Disneyland Paris

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Disneyland Paris

Aktueller Artikel aus "Die Welt" mit Interview
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Euro Disney plant zweiten Park

Disneyland begrüßt hundertmillionsten Gast - Besucherzahl gesunken

Von Tanja Kuchenbecker

Paris - Die Disneyhelden Mickymaus, Minnie und Donald haben am Mittwoch einen ganz besonderen Gast begrüßt. Der hundertmillionste Besucher traf im Disneyland bei Paris ein. Das Unternehmen feierte die Zahl als Erfolg der vergangenen Jahre.
Am 12. April 1992 hatte der Freizeitpark östlich von Paris eröffnet. Von den Anfangsschwierigkeiten erholte sich der Park nach drei Jahren. Der europäische Siegeszug der Mickymaus begann. Die Besucherzahlen stiegen an. Kamen im schlechtesten Jahr 1994 nur 8,8 Millionen Besucher, waren es im Rekordjahr 1997 schon 12,56 Millionen Gäste, die sich auf die futuristische Achterbahn Space-Mountain wagten, den Paraden auf der Main-Street zusahen oder Seeräuber-Kämpfe in unterirdischen Gewässern miterlebten. Seit 1997 stagniert die Zahl oder sinkt leicht, doch das wirkt sich auf die Geschäfte nicht negativ aus, weil die Besucher mehr als früher ausgeben.

Obwohl im Geschäftsjahr 2000 (30. September) mit zwölf Millionen Besuchern ein Rückgang von vier Prozent verzeichnet wurde, erholten sich die Gewinne um 64 Prozent und erreichten 75 Mio. DM. Der Gesamtumsatz stieg um 4,2 Prozent auf 1,9 Mrd. DM. Die Besucher, darunter acht Prozent Deutsche, gaben im Durchschnitt 3,7 Prozent mehr aus als im Vorjahr. Einträglich waren auch die sieben Hotels des Parks, von der Luxusklasse bis zu einfachen Unterkünften, die an die Geschichte und Regionen der USA erinnern. Die Hotels mit insgesamt 5 800 Zimmern verzeichneten eine Rekordbelegung von 82,9 Prozent. Die Zahl der Hotelzimmer soll deshalb innerhalb der kommenden zwei Jahre um 1500 erhöht werden.

Als Gründe für die gesunkenen Besucherzahlen werden die Stürme im Dezember 1999 und das schlechte Wetter im Juli 2000 verantwortlich gemacht. In der Pariser Wirtschaft befürchtet man allerdings, dass die Besucherzahl noch weiter absinken könnte, weil der Betreiber Euro Disney im kommenden Jahr einen zweiten Park neben dem ersten eröffnen will. Viele Besucher könnten einen geplanten Besuch bis dann verschieben. Mit werbewirksamen Maßnahmen wie dem "Fast Pass", der Zugang ohne lange Wartezeiten zu den Attraktionen verspricht, mit Paraden und einer Zirkusshow sollen die Besucher in der Zwischenzeit bei Laune gehalten werden.

Das Disneyland mit seinen Hotels erstreckt sich schon jetzt über eine Fläche von 600 Hektar. Ein Abkommen mit dem französischen Staat gibt dem Unternehmen Euro Disney bis 2017 Zeit, um das ganze Gelände von 2000 Hektar zu bebauen. Ein zweiter Park, in dem sich alles um das Kino dreht, soll pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum des Disneylandes am 12. April 2002 eröffnet werden. Das Projekt soll etwa 1,2 Mrd. DM kosten. In beiden Parks wird dann mit insgesamt 17 Millionen Besuchern gerechnet.


"Die Aktie wird durch den zweiten Park wieder steigen"

Interview mit Euro-Disney-Chef Jay Rasulu

Paris - Die Besucherzahlen in Disneyland lassen sich nur schwer halten, die Aktie des Betreibers Euro Disney fällt. Nun soll ein zweiter Park wieder für neue Börsenfantasie sorgen, hofft der Euro-Disney-Chef Jay Rasulu. Der 44-jährige Amerikaner ist seit Mai 2000 Präsident von Euro Disney. Mit Rasulu sprach Tanja Kuchebecker.

DIE WELT: Was ist die wichtigste Errungenschaft des Disneylands?

Jay Rasulu: Das Disneyland hat sich zum wichtigsten Freizeitziel für Familien in Europa entwickelt. Dazu musste sich das Produkt den europäischen Erwartungen anpassen.

DIE WELT: Wie ist es gelungen, die Startschwierigkeiten zu lösen und die Besucherzahl zu steigern?

Rasulu: Wir haben uns auf die multikulturellen Besucher eingestellt. Das Personal ist multikulturell, damit sich die Gäste wohlfühlen. Dazu kommt das Marketing, das auf jedes Land abgestimmt ist. In Deutschland ist es nicht nur wichtig, emotional zu werben. Die Deutschen wollen im Detail wissen, was man erleben kann.

DIE WELT: Was planen Sie?

Rasulu: Wir wollen die wichtigste Touristenattraktion in Europa bleiben und wachsen. Am 12. April 2002 planen wir, einen zweiten Themenpark für das Kino zu eröffnen. Dazu kommen vier neue Hotels mit 1500 Zimmern. Außerdem wollen wir verstärkt den Rest Europas, auch den Osten, erreichen.

DIE WELT: Wie viele Besucher erwarten sie durch den zweiten Park? Kann das Einbußen für den ersten Park bedeuten?

Rasulu: Wir erwarten insgesamt 17 Millionen. Wir glauben, dass die Gäste in Zukunft beide Parks besuchen. Unsere Erfahrungen in Florida zeigen, dass die Besucher länger bleiben.

DIE WELT: Befürchten Sie, dass mit der Aussicht auf die Eröffnung des zweiten Parks weniger Besucher im Jahr 2001 kommen?

Rasulu: Nein, die Erfahrungen in den USA vor der Eröffnung des zweiten Parks zeigen, dass das nicht der Fall ist. Und für das Jahr 2001 haben wir im Disneyland als wichtige Attraktion mehrmals am Tag eine große Zirkusshow.

DIE WELT: Wird die schwächelnde Aktie durch den neuen Park steigen?

Rasulu: Es ist nicht meine Aufgabe, die Aktie zu kommentieren. Wir setzen mit dem Park auf Wachstum und Gewinn. Erfahrungsgemäß steigen Aktien bei Erfolg.




JUK
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