Anderswelt muss zusperren
Schade, nach dem Artikel von Wolfgang hatte ich eigentlich Lust gehabt, dem ganzen auch mal einen Besuch abzustatten. Daraus wird wohl nichts mehr
Aus den Niederösterreichischen Nachrichten:
Fix: Anderswelt muss zusperren
FINANZ-DEBAKEL / Nicht einmal drei Jahre nach der Eröffnung steht der nördlichste Erlebnispark Österreichs vor der Insolvenz.
VON DANIEL LOHNINGER
HEIDENREICHSTEIN / „In der derzeitigen Form werden wir nicht mehr aufsperren.“ Mit diesen Worten lässt Anderswelt-Geschäftsführer Thomas Hetzendorfer im NÖN-Interview aufhorchen. Der Erlebnispark, der erst 2002 eröffnet wurde, steht damit vor dem endgültigen „Aus“. Jetzt geht es nur mehr darum, eine Insolvenz zu vermeiden.
„Als ich im Februar 2003 die Geschäftsführung übernommen hatte, war die Anderswelt zahlungsunfähig. Alleine aus dem Betrieb war im Jahr zuvor ein Abgang von über 500.000 Euro erzielt worden. Mir ist es damals gelungen, noch einmal neues Kapital aufzutreiben und damit den Fortbestand der Anderswelt zu sichern“, rechnet Hetzendorfer mit seinem Vorgänger ab. Im Vorjahr habe der Verlust „nur“ mehr rund 120.000 Euro betragen - für einen Weiterbetrieb ist das aber nach wie vor zu hoch. Neues Kapital will Hetzendorfer nun nicht mehr auftreiben, zu verfahren ist der „Karren“.
Im NÖN-Interview weiß Hetzendorfer die Gründe für das Anderswelt-Debakel: „Bereits bei Planung, Bau und Kosten-Management gab es enorme Versäumnisse, die Konzeption war nicht zukunftsträchtig, die Geschichte zu obskur. Außerdem ist es nicht gelungen, die Bevölkerung mitzunehmen.“ Dazu seien noch Fehler in Marketing und Werbung (die beispielsweise im norddeutschen (!) Fernsehen geschaltet wurde) sowie zu geringe Resonanz beim Publikum gekommen. Geplant waren 120.000 Besucher pro Jahr, im Vorjahr waren es gerade einmal 23.000. Hetzendorfer sarkastisch: „Als ich die Geschäftsführung übernommen habe, wusste ich, dass es eine Leiche im Keller gibt. Ich wusste aber nicht, dass es ein ganzer Friedhof ist.“
Möglicher Ausweg: Neue Technik-Ausstellung?
Fest steht vorerst nur, dass das Anderswelt-Restaurant neu verpachtet wird und Hetzendorfer noch an einer anderen Nutzbarkeit des Areals feilt. Eine mögliche Option wäre eine Ausstellung unter dem Motto „Technik in Bewegung“, ein Konzept gibt es bereits. Sollten sich dafür keine Financiers finden, will Hetzendorfer bis Ende März den Betrieb „geordnet“ herunterfahren - und einen Konkurs vermeiden.
„Tatsache ist, dass unsere Rechnung nicht aufgegangen ist. Da gibt es nichts zu beschönigen“, erklärt Gesellschafts-Vorsitzender Johann Pichler zerknirscht. Sämtliche Studien hätten Erwartungen geweckt, die dann nicht Realität geworden seien. Eine Weiterführung des Betriebes wäre „betriebswirtschaftlich nicht mehr möglich“, es gäbe aber bereits Verhandlungen über die weitere Nutzung des Indoor-Bereichs.
Nicht betroffen davon sei aber das jüngste Mega-Projekt für Heidenreichstein: „Die Verhandlungen mit US-Investoren über die Errichtung eines Hotels mit Golfanlage sind nach wie vor aktuell. Es gab da nie einen Zusammenhang mit der Zukunft der Anderswelt.“ Einziger positiver Aspekt des Anderswelt-Debakels: Die Freizeitanlagen, der Badeteich und das Restaurant bleiben als Attraktionen erhalten und sorgen damit dafür, dass die rund 5,5 Millionen Euro nicht komplett in den Sand gesetzt wurden.
Aus den Niederösterreichischen Nachrichten:
Fix: Anderswelt muss zusperren
FINANZ-DEBAKEL / Nicht einmal drei Jahre nach der Eröffnung steht der nördlichste Erlebnispark Österreichs vor der Insolvenz.
VON DANIEL LOHNINGER
HEIDENREICHSTEIN / „In der derzeitigen Form werden wir nicht mehr aufsperren.“ Mit diesen Worten lässt Anderswelt-Geschäftsführer Thomas Hetzendorfer im NÖN-Interview aufhorchen. Der Erlebnispark, der erst 2002 eröffnet wurde, steht damit vor dem endgültigen „Aus“. Jetzt geht es nur mehr darum, eine Insolvenz zu vermeiden.
„Als ich im Februar 2003 die Geschäftsführung übernommen hatte, war die Anderswelt zahlungsunfähig. Alleine aus dem Betrieb war im Jahr zuvor ein Abgang von über 500.000 Euro erzielt worden. Mir ist es damals gelungen, noch einmal neues Kapital aufzutreiben und damit den Fortbestand der Anderswelt zu sichern“, rechnet Hetzendorfer mit seinem Vorgänger ab. Im Vorjahr habe der Verlust „nur“ mehr rund 120.000 Euro betragen - für einen Weiterbetrieb ist das aber nach wie vor zu hoch. Neues Kapital will Hetzendorfer nun nicht mehr auftreiben, zu verfahren ist der „Karren“.
Im NÖN-Interview weiß Hetzendorfer die Gründe für das Anderswelt-Debakel: „Bereits bei Planung, Bau und Kosten-Management gab es enorme Versäumnisse, die Konzeption war nicht zukunftsträchtig, die Geschichte zu obskur. Außerdem ist es nicht gelungen, die Bevölkerung mitzunehmen.“ Dazu seien noch Fehler in Marketing und Werbung (die beispielsweise im norddeutschen (!) Fernsehen geschaltet wurde) sowie zu geringe Resonanz beim Publikum gekommen. Geplant waren 120.000 Besucher pro Jahr, im Vorjahr waren es gerade einmal 23.000. Hetzendorfer sarkastisch: „Als ich die Geschäftsführung übernommen habe, wusste ich, dass es eine Leiche im Keller gibt. Ich wusste aber nicht, dass es ein ganzer Friedhof ist.“
Möglicher Ausweg: Neue Technik-Ausstellung?
Fest steht vorerst nur, dass das Anderswelt-Restaurant neu verpachtet wird und Hetzendorfer noch an einer anderen Nutzbarkeit des Areals feilt. Eine mögliche Option wäre eine Ausstellung unter dem Motto „Technik in Bewegung“, ein Konzept gibt es bereits. Sollten sich dafür keine Financiers finden, will Hetzendorfer bis Ende März den Betrieb „geordnet“ herunterfahren - und einen Konkurs vermeiden.
„Tatsache ist, dass unsere Rechnung nicht aufgegangen ist. Da gibt es nichts zu beschönigen“, erklärt Gesellschafts-Vorsitzender Johann Pichler zerknirscht. Sämtliche Studien hätten Erwartungen geweckt, die dann nicht Realität geworden seien. Eine Weiterführung des Betriebes wäre „betriebswirtschaftlich nicht mehr möglich“, es gäbe aber bereits Verhandlungen über die weitere Nutzung des Indoor-Bereichs.
Nicht betroffen davon sei aber das jüngste Mega-Projekt für Heidenreichstein: „Die Verhandlungen mit US-Investoren über die Errichtung eines Hotels mit Golfanlage sind nach wie vor aktuell. Es gab da nie einen Zusammenhang mit der Zukunft der Anderswelt.“ Einziger positiver Aspekt des Anderswelt-Debakels: Die Freizeitanlagen, der Badeteich und das Restaurant bleiben als Attraktionen erhalten und sorgen damit dafür, dass die rund 5,5 Millionen Euro nicht komplett in den Sand gesetzt wurden.

