Opel live

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Artikel aus Echo-online

„Opfer frühkapitalistischer Methoden“
Gekündigte Frauen bei Opel Live erheben schwere Vorwürfe – Kein Sozialplan

Bisherige Mitarbeiterinnen im Erlebniszentrum Opel Live, einer hundertprozentigen Tochter der Adam Opel AG, haben im Zusammenhang mit der beschlossenen Schließung des vermeintlichen Vorzeige-Unternehmens schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen gerichtet.

Die Frauen, deren Namen der Redaktion bekannt sind und die überwiegend im Bereich des direkten Kundenkontakts tätig waren, sehen sich als Opfer von frühkapitalistischen Methoden. Nach Auffassung von Beobachtern ist insbesondere Geschäftsführer Jan Reuvers verantwortlich dafür, dass das Image von Opel durch die Begleitumstände der Schließung schwer beschädigt wird.

Die Frauen sehen sich von der Leitung des Erlebniszentrums alleine deshalb getäuscht, weil ihnen noch vor kurzer Zeit versichert worden sei, dass sie keine Kündigungen zu fürchten bräuchten. Inzwischen liegt ihnen die Auflösung des Arbeitsverhältnisses zum 31. März vor.

Von einem Sozialplan könne keine Rede sein, die Betroffenen hätten noch nicht einmal für ihre seitherige Arbeit ein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhalten. Auch eine angemessene Abfindung in doppelter Höhe des bisherigen Gehaltes habe das Unternehmen abgelehnt, obwohl sie im Arbeitsrecht üblich sei. Die Abgeltung von Zeitgutschriften, so die Frauen, sei ihnen zwangsweise diktiert worden.

Die unsoziale Einstellung der Leitung von Opel Live dokumentiere sich auch in der Tatsache, dass Frauen, die für die Aufsicht der Parkplätze eingeteilt gewesen seien, noch nicht einmal die Genehmigung erhielten, sich in einem Container aufzuwärmen.

Die überwiegend von der Kündigung betroffenen Frauen hatten wegen der für sie unvorhersehbaren Kündigung keine ausreichende Zeit, sich rechtzeitig nach einer neuen Arbeitsmöglichkeit umzuschauen.

Die schwerwiegenden Beschwerden der Frauen müssen vor dem Hintergrund gesehen werden, dass die Leitung von Opel Live mit Jan Reuvers an der Spitze dem Betriebsrat der Adam Opel AG mit Rückendeckung der Opel-Geschäftsleitung jede Mitbestimmung verwehrte.

Nach vorliegenden Meldungen sollen nur etwa 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Büro- und Koordinierungsbereich nach der Schließung von Opel Live durch die Adam Opel AG übernommen werden. In dem Erlebniszentrum waren insgesamt etwa 100 Bedienstete beschäftigt.

Winfried Britscho
13.2.2001




Jens Uwe Kupka
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