Face-Lifting für Tropical Islands
Durch Umbau Umsatzplus erwartet / Wellness und Übernachtungsplätze
sollen 1,25 Millionen Besucher pro Jahr anziehen
BRAND Ursprünglich sollte der Umbau nachts stattfinden, nun aber wird
der Freizeitpark Tropical Islands doch vom 1. November an bis zum
26. Dezember 2006 während der Arbeiten geschlossen.
Mit neuen Attraktionen will die Geschäftsführung eine viertel Million
Gäste pro Jahr mehr anlocken, um endlich ein Umsatzplus zu erreichen.
Tropical Islands ist kein einfaches Objekt: Der erste Investor
kapitulierte und derzeit kämpft der malaysische Geschäftsmann Colin Au
darum, den brandenburgischen Freizeitpark Tropical Islands in die schwarzen
Zahlen zu bringen.
Im Ostteil der Cargolifter-Halle entsteht eine Abenteuer-Landschaft mit
der größten Wasserrutsche Europas.
Im Westteil sind ein Indoor-Zeltplatz und ein
Dschungel-Wellnessbereich mit „Regenwaldsauna“ geplant.
Der Saunabereich erhält ein Ruhehaus und Whirlpools.
Damit der Park noch grüner ist, stehen dort seit kurzem bis zu
17 Meter hohe Palmen aus dem Botanischen Garten Berlin-Dahlem.
Außer Wellness und Herumtoben ist Shopping angesagt. Mit dem Bau einer
Ladenstraße im Eingangsbereich wurde bereits begonnen. In den Tropenhäusern
entstehen Themenrestaurants. Eine Creperie im Bali-Pavillon und eine Bar im
Borneo-Haus gibt es schon. Zusätzlich wird das Abendprogramm überarbeitet,
die tägliche Revue gibt es nur noch bis Februar 2007.
5000 Übernachtungsplätze in Hotels, Bungalows und auf dem Zeltplatz
Später sollen um den Park herum Hotels, ein Zeltplatz, ein Bungalow-Dorf
sowie Unterkünfte für die Künstler der Hallenshows entstehen. „Wir sind
gerade in der Konzeptionierungsphase. Bis 2009 wollen wir
5000 Übernachtungsmöglichkeiten schaffen“, sagt Alexander Hess,
Mitarbeiter der PR-Abteilung.
Für den Umbau sind 21 Mio. Euro eingeplant. Vom Mutterkonzern Tanjong in
Kuala Lumpur kommen 15 Mio. Euro. So sollen die Einbußen aufgefangen werden,
die durch Umbau und Schließung entstehen. Tanjong hat in den vergangenen zwei
Jahren rund 92 Mio. Euro in Tropical Islands investiert. 17 Mio. erhielt das
Unternehmen von der Landesregierung Brandenburg. Diese machte zur Auflage,
mindestens 500 Personen aus der Region für fünf Jahre anzustellen. Damit ist
Tropical Islands der größte Arbeitgeber des von hoher Arbeitslosigkeit
gezeichneten Bundeslandes.
Der malaysische Geschäftsmann Colin Au kaufte die Cargolifter-Halle vor zwei
Jahren für 17,5 Mio. Euro aus der Insolvenzmasse der Cargolifter AG. Er ließ
sie für 70 Mio. zu Tropical Islands umbauen. Das erste Geschäftsjahr war
enttäuschend: Nur 24 Mio. Euro Umsatz und 950.000 Besucher. Seit zwei Monaten
ist Ole Bested Hensing neuer Geschäftsführer von Tanjong. Sein Ziel: Von 2008
an soll das Unternehmen schwarze Zahlen schreiben.
Mit dem neuen Wellness-und Saunabereich will er im Jahr 1,25 Mio. Besucher
anziehen. Derzeit kommen 40 Prozent der Gäste von Tropical Islands aus
Berlin und 5 Prozent aus dem Ausland.
„Wir wollen die Nummer zwei der Freizeitparks in Deutschland werden“, sagt
Hensing zielsicher. Bis jetzt steht das Tropical Islands lediglich auf dem
siebten Platz der deutschen Freizeitparks. Marktführer ist der Europa-Park in
Rust bei Freiburg. Auch von einer internationalen Expansion ist die Rede,
Hensing zieht beispielsweise die USA in Betracht. Aus Moskau seien sogar
Nachfragen gekommen, bestätigt er.
An Silvester wird die Neueröffnung mit einer Zaubershow und einem großen
Hallenfeuerwerk gefeiert. Karten gibt es bereits für rund 100 Euro zu kaufen.
www.tropical-islands.com
Quelle: Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung, Ausgabe Montag, 02.10.2006
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