Holy Land Experience
Aus den Oberösterreichischen Nachrichten :-biggrin
US-Freizeitpark setzt auf das Geschäft mit Jesus und Co
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ORLANDO. Einmal wie Jesus fühlen: Untermalt von Spezialeffekten in Licht und Ton können Besucher des "Holy Land Experience"-Freizeitparks in Florida bald selbst den Gang zur Kreuzigung antreten.
Bei Orlando, unweit von Disneyworld, wird er heute eröffnet und soll den Besuchern gegen ein Entgelt von 17 Dollar (umgerechnet 249 Schilling) geistige Stärkung anbieten. Bei den Rabbinern von Orlando stößt das Projekt allerdings auf entrüsteten Widerstand. Sie wittern hinter dem neuen Park eine moderne Art der Missionierung, die nichts mit Traditionspflege zu tun habe.
Herodes-Palast mit Kinosaal
Auf rund 60.000 Quadratmetern wurde nachgestellt, was in Altem und Neuem Testament geschrieben steht: Von Moses bis Jesus, vom Marktplatz in Jerusalem bis zum Palast vom König Herodes - die Gäste erwarte ein "lebendes, biblisches Museum", preist Gründer Marvin Rosenthal den Park. Im Herodes-Schloss wird ein 20-minütiger Film gezeigt, der im Schnelldurchgang die Geschichte des Christentums von der Genesis bis zur Wiederauferstehung von Jesus Christus aufrollt. Am nachgebauten Grab Christi können die Besucher in sich gehen.
Doch bei all der geistigen Nahrung sollen die profanen Bedürfnisse nicht zu kurz kommen: Im "Oasis Palm Cafe" etwa werden neben amerikanischen Hamburgern auch orientalische Spezialitäten serviert.
Die insgesamt 150 Mitarbeiter sind alle bekennende Christen. Der gelernte Schwimmbadbauer William Francis etwa wurde als Händler auf den Stufen des Tempels postiert. Ganz in der Nähe soll Computer-Ingenieur Greg Newmayer demnächst das Priesteramt ausüben. Im Grab Christi erwartet die Schauspielerin Iris Reynolds als eine Art Mutter Maria die Besucher.
Anders als in weltlichen Vergnügungsparks stecke hinter dem christlichen Projekt, dessen Kosten von umgerechnet 234 Millionen Schilling private Geldgeber aufbrachten, kein "Profitgeist", betont Rosenthal. Der Präsident von "Zion's Hope" bezeichnet sich selbst als "hebräischen Christen", also als Juden, der an Jesus glaubt. Er glaubt auch an jährlich mindestens 225.000 Besucher. So viele braucht er, um den Park kostendeckend führen zu können.
Doch für Daniel Wolpe, den Vorsitzenden der Rabbiner von Orlando, geht es im "Holy Land Experience" um weit mehr als um die Pflege einer Religion: "Ein Monument zu errichten, das benutzt wird, um andersgläubige Menschen zu bekehren - das ist etwas, das ich verurteile."
( von Miguel Enesco )
Jens Uwe Kupka
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US-Freizeitpark setzt auf das Geschäft mit Jesus und Co
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ORLANDO. Einmal wie Jesus fühlen: Untermalt von Spezialeffekten in Licht und Ton können Besucher des "Holy Land Experience"-Freizeitparks in Florida bald selbst den Gang zur Kreuzigung antreten.
Bei Orlando, unweit von Disneyworld, wird er heute eröffnet und soll den Besuchern gegen ein Entgelt von 17 Dollar (umgerechnet 249 Schilling) geistige Stärkung anbieten. Bei den Rabbinern von Orlando stößt das Projekt allerdings auf entrüsteten Widerstand. Sie wittern hinter dem neuen Park eine moderne Art der Missionierung, die nichts mit Traditionspflege zu tun habe.
Herodes-Palast mit Kinosaal
Auf rund 60.000 Quadratmetern wurde nachgestellt, was in Altem und Neuem Testament geschrieben steht: Von Moses bis Jesus, vom Marktplatz in Jerusalem bis zum Palast vom König Herodes - die Gäste erwarte ein "lebendes, biblisches Museum", preist Gründer Marvin Rosenthal den Park. Im Herodes-Schloss wird ein 20-minütiger Film gezeigt, der im Schnelldurchgang die Geschichte des Christentums von der Genesis bis zur Wiederauferstehung von Jesus Christus aufrollt. Am nachgebauten Grab Christi können die Besucher in sich gehen.
Doch bei all der geistigen Nahrung sollen die profanen Bedürfnisse nicht zu kurz kommen: Im "Oasis Palm Cafe" etwa werden neben amerikanischen Hamburgern auch orientalische Spezialitäten serviert.
Die insgesamt 150 Mitarbeiter sind alle bekennende Christen. Der gelernte Schwimmbadbauer William Francis etwa wurde als Händler auf den Stufen des Tempels postiert. Ganz in der Nähe soll Computer-Ingenieur Greg Newmayer demnächst das Priesteramt ausüben. Im Grab Christi erwartet die Schauspielerin Iris Reynolds als eine Art Mutter Maria die Besucher.
Anders als in weltlichen Vergnügungsparks stecke hinter dem christlichen Projekt, dessen Kosten von umgerechnet 234 Millionen Schilling private Geldgeber aufbrachten, kein "Profitgeist", betont Rosenthal. Der Präsident von "Zion's Hope" bezeichnet sich selbst als "hebräischen Christen", also als Juden, der an Jesus glaubt. Er glaubt auch an jährlich mindestens 225.000 Besucher. So viele braucht er, um den Park kostendeckend führen zu können.
Doch für Daniel Wolpe, den Vorsitzenden der Rabbiner von Orlando, geht es im "Holy Land Experience" um weit mehr als um die Pflege einer Religion: "Ein Monument zu errichten, das benutzt wird, um andersgläubige Menschen zu bekehren - das ist etwas, das ich verurteile."
( von Miguel Enesco )
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