Achterbahn "made in Aichach"

#1

Achterbahn "made in Aichach"

Artikel aus den Aichacher Nachrichten

Achterbahn "made in Aichach"
Merk-Holzbau bewältigt Spezialauftrag ­ Bei Erfolg Chancen auf dem Weltmarkt?
Von unserem Redaktionsmitglied Brigitte Laske
Aichach. Auch wenn der rund drei Millionen Mark umfassende Auftrag "nur" den Bereich Schienen beinhaltet, für das Aichacher Holzbauunternehmen Merk könnte sich die Beteiligung am Bau der neuen Holz- Achterbahn für den Heide-Freizeitpark Soltau als ein Projekt erweisen, das künftig einen Weltmarkt erschließt. Zuletzt hatte das Aichacher Unternehmen mit dem Hermes- Dach bei der Expo in Hannover weltweit Bekanntheit erlangt. Zwischen 15 und 25 Achterbahnen in Holzkonstruktion werden derzeit jährlich gebaut, und drei oder vier amerikanische Unternehmen beherrschen da im Augenblick den Weltmarkt, weiß Merk- Geschäftsführer Karl Moser. Doch der Bau dieser Bahnen unterscheidet sich ganz wesentlich von dem Projekt, das Merk-Holzbau angegangen ist. Denn auf eine stählerne Unterkonstruktion werden dicke Holzbohlen direkt vor Ort vernagelt und verschraubt, die Vergnügungszentren müssen für den übrigen Betrieb gesperrt werden. Außerdem erhalten diese Achterbahnen "made in USA" Stahlschienen, die eine ständige und tägliche Kontrolle erfordern und schon nach wenigen Jahren auch Korrosionsschäden aufweisen, die umfangreiche Sanierungsarbeiten nach sich ziehen.

In 60 Meter Höhe
Auf eine Höhe von 60 Metern, und damit höher als beispielsweise der Aichacher Kirchturm in den Himmel ragt, werden die jeweils fünf Wagen der neuen Holzachterbahn, in denen 30 Fahrgäste Platz haben, gezogen. Erst dann beginnt die etwa eineinhalb Kilometer lange Fahrt, bergauf und bergab mit einem bis zu 61 Grad steilen Gefälle oder auch durch "verdrehte" Kurven, die eine Querneigung bis zu 67 Grad haben. Da wird auch schon mal Tempo 120 erreicht. Wahre Achterbahn- Freunde, so weiß Moser, genießen die Fahrt in einer Holzachterbahn vor allem deshalb, weil sie "einerseits weicher, andererseits manchmal aber auch etwas ruppiger ist", als die Fahrt in der stählernen Konstruktion.
Aus imprägnierten Kiefernkanthölzern besteht die rund 3000 Kubikmeter umfassende Unterkonstruktion der neuen Bahn, die ein Unternehmen aus Niedersachsen erstellt, und deren Gesamtkosten sich auf 45 Millionen Mark belaufen. Um einen Eindruck von der Größe der Holz- Achterbahn zu gewinnen: die rund 3000 Kubikmeter entsprechen etwa 150 Einfamilienhaus-Dachstühlen. Für die Anfertigung der Fahrschienen verwendet Merk Holzbau das im eigenen Unternehmen entwickelte "Kerto"-Furnierschichtholz. Länge, aber auch Krümmung oder Bögen der vielen Einzelteile sind per Computer errechnet worden und werden von einem Roboter aus den Kertoplatten herausgeschnitten. Ohne Roboterhilfe wäre dieses Herausschneiden gar nicht möglich, so passgenau kann von Hand gar nicht mehr gearbeitet werden. Schon bei der Angebots- Kalkulation war vor allem zu berücksichtigen, dass angesichts der vielen Kurven und Krümmungen, die eine solche Achterbahn aufweist, auch viel Holz-Verschnitt anfällt. So bleiben von zunächst 500 Kubikmetern Kerto- Schichtholz am Ende netto nur mehr 200 Kubikmeter übrig, die auch tatsächlich verbaut werden. Sind die 10 bis 15 Meter langen Einzelteile geschnitten, werden sie noch einmal verleimt und durch allein 70 000 eigens für dieses Projekt entwickelte Spezialschrauben gesichert. Dann gehen die Teile nach Baar, wo die Maschinenbaufirma Barl die Holzschienen mit einer Blechauflage versieht, auf der die Wagenräder laufen. So ausgerüstet, werden die Schienen-Einzelteile nach Soltau transportiert und an Ort und Stelle montiert.
Die seit Jahren gewachsene Zusammenarbeit mit dem Münchner Ingenieurbüro Stengel, einem der weltweit größten Ingenieurbüros für Fahrgeschäfte aller Art, hat Karl Moser und seinem Unternehmen den Auftrag für diese Holz- Achterbahn gebracht. Schon vor drei Jahren sollte gemeinsam ein Holz-Looping für ein Paramount- Studio in den USA entwickelt und gebaut werden. Der Auftrag scheiterte aber letztlich daran, dass haftungsrechtliche Fragen auch im Zusammenhang mit der laufenden Wartung nicht endgültig geklärt werden konnten. Einfacher war dies nun bei dem Projekt in Soltau zu klären, so dass im Sommer vergangenen Jahres die Planung angegangen werden konnte, und seit November in Aichach-Ecknach jeweils 15 bis 20 Mitarbeiter mit der Schienen- Fertigung befasst sind. In Soltau sind derzeit auch vier Merk-Mitarbeiter auf der Baustelle, denn am 21. April soll die erste Fahrt gestartet werden.

Engländer und Japaner
Karl Moser möchte dieses "Vergnügen" aber lieber seinem Projektleiter Hubert Kreutmayr überlassen. "Ich bin nicht wild drauf, ich bin noch nie Achterbahn gefahren...". Engländer und Japaner haben sich übrigens schon auf der Baustelle der neuen Achterbahn im Freizeitpark Soltau umgesehen und auch bereits zu Probefahrten angesagt.


Jens Uwe Kupka
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Diskussionsübersicht

  1. #1 Achterbahn "made in Aichach" JUK
    1. #2 RE: Achterbahn "made in Aichach" JUK
    2. #4 RE: Achterbahn "made in Aichach" fgeibel
      1. #5 RE: Achterbahn "made in Aichach" tricktrack
        1. #6 RE: Achterbahn "made in Aichach" Latotzki
        2. #8 RE: Achterbahn "made in Aichach" ALeXX
          1. #9 RE: Achterbahn "made in Aichach" Axel
            1. #10 RE: Achterbahn "made in Aichach" SFCoasterboy
              1. #11 RE: Achterbahn "made in Aichach" Latotzki
                1. #12 RE: Achterbahn "made in Aichach" SFCoasterboy
#2

RE: Achterbahn "made in Aichach"

Antwort auf JUK, Beitrag #1

Ich weiß nicht ob euch das beim lesen des Artikels aufgefallen ist, aber anscheinend will der Heide Park Colossos am 21. April eröffnen...

Jens Uwe Kupka
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#3

RE: Achterbahn "made in Aichach"

Antwort auf JUK, Beitrag #2

Das sind ja noch zwei ganze Monate :-( Will endlich meine Colossos haben!
#4

RE: Achterbahn "made in Aichach"

Antwort auf JUK, Beitrag #1

Das hört sich ja an, als ob für Colossos eine neue Art des Schienenabus verwendet wird, die vielleicht (wenn sie "erfolgreich" ist) die Bedenken gegen eine Holzachterbahn dieser Grössenordnung hinwegfegen wird. Man stelle sich nur vor, Colossos werde der erste Woody dieser größe der nicht "weh-tut". Die Zukunft von Merk-Holzbau wäre golden!

- Felix
#5

RE: Achterbahn "made in Aichach"

Antwort auf fgeibel, Beitrag #4

Auf dem Foto, dass den Lift aus der Froschperspektive zeigt, kann man erkennen, dass die Schienen irgendwie anders aussehen. Man erkennt, dass keine Metallplatten auf die Holzleisten genagelt/geleimt wurden. Entweder ist die Laufschiene aus Kunststoff oder massiv aus Metall.
Auf den Ami-Foren werden die armen Leute schon ganz neidisch, dass so ein toller coaster nach germany kommt. Na, die hams nötig!
#6

RE: Achterbahn "made in Aichach"

Antwort auf tricktrack, Beitrag #5

>Auf dem Foto, dass den Lift
>aus der Froschperspektive zeigt, kann
>man erkennen, dass die Schienen
>irgendwie anders aussehen. Man erkennt,
>dass keine Metallplatten auf die
>Holzleisten genagelt/geleimt wurden.

Soweit ist das richtig.
Man hat nämlich einfach die dünne Metallschiene (auf allen drei Seiten der Schiene) auf den anders als gewöhnlich aussehenden Holzkörper der Schiene geschraubt. Der große Unterschied zu anderen Schienentypen ist eigentlich aber nicht die Auflage, sondern besagter Holzkörper. Dies ist ja in dem Zeitungs-Bericht ansatzweise beschrieben.
Weiterhin andersartig ist die Befestigung der Schiene auf dem Holzgerüst und die Tatsache, daß die Schiene wie bei einer Stahlachterbahn vorproduziert wird und schon in der richtigen Form angeliefert wird.

CU, Ralph
#7

RE: Achterbahn "made in Aichach"

Antwort auf Latotzki, Beitrag #6

Tag alle zusammen.

Das Patent für die Schienen, liegt bei Werner Stengel. Dieses Patent wurde ja auch schon im Personality Bericht über Stengel in der KR erwähnt. Dort werden die Schienen mit eigens dafür entwickelten CAD Programmen berechnet und dann via Internet an den Hersteller versand. Dort werden dann die CNC Fräsen über die CAD kompatieblen Anlagen gesteuert. Oder vielmehr ist das CAD Programm in der lage die Konstrukrionszeichnungen in CNC Daten zu wandeln.

Gruß Marc ETG Kirchhofs
#8

RE: Achterbahn "made in Aichach"

Antwort auf tricktrack, Beitrag #5

Na wenn das mal nichts ist die Amerikaner gucken zu uns rüber. wer hätte das Gedacht das die Ami´s mal neidisch auf einen Coaster in Deutschland sind.Ja gut das war ja teilweise schon wegen Colorado im PL, aber glaube Colossos ( diesmal ma richtig geschrieben?) ist diesmal was anderes, da die amis sich noch nicht mal am Holz oder so beteiligt haben..Holz deutsch..Planung deutch.... Realisierung deutsch.

Alexander

PS: ob die amis auch richtung Bottrop wegen dem SLC gucken? *lach* ... eher unwahrscheinlich *gggg*
#9

RE: Achterbahn "made in Aichach"

Antwort auf ALeXX, Beitrag #8


>PS: ob die amis auch richtung
>Bottrop wegen dem SLC gucken?
>*lach* ... eher unwahrscheinlich *gggg*

Oh Gott,
dieser SLC steht doch in Amerika in fast jedem SixFlagsPark. Dieses Ding war mein erster Inverter den ich je gefahren bin, das war 1998 (oder 1997?? *grübel*) in Elitchgarden/Denver (jetzt SixFlags). Und was passierte dann? Jeder Park bekam dieses Teil. Ob Amerika, Europa, und mir hängt sie (im warsten Sinne des Wortes) inzwischen zum Hals raus. Als ich dann letztes Jahr noch meinen ersten B&M Inverter gefahren bin konnte der SLC erst recht nur noch am Ende meiner Beliebtheitsskala liegen.
Was Colossos angeht: Ich hoffe, daß wir hier einen besseren Woodie hinbekommen als SOB. Vielleicht hat man ja auch etwas aus der Schlappe von WBMW gelernt und schafft es tatsächlich, dies Wissen auch anzuwenden.

Gruß
Axel

PS: Darf ich sowas in diesem Forum auch schreiben oder muß ich das dann alles rübersetzen ins Plauderforum??


#10

RE: Achterbahn "made in Aichach"

Antwort auf Axel, Beitrag #9

>Vielleicht hat
>man ja auch etwas aus
>der Schlappe von WBMW gelernt
>und schafft es tatsächlich, dies
>Wissen auch anzuwenden.
>
>Gruß
>Axel

Was heißt hier die Schlappe?
Also bisher ist WildWildWest der beste Woodie in Europa.
In Europa kenne ich keinen der sonst soviel Airtime besitz, egal ob RobinHood (SF Holland), Stampida (Port Aventura), Anaconda (Walibi Stroumpf) etc.

Wild Wild West war einfach immer der beste.
Es ist klar das es noch bessere Woodies in den USA gibt aber eine Schlappe war WWW bestimmt nicht sondern ein super Coaster!!!

Ich weiß ja nicht ob du WWW schon mit den neuen Wagen gefahren bist? Aber jetzt ist er wirklich nur noch geil!!!

SF Coasterboy :-)

http://members.tripod.de/WBFanDuisburg
http://www.worldofthemeparks.de
#11

RE: Achterbahn "made in Aichach"

Antwort auf SFCoasterboy, Beitrag #10

BLASPHEMIE!

Du wirst die Rache des Zeus zu spüren bekommen...

CU, Ralph
#12

RE: Achterbahn "made in Aichach"

Antwort auf Latotzki, Beitrag #11

Jo du meinst bestimmt das ich Zeus (Asterix Parc) ausgelassen habe. Zeus befindet sich bei mir an 2. Stelle in Europa!!!
Find das WWW noch einen ganz ganz kleinen Tick besser ist als Zeus!!!

Aber das sind ja eigene Meinungen also wollte mit meinem Beitrag ja auch nur sagen, das WWW aufkeinen fall schlecht ist wie es Axel behauptet hat!!!

SF Coasterboy

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http://www.worldofthemeparks.de
#13

RE: Achterbahn "made in Aichach"

Antwort auf SFCoasterboy, Beitrag #12

WWW eine Schlappe ? ÄÄÄÄÄÄÄÄÄhhhhh .. ich glaube eher nicht!
Aber jedem das seine....

Alexander :-wink2
#14

RE: Achterbahn "made in Aichach"

Antwort auf SFCoasterboy, Beitrag #12

Hallo,
um da Mißverständnisse auszuräumen: Ich meinte die Schlappe direkt nach der Eröffnung. WWW fuhr sich, außer im ersten Wagen, einfach katastrophal.(Tut mir leid, aber MEINE Knochen sind spröde und voller Arthrose, und mein Nacken möchte sich eigentlich eher entspannen als der Ruckelei auf diesen Maschienen ausgesetzt zu sein...ICH bevorzuge eine "smoothe" Fahrt) Mit den neuen Zügen ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht und eine tolle Fahrt geworden. Aber warum nicht gleich so?? Deswegen meinte ich Schlappe...und wenn man daraus gelernt hat, dann wird zumindest dieser Fehler bei Colossos nicht gemacht, erst recht wenn man bedenkt, daß durch die höhere Geschwindigkeit auch die Ruckelgefahr größer wird.
Ist doch das gleiche bei SOB....ich habe es bislang nie verstanden, wie in einem Jahr ein Woodie wie der Lightning Racer gebaut werden kann, der einfach Fahrspaß pur ist, wie ein Robin Hood (heißt doch so in SFH, oder?) gebaut werden kann, der zwar vom Layout etwas langweilig aber trotzdem toll zu fahren ist,....und dann kommt so eine Krücke wie SOB. Da versteh einer die Ingenieure...:-)

Gruß
Axel

PS: Bei mir halten sich Zeus und WWW als Woodies in Europa die Waage auf der Beliebtheitsskala.
#15

RE: Achterbahn "made in Aichach"

Antwort auf Axel, Beitrag #9

>
>>PS: ob die amis auch richtung
>>Bottrop wegen dem SLC gucken?
>>*lach* ... eher unwahrscheinlich *gggg*
>
>Oh Gott,
>dieser SLC steht doch in Amerika
>in fast jedem SixFlagsPark. Dieses
>Ding war mein erster Inverter
>den ich je gefahren bin,
>das war 1998 (oder 1997??
>*grübel*) in Elitchgarden/Denver (jetzt SixFlags).
>Und was passierte dann? Jeder
>Park bekam dieses Teil. Ob
>Amerika, Europa, und mir hängt
>sie (im warsten Sinne des
>Wortes) inzwischen zum Hals raus.

das war ja auch ironisch gemeint :-)

Alexander :-wink2

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