Bioscope kommt nach Ungersheim, direkt neben das Ecomusée

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Bioscope kommt nach Ungersheim, direkt neben das Ecomusée

LETZTE BEARBEITUNG AM 19-Jan-01 UM 02:12 Uhr ()

Aus der Badischen Zeitung vom 19. 01. 2001

Alle blicken auf den Nachbarn

Von unserem Korrespondenten Michael Neubauer

UNGERSHEIM. Der Freizeitpark „Bioscope“ wird bei Ungersheim im Oberelsass gebaut. Anfang Februar sollen Regional- und Generalrat dem Konzept der Gruppe „Parc Astérix“ zustimmen. Das Ecomusée in Ungersheim hofft, dass der neue Freizeitpark keine Nachteile für die umliegenden kulturellen Einrichtungen haben wird.

Bei einem Treffen mit den Regionalräten deutete der Direktor von Parc Astérix unlängst vage die Inhalte des Freizeitparks an, der seit Jahren geplant wird. Alles dreht sich um den Menschen, dessen Umwelt sowie um die Folgen für Gesundheit und Natur. Entstehung des Lebens, Schlaf, Forschung, Medizin, Kör~ per und Geist könnten Abschnitte sein, die die Besucher durchfahren können. Bis Juni 2004 soll der Park fertig sein. Parc Astérix rechnet mit 400'000 Besuchern im ersten Jahr, später sollen doppelt so viele kommen. „Bioscope“ soll laut der Zeitung L´Alsace nicht das ganze Jahr über, sondern in den Schulferien, an Wochenenden und mittwochs öffnen.

Im Ecomusée, dem Freiluftmuseum bei Ungersheim, weiß Direktor Marc Grodwohl nicht recht, was er vom neuen Nachbarn halten soll. „Was soll ich sagen über ein Projekt, von dem bis heute niemand etwas Konkretes gesehen hat.“ Er erhofft sich eine Belebung der Region, bedauert aber, das über die Konsequenzen für die Museen in Mulhouse und Umgebung kaum nachgedacht wird: „Mich erstaunt, dass es über mögliche Besucherabwanderungen keine Studie gibt.“ Die jährliche Besucherzahl von 350'000 im Ecomusée sei grundsätzlich noch weiter steigerbar. Grodwohl bedauert die Ungleichbehandlung der Einrichtungen durch die öffentliche Hand.

Sein Museum habe in den 20 Jahren seines Bestehens 92 Millionen Franc Förderung bekommen, „und bei uns arbeiten sehr viele Ehrenamtliche“. In Bioscope sollen 200 Millionen Franc investiert werden, in einer zweiten Stufe fließen nochmals 200 Millionen. Region und Staat übernehmen von beiden Beträgen jeweils die Hälfte und sind dann vermutlich mit 49 Prozent daran beteiligt. In einer dritten Investitionsphase trägt die Kosten dann der Parc Astérix.

Das Ungersheimer Museum wünscht sich eine „intelligente Kooperation“ mit dem Park statt einer Konkurrenz. „Wir müssen wachsam sein. Es muss von öffentlichem Interesse sein, dass das Ecomusée, in dem das kulturelle Erbe der Elsässer bewahrt wird, nicht leidet unter den kommerziellen Interessen eines privaten Freizeitparks.“

JUK
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