Auto-Welten
Artikel aus der Schweizer Sonntagszeitung
VW-Autostadt, Opel Live, Audi-Forum: Themenparks in Deutschland laden PS-Freaks zur Feier der vier Räder
VON CHRISTOPH AMMANN
Vom Bahnhof führt eine bescheidene Holzbrücke über den Mittelland-Kanal. Lastkähne pflügen durchs trübe Wasser. In der Ferne ragen die Leuchtmasten des Fussballstadions in den Himmel. Der kalte Wind trägt Maschinenlärm von den mächtigen Fabrikhallen herüber.
Es ist Donnerstag, doch gewöhnliche Werktage gibt es in Wolfsburg nicht mehr, seit der VW-Konzern vor einem halben Jahr in dem unscheinbaren Provinzzentrum zwischen Hannover und Berlin seine Autostadt eröffnet hat. Sie lockt täglich Tausende in Feiertagslaune an.
Auf dem 25 Hektaren grossen Gelände am Hafen, auf dem sich früher Kohlenberge türmten, hat VW für 850 Millionen DM Glaspaläste und -türme gebaut: eine Hi-Tech-Welt mit opulenter Lagunenlandschaft, in der sich Pavillons unter Erdhügeln verstecken, Ruhezonen, Springbrunnen und Spazierwegen. Wer Autos und unbegrenzte Mobilität mag, ist dankbar für die diskreten Werbebotschaften dieses Vergnügungsparks.
In Deutschland, dem einzigen Staat Europas, in dem verkappte Rennfahrer straffrei mit 220 Sachen über die Autobahn rasen dürfen, sind Autos heilig. Im Wolfsburger Zeit-Haus wird die Geschichte der globalen Automobilindustrie erzählt. Hier scharen sich die Besucher andächtig um legendäre Exponate wie das Dreirad von Karl Benz, den Bentley 3,5 Liter mit aerodynamischer Sonderkarosserie Jahrgang 1935 oder den funkelnden Bugatti Typ 57 SC Atlantis.
In diesem Disneyland des Automobils nötigt der saubere Querschnitt eines VW-Beetle im Originalformat selbst dem Techniklaien Respekt ab. Im 360-Grad-Kino im Forum treibt ihm ein rührender Film von Dani Levy zum Thema «Sicherheit» die Tränen in die Augen. Daneben toben die Kids durch einen zwölf Meter hohen gläsernen Motor oder rumpeln mit Tretautos über eine Indoor-Rundstrecke.
Acht Marken vereinigt der VW-Konzern. Sie präsentieren sich in den Pavillons der Lagunenstadt. Spricht das von tschechischen Künstlern dekorierte Skoda-Haus eher den feinsinnigen Zeitgenossen an, so geilt der Lamborghini-Pavillon die PS-Fetischisten auf. Die italienische Edelrakete führt sich im schwarzen Kubus auf wie ein wild gewordener Stier. Der gewaltige Zwölfzylinder-Motor grollt fürchterlich und steigert sich zu höchsten Drehzahlen.
Die Wolfsburger Autostadt ist im Grunde genommen ein um Museen, Ausstellungen und interaktive Erlebniswelten angereichertes Kundencenter. Im Themenpark holen Autofreunde aus der ganzen Republik die VWs ab, die sie bei lokalen Garagisten gekauft haben. Selbst den im Zuge angereisten Beobachter überfallen im gläsernen Kundenpalast geradezu sakrale Gefühle. Eine riesige Anzeigetafel kündigt den grossen Moment an: «U. Petersen, Autohaus Callsen & Wille GmbH, 11.03 Uhr.» Mit gefalten Händen sitzen die festlich gekleideten Abholer auf der Wartebank. In einer lichtdurchströmten Halle übergibt ein feiner Herr mit feierlichem Gesicht dem Käufer den Neuwagen.
Der VW-Mann preist nochmals die Vorzüge des polierten Lieblings, der die Nacht in einem der beiden zwölfstöckigen Autotürme verbracht hat. Der stolze Besitzer steigt vorsichtig ein, dreht den Zündungsschlüssel, und wie von Geisterhand öffnet sich das Tor: Strasse frei für die Heimfahrt. Auf den Autobahnraststätten rund um Wolfsburg sollen nicht selten krawattierte Autofahrer zu sehen sein, die in stiller Andacht um die noch kratzerfreie Karosse schreiten und mit dem Taschentuch zärtlich den Staub der ersten Kilometer vom Blech wedeln.
Mövenpick verpflegt die Massen in sechs originellen Restaurants
450 Abholer kommen täglich, auch am Wochenende, nach Wolfsburg. Bis in ein paar Monaten will VW diese Zahl verdoppeln. Aber die Selbstabholer bilden im «Weltforum der Automobilität» die Minderheit. Die architektonisch eindrucksvolle Wunderwelt ist die grösste touristische Attraktion der Gegend und hat im ersten halben Jahr 1,1 Millionen Besucher angezogen, doppelt so viel wie erwartet. Busunternehmen aus dem Osten und Süden Deutschlands karren täglich Ausflügler ins gläserne Reich.
Mövenpick verpflegt die Massen in sechs originellen Restaurants, und wer länger bleibt und es sich leisten kann, übernachtet im Fünfsternehotel Ritz Carlton, das zur Autostadt gehört. Vom Schlemmerlokal Aqua oder vom Fitnessclub aus blickt man direkt aufs Wolfsburger Hafenbecken. In der Startphase der Autostadt bringt VW im Ritz Carlton viele Autohändler unter. Anzunehmen ist: Bei den eher praktisch veranlagten Garagisten und Chefmechanikern hinterlassen die 600 Kunstwerke, die das Hotel auf sechs Etagen ausstellt, weniger Eindruck als die in der Bar servierten Biermarken.
Wolfsburg ist die grösste und schönste, aber nicht die einzige deutsche Wallfahrtsstätte für den reiselustigen Autofreund. Opel hat vor einem Jahr auf dem Werksgelände in Rüsselsheim bei Frankfurt «Opel Live» eröffnet, gemäss Eigenwerbung eine «packende Mischung aus Spass, Spannung und Information». «Wir wollen», sagt Opel-Pressesprecherin Birgit Overwiening, «die Besucher vorsichtig an das Thema Auto heranführen. Wir liefern weder Autos aus, noch präsentieren wir die neusten Modelle.»
Opels «Streichelpark für Technikversessene», wie die SonntagsZeitung zum Opening schrieb, soll das Image der Marke stärken und die Firma der Öffentlichkeit als modernes dynamisches Unternehmen vorführen.
Dass Dynamik selbst in einem Hi-Tech-Unternehmen, in dem Roboter die Drecksarbeit verrichten, ihre Grenzen hat, erfahren wir bei der Werkstour im gläsernen Tram. Um halb elf Uhr sitzt die Belegschaft, welche die Morgenschicht fährt, beim Mittagessen, und als die Arbeiter in ihren Blaumännern zu den Fliessbändern zurückkehren, stoppt ein Defekt die Produktionsstrasse. Und der Videofilm, mit dem man uns den Fleiss der Opelaner zeigen will, klemmt hoffnungslos in den Eingeweiden des Recorders fest.
Pannenfrei bleibt wenigstens die Reise durch den dunklen Tunnel. «After Dark Ride» nennt sich die Attraktion, die das Leben nach Schichtschluss in den Fabrikhallen vorgaukelt. Schweissroboter tigern umher, ein Werkspion flüchtet, und aus dem Off meldet sich der alte Adam Opel.
Im 3-D-Kino in der gleichen Halle hat das Publikum einen Crash-Test in allen Lagen zu überstehen. Am spannendsten erscheint ein Part der Show, der Einblick liefert in den Härtetest, welchem die Opel-Teile vor der Serienreife unterzogen werden. Ein Kofferraumdeckel wird 30 000-mal geöffnet und geschlossen, ein Getriebe während 850 Stunden auf Höchstdrehzahlen forciert. Bis heute hat «Opel Live» 150 Millionen DM gekostet, jetzt steckt der Konzern nochmals 20 Millionen in den Erlebnispark, erweitert den Action-Bereich und das Oldtimer-Museum.
Selbst der Ton einer ins Schloss fallenden Tür entsteht nicht zufällig
Busse verbinden die chilbimässige Zone und den Opel-Live-Pavillon am andern Ende des Fabrikgeländes. Es ist so gross wie 350 Fussballplätze, 28 000 Leute arbeiten hier. In der Eingangshalle mit Restaurants und Souvenirshop drängen sich Schulklassen und Vereine. «Opel Live» ist ein beliebtes Ausflugsziel und hat im ersten Betriebsjahr immerhin 300 000 Besucher angezogen.
Eine Rolltreppe führt zur «Tour der Sinne», die beweist, dass Autodesigner auch hören, fühlen, sehen und riechen, wenn sie ein Fahrzeug austatten. Konkret weiss man zum Schluss, dass der Ton einer ins Schloss fallenden Autotür nicht zufällig entsteht, sondern Produkt eine exakten akustischen Designs ist.
Firmeneigene Themenparks, die beim Publikum die Bindung zur Marke verstärken und die Kids mit zahlreichen Attraktionen sanft ans Produkt heranführen, sind zwar noch kein allgemeiner Trend, bei den deutschen Autoherstellern aber Teil der Marketingstrategie. Auf unserer Tour durch Rüsselsheim und Wolfsburg begegnen wir einer Delegation von Porsche. Der Sportwagenhersteller will sein neues Werk in Leipzig mit einer Erlebniswelt ergänzen. Und VW startet in Dresden demnächst eine Schaufabrik fürs Publikum.
Am 15. Dezember öffnet das Audi-Forum im bayerischen Ingolstadt seine Tore. Wie die Mutterfirma in Wolfsburg hat es Audi vor allem auf Selbstabholer abgesehen. «Wir wollen unseren Kunden» betont die Audi-Sprecherin Ute Röding-Lange, «einen schönen Tag bieten, wenn sie ihren Wagen in Ingolstadt übernehmen.»
Dem seit 1992 bestehenden Kunden-Center fügt Audi ein Museum und Restaurants an, die Mövenpick betreibt. Kosten für das Gesamtkunstwerk: 170 Millionen DM.
Geld scheint in der Branche keine Rolle zu spielen.
JUK
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VW-Autostadt, Opel Live, Audi-Forum: Themenparks in Deutschland laden PS-Freaks zur Feier der vier Räder
VON CHRISTOPH AMMANN
Vom Bahnhof führt eine bescheidene Holzbrücke über den Mittelland-Kanal. Lastkähne pflügen durchs trübe Wasser. In der Ferne ragen die Leuchtmasten des Fussballstadions in den Himmel. Der kalte Wind trägt Maschinenlärm von den mächtigen Fabrikhallen herüber.
Es ist Donnerstag, doch gewöhnliche Werktage gibt es in Wolfsburg nicht mehr, seit der VW-Konzern vor einem halben Jahr in dem unscheinbaren Provinzzentrum zwischen Hannover und Berlin seine Autostadt eröffnet hat. Sie lockt täglich Tausende in Feiertagslaune an.
Auf dem 25 Hektaren grossen Gelände am Hafen, auf dem sich früher Kohlenberge türmten, hat VW für 850 Millionen DM Glaspaläste und -türme gebaut: eine Hi-Tech-Welt mit opulenter Lagunenlandschaft, in der sich Pavillons unter Erdhügeln verstecken, Ruhezonen, Springbrunnen und Spazierwegen. Wer Autos und unbegrenzte Mobilität mag, ist dankbar für die diskreten Werbebotschaften dieses Vergnügungsparks.
In Deutschland, dem einzigen Staat Europas, in dem verkappte Rennfahrer straffrei mit 220 Sachen über die Autobahn rasen dürfen, sind Autos heilig. Im Wolfsburger Zeit-Haus wird die Geschichte der globalen Automobilindustrie erzählt. Hier scharen sich die Besucher andächtig um legendäre Exponate wie das Dreirad von Karl Benz, den Bentley 3,5 Liter mit aerodynamischer Sonderkarosserie Jahrgang 1935 oder den funkelnden Bugatti Typ 57 SC Atlantis.
In diesem Disneyland des Automobils nötigt der saubere Querschnitt eines VW-Beetle im Originalformat selbst dem Techniklaien Respekt ab. Im 360-Grad-Kino im Forum treibt ihm ein rührender Film von Dani Levy zum Thema «Sicherheit» die Tränen in die Augen. Daneben toben die Kids durch einen zwölf Meter hohen gläsernen Motor oder rumpeln mit Tretautos über eine Indoor-Rundstrecke.
Acht Marken vereinigt der VW-Konzern. Sie präsentieren sich in den Pavillons der Lagunenstadt. Spricht das von tschechischen Künstlern dekorierte Skoda-Haus eher den feinsinnigen Zeitgenossen an, so geilt der Lamborghini-Pavillon die PS-Fetischisten auf. Die italienische Edelrakete führt sich im schwarzen Kubus auf wie ein wild gewordener Stier. Der gewaltige Zwölfzylinder-Motor grollt fürchterlich und steigert sich zu höchsten Drehzahlen.
Die Wolfsburger Autostadt ist im Grunde genommen ein um Museen, Ausstellungen und interaktive Erlebniswelten angereichertes Kundencenter. Im Themenpark holen Autofreunde aus der ganzen Republik die VWs ab, die sie bei lokalen Garagisten gekauft haben. Selbst den im Zuge angereisten Beobachter überfallen im gläsernen Kundenpalast geradezu sakrale Gefühle. Eine riesige Anzeigetafel kündigt den grossen Moment an: «U. Petersen, Autohaus Callsen & Wille GmbH, 11.03 Uhr.» Mit gefalten Händen sitzen die festlich gekleideten Abholer auf der Wartebank. In einer lichtdurchströmten Halle übergibt ein feiner Herr mit feierlichem Gesicht dem Käufer den Neuwagen.
Der VW-Mann preist nochmals die Vorzüge des polierten Lieblings, der die Nacht in einem der beiden zwölfstöckigen Autotürme verbracht hat. Der stolze Besitzer steigt vorsichtig ein, dreht den Zündungsschlüssel, und wie von Geisterhand öffnet sich das Tor: Strasse frei für die Heimfahrt. Auf den Autobahnraststätten rund um Wolfsburg sollen nicht selten krawattierte Autofahrer zu sehen sein, die in stiller Andacht um die noch kratzerfreie Karosse schreiten und mit dem Taschentuch zärtlich den Staub der ersten Kilometer vom Blech wedeln.
Mövenpick verpflegt die Massen in sechs originellen Restaurants
450 Abholer kommen täglich, auch am Wochenende, nach Wolfsburg. Bis in ein paar Monaten will VW diese Zahl verdoppeln. Aber die Selbstabholer bilden im «Weltforum der Automobilität» die Minderheit. Die architektonisch eindrucksvolle Wunderwelt ist die grösste touristische Attraktion der Gegend und hat im ersten halben Jahr 1,1 Millionen Besucher angezogen, doppelt so viel wie erwartet. Busunternehmen aus dem Osten und Süden Deutschlands karren täglich Ausflügler ins gläserne Reich.
Mövenpick verpflegt die Massen in sechs originellen Restaurants, und wer länger bleibt und es sich leisten kann, übernachtet im Fünfsternehotel Ritz Carlton, das zur Autostadt gehört. Vom Schlemmerlokal Aqua oder vom Fitnessclub aus blickt man direkt aufs Wolfsburger Hafenbecken. In der Startphase der Autostadt bringt VW im Ritz Carlton viele Autohändler unter. Anzunehmen ist: Bei den eher praktisch veranlagten Garagisten und Chefmechanikern hinterlassen die 600 Kunstwerke, die das Hotel auf sechs Etagen ausstellt, weniger Eindruck als die in der Bar servierten Biermarken.
Wolfsburg ist die grösste und schönste, aber nicht die einzige deutsche Wallfahrtsstätte für den reiselustigen Autofreund. Opel hat vor einem Jahr auf dem Werksgelände in Rüsselsheim bei Frankfurt «Opel Live» eröffnet, gemäss Eigenwerbung eine «packende Mischung aus Spass, Spannung und Information». «Wir wollen», sagt Opel-Pressesprecherin Birgit Overwiening, «die Besucher vorsichtig an das Thema Auto heranführen. Wir liefern weder Autos aus, noch präsentieren wir die neusten Modelle.»
Opels «Streichelpark für Technikversessene», wie die SonntagsZeitung zum Opening schrieb, soll das Image der Marke stärken und die Firma der Öffentlichkeit als modernes dynamisches Unternehmen vorführen.
Dass Dynamik selbst in einem Hi-Tech-Unternehmen, in dem Roboter die Drecksarbeit verrichten, ihre Grenzen hat, erfahren wir bei der Werkstour im gläsernen Tram. Um halb elf Uhr sitzt die Belegschaft, welche die Morgenschicht fährt, beim Mittagessen, und als die Arbeiter in ihren Blaumännern zu den Fliessbändern zurückkehren, stoppt ein Defekt die Produktionsstrasse. Und der Videofilm, mit dem man uns den Fleiss der Opelaner zeigen will, klemmt hoffnungslos in den Eingeweiden des Recorders fest.
Pannenfrei bleibt wenigstens die Reise durch den dunklen Tunnel. «After Dark Ride» nennt sich die Attraktion, die das Leben nach Schichtschluss in den Fabrikhallen vorgaukelt. Schweissroboter tigern umher, ein Werkspion flüchtet, und aus dem Off meldet sich der alte Adam Opel.
Im 3-D-Kino in der gleichen Halle hat das Publikum einen Crash-Test in allen Lagen zu überstehen. Am spannendsten erscheint ein Part der Show, der Einblick liefert in den Härtetest, welchem die Opel-Teile vor der Serienreife unterzogen werden. Ein Kofferraumdeckel wird 30 000-mal geöffnet und geschlossen, ein Getriebe während 850 Stunden auf Höchstdrehzahlen forciert. Bis heute hat «Opel Live» 150 Millionen DM gekostet, jetzt steckt der Konzern nochmals 20 Millionen in den Erlebnispark, erweitert den Action-Bereich und das Oldtimer-Museum.
Selbst der Ton einer ins Schloss fallenden Tür entsteht nicht zufällig
Busse verbinden die chilbimässige Zone und den Opel-Live-Pavillon am andern Ende des Fabrikgeländes. Es ist so gross wie 350 Fussballplätze, 28 000 Leute arbeiten hier. In der Eingangshalle mit Restaurants und Souvenirshop drängen sich Schulklassen und Vereine. «Opel Live» ist ein beliebtes Ausflugsziel und hat im ersten Betriebsjahr immerhin 300 000 Besucher angezogen.
Eine Rolltreppe führt zur «Tour der Sinne», die beweist, dass Autodesigner auch hören, fühlen, sehen und riechen, wenn sie ein Fahrzeug austatten. Konkret weiss man zum Schluss, dass der Ton einer ins Schloss fallenden Autotür nicht zufällig entsteht, sondern Produkt eine exakten akustischen Designs ist.
Firmeneigene Themenparks, die beim Publikum die Bindung zur Marke verstärken und die Kids mit zahlreichen Attraktionen sanft ans Produkt heranführen, sind zwar noch kein allgemeiner Trend, bei den deutschen Autoherstellern aber Teil der Marketingstrategie. Auf unserer Tour durch Rüsselsheim und Wolfsburg begegnen wir einer Delegation von Porsche. Der Sportwagenhersteller will sein neues Werk in Leipzig mit einer Erlebniswelt ergänzen. Und VW startet in Dresden demnächst eine Schaufabrik fürs Publikum.
Am 15. Dezember öffnet das Audi-Forum im bayerischen Ingolstadt seine Tore. Wie die Mutterfirma in Wolfsburg hat es Audi vor allem auf Selbstabholer abgesehen. «Wir wollen unseren Kunden» betont die Audi-Sprecherin Ute Röding-Lange, «einen schönen Tag bieten, wenn sie ihren Wagen in Ingolstadt übernehmen.»
Dem seit 1992 bestehenden Kunden-Center fügt Audi ein Museum und Restaurants an, die Mövenpick betreibt. Kosten für das Gesamtkunstwerk: 170 Millionen DM.
Geld scheint in der Branche keine Rolle zu spielen.
JUK
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