Expo-Erben
Expo-Erbe: Lahme Roboter und ein heimatloser "Planet"
Bochum/Dortmund. Der Jubel war groß, als im Oktober feststand, dass einige Attraktionen der Expo 2000 ins Revier kommen. Doch von der Euphorie ist nicht viel geblieben. Die meisten Exponate wurden vorerst eingemottet - mit ungewisser Zukunft. Das Expo-Erbe könnte zur teuren Altlast werden.
Der Vertreter der Stadt Oberhausen freute sich diebisch, als er Ende Oktober bei der Versteigerung des Expo-Inventars in Hannover die rund 70 "laufenden" Roboter-Eier für 300 000 Mark erstand: "Ein Schnäppchen." Heute, gut drei Monate nach Ende der Expo, lagern die ovalen "Eierköpfe" noch immer in einer düsteren Halle. Der Themenpark, in dem die Roboter ein neues Zuhause finden sollen, braucht noch mindestens zwei Jahre bis zur Fertigstellung.
Ohne Software läuft nichts An einen Probe-(Eier-)Lauf ist nicht zu denken. Denn: "Wir konnten zwar die Eier erwerben", so ein Stadtsprecher, "aber nicht die für ihre Funktion nötige Software." Die habe nämlich auch die Expo nur befristet geleast. Eine neue Software kostet womöglich noch einmal soviel wie die Roboter.
Auch in Bochum hat sich der Rummel um das Expo-Erbe gelegt. Mit dem "Planet of Visions" und dem "21. Jahrhundert" aus dem Themenpark hatte die Projekt Ruhr GmbH für 1,25 Millionen Mark die größten Publikumsmagneten von der Leine an die Ruhr geholt. Als Ausstellungsort war die Bochumer Jahrhunderthalle vorgesehen.
Doch nun sieht es so aus, als würde aus dem Plan nichts. "Es gibt einen Terminkonflikt mit der Triennale", räumt Projekt-Ruhr-Geschäftsführer Hanns Ludwig Brauser ein. Das neue Revier-Kulturfestival soll 2003 starten - unter anderem in der Jahrhunderthalle. Außerdem dürfte selbst die große Halle für den "Planet" zu klein sein.
Jetzt plant Brauser, nahe der Jahrhunderthalle eine neue Halle für die Expo-Schau zu errichten. Doch da sitzt ihm die Zeit im Nacken: Liegt die Weltausstellung zur "Planet"-Eröffnung zu weit zurück, könnte das Besucherinteresse schwinden. Manfred Gutzmer, Sprecher der Stadt Bochum: "Entweder klappt es in diesem Jahr oder gar nicht." Organisator Brauser ist optimistisch, dass die Schau noch 2001 startet. Noch sei man sich aber mit den Sponsoren nicht einig.
"BigTipi" wird für Dortmund teurer In Dortmund ist das "BigTipi", das für 1,5 Millionen Mark von Hannover in die Revierstadt wechselte, nicht mehr unumstritten. Das riesige Indianerzelt soll Mittelpunkt einer "Erlebniswelt" für Jugendliche werden. Doch bei den Sponsoren, die den Dortmundern das 1,5 Millionen Mark teure Zelt spendieren wollten, ist die Expo-Hochstimmng offenbar verflogen. Die Stadt wird wohl auf den Kosten sitzenbleiben. Nun mehren sich im Stadtrat die Stimmen, die das Zelt-Projekt in Frage stellen.
Für Duisburg ersteigerte Hanns Ludwig Brauser bei der Expo für 150 000 Mark die Abteilung "Basic needs". Elemente der Schau rund um Grundbedürfnisse des Menschen, sollen im neuen Kindermuseum zu sehen sein. "Die komplette Ausstellung werden wir nicht aufbauen", betont nun Dieter Steffen, Geschäftsführer der zuständigen Entwicklungsgesellschaft. Für die Planung hat Steffen noch Zeit: Das Museum öffnet erst in zwei Jahren.
Von Walter Bau
Jens Uwe Kupka
http://www.henson.com/cards/images/everyday_06s.gif
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http://www.hansaparkfan.de
Bochum/Dortmund. Der Jubel war groß, als im Oktober feststand, dass einige Attraktionen der Expo 2000 ins Revier kommen. Doch von der Euphorie ist nicht viel geblieben. Die meisten Exponate wurden vorerst eingemottet - mit ungewisser Zukunft. Das Expo-Erbe könnte zur teuren Altlast werden.
Der Vertreter der Stadt Oberhausen freute sich diebisch, als er Ende Oktober bei der Versteigerung des Expo-Inventars in Hannover die rund 70 "laufenden" Roboter-Eier für 300 000 Mark erstand: "Ein Schnäppchen." Heute, gut drei Monate nach Ende der Expo, lagern die ovalen "Eierköpfe" noch immer in einer düsteren Halle. Der Themenpark, in dem die Roboter ein neues Zuhause finden sollen, braucht noch mindestens zwei Jahre bis zur Fertigstellung.
Ohne Software läuft nichts An einen Probe-(Eier-)Lauf ist nicht zu denken. Denn: "Wir konnten zwar die Eier erwerben", so ein Stadtsprecher, "aber nicht die für ihre Funktion nötige Software." Die habe nämlich auch die Expo nur befristet geleast. Eine neue Software kostet womöglich noch einmal soviel wie die Roboter.
Auch in Bochum hat sich der Rummel um das Expo-Erbe gelegt. Mit dem "Planet of Visions" und dem "21. Jahrhundert" aus dem Themenpark hatte die Projekt Ruhr GmbH für 1,25 Millionen Mark die größten Publikumsmagneten von der Leine an die Ruhr geholt. Als Ausstellungsort war die Bochumer Jahrhunderthalle vorgesehen.
Doch nun sieht es so aus, als würde aus dem Plan nichts. "Es gibt einen Terminkonflikt mit der Triennale", räumt Projekt-Ruhr-Geschäftsführer Hanns Ludwig Brauser ein. Das neue Revier-Kulturfestival soll 2003 starten - unter anderem in der Jahrhunderthalle. Außerdem dürfte selbst die große Halle für den "Planet" zu klein sein.
Jetzt plant Brauser, nahe der Jahrhunderthalle eine neue Halle für die Expo-Schau zu errichten. Doch da sitzt ihm die Zeit im Nacken: Liegt die Weltausstellung zur "Planet"-Eröffnung zu weit zurück, könnte das Besucherinteresse schwinden. Manfred Gutzmer, Sprecher der Stadt Bochum: "Entweder klappt es in diesem Jahr oder gar nicht." Organisator Brauser ist optimistisch, dass die Schau noch 2001 startet. Noch sei man sich aber mit den Sponsoren nicht einig.
"BigTipi" wird für Dortmund teurer In Dortmund ist das "BigTipi", das für 1,5 Millionen Mark von Hannover in die Revierstadt wechselte, nicht mehr unumstritten. Das riesige Indianerzelt soll Mittelpunkt einer "Erlebniswelt" für Jugendliche werden. Doch bei den Sponsoren, die den Dortmundern das 1,5 Millionen Mark teure Zelt spendieren wollten, ist die Expo-Hochstimmng offenbar verflogen. Die Stadt wird wohl auf den Kosten sitzenbleiben. Nun mehren sich im Stadtrat die Stimmen, die das Zelt-Projekt in Frage stellen.
Für Duisburg ersteigerte Hanns Ludwig Brauser bei der Expo für 150 000 Mark die Abteilung "Basic needs". Elemente der Schau rund um Grundbedürfnisse des Menschen, sollen im neuen Kindermuseum zu sehen sein. "Die komplette Ausstellung werden wir nicht aufbauen", betont nun Dieter Steffen, Geschäftsführer der zuständigen Entwicklungsgesellschaft. Für die Planung hat Steffen noch Zeit: Das Museum öffnet erst in zwei Jahren.
Von Walter Bau
Jens Uwe Kupka
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