Nur rote Zahlen - Aus für "Opel Live"

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Nur rote Zahlen - Aus für "Opel Live"

Von Georg Haupt

Rüsselsheim. Es hatte alles so gut gepasst: Pünktlich zum 100-jährigen Firmenjubiläum hob Opel den ersten Auto-Erlebnispark Europas aus der Taufe, und feierte sich anlässlich der Einweihung selbst als Trendsetter einer neuen Unterhaltungs-Philosophie.

Jetzt, noch nicht einmal zwei Jahre nach der Eröffnung des Gaudi-Zentrums mit Fahrsimulatoren, 3-D-Kino und Oldtimer-Show, ist Ernüchterung eingekehrt: Statt der erhofften 500 000 Besucher haben im ersten Betriebsjahr lediglich 150 000 Gäste die Drehkreuze passiert. Und weil es für das zweite Lebensjahr des 120 Millionen teuren Parks kaum besser aussieht, wird dieser den im Mai anstehenden Geburtstag kaum mehr erleben. Opel Live sei tot, das Konzept einer Dauer-Show um das Auto gescheitert, wird inzwischen aus Kreisen des Autobauers eingeräumt.


Offiziell hingegen ist das Aus noch nicht. Opel-Sprecher Uwe Berlinghoff bestätigte gestern lediglich, dass der Freizeitpark umgestaltet werden solle. Eine Arbeitsgruppe beschäftige sich derzeit mit der "Umorganisation". Insbesondere sei eine Erweiterung der Oldtimer-Ausstellung geplant. Berlinghoff widersprach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel", worin ebenfalls von einer bevorstehenden Schließung in den nächsten Monaten wegen Besuchermangels berichtet worden war. "Eine Schließung ist nicht geplant", betonte Berlinghoff.


Tatsächlich wollen die Opel-Manager jene Teile des Angebots ihrer "interaktiven Erlebniswelt" retten, die beim Publikum am besten ankamen, wozu neben der Darbietung der historischen Modellpalette vor allem die Werksführungen gehören. Schon bevor "Opel Live" seine Türen öffnete, waren jährlich über 50 000 Menschen gekommen, um einen Blick hinter die Rüsselsheimer Kulissen zu werfen.


Die Pläne, einen ganzjährigen Tag der offenen Tür einzurichten, dürften dagegen nun als gescheitert gelten, und das, obwohl das Angebot gerade noch einmal mit einem Aufwand von fast 20 Millionen Mark nachgerüstet worden ist und die Eintrittspreise von ursprünglich 24 Mark (Kinder 16) auf 19 bzw. 15 Mark ermäßigt wurden.


Von Opel-Insidern werden vor allem drei Punkte für das Scheitern verantwortlich gemacht.
-- Das Angebot von "Opel Live" ist attraktiv, aber keineswegs sensationell. Letztlich erwiesen sich die Befürchtungen von Kritikern als zutreffend, die die in den Erlebnispark investierten 120 Millionen als kaum ausreichend ansahen, um damit gegen große Freizeitzentren in der Umgebung bestehen zu können. Zum Vergleich: Der Volkswagen-Konzern gab für seine kürzlich eröffnete Wolfsburger "Autostadt" rund 800 Millionen Mark aus.
-- Die Vorgabe der amerikanischen Mutter General Motors an Opel, das Projekt kostendeckend zu betreiben, war nie einzuhalten. Allein um eine siebenprozentige Eigenkapitalrendite zu erwirtschaften, hätten eine halbe Million Besucher pro Jahr kommen müssen. Hinzu kommen noch die laufenden Betriebskosten mit rund 100 Mitarbeitern.
-- Die Marktforschung wurde sträflich vernachlässigt. Mit einer "Erwartungshaltung wie in Disneyland" habe man auf Kunden gewartet, die für die anfänglich viel zu hohen Preise zu wenig geboten bekamen, verlautet aus Opel-Kreisen.


Tatsächlich bestätigte sich, dass Besucher von "Opel Live" auf eine durchschnittliche Verweildauer von 2,5 Stunden kamen, während Freizeitparks mit fünf- bis sechsstündigen Aufenthalten ihrer Gäste kalkulieren.


Angesichts eines zuletzt radikalen Kurses der Opel-Mutter General Motors gegenüber unrentablen Objekten (zuletzt wurden wenig profitable Werke in Warschau und Izmir geschlossen), erscheint das Schicksal des Freizeit-Parks nun besiegelt. Das Hauptgebäude des Freizeitparks würde nicht lange leer stehen: Die direkt daneben liegende Verwaltung des Rüsselsheimer Werks platzt schon lange aus allen Nähten.

Quelle: Frankfurter Neue Presse




JUK
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RE: Nur rote Zahlen - Aus für "Opel Live"

Antwort auf JUK, Beitrag #1

Ein weiterer Artikel zum Thema aus der Stuttgarter Zeitung

Opel-Freizeitpark soll umgestaltet werden

RÜSSELSHEIM (dpa). Der 1999 eröffnete Freizeitpark des Automobilherstellers Opel in Rüsselsheim soll umgestaltet werden. Eine Arbeitsgruppe beschäftige sich derzeit mit einer Umorganisation, teilte Opel in Rüsselsheim mit. Insbesondere sei eine Erweiterung der Oldtimer-Ausstellung geplant. Der Autohersteller widersprach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel'', nach dem der Freizeitpark "Opel Live'' in den nächsten Monaten wegen Besuchermangels dicht machen solle. "Eine Schließung ist nicht geplant'', sagte ein Sprecher. Im vergangenen Jahr seien insgesamt etwa 150 000 Besucher gezählt worden.



JUK
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