Event Park wird konkreter

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Event Park wird konkreter

Die Planungen zum Event Park, der 2002 eröffnen soll, werden konkreter. Laut Vohle, einer der beiden Geschäftsführer wird es dann dort wohl Deutschlands verrückteste Wasserbahn geben.
Nachfolgend ein Zeitungsartikel, sowie die Internetadresse des Projektes.

JUK
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Weltreise per Kohlezug an der Costa Cospuda

Gute Aussichten für geplanten Freizeitpark am südlichen Stadtrand von Leipzig - Avisierter Baustart im Frühjahr 2001 - Park soll 2002 eröffnen

Leipzig - Sachsen, ein Land der Spaß- und Freizeitparks? Fast schien die Zukunft des Freistaates als Vergnügungs-Eldorado klar, im Osten ein Karl-May-Land, in Striegistal eine Spiel- und Action-Oase oder auf dem Ex-Fliegerhorst Brandis ein kurzweiliges "Stargate"-Spektakel. Die Rede war fast jedes Mal von enormen Millioneninvestitionen und hunderten Jobs. Fast alle hoch fliegenden Träume endeten indes als peinliche Luftnummern. Über das Gros der kleinen und großen Pleiten spricht heute keiner mehr. Bis auf wenige Ausnahmen haben sich die Investoren davongemacht. Finanzielle Gründe spielten die Hauptrolle.

Gut möglich, dass auch die Event Park GmbH & Co. KG, Leipzig, die seit gut zwei Jahren im Südraum der Messestadt einen Familien- und Freizeitpark plant, hin und wieder die Lust an ihrem Spaß-Projekt verlor. Zu laut, nicht umweltgerecht, überflüssig: Anrainer und Umweltschützer demonstrierten, kritisierten und protestierten. Teils mit gutem Grund, teils aber auch überzogen. Da wurden winzige Baumsetzlinge zum stattlichen Waldgebiet gepuscht, furchtbare Lärmszenarien machten die Runde.

Nachdem jedoch Mitte vorigen Monats das Raumordnungsverfahren, aus dem auch etliche sinnvolle Auflagen für den Investor resultierten, vom Regierungspräsidium abgeschlossen wurde, ist die Zuversicht groß. Unternehmensprecher Alexander Will: "Wir hoffen, dass im Frühjahr 2002 Eröffnung ist." Gleichwohl sei mit der ersten Genehmigung nur gut ein Drittel des Behördenweges bewältigt. Immerhin stehen der Bebauungsplan und die Genehmigung dutzender Einzelbauten noch aus.

Geht alles in Ordnung, könnte nächstes Frühjahr der Grundstein in den Boden kommen. Dann stünde einer Gesamtinvestition von rund 100 Millionen Mark, die vornehmlich aus eigenen Mitteln, Bankkrediten und einem Anteil Fördergeldern stammen sollen, nichts mehr im Wege. Einen einstelligen Millionenbetrag - ohne eine Fördermark - hätten bereits die Vorbereitungsarbeiten verschlungen. Das Areal von 105 Hektar, gelegen auf den Kippenflächen des Tagebaus Zwenkau am Cospudener See, ist bereits gekauft, sagt Will. Auf einem knappen Viertel soll der erste Bauabschnitt des Vergnügungs- und Erholungsressorts entstehen.

Die Event-Park-Gesellschaft - Eigner sind drei private Rundfunksender sowie zwei Privatpersonen - verspricht eine Reise durch Zeit und Raum, durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, gespickt mit allerlei Aha-Erlebnissen und Abenteuern. Gleich hinter dem Eingangsplaza führt, so die Pläne, der "Weg der Braunkohle" zurück ins Gestern. Einhundert Jahre lange wurde der Leipziger Südraum durch den Braunkohlenabbau, der eine gigantische Mondlandschaft hinterließ, geprägt. "Ganz klar, dass die Besucher über die Historie des Gebietes informiert werden", so Will. Tagebaugroßgeräte werden zu sehen sein, ein Kohlelehrpfad ist geplant, dazu passende Spiele, Sportangebote. Per Kohlezug geht's schließlich weiter in den Themenbereich Nordeuropa mit spektakulärer Wildwasserbahn, Mittelalter-Zone, diverser Kleinkunst und Multimedia-Präsentation. Hier mutiert die Parkeisenbahn dann vom Kohlezug zum Orient-Express und rattert in arabische Gefilde. Passend zu den einzelnen Themenbereichen soll auch hier das gastronomische Angebot kreiert werden. Ruhe- und Entspannungszonen wechseln sich mit Spiel-, Spaß- und Abenteuerofferten ab. Fahrgeschäfte und Schausteller beziehen Quartier, und am Ende des Rundgangs führt der Trip in die Zukunft. Avisiert ist mittelfristig noch ein Themenbereich Australien.

"Von April bis Oktober ist der Park geöffnet", kündigt Will an und ergänzt, dass einige Teilbereiche auch im Winter genutzt werden können. Über die genau Höhe der Eintrittspreise lasse sich derzeit noch wenig sagen. "Wahrscheinlich zwischen 20 und 40 Mark dürfte ein Ticket, das gleichzeitig zur freien Benutzung der Fahrgeschäfte berechtigt, kosten", meint Will. Derzeit wird mit etwa 700.000 Gästen pro Saison kalkuliert. Nach Fertigstellung der Autobahn A 38, die eine eigene Park-Abfahrt erhalten soll, dehne sich das Einzugsgebiet optimal aus. Im Umkreis von 1,5 Fahrstunden wohnen dann 5,4 Millionen Menschen.

Dass sich das Einzugsgebiet des Vergnügungsparks an der "Costa Cospuda", wie der See von den Einheimischen genannt wird, mit dem eines Konkurrenzprojektes im sachsen-anhaltinischen Landsberg überschneidet, sehen die Investoren gelassen. Bei diesem Vorhaben handelt es sich um ein Mammutprojekt, und es ist fraglich, ob sich eine solche Rieseninvestition überhaupt rechnen kann. Will: "Wir warten einfach ab, was daraus wird." (SH)


http://www.eventpark.de

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