OH, DIESES LAND

#1

OH, DIESES LAND

Wo kann ich meinen Personalausweis abgeben?

Diskussionsübersicht

  1. #1 OH, DIESES LAND Substitute
    1. #2 RE: OH, DIESES LAND VT 340
      1. #3 RE: OH, DIESES LAND The Knowledge
        1. #4 RE: OH, DIESES LAND Substitute
    2. #7 RE: OH, DIESES LAND MarcelR
      1. #8 RE: OH, DIESES LAND MIB
    3. #10 RE: OH, DIESES LAND Wuzefelix
      1. #11 RE: OH, DIESES LAND coaster1977
        1. #12 RE: OH, DIESES LAND Wuzefelix
          1. #13 RE: OH, DIESES LAND coaster1977
        2. #15 RE: OH, DIESES LAND vestermike
          1. #16 RE: OH, DIESES LAND Wuzefelix
            1. #17 OT: Planwirtschaft? Sarion
              1. #18 RE: OT: Planwirtschaft? Wuzefelix
            2. #21 RE: OH, DIESES LAND MarcelR
              1. #22 RE: OH, DIESES LAND HansaKäptn
              2. #24 RE: OH, DIESES LAND Wuzefelix
                1. #25 RE: OH, DIESES LAND Alex
                  1. #26 RE: OH, DIESES LAND Bends
                    1. #28 RE: OH, DIESES LAND stilbruch
                2. #30 RE: OH, DIESES LAND MarcelR
                  1. #31 RE: OH, DIESES LAND HansaKäptn
            3. #35 RE: OH, DIESES LAND Vampir
    4. #41 RE: OH, DIESES LAND BerndDasBrot
      1. #42 RE: OH, DIESES LAND stilbruch
        1. #43 RE: OH, DIESES LAND The Knowledge
    5. #45 RE: OH, DIESES LAND Substitute
      1. #46 RE: OH, DIESES LAND Keng
        1. #47 RE: OH, DIESES LAND WP
        2. #49 RE: OH, DIESES LAND Bends
          1. #50 RE: OH, DIESES LAND Keng
            1. #51 RE: OH, DIESES LAND Bends
              1. #52 RE: OH, DIESES LAND Vampir
                1. #53 RE: OH, DIESES LAND Bends
        3. #55 RE: OH, DIESES LAND MarcelR
    6. #57 Hach, man muss auch mal lachen können MarcelR
      1. #58 Ich muss da eher weinen... BerndDasBrot
      2. #60 RE: Hach, man muss auch mal lachen können vestermike
        1. #61 RE: Hach, man muss auch mal lachen können MarcelR
#2

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Substitute, Beitrag #1

Dito.
#3

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf VT 340, Beitrag #2

18:12 Uhr: Höffi postet.
18:13 Uhr: Höffi ruft VT an. "Ey du, ich habe da gerade was auf FZPW, diesem neoliberalen Drecksforum gepostet! Voll lustig! Poste mal was drunter!"
18:15 Uhr: VT tut wie ihm geheißen.

Für mich das wahre Highlight des Abends. Da haben sich ja echt zwei gefunden.

Grüße,

Tim :+
Excess all Areas!
#4

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf The Knowledge, Beitrag #3

21:47 Uhr: Herre ist am Start und ist durch abgeklärte Reife überlegen. Eigentlich etwas zu spät, aber noch knapp im Zeitfenster.
#5

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Substitute, Beitrag #4

Ich war bei der ersten Hochrechnung noch nicht einmal im LAND!

Aber natürlich bin ich meinen demokratischen Pflichten nachgekommen und war vor meinem Ausflug nach Roermond und Weert noch in der Paul-Klee-Grundschule, Gerresheimer Straße.

Grüße,

Tim :+
Excess all Areas!
#6

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Substitute, Beitrag #1

Was soll man dazu noch sagen? Ich bin sehr erschrocken und enttäuscht.

MfG Krummbein[strike]123[/strike]
[small]Liebklicken![/small]
#7

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Substitute, Beitrag #1

Aber, aber, Höffi. Mal im Ernst: Das ist ein guter Tag für Deutschland. Aus dem Stand 2.0% für die Piraten (erinnern wir uns an die Gründung der Grünen). Ein Schlag mit Anlauf ins Gesicht der SPD (erinnern wir uns an die Schläge ins Gesicht der eigenen Wähler). Die Linke und die Grünen solide zweistellig (endlich ein solides 5-Parteiensystem). Was will man eigentlich mehr?

Gut, dass die FDP plötzlich Arbeiterpartei sein will, mag im ersten Moment befremden. Aber auch hier sehe ich was Gutes, nämlich das Anfang vom Ende des schönen Guido. Denn jetzt muss die FDP beweisen, dass sie es kann - und kann nicht ständig nur behaupten, sie könne alles besser.

Dafür bin ich gerne bereit, vier Jahre größerer sozialer Kälte und Rumschrauben am Atomkonsens in Kauf zu nehmen. Es sind doch nur maximal 48 Monde bis wieder gewählt wird...

Nicht glücklich aber zufrieden!
#8

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf MarcelR, Beitrag #7

Freue mich über 2% Piraten. Da wäre zwar noch mehr gegangen, aber man muss ja auch mal mit was zufrieden sein ;-).

CU,
Michael
*There are three flowers in a vase. The third flower...is green*
Phoenix - Das neue Modell von CoasterDynamix
Karussells und Weihnachtshäuser, jetzt bei Santa's Decoshop
#9

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf MIB, Beitrag #8

Dito. Ist doch ein guter Anfang auf Bundesebene
#10

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Substitute, Beitrag #1

Letzte Bearbeitung am 27-Sep-09 um 19:26 Uhr ()
Welches Land meinst du? Wenn du auf Brandenburg anspielst gebe ich dir uneingeschraenkt Recht. 30% Die Linke und weitere 30% fuer die SPD, da kann einem Speiuebel werden!

Auf ganz Deutschland bezogen sieht es jedoch meiner Meinung nach gut aus: Immerhin 14,3% FDP und 33,7% CDU, also eine Schwarz-Gelbe Regierung lassen mich optimistischer in die Zukunft blicken.


MfG, Wuzefelix

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#11

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Wuzefelix, Beitrag #10

>Welches Land meinst du? Wenn du auf Brandenburg anspielst gebe ich dir uneingeschraenkt
>Recht. 30% Die Linke und weitere 30% fuer die SPD, da kann einem Speiuebel werden!

Dito. Ich war, als ich die ersten Hochrechnungen für Brandenburg gesehen habe, ebenso erschrocken. 30% für die Linke...wissen die Leute "da drüben" eigentlich, was die sich damit antun? Aber gut, wenn die wieder in die alte gute Planwirtschaft zurück wollen, bitte. Manchmal frag ich mich, ob schon sämtliche Verbrechen der damaligen DDR-Volkspartei SED (ein HOHN schon für sich, sich als Volkspartei zu bezeichnen) vergessen wurden...armes Brandenburg

>Auf ganz Deutschland bezogen sieht es jedoch meiner Meinung nach gut aus: Immerhin
>14,3% FDP und 33,7% CDU, also eine Schwarz-Gelbe Regierung lassen mich optimistischer
>in die Zukunft blicken.

Ebenso dito. Seien wir doch mal ehrlich: die große Koaliation musste enden und wenn's für die SPD gereicht hätte über rot-rot-grün eine regierungsfähige Koaliation zu bilden, dann hätten die das gemacht. Allen Beteuerungen und Unkenrufen zum Trotz. Man hat bei der vorigen Wahl schon gesehen, wie machtbesessen die sind, allen voran Schröder. Er war der Meinung, weiterhin Kanzler bleiben zu können, weil die SPD prozentual zu den Vorhersagen wesentlich besser abgeschnitten hat als die CDU. Somit war für ihn der klare Wählerwille erkennbar, woraus folgt, daß die SPD den Kanzler zu stellen hat. Geht's noch?

Sorry, wenn ich hier grad was abgehe, aber ich bin froh, daß es Deutschland wieder schwarz/gelb ist. Wie Marcel schon sagte, es sind 48 Monate Zeit. Und ich bin mir fast sicher, daß in 49 Monaten Deutschland immer noch schwarz/gelb ist. Ich erinner mich da grad an die Ära Kohl, die 16 Jahre dauerte. Wer weiß, vlt. dauert die Ära Merkel noch länger.

Seinen Paß definitiv nicht abgeben wollende Grüße

Sven
#12

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf coaster1977, Beitrag #11

>wissen die Leute "da drüben" eigentlich, was die sich
>damit antun? Aber gut, wenn die wieder in die alte gute Planwirtschaft zurück wollen,
>bitte. Manchmal frag ich mich, ob schon sämtliche Verbrechen der damaligen
>DDR-Volkspartei SED (ein HOHN schon für sich, sich als Volkspartei zu bezeichnen)
>vergessen wurden...armes Brandenburg

Full Ack, diese Frage stelle ich mir auch. Insbesondere die Menschen "dort drueben" muessten es eigentlich besser wissen. Erst diese Woche kam im ZDF die Sendung "Tunnel in die Freiheit", wo herzzerreissende Schicksale von Menschen gezeigt wurden, die diesem Regieme zu entkommen versuchten...

>aber ich bin froh, daß es Deutschland wieder
>schwarz/gelb ist. Wie Marcel schon sagte, es sind 48 Monate Zeit. Und ich bin mir fast
>sicher, daß in 49 Monaten Deutschland immer noch schwarz/gelb ist. Ich erinner mich da
>grad an die Ära Kohl, die 16 Jahre dauerte. Wer weiß, vlt. dauert die Ära Merkel noch
>länger.
>
>Seinen Paß definitiv nicht abgeben wollende Grüße

Auch hier meine vollste Zustimmung. Wir sollten mal wieder einen trinken gehen :-).

@Bends: Der war absulute Klasse :+. Two thumbs up!

Turgut, auch dir stimme ich zu.

MfG, Wuzefelix

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#13

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Wuzefelix, Beitrag #12

Klar können wir wieder einen trinken gehen ;)

Was hälst du von Mitte November im Cafe Fantasia?

Oder vielleicht am erstmal am 3.10. in Brühl?

MfG

Sven
#14

RE: OH, DIESES OFFTOPIC

Antwort auf coaster1977, Beitrag #13

Beides waere schoen :-)

MfG, Wuzefelix

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#15

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf coaster1977, Beitrag #11

>Dito. Ich war, als ich die ersten Hochrechnungen für Brandenburg gesehen habe, ebenso
>erschrocken. 30% für die Linke...wissen die Leute "da drüben" eigentlich, was die sich
>damit antun? Aber gut, wenn die wieder in die alte gute Planwirtschaft zurück wollen,
>bitte. Manchmal frag ich mich, ob schon sämtliche Verbrechen der damaligen
>DDR-Volkspartei SED (ein HOHN schon für sich, sich als Volkspartei zu bezeichnen)
>vergessen wurden...armes Brandenburg

Was hat die Linke mit Planwirtschaft zu tun? Auch das alte Fähnchen mit der SED ist hier einfach fehl am Platze. Sorry, Sven, aber das ist einfach nur unreflektiertes Nachgeplapper konservativer Medien. Ich möchte die Linke ganz sicher auch nicht bei 30 % sehen, aber sie taugt sicherlich dazu, etwas Schwung in die SPD zu bringen, die seit Schröder nichts mehr mit ihren Traditionen gemein hat. Einschnitte im Gesundheitssystem, Einschnitte im Bildungssystem, Hart IV etc. - all das haben wir einer Partei zu verdanken, die den Buchstaben "S" im Namen trägt - und das ist etwas, bei dem mir dann wieder speiübel wird.

Ansonsten kann ich mit dem Ergebnis ganz gut leben. Eine große Koalition ist immer die schlechteste aller Möglichkeiten. Jetzt hat die FDP vier Jahre Zeit, ihren Worten Taten folgen zu lassen, die SPD kann sich vielleicht zurück zu ihren Wurzeln besinnen, die Linke wird in den Ländern zeigen müssen, wie sie sich dort schlägt. Und in vier Jahren werden die Karten dann neu gemischt. Das einzig Bittere an dem Ergebnis ist, daß man wohl auch in Zukunft weiterhin Leute wie Schäuble oder von der Leyen ertragen muß...
#16

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf vestermike, Beitrag #15

>Was hat die Linke mit Planwirtschaft zu tun?

Eine ganze Menge! So fordert Die Linke beispielsweise einen Mindestlohn (der natuerlich Arbeitsplaetze kosten wird) und auch einen maximalen Lohn. Das Parteiprogramm ist leider voll von solchem planwirtschaftlichem Denken.

MfG, Wuzefelix

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#17

OT: Planwirtschaft?

Antwort auf Wuzefelix, Beitrag #16

>Das Parteiprogramm ist leider voll von solchem planwirtschaftlichem Denken.

Gleiche Frage, stärker präzisiert: Was hat Mindestlohn mit Planwirtschaft zu tun?
Sozialismus != Planwirtschaft

Gruß, Stefan

Mitglied der Initiative zur Verbreitung seltener Satzzeichen
#18

RE: OT: Planwirtschaft?

Antwort auf Sarion, Beitrag #17

>Gleiche Frage, stärker präzisiert: Was hat Mindestlohn mit Planwirtschaft zu tun?

Eine Definition von Wikipedia reicht fuer eine Diskussion dieses Themas nicht aus. Aber da wir hier immernoch ein Freizeitparkforum sind, wird sie als Anhaltspunkt vielleicht trotzdem weiterhelfen:


Der Begriff Zentralverwaltungswirtschaft (auch Zentralplanwirtschaft oder Planwirtschaft) bezeichnet eine Wirtschaftsordnung, in der wesentliche Allokationsentscheidungen von einer Verwaltungsinstanz zentral getroffen werden.

Quelle: Wikipedia

Und genau das geschieht bei einem Mindestlohn. Die zentrale Verwaltungsinstanz ist der Staat, der einen Mindestlohn festlegt. Die wesentliche Allokationsentscheidung ist die Verteilung von Arbeitern auf die Arbeitsplaetze auf dem Arbeitsmarkt.


MfG, Wuzefelix

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#19

RE: OT: Planwirtschaft?

Antwort auf Wuzefelix, Beitrag #18


>Und genau das geschieht bei einem Mindestlohn. Die zentrale Verwaltungsinstanz ist der
>Staat, der einen Mindestlohn festlegt. Die wesentliche Allokationsentscheidung ist die
>Verteilung von Arbeitern auf die Arbeitsplaetze auf dem Arbeitsmarkt.

Hört sich toll an! Aber mit exakt dieser Definition kann ich unser momentanes politisches System schon jetzt in die Planwirtschafts-Schublade stecken. Denn das passiert ja auch bei einer Schweinegrippe-Epidemie (um mal ein aktuelles Beispiel zu nehmen). Die zentrale Verwaltungsinstanz ist der Staat (oder das Land), der eine funktionierende Gesellschaftsordnung festlegt. Die wesentliche Allokationsentscheidung ist hier die gezielte Verteilung von Impfstoffen an bevorzugte Bevölkerungsgruppen in der Gesellschaft.
#20

RE: OT: Planwirtschaft?

Antwort auf Wuzefelix, Beitrag #18



Luxemburg hat mindestlohn.
Luxemburg geht's gut.

Planwirtschaft, nenn es wie du willst, aber besser intelligente Planwirtschaft anstatt chaotische Wirtschaft.

#21

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Wuzefelix, Beitrag #16

>So fordert Die Linke beispielsweise einen Mindestlohn (der natuerlich
>Arbeitsplaetze kosten wird).

Es kostet Arbeitsplätze, weil...?!

Bitte nicht einfach nur unbewiesene Theorien nachplappern, sondern bitte Ross und Reiter nennen. Zu vermuten, dass ein Mindestlohn Arbeitsplätze kosten könnte, ist durchaus legitim. Zu behaupten, dass er das natürlich tut ist Volksverdummung.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/b/b2/Niedriger_Mindestlohn.PNG

#22

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf MarcelR, Beitrag #21

>Bitte nicht einfach nur unbewiesene Theorien nachplappern, sondern bitte Ross und
>Reiter nennen. Zu vermuten, dass ein Mindestlohn Arbeitsplätze kosten könnte, ist
>durchaus legitim. Zu behaupten, dass er das natürlich tut ist Volksverdummung.

Volksverdummung ist allerdings auch, so ein nichtssagendes Preis-Mengen-Diagramm ohne weiteren Kommentar hinzuklatschen - und damit im Endeffekt nur zu beweisen, dass man die Aussage dahinter selbst nicht verstanden hat.

Konsultiere mal Pindyck/Rubinfeld.

#23

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf HansaKäptn, Beitrag #22

Käptn, mein Käptn - oh, ruderlos trieben wir dahin. Wie gut, dass wir Leute wie Dich auf der Brücke haben!

Dir zu erklären, dass der angekreidete Fehler mit voller Absicht geschah, um... ach, was solls. Geschenkt!
#24

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf MarcelR, Beitrag #21

>>So fordert Die Linke beispielsweise einen Mindestlohn (der natuerlich
>>Arbeitsplaetze kosten wird).
>
>Es kostet Arbeitsplätze, weil...?!
>
>Bitte nicht einfach nur unbewiesene Theorien nachplappern, sondern bitte Ross und
>Reiter nennen. Zu vermuten, dass ein Mindestlohn Arbeitsplätze kosten könnte, ist
>durchaus legitim. Zu behaupten, dass er das natürlich tut ist Volksverdummung.
>
>http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/b/b2/Niedriger_Mindestlohn.PNG
.
.

Pah!! Ich empfinde es als beleidigend, wenn du mir "Volksverdummung" vorwirfst.

.

Ein Mindestlohn kostet natuerlich Arbeitsplaetze. Das liegt in der Natur der Sache. Wenn ein Mindestlohn eingefuehrt wird, der ueber dem normalen Lohn auf dem freien Markt liegt, dann wird dies ganz automatisch zum Verlust von Arbeitsplaetzen fuehren. Das ist keine "unbewiesene Theorie" sondern ganz einfache Logik. Dass es auch in der Praxis so ist, koennen wir an unzaehligen Beispielen sehen.

.
.

Ganz ehrlich gesagt verstehe ich die von dir gepostete Graphik, beziehungsweise das, was du uns damit sagen willst nicht!
Ich nehme mal an, das S steht fuer Supply und das D fuer Demand (auf dem Arbeitsmarkt). Die Y Achse stellt die Lohnhoehe dar, die X Achse die Anzahl an Arbeitsplaetzen. Der Punkt, an dem sich S und D schneiden ist das Equilibrium auf dem freien Markt. Die Y Koordinate dieses Equilibrium (die auf deiner Graphik, warum auch immer, mit Wgg bezeichnet wird) ist die Lohnhoehe auf dem freien Markt. Die X Koordinate des Equlibriums ist die Anzahl von Arbeitsplaezten, die es zu diesem Lohn auf dem freien Markt gibt.

Soweit so gut.

Jetzt kommt der Staat und setzt einen Mindestlohn in Hoehe von Wmin fest. Wie man auf deiner Graphik sieht, aendert sich gar nichts. Denn in diesem Beispiel liegt der Mindestlohn unterhalb des Lohnes auf dem freien Marktes.

.

Was lernen wir daraus? Deine Graphik traegt gar nichts zum Verstehen der Situation bei! Ich habe die Vermutung, du hast sie selbst nicht verstanden sondern einfach nur im Internet gefunden und in dein Posting kopiert, um deine Beleidigung mir gegenueber zu untermauern.

Deshalb bin ich jetzt an der Reihe: Marcel, das was du da machst ist Volksverdummung!

.

Wenn erwuenscht, kann ich gerne einmal MSPaint starten und eine eigene Graphik erstellen, die zeigt warum ein Mindestlohn (der ueber dem Lohn auf einem freien Markt liegt) zu einem Verlust von Arbeitsplaetzen fuehrt. Aber wie gesagt nur falls ausdruecklich gewuenscht, weil man das auch in jedem Buch ueber Ecomomics selbst nachlesen kann (Sehr zu empfehlen: Mankiw / Taylor).

MfG, Wuzefelix

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I believe in Pearce's Leisure Ladder for theme park settings,
as I went through all steps myself being at the top now.
#25

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Wuzefelix, Beitrag #24

Hi,

Eigentlich fand ich früher die Mechanismen des Markts auch überzeugend. Aber in den letzten Jahren kam dann bei mir die Erkenntnis hinzu, dass eben jene Zahnräder nicht mehr so funktionieren, weil sich eine gewisse Schieflage eingeschlichen hat.

Mindestlöhne hören sich ja ganz böse nach DDR an, was nützt einem allerdings sich gegenseitig im Lohndumping überbietende Wirtschaft, wenn der Staat anschließend großflächig aufstocken muss? Immer häufiger hört man auch die Arbeitgeber stöhnen, die sich gegen die unlautere Konkurrenz kaum mehr wehren kann. Auf der anderen Seite sieht man Unternehmensspitzenleute, die sich selber regulierend die Bodenhaftung verloren haben - kein Wunder bei einem System, dass eben mittel- oder gar langfristige Entwicklungen einfach nicht mehr berücksichtigt. Wenn Leistung sich zu Recht lohnen soll, wären nicht langfristig aufbauende Entlohnungen, die sich an den Unternehmensentwicklungen orientieren, weitaus sinnvoller, als kurzfristig das Führungspersonal mit hohen Jahresboni in Versuchung zu führen?

Im Grunde bin ich gegen hart eingegrenzte Löhne. Aber wir brauchen dringend Korrekturen, damit die Wirtschaft wieder aus der Schieflage kommt, die ihr selber so massiv schadet. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn dafür leben wir eben in einer sozialen Marktwirtschaft.

Grüße,
Alex
#26

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Alex, Beitrag #25

Full Ack!

Ich bin nicht vom Fach wie die gebildeten Herren ein paar Zeilen über mir, aber vielleicht muss ich das auch nicht sein.
Für mich gibt es eine ganz simple Rechnung:
Entweder verdient jemand genug zum Leben oder eben nicht.
Und es kann meines Erachtens nach nicht sein, das jemand nach dem Abitur und einer abgeschlossenen Ausbildung mit einer vollen, 40 Wochenstundenstelle im kaufmännischen Bereich nicht über die Runden kommt, weil die Bezahlung schlichtweg zu mies ist.

Sorry, wenn ich das so lapidar sage - der Mindestlohn ist ja nicht gedacht, um arme Leute reich zu machen, sondern nur dazu, das der Staat nicht bei jeder Einzelperson ergänzende Hilfen zahlen muss, sondern das die Menschen den Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln bestreiten können.

Und vielleicht können sich die fremdwortwerfenden Micro- und Makroökonomen schlichtweg mal an die eigene Nase greifen und sich fragen, ob sie bereit wären, für einen Stundenlohn von 3,82 Brutto als Friseur zu arbeiten und vor allem, wie man davon leben sioll. Richtig - das ist ungefähr ein Fünftel von dem, was ihr als studentische Hilfskraft beim Arschkriechen in des Professors-Allerwertesten verdient habt.

Und das ist auch das Hauptproblem, welches ich mit der Diskussion um Mindestlöhne habe:
Es diskutieren in der Regel Menschen, die davon nicht betroffen sind. Und aus der Distanz - im schicken Reihenendhaus mit frisch gewaschenem A6 Avant-Dienstwagen - lassen sich solche Probleme am besten bewältigen. Nur - das ist eine ganz andere Welt.
Und ja, natürlich könnten sich die Menschen, die am Existenzminimum oder gar darunter leben, zu Wort melden. Aber wahrscheinlich sind die lieber damit beschäftigt, das überleben zu sichern

Und bevor ich hier zum Sozialromantiker abgestempelt werde: Ich bin weder Friseur noch verkaufe ich frische Brötchen. Aber es wird der irgendwann der Tag kommen, wo euch das neue Steuerungsmodell, der Derivathandel und/oder der Lohndumping um die Ohren fliegt. Spätestens dann nämlich, wenn ihr selber davon betroffen seid. Und dieser Tag wird kommen. Genauso wie er - trotz aller gegenteiligen Meinungen der Wirtschaftler - beim Cross-Border-Leasing kam!


#27

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Bends, Beitrag #26

>Aber wahrscheinlich sind die lieber damit beschäftigt, das
>überleben zu sichern

Solange sie dies tun, gehts ja noch. Aber vielleicht kommen sie ja mal auf die Idee, ihre Wut und ihren Haß wie unsere französischen Nachbarn an den A6 Avant-Dienstwagen und an den Reihenendhäusern abzulassen. Und der Gedanke an brennende Autos vor der Haustüre und eingeschlagene Fensterscheiben dürfte für unsere ausgewiesenen Wirtschaftsexperten sicherlich auch nicht so vielversprechend sein.
#28

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Bends, Beitrag #26

Ich denke das Problem liegt darin, dass man dieses ganze Thema nicht pauschal über ein ganzes Land ziehen kann.

Auch für den Unternehmer gibt es doch Faktoren, die sich je nach Markt und Region verändern. Dabei ist aber nicht grundsätzlich alles Raffen und Geldvermehren sondern auch hier gibt es Existenzängste und wirtschaftliche Bedenken.

Ferner haben wir in Deutschland eine reine Netto Preispolitik. Redet doch einmal mit dem normalen Arbeiter auf der Strasse. "Isch verdien bei Obel nur 1100 Euro". Kaum einer spricht von Bruttolöhnen und kaum ein Arbeiter hat in Wirklichkeit eine Ahnung, wie viel sein Chef oder Unternehmen für diesen Menschen wirklich bezahlt und was er damit für ihn Wert ist. Dabei sollte der Arbeiter auch erfahren, was sonst noch für Kosten bestehen, dann könnte er selbst mal nachrechnen, wie viel verkauft werden muss, um die Kosten zu decken. Da verwundert mich der (teils künstlich geschürte) Hass auf die Arbeitgeber kaum, denn hier hat die Arbeiterseite zu geschätzt 75 % keinen Durchblick und demnach auch kein Verständnis für den Unternehmer oder unternehmerischem Denken. Realitätslehre wäre ein schönes Pflichtfach in der Schule, dass ein Arbeiter auch einmal den Wert und die Kosten eines Unternehmens einschätzen kann.

Es gibt natürlich immer Ausnahmen, aber so eine Lohnerhöhung um beispielsweise 2 Euro (Brutto) ist doch für den Arsch, setzt man entgegen, was sie wirklich unter dem Strich den Unternehmer kostet und was sie dem Arbeiter netto bringt. Alleine bei meinem kleinen Betrieb wären das bei 38 Lohnstunden am Tag ca. 17.500,00 Euro. Fairheitshalber sollte erwähnt werden, dass Unternehmer dies ja auch wieder steuerlich geltend machen können, aber trotzdem ginge dies bei mir nicht. Hätte ich entgegen einen 6 stelligen Gewinn, wäre das ja ok, aber das ist leider nicht so. Ok, man könnte eine Art Einmalbonus zahlen, aber wie viel kommt denn davon beim Arbeiter an und wie wird reagiert wenn es den Bonus dann einmal nicht gibt? Meist doch mit Unverständnis.

Auch bei mir hätte ein Mindestlohn Auswirkungen. Keine drastischen, denn die Arbeit muss gemacht werden, aber ich werde sehen müssen, wie ich das dadurch entstehende Risiko auffange, ohnehin wären da bei mir nur Aushilfskräfte betroffen.

Ich habe zB. einen reinen Saisonbetrieb. Leider kann ich das nicht pauschalisieren auf feste Monate, denn ist das Wetter gut, ist mein Umsatz im Keller, fängt es an zu regnen oder ist es kühl, erwarten die dann plötzlich auftauchenden Gäste trotz allem schnellen Service. Ich schleife mein Personal trotzdem das ganze Jahr durch, obwohl ich mindestens 4 Monate rote Zahlen schreibe. Dies ist aber schon ein Luxus, denn ich mir noch gönne, da ich auch gute Leute habe und diese auch halten will.
Aber, wenn sich die Spirale immer weiter nach oben dreht, werde ich umdenken müssen. Denn ein Mindestlohn bedenkt leider keine unternehmerischen Faktoren:

- Es ist ein Selbstbedienungswerkzeug des Staates, um Sozialversicherungsbeiträge reinzufahren.

- Konkurenzsituationen, was, wenn man bei vielen Mitbewerbern die Preise einfach nicht mehr erhöhen kann? (zB. wenn Karstadt nebenan sein Essen fast verschenkt oder nebenan ein weiterer Einkaufscenter eröffnet.)

- Ein Cafe/Restaurant in meiner Größe braucht egal ob in Ost oder West, ob in Hessen oder NRW den selben "Mindestbedarf" an Mitarbeitern, zB. einen Koch, eine Küchenhilfe, einen an der Theke und einen im Service. Miete Bad Homburg: 7780,00 Euro, den selben Laden gibt es im Osten oder in Vororten für 2200,00 Euro.
Aber 32 Lohnstunden am Tag zu 7,50 kosten den Unternehmer knapp 76,000.-- Euro. Das sind knapp 210,00 Euro am Tag. Selbst wenn alle auf der Terrasse sitzen, sind das über 54 Kännchen Kaffee am Tag, da ist der Wareneinsatz noch nicht drinne, rechnet also nochmal 10 Euro dazu. (hehe) Wäre ich jetzt ein Nobelrestaurant mit 28 Euro je Hauptgang, wäre das was anderes, also wieder eine andere Rechnung.

- angebliche Familienbetriebe, wie zB. "der nette Chinese nebenan", werden auch weiter mit zig Cousins, Onkels, Tanten und Omas mit Billigpreisen den fairen Markt manipulieren. Kein Betriebsprüfer/Zoll blickt da noch durch, kontrolliert wird eh viel zu wenig. Wir müssen hingegen mind. 7,50 Lohn auf den Tisch legen (der uns jedoch 9,89 + BG kostet). Wird der Chinese dann nach 2 jahren endlich zugemacht, macht das Spielchen der Bruder Wong einfach weiter. Natürlich kann man dann mit Service und Qualität wieder punkten, aber genau das alles kostet Arbeitsleistung, die ist nicht gerade billig im Land. Dieses Gelaber "Konkurenz belebt das Geschäft" ist auch irgendwann nach 30 Fressecken ausgereizt.

- Rücklagen: Genau wie Angestellt haben auch Unternehmer berechtigte Ängste um die Zukunft. Dies war so drastisch auch nicht immer. Man muss Geld wegpacken für Neuinvestitionen, schlechte Saisonzeiten oder auch willkürliche, unkalkulierbare Betriebsprüfungen oder neue Gesetze. (zb Nichtraucherschutz). Unternehmer sind in diesem Land leider nicht oder kaum geschützt. (Nein, nicht alle sind Banken und Großindustrie)

Ich will nichts herunterspielen und ich wünsche und gönne jedem Menschen einen fairen Lohn, aber jedes Unternehmen ist für sich ein Einzelfall. Ein Arbeiter, der ins Schleudern kommt, kann notfalls mit Sozialhilfe, Harz0815 und sonstigem aufgefangen werden, ein Unternehmer der ins Schleudern kommt, verliert meist alles und fällt so schnell nicht mehr auf die Füße. Ferner beschäftigt er dann keinen mehr, auch keinen der evtl. etwas schlechter bezahlt wird.

Ein Unternehmer sollte jedoch seinem Arbeiter auch in die Augen schauen können. Das bezweifle ich jedoch auch, wenn ich mit einem A6 vorfahren würde und auf der anderen Seite 3,50 zahlen würde. Aber, wie oft ist das denn wirklich so? Ich könnte jetzt wieder etwas von "Ehre" erzählen. :+

Gruß Dirk

#29

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf stilbruch, Beitrag #28

Danke für diese ausführliche Stellungnahme. Und hier liegt vermutlich auch genau das Problem. Wo in den einen Fällen ein gesetzlicher Mindestlohn sinnvoll und auch nötig ist, kann er bei anderen Fällen große Probleme verursachen. Wenn die Unternehmen ihrer sozialen Verantwortung nachkämen, bräuchte man sich um das alles auch keine Gedanken machen - leider sind solche Firmen in Deutschland aber eher in der Minderheit.

Und noch ein Wort zu Deiner Miete: Lächerlich!! *g* In Velbert hat gerade eine Eisdiele zugemacht, weil der Vermieter eine Erhöhung von 16.000 EUR auf 22.000 EUR haben wollte. Für 7.000 EUR kriegst Du hier vielleicht gerade mal ne Pommesbude *lach*.
#30

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Wuzefelix, Beitrag #24

>Deshalb bin ich jetzt an der Reihe: Marcel, das was du da machst ist
>Volksverdummung!


Na, endlich kommt mal was! Ob richtig oder falsch, läßt sich hier sicher nicht auf beengtem Raume diskutieren, aber wenigstens kommt Futter unter die ansonsten fast schon an eine Rote-Socken-Kampagne grenzende Pauschalaussage "Mindestlohn kostet Arbeitsplätze". Aber kurz zu Deinem Vorwurf der Volksverdummung. Im Gegensatz zu Dir habe ich versucht, Deine eigene Argumentationslinie Dir vorzuhalten und damit ad absurdum zu führen.

Ich habe ganz bewusst eine beliebige Grafik von Wikipedia (allerdings nicht aus dem Zusammenhang gerissen) gewählt, so wie Du eine inhaltslose Parole gewählt hast, um a) eine Reaktion zu provozieren und b) deutlich zu machen, wie sinnbefreit Schlaglichter in einer Diskussion sind über deren Bedeutung und inhalt kein rhetorischer Konsens besteht.

Aber erklären mag ich Dir die Grafik trotzdem, und zwar mit einem einfachen Satz: Ein niedriger Mindestlohn stört den Gleichgewichtslohn nicht. (vgl wikipedia Stichwort Mindestlohn, Neuklassisches Modell, Abb. 2) Und jetzt darfst Du Dich gerne noch einmal fragen, ob gerade *diese* Grafik von mir vorgebracht wirklich Volksverdummung war, denn interessant ist, dass dieses Modell des unter dem GWL liegenden ML durchaus von einigen neo-Marktlern heute noch als wenn überhaupt das einzig gangbare angesehen wird. Mich wundert, dass jemand mit Deiner Einstellung die Grafik nicht nur nicht erkannt hat, sondern nicht auch noch Kapital daraus schlug...

Ansonsten kann ich mich uneingeschränkt Alex' Ausführungen hier anschliessen, der mit feinem Gespür aufzeigt, wo tatsächlich der Hammer des Mindeslohnes hängt. Ich würde sie nur um die These erweitern wollen: Ein Arbeitsplatz, der nur zustande käme bei einem Dumpinglohn, der ohne Aufstocken seitens des Staates keinen Lebenserwerb darstellen kann, ist erstens kein verlorener Arbeitsplatz, weil er gar nicht entstehen darf, denn zweitens ist das schlußendlich nur eines: Lohnsklaverei.

Eine Marktwirtschaft, die nur noch den Denkmantel der Sozialen Marktwirtschaft trägt - der Verdrängungswettbewerb des Faktor Arbeits zum Lebenserwerb hin zu zB "Geld macht Geld", beinhaltet soviel sozialen Zündstoff, dass ich es als Pflicht des Staates und der Staatengemeinschaften (EU, G7, G20, UNO, um nur einige zu nennen) hier für Regulierung und "wieder in die Schiene" bringen ansehe. Der liberalisierte, globalisierte Markt kann die Aufgaben nicht bewältigen, die für ein lebenswertes Miteinander in unserer Gesellschaft und auf diesem Planten zwingend erfordlich sind.

Zumindest, solange die Menschheit das urtierische Problem "Fressneid" nicht überwunden hat. Wohin uns unregulierte, entfesselte Märkte geführt haben, lässt sich an zwei Wirtschaftskrisen in weniger als 80 Jahren deutlich erkennen. Oder etwa nicht? Und genau deswegen stehe ich selbst links der Mitte. Nicht, weil ich Kommunismus, Sozialismus, Marxismus, Leninismus, Planwirtschaft oder ähnlich oft zitierte Schreckensgespenster gutheißen würde. Auch nicht, weil ich Angst hätte nicht in der Lage zu sein, mir vom Gesellschaftskucken selbst ein genügend großes Stück abschneiden zu können. Nicht, weil ich Leistung und Leistungsträger, Eliten und Pioniere nicht anerkennen würde, sondern schlicht und ergreifend, weil:

Geld und seine Verteilung immer Mittel zum Zweck bleiben muss - und nie Lebenszweck werden darf.
#31

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf MarcelR, Beitrag #30

>Aber erklären mag ich Dir die Grafik trotzdem, und zwar mit einem einfachen Satz: Ein
>niedriger Mindestlohn stört den Gleichgewichtslohn nicht. (vgl wikipedia Stichwort

Du hast das Prinzip hinter der Grafik wirklich nicht kapiert, oder?
Natürlich stört ein Mindestlohn, der unter dem Gleichgewichts-Lohn liegt (das ist ja die Definition von niedrig), den Gleichgewichtslohn nicht. Ein rotes Auto ist auch niemals blau, wer hätt's gedacht?

Das würde heißen, dass die oft zitierten ostdeutschen Frisöre, die für 4 Euro arbeiten müssen, durch einen Mindestlohn von 3 Euro geschützt werden. Klar kostet das keine Arbeitsplätze, der Mindestlohn wird schließlich nie greifen - er verdient den Namen nicht.

Niedrig heißt im ökonomischen Sinn eben gerade nicht "irgendwas unter 10", sondern weniger als das, was ohnehin gezahlt wird.

Und das ist in der Volkswirtschafslehre, glaub es oder nicht, großer Konsens.

Sicher gibt es mittlerweile Experimente und empirische Studien, die keine negativen Beschäftigungseffekte bei Mindestlöhnen ergeben haben (Häring/Storbeck haben das in ihrem Buch interessant zusammengetragen); diese Studien betrafen aber meist irgendwelche Spezialfälle (etwa: Nachfragemacht seitens der Arbeitgeber) und können nicht verallgemeinert werden.

Und bevor wir mit Onkel Toms Hütte anfangen: Der Lohn für eine Tätigkeit (ähnlich wie der Preis für z. B. Milch, aber das ist trotz ähnlichem Kern ein anderes Thema) spiegelt immer auch wieder, wie gefragt diese auf dem Markt ist. Löhne haben, wenn sie nicht durch Mindestlöhne verzerrt werden, Informationscharakter für die eigene Ausbildungsentscheidung und führen automatisch dazu, dass bei unerwünschten Löhnen weniger Leute sich für den konkreten Job entscheiden und der Lohn daraufhin wieder auf ein entsprechendes Niveau steigt.

Das geht aber nur, wenn die Löhne im Gleichgewicht sind. Denn: Wird ein niedriger Lohn durch Mindestlöhne erhöht, führt das zu mehr Arbeitsinteressenten auf dem Markt und damit zu einem weiteren Absinken des Gleichgewichtslohnes.
#32

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf HansaKäptn, Beitrag #31

Musst Du nicht gerade irgendwelche Schiffe versenken?
#33

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Wuzefelix, Beitrag #24

>Wenn erwuenscht, kann ich gerne einmal MSPaint starten und eine eigene Graphik
>erstellen, die zeigt warum ein Mindestlohn (der ueber dem Lohn auf einem freien Markt
>liegt) zu einem Verlust von Arbeitsplaetzen fuehrt.

Wenn man eine Tätigkeit, die in manchen Bereichen mit 4 EUR pro Stunde entlohnt wird, als Arbeitsplatz bezeichnen mag, hast Du natürlich Recht. Für mich hat das allerdings mehr von Onkel Toms Hütte als von einem gesunden Verständnis von einer angemessenen Bezahlung. Ob hingegen ein gesetzlicher Mindestlohn die Probleme lösen wird, wage ich angesichts des Ideenreichtums eines Teils der Wirtschaft, die sicherlich im Falle eines Falles andere Kaninchen aus dem Hut zaubern wird, noch zu bezweifeln.
#34

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Wuzefelix, Beitrag #16

>So fordert Die Linke beispielsweise einen Mindestlohn (...)Das Parteiprogramm ist leider >voll von solchem planwirtschaftlichem Denken.

Wenn wir es in GB und den USA mit Planwirtschaften zu tun haben hast Du wohl recht.
#35

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Wuzefelix, Beitrag #16


>Eine ganze Menge! So fordert Die Linke beispielsweise einen Mindestlohn (der natuerlich
>Arbeitsplaetze kosten wird)

Das fände ich persönlich sehr gut. Wenn die Arbeitsplätze immer weiter reduziert werden und die Anforderungen an die Mitarbeiter weiter steigen, dürften die überstudierten Manager auch mal die Arbeit des kleinen Mannes übernehmen und können dann mal lernen was Arbeit ist.
Denn solange die ihren A8 unterm Arsch haben, kann es dem Unternehmen nicht so schlecht gehen, dass sie keine höheren Löhne zahlen könnten.


Aber naja, dass die CDU gegen Mindestlöhne ist, unterstreicht nur wieder ihre Weitsichtigkeit in der Politik...
#36

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Vampir, Beitrag #35

>Denn solange die ihren A8 unterm Arsch haben, kann es dem Unternehmen nicht so schlecht >gehen, dass sie keine höheren Löhne zahlen könnten.


Wie viele Unternehmer mit einem A8 kennst du denn die Löhne unter 7,50 zahlen. Ich hätte doch gerne mal eine Bild zu dieser Aussage.

Gruß Dirk

Der neue oMS - Mit onride besser auf Events informiert!
#37

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf vestermike, Beitrag #15

>die Linke (...) taugt sicherlich dazu, etwas Schwung in die SPD zu bringen

So sieht's aus! Und genau dafür ist die Partei, die außer ihrem klugen Kopf Gregor Gysi nur eweig-gestrige Dummbratzen im Team hat, auch gut. Aber für mehr? Ich glaube kaum.

Grüße,

Tim :+
Excess all Areas!
#38

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf vestermike, Beitrag #15

#39

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Substitute, Beitrag #1

Vielleicht kannst du dich in die Essener Innenstadt stellen und Geld zum Auswandern sammeln!;)

#40

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Substitute, Beitrag #1

Das Ergebnis ist fantastisch, denn endlich ist die Hauptmaxime wieder nach langer Zeit in den Fokus geraten: Demokratie, wie habe ich dich vermisst!

Gruß,
Turgut

[h6]I wish the milkman would deliver my milk in the morning.[/h6]
#41

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Substitute, Beitrag #1

Mal ganz fernab von jeglichen politischen Inhalten, eine Frage von meiner Seite:

Wie soll ich bitte die Hackfresse von Guido Westerwelle 4 Jahre lang in einer Ministerposition ertragen?
#42

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf BerndDasBrot, Beitrag #41

Frag doch einfach mal deine Eltern oder Großeltern, die wissen wie man sich da am besten verhält.

Gruß Dirk

Der neue oMS - Mit onride besser auf Events informiert!
#43

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf stilbruch, Beitrag #42

Oder frag Dirk, der erträgt Roland Koch in Hessen schon viel länger!

Grüße,

Tim :+
Excess all Areas!
#44

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf The Knowledge, Beitrag #43

Ohja, und DAS ist nun wirklich weit über jede Schmerzgrenze!
#45

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Substitute, Beitrag #1

Letzte Bearbeitung am 29-Sep-09 um 00:44 Uhr ()
Hi,

für mich liegt das Problem des Wahlergebnisses nicht nur im (fatalen) politischen Weg, der jetzt auf das Land zukommt. Was mich viel persönlicher bestürzt und verzweifelt, sind die Assoziationen, die eine Wahlstimme auf den Wähler als Menschen zulässt.

Da sich heutzutage das komplette Leben im Regelfall nur über den Konsum definiert, ist das Ergebnis natürlich nicht überraschend. Die Menschen leben zurückgezogen im Alltagshorizont einer naiven Konsumwelt, welche auch maßgeblich Zukunftsgestaltung und Erwartung prägt.
Das heißt, eine schwarzgelbe Regierung gibt ihren Wählern primär die Sicherheit, dass der angestrebte neue Flachbildschirm auch im erwarteten Zeitkontinuum des Arbeitslebens gekauft werden kann und alle Lebenskonstanten gleich bleiben.

Ich bin jetzt mal absichtlich etwas zu romantisch und werfe einen distanzierten Blick auf die Welt und den Menschen: Ist das nicht furchtbar? Wie der Mensch schlaff und feige in einem Stillstand des Sicherheitsgefühls verharrt, ohne mehr wirklich Träume und individuelle Lebensutopien zu entwickeln?

Und genau das ist es eben, was wirklich alarmierend am Wahlergebnis ist. Merkel und Westerwelle sind nur Agitationspuppen, die sind mir einigermaßen egal.
Aber die Menschenmassen, die sie wählen, sind vom Menschlichkeitswert und Mut, die Welt wirklich noch mal zu verändern und Lebensformen auszuprobieren, schlichtweg gestorben.

Anscheinend sind die Hälfte der Deutschen nicht mehr in der Lage, ihrem Leben ein freies, schönes und romantisches Ideal zu geben. Die ganze Vernunft und BWL-lerei sollte nämlich nur dazu dienen, den Weg hin zu einem schönen Leben zu ermöglichen und für alle sicher zu machen. Aber diese Vernunfts- und Verwaltungsebene kann nicht das Ziel und Ende sein.
#46

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Substitute, Beitrag #45

>Aber die Menschenmassen, die sie wählen

So langsam wird aus dem plakativen Posting da oben ein Schuh. Ja, aber viel schlimmer fand ich die, die nicht wählen waren. DAS macht mir Angst! Denn ich hatte eigentlich mit einer hohen Wahlbeteiligung gerechnet. Wie es Menschen völlig egal sein kann, wie man sich einfach so kraftlos in sein Schicksal ergeben kann, es ist mir einfach unbegreiflich.

Mit Frau Merkel und Herrn Westerwelle kann man erstmal leben. Bei ihr weiß man, was man bekommt: politische Blässe und Stillstand. Und er muss jetzt die Hosen runterlassen. Jetzt kann er mal zeigen, ob dem Großmaul auch Taten folgen. Und dann vor allem welche. Ich bin gespannt. Geht man grundsätzlich davon aus, dass ja eigentlich keiner der kandidierenden egal welcher Partei dem Staat etwas schlechtes will, bin ich da eigentlich mehr gespannt als entsetzt. Wie sagte der dicke Kanzler noch? "Entscheidend ist, was hinten raus kommt." Und weniger hinten rauskommen und mehr vorne rein gehen als in den letzten 4 Jahren kann eigentlich nicht.

Alles in allem ist es eigentlich EXAKT das Wahlergebnis, was ich erwartet habe. CDU verliert leicht, SPD geht langsam auf die 5%-Hürde zu, FDP gewinnt immens, Piraten kommen aus dem Stand auf eine respektable Wählerschaft, aber natürlich nicht in den Bundestag (nun haben sie 4 Jahre Zeit, aus ihrem sehr populistischen Wahlkampf eine ganzheitliche Politik zu machen, Grün Reloaded). Das heißt nicht, dass ich es toll finde, aber ich kann damit leben. Es steht schon vieles passendes hier dazu im Thread, was auch meine Gedankengänge wiederspiegelt, was ich jetzt nicht nochmal wiederholen muss. Einzig wie gesagt: Mit der Wahlbeteiligung kann ich nicht leben.

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#47

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Keng, Beitrag #46


>Mit der Wahlbeteiligung kann ich nicht leben.<


Das ist ja leider nicht nur in D ein Problem. Aber solange die Leute genug Brot und Spiele haben, werden sie nur noch fauler oder desinteressierter.

Und wie könnte man das Problem lösen? Die Anzahl der Sitze im Parlament nach dem Prozentsatz der Wahlbeteiligung vergeben – und dadurch einige Sitze leerlassen? Die Gehälter der Politiker an Hand der Wahlbeteiligung regeln? Aber egal welche Ideen man dazu hätte, sie würden leider nie umgesetzt werden!

Grundproblematik: Um an die Spitze eines Konzerns oder einer Regierung zu gelangen (sich den Platz dort erkämpfen), dazu erfordert es leider nicht nur soziale und humanitäre Inhalte - sondern eher das Gegenteil. Also sollte es nicht verwunderlich sein, wenn dann betreffende Personen an der Spitze dementsprechend weiteragieren.
#48

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf WP, Beitrag #47

>>Mit der Wahlbeteiligung kann ich nicht leben.<
(...)
>Und wie könnte man das Problem lösen?

1000 Frei-SMS? }>

- Tobi
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#49

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Keng, Beitrag #46

Was wäre denn, wenn sich ein nicht geringer Teil der Nichtwähler bewusst gegen eine Wahl entschieden haben?
Ich hab mittlerweile einige Leute kennengelernt, die nicht aus der vielzitierten Politikverdrossenheit nicht wählen, sondern dies als aktive Entscheidung sehen und dies unter anderem mit den ständigen Wahllügen und vor allem auch mit der Abgehobenheit der Volksvertreter begründen.

Nicht das ich diese Einstellung richtig finde, aber ich finde sie nachvollziehbar. Und unrecht haben sie damit auch nicht.
#50

RE: OH, DIESES LAND

Antwort auf Bends, Beitrag #49

>Was wäre denn, wenn sich ein nicht geringer Teil der Nichtwähler bewusst gegen eine
>Wahl entschieden haben?

Habe ich doch geschrieben:

wie man sich einfach so kraftlos in sein Schicksal ergeben kann, es ist mir einfach unbegreiflich.


Auch wenn sie ein anderes Ziel damit verfolgen, so erreichen sie genau das, was ich geschrieben habe. Ich kann auch nicht sagen "Ich esse jetzt bewusst aus Protest gegen meinen Körper mehr Schokolade, weil er nicht leichter werden will! Jetzt zeig ichs ihm!"

>Nicht das ich diese Einstellung richtig finde, aber ich finde sie nachvollziehbar. Und
>unrecht haben sie damit auch nicht.

Unrecht haben sie damit natürlich nicht getan, es ist ja schließlich ein Wahlrecht, keine Pflicht. Aber sie erreichen damit nicht, was sie erreichen wollen. Genau wie ich als Wahlhelfer schon oft genug Romane oder wertvolle Kunstwerke auf den Wahlzetteln gesehen habe... das ist einfach schlicht Dummheit, das verpufft und wird niemals die Intention erreichen, die man damit bezwecken will. Das ist übrigens in der Sache und Effekt natürlich gleichbedeutend mit nicht Wählen gehen.

Wer nicht Wählen geht, der darf und kann sich nichtmal ansatzweise über den Ausgang der Wahl und die damit folgende Politik beschweren. Dies widerspricht eindeutig der von Dir beschriebenen Intention.

[small]GAM!NG IS NOT A CRIME[/small] - http://kengslair.de