

Das ist genau das, was mich immer so stört. Naive Partybesuche abstatten und loben, ohne zu erkennen, dass es hier immerhin auch um eine politisch motivierte Veranstaltung geht. Das ist genauso schlimm, wie nach Heiligendamm zu fahren und dagegen zu sein, einfach der Action wegen. Beides gleich doof.

Den evangelisdchen Kirchentag im übrigen nicht übermäßig schlimm findender Gruss, Jens
http://www.purzelloop.de

#59

RE: Dä Zuch kütt - Papst, Evangelen, PDS, *** - egal: SPASS

Antwort auf jens_hoeffken, Beitrag #58

Wenn man dagegen ist, immer direkt schön die Nazis reinbringen, das hat hier einfach mal überhaupt nix zu suchen, völlig überflüssig und deine Überschrift ist in meinen Augen einfach nicht in Ordnung!
#60

RE: Dä Zuch kütt - *****, Evangelen, PDS, NPD - egal: SPASS

Antwort auf jens_hoeffken, Beitrag #58

Wenn man dagegen ist, immer direkt schön die Katholiken reinbringen, das hat hier einfach mal überhaupt nix zu suchen, völlig überflüssig und deine Überschrift ist in meinen Augen einfach nicht in Ordnung!

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...denn mer sin Kölsche Junge!
#61

Nur eine blöde Frage...

Antwort auf jens_hoeffken, Beitrag #58

Muß jetzt jeder, der sich Einkaufsnotizen auf die Rückseite eines SPD-Flugblatts schreibt, ein schlechtes Gewissen haben? Wenn Du Dich hier als neuer Godfather of Politics profilieren willst, bitte! Aber laß doch die Missionarsstellung zu Hause, ja?
#62

RE: Was kommt, das kommt

Antwort auf vestermike, Beitrag #61

Hi Mike,

Keine Angst, der Godfather of Politics will ich niemals werden.
Das ist der reine Zufall, dass die 2 (eigentlich einzigen, richtigen) Themen, die mir am Herzen liegen, gerade toben:
Die Globalisierungskritik und die Kirche.

Die Menge an Statements also bitte nicht als Meinungs-Inflation betrachten, sondern als zeitlichen Zufall. Und wenn der Papst wieder in Rom und Angela wieder in Berlin sitzen, sitze ich auch wieder friedfertig auf der Schiffschaukel :-)

Friedlichen Gruss nach Velbert, Jens
http://www.purzelloop.de

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