Ich war am Freitag Abend an der Infoveranstaltung in Schänis. Sie fand im Rahmen der Gemeindeversammlung statt, rund 300 Personen waren anwesend, die Sporthalle, in der das ganze stattfand, war voll. Urs Diethelm, der Hauptinitiant, stellte das Parkprojekt vor - eine etwas holprige Sache, da er es sich scheinbar nicht so gewohnt war, vor vielen Leuten zu sprechen. Schon etwas professioneller erörterte anschliessend der Wirtschaftsprüfer Bruno Iselin den Finanzplan und schliesslich Pirmin Schwander, Nationalrat, das weitere Vorgehen - ihm merkte man den Vollblutredner an, der es gewohnt ist, an Gemeindeversammlungen etc. zu sprechen.
Vorgesehen sind auf 11 Hektaren Parkfläche folgende sieben Themenbereiche (den Parkplan werde ich bei Gelegenheit posten):
- Tessin mit Restaurants und grosser Piazza, wo Events stattfinden können (Open-Air-Kino, Weihnachtsmarkt etc.)
- Graubünden mit "Glacier-Express" (Achterbahn in einer Glasröhre durch die Via Mala-Schlucht)
- Ostschweiz mit Rapids Ride "Rheinfall" und 50 Meter hohem Aussichtsturm, der einem Käselaib ähnlich sieht
- Zentralschweiz mit grossem See im Zentrum des Parks in der Form des Vierwaldstättersees und Luzerner Kapellerbrücke, Spanisch-Brötli-Bahn durch den ganzen Park und dem "Event-Kristall" in Form eines grossen Bergkristalls, in dem Events wie TV-Shows ("Wetten, dass..."), Firmenanlässe etc. stattfinden sollen
- Ober- und Mittelland mit den Bergen Eiger, Mönch und Jungfrau, in denen der "Grillen-Express" durch die "geheime Welt" der Insekten mit riesigen Insekten fährt, einem Restaurant mit Alphorn-Rutschbahn und dem "Swiss Military"-Bereich mit Rundfahrt in Militärfahrzeugen
- Westschweiz mit "Haus der Schweizer Uhr und Zukunft" (Reise durch die Schweizer Uhr-Geschichte) und mittelalterlicher Burg à la Schloss Chillon mit Burg-Arena, Handwerk-Betrieben (Schlosser, Schneider, Glasbläser) und Geisterschloss
- Wallis mit der Achterbahn "Mattersturm" um und im 60 Meter hohen Matterhorn, Halfpipe und Walliser Dorf
Von den 300 Millionen Franken, die investiert werden sollen, sind 100 Millionen für die Fahrattraktionen und 60 Millionen für die Gebäude vorgesehen. Die Investoren müssen noch gefunden werden.
So wie ich verstanden habe, sind die 18 Hektaren Land im Besitz der Gemeinde Schänis, die sie an Landwirte verpachtet hat. Die Initianten wollen nun das Gespräch mit den Landwirten suchen mit dem Ziel, einen Vorvertrag über den Landkauf abschliessen zu können. Weiter müssen Abklärungen mit Bund, Kanton und Gemeinde gemacht werden (Umzonung der Grundstücke in die Bauzone, Umweltverträglichkeitsprüfungen etc.). Bisher sind die Landwirte wenig begeistert und an der Informationsveranstaltung wurden einige kritische Fragen gestellt im Sinne von "Schänis ist doch so schön, wir wollen keinen Park, der Verkehr bringt und die Natur verschandelt" und "wieso ausgerechnet in Schänis".
mMn ist der "Swiss Fun Park" ein ziemlich "handgestricktes" Projekt - oder originell. Einige Ideen für den Park sind eher seltsam (den "Swiss Military"-Bereich zum Beispiel oder den Käse-Aussichtsturm) und die Konzeptzeichnungen, die präsentiert wurden, unterstreichen diesen Eindruck (siehe oben). Kreative Kraft hinter dem Parkprojekt ist eine Firma aus Salzburg, die bisher zwar schon an Projekten im Freizeit-Bereich, aber noch nie an einem Freizeitpark gearbeitet hat:
http://milo-innenarchitektur.com/ Dafür scheinen die Initianten waschechte Patrioten zu sein ;) , Herr Schwander ist Präsident der AUNS (Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz), Herr Diethelm lokaler Unternehmer.
Gruss Markus