Zeitungsartikel über Heide Park Woodie

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Zeitungsartikel über Heide Park Woodie

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Hölzerner Koloss für 45 Millionen

Rotenburger Zimmereibetrieb baut in Soltau die größte Holzachterbahn der Welt

Johannes Heeg

Dass der Termin eingehalten wird, dafür sorgt unter anderem Bauleiter Frank Patzenhauer. Der turnt seit Wochen mit gut 20 Kollegen in immer luftigeren Höhen herum, denn das Bauwerk wächst täglich. Mittlerweile haben sich die Zimmerleute bereits auf die Maximalhöhe von 60 Metern empor gearbeitet.
"Das ist das Interessanteste, was ich je gemacht habe", schwärmt Patzenhauer und spricht von "Nervenkitzel", aber auch von "allerhöchster Präzision". Sollte irgend etwas nicht passen, meint er, "bekommen wir böse Schwierigkeiten".

Auch für Ulf Cordes, Junior-Chef der Rotenburger Holzbaufirma Cordes, stellt Colossos "eine ungeheure Herausforderung" dar. Die riesige Bahn mit ihrer 1,5 Kilometer langen Strecke werde den Heidepark dominieren, meint er. In seinem Betrieb mussten zur Vorbereitung Köpfe und Computer lange rauchen, denn die Achterbahn birgt einige Herausforderungen: "Die Kalkulation ist sehr schwierig. Wir wissen nicht genau, wieviel Material wir brauchen", sagt der 35-jährige Ingenieur und Diplom-Kaufmann.

Aber es gibt einigermaßen präzise Näherungswerte: Rund 3000 Kubikmeter heimisches Kiefernholz werden benötigt, etwa eine halbe Million Schrauben, Bolzen, Nägel und Dübel mit einem Gewicht von 50 Tonnen, gut 2800 Kubikmeter Beton für die Fundamente. "Wir müssen viel improvisieren", sagt Cordes und betont: "Hier sind nur gut ausgebildete Spezialisten am Werk." Gearbeitet wird von Montag bis Sonnabend.

Mit imposanten Zahlen kann auch Bernd Schröder aufwarten. Der Holztechnik-Ingenieur ist bei Cordes für die Logistik zuständig und weiß: "Aus dem Holz, das hier verbaut wird, könnte man hundert Supermarkt-Dächer machen. Hier geht es um 200000 laufende Meter Holz." Gearbeitet wird im Eiltempo: "Vom Planungsbeginn bis zur Inbetriebnahme wird nicht mal ein Jahr liegen", hofft Schröder.

Ein nicht unbeträchtlicher Teil der benötigten Bretter, Bohlen und Vierkanthölzer stehen noch als Bäume im Wald: "Die sind gekauft und markiert, sie müssen nur noch gefällt werden", berichtet Schröder. Einen kompletten Dachstuhl für ein Einfamilienhaus könnte man übrigens aus dem Holz errichten, der für die 250 Stufen gebraucht wird, die zum höchsten Punkt der Achterbahn führen. Am Ende wird Colossos aus rund 80000 Stück Holz bestehen. 30000 sind bis jetzt verbaut.

Warum er sich für Holz entschieden hat, erklärt Achterbahn-Bauherr Tiemann so: "Erstens wollte ich was für die deutsche Holzwirtschaft und den Wald tun. Außerdem ist auf der Holzachterbahn eine ganz andere Fahrt möglich, da ist mehr Bewegung drin." Es gebe Holzachterbahn-Freaks, die erlebten ein "Gefühl der Schwerelosigkeit", wenn sie mit Tempo 120 die Bahn hinabsausen. 61 Grad beträgt das maximale Gefälle, sogar 67 Grad die maximale Querneigung seiner neuen Attraktion.

1500 Personen können sich pro Stunde in die Höllenfahrt stürzen. Weil die Fahrt in der Achterbahn im Eintrittspreis enthalten sein wird, kündigt Tiemann schon mal an: "Der Eintritt wird von 38 Mark auf voraussichtlich 40 Mark pro Person angehoben." Auf die Frage nach ermäßigten Karten witzelt er: "Bei uns zahlen die Erwachsenen Kinderpreise."

Für Zimmermann Cordes ist die Soltauer Achterbahn nach dem Expo-Dach, das zum großen Teil ebenfalls von seinem Unternehmen errichtet wurde, "eine weitere Referenz". Um die Haltbarkeit der Konstruktion ist ihm überhaupt nicht bange: "In Ungarn steht eine Holzachterbahn aus dem 19. Jahrhundert. Und die ältesten Häuser, die noch stehen, sind aus Holz. Die sind bekanntlich einige hundert Jahre alt."

Und seinem Polier Patzenhauer, wird dem nichts fehlen, wenn der Bau vollendet ist? "Wenn wir Aufträge für zwei oder drei weitere Achterbahnen kriegen, wäre ich bestimmt nicht böse."

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Gruß

Christian Ahuis

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