Mal wieder zog es mich ins Disneyland Paris (*seufz-schmacht-schön*). Somit hatte ich die Gelegenheit Indiana Jones-rückwärts zu testen. Also, die neuen Züge sind wieder genauso schön thematisiert wie die alten nur haben sie eben drei Reihen. Zur Fahrt selber: der Looping ist mega gut und geizt nicht mit G`s. Aber was dann kommt... Irgendwie hat Intamin sich wohl Ideen bei Vekoma geholt; nur leider die falschen! Die Bahn haut einem so richtig schön die Schulterpolster (die wohlgemerkt recht hart sind) um die Ohren. Schade eigentlich, denn vorwärts hatte ich sie von den Laufeigenschaften in etwas besserer Erinnerung. Ist das schon seit dem Umbau so heftig? Wer hat da einen Vergleich?
Nun Space Mountain hat wohl auch im letzten Jahr ziemlich gelitten. Die Fahrt war letztes Jahr wesentlich ruhiger. Hier teilt die "Domina aus Vlodrop" nun ordentliche Hiebe aus. Lustig: in der letzten Reihe des letzen Wagens (*je weiter hinten desto schlag*) saßen in allen Zügen Mickey Maus Plüschtiere. Als ich einen Cast Member nach dem Grund fragte bekam ich die Antwort das dies aus Sicherheitsgründen im Moment nicht erlaubt sei. Aha, muß ich jetzt nicht verstehen, oder????????????? Habe das Gefühl das hier mal wieder eine Generalüberholung fällig ist.
Fazit: Mein Liebling im DLP ist der von vielen verschmähte Big Thunder Mountain. Diese Bahn ist einfach nur echt originell und man endeckt doch immer wieder was Neues.
Und dann war da aber noch der Parc Asterix. Richtig Spaß gemacht hat Tonnere De Zeus. Ist ja das absolute Airtime Wunder. Ab und an hat`s da zwar mal ein paar doch sehr hohe seitliche G`s aber das hat mich nicht weiter gestört. Gestört hat mich dagegen Goudurix. Man muss diese Bahn wirklich mal gefahren sein! Nicht weil sie so toll ist sondern viel mehr damit man weiss das man gut daran tut eines Tages vielleicht eine Petition für den Abriß dieser Bahn zu unterschreiben. Nackenschmerzen aller erster Kajüte - Marke Vekoma. Das Ding ist einfach nur brutal. Auffallend fand ich das Goudurix die einzige Großanlage im Park ist die absolut nicht thematisiert ist (was will uns das sagen, hmmm!)
Zu Space Mountain möchte ich eine Kleinigkeit loswerden. Die Züge dieser Bahn haben leider keine Räder, deren Abstand zur Schiene justierbar ist. Nutzen sich die Rollen also ab, schlägt die Bahn. Gibt es neue Rollen, ist das Problem wieder einigermaßen behoben. Es stellen sich zwei Fragen: Warum hat man bei den exorbitanten Gesamtkosten von Space Mountain keine justierungsfähigen Rollenhalterungen bestellt, die Vekoma anbietet? Und warum weredn die Rollen so selten (Weiß jemand über die Abstände Bescheid?) ausgetauscht?
Sag mal Ralph, Du bist ja doch sehr mit den Details und offenbar auch mit dem Angebot von Vekoma vertraut. Was würdest Du denn für das doch sehr schwankende Qualitätsniveau bei Vekoma Anlagen verantwortlich machen? Für mich (der sich ja noch nicht so lange mit der Technik dieser Bahnen beschäftigt wie Du) stellen sich da hauptsächlich drei Probleme heraus: 1. Das Schienensystem - Selbst bei gut justierten Rädern wird ein hin und her schlingern der Achsen wohl nicht auf ein angenehmes Maß zu reduzieren sein. 2. Das Track-Design - Wenn ich mir so z.B. Goudurix anschaue fallen mir eben sofort die extrem harten Übergänge zwischen den Elementen auf. Außerdem kann ich hier nicht wirklich Drehungen um die Heartline erkennen was wiederum die Nacken- und Kopfprobleme erklärt. 3. Wartung - Die Anlagen aus Vlodrop scheinen ja insgesamt extrem wartungsanfällig zu sein was offenbar nach kurzer Zeit schon bemerkbar wird.
Liege ich mit dieser Einschätzung voll daneben oder würdest Du das in etwa auch so beurteilen? Warum hält Vekoma z.B. an diesem Schienensystem fest? Muss ja wohl doch irgendwelche Vorteile (evtl. wirtschaftlicher Natur?) bieten. Anlagen wie z.B. das Space Center im PL sind doch auch von Vekoma und fahren wesentlich ruhiger (anderes Schienensystem). Würde mich freuen da mal Deine Einschätzung zu hören.
bin zwar nicht ralph, aber ich antworte trotzdem mal.
ich persönlich denke, daß der qualitätsunterschied bei den anlagen darauf zurückzuführen ist, daß die anlagen nicht wie coaster, sondern wie fahrgeschäfte über formen (wie sandförmchen bloß in sehr groß) hergestellt werden. so kann vekoma, was natürlich sehr vorteilhaft ist, die anlagen relativ günstig anbieten. was sich dabei aber leider nicht vermeiden läßt sind harte übergänge und vor allem nachbesserungen.
das man bei space mountain auf die verstellbaren lager verzichtete erklärt sich, denke ich, eben gerade aus den hohen anschaffungskosten. denn gespart wird im "kleinen". was nun auf die dauer günstiger gewesen wäre ist die frage.
stimmt, die Produktionsweise spielt sicher auch noch eine große Rolle. Das Vekoma Anlagen von der Stange verkauft ist ja auch nicht unbedingt neu. Denke ebenfalls das es auch auf den Käufer ankommt wieviel er für seine Bahn bezahlen will und an was er zuerst spart. Irgendwie drängt sich mir da bei Vekoma ein Vergleich auf: Im Prinzip bekommt man ein preiswertes, funktionierendes Produkt das durchaus auch Freude machen kann. Allerdings müssen alle Teile einzeln gekauft werden, der Zusammenbau bereitet häufig Probleme weil nicht alles genau passt und ab und zu fehlt auch mal was. Erinnert Euch das nicht auch irgendwie an ein bekanntes, großes, schwedisches Möbelhaus? ;-)
„... ich persönlich denke, daß der qualitätsunterschied bei den anlagen darauf zurückzuführen ist, daß die anlagen nicht wie coaster, sondern wie fahrgeschäfte über formen (wie sandförmchen bloß in sehr groß) hergestellt werden. so kann vekoma, was natürlich sehr vorteilhaft ist, die anlagen relativ günstig anbieten. was sich dabei aber leider nicht vermeiden läßt sind harte übergänge und vor allem nachbesserungen ..“
„Sandförmchen“?! Mir ist nicht bekannt, dass Achterbahnschienen und auch Fahrgeschäfte primär aus Gussteilen (das meinst du ja) hergestellt werden, wie soll dass denn gehen? Die mit diesem Verfahren hergestellten Teile können für solche Zwecke überhaupt nicht verwendet werden: Konstruktionstechnisch nicht herstellbar, viel zu schwer, zu geringe Festigkeit, ... ).
An der eigentlichen Achterbahnfahrstrecke wirst du kein einziges Gussteil finden. Auch bei den Zügen oder im sonstigen Karussellbau wird den Schweißkonstruktionen der Vorzug gegeben. Die Schienenstränge selbst bestehen je nach Hersteller aus den zwei Fahrrohren, dem Tragrohr z.B. bei Vekoma oder einem Kastenprofil (Schweißkonstruktion) bei B&M sowie den Querstreben die aus Platten und Profilen zusammengeschweißt werden. Die Fahrrohre selbst werden auf überdimensionalen Biegemaschinen kaltgebogen und dann ebenfalls mittels der Verbindungstechnik des Schweißens zu den eigentlichen Schienensträngen zusammengesetzt.
Warum nun die Unterschiede bei der Qualität – zwei der vielen Punkte seinen aufgezählt und mit einfachen Worten beschrieben:
1. Gerade bei den Fertigungsmethoden weisen z.B. Vekoma und B&M Unterschiede auf: Das niederländische Unternehmen baut quasi modulweise, indem es jeweils Schienenabschnitte produziert, die erst am späteren Standort mittels Verschraubungen zusammengesetzt werden. Ungenauigkeiten der Fertigung, sogenannte Fehlertoleranzen, werden also erst vor Ort „ausgebessert“. Die Schweizer gehen da einen anderen Weg: Hier werden die Fahrbahnteile bei der Fertigung gegenseitig angepasst, um so größere Fehlertoleranzen zu vermeiden. Die Bahn erscheint daher eher wie aus einem „Guss“. Diese Methode ist natürlich langwieriger wie die der Niederländer, was sich selbstverständlich stark auf den Endpreis der Anlagen auswirkt.
2. Unterschiedliche Zugsysteme: Gerade die Züge von Vekoma gleichen noch denen stark, die damals aus dem Arrow-Patent übernommen wurden: Die in den 70-ger Jahren entwickelten Züge sind eher simpel aufgebaut, vor allem hinsichtlich des Fahrwerks. Hier weisen die erst vor 10 Jahren entwickelten B&M Züge gelungene Weiterentwicklungen hinsichtlich Fahrwerk und Ergonomie auf. Ein Unterschied fördert dabei gewaltig den Fahrkomfort: Bei Vekoma befinden sich zwischen den einzelnen Zugsegmenten starre Verbindungen zwischen den Laufrädern . Bei den Schweizern weist jedes Radpaket (Laufräder, Sidefriction und Underfriction Räder) eine eigene senkrechte Drehachse auf, gegenüberliegende Räder sind also nicht miteinander starr verbunden: Wird nun zum Beispiel eine Kurve durchfahren, so können sich die Räder exakt dem Fahrbahnverlauf ausrichten – Beim niederländischen Modell ist dies aufgrund der Achsstruktur nicht so gut möglich, vielmehr kommt es sogar noch zu den berüchtigten Stößen in extremen Fahrfiguren. Mittels Axialspiel der Laufrollen kann man dem entgegenwirken aber die Probleme nicht vollständig beheben.
Das Vekoma nun aber ein bedeutend schlechterer Hersteller ist, möchte ich hiermit nicht sagen: Qualität, vor allem hinsichtlich der Fehlertoleranzen, hat seinen Preis und hier spielen die beiden Hersteller in anderen Liegen: Wo B&M zu 99 Prozent nur customized-Anlagen anbietet, tritt Vekoma als „Massenhersteller“ auf: Einige Bahntypen sind schon über 30 mal und mehr gebaut worden. Gerade Parks mit kleinerem Budget werden diese Tatsache begrüßen, denn hier sind die 10 - 15 Millionen Dollar für eine B&M Bahn nicht mal eben so vorhanden. Zwar stellt auch Vekoma entsprechend teurere Anlagen speziell nach Kundenwunsch (siehe „Space Mountain“ oder „Colorado Adventure“), greift aber hierbei auf vorherige Entwicklungen der Standardanlagen zurück. Das man ebenso in der Lage ist, mit Weiterentwicklungen aufzuwarten, zeigt zum Beispiel das Zugdesign des „Flying Coaster Stealth“ im PGA – Meiner Meinung nach werden diese Ansätze in den nächsten Jahren zu einer besseren Auslegung des Fahrwerks hinsichtlich Fahrkomfort weiterentwickelt werden. Wir werden sehen!
es ist richtig, daß es sich nicht um gußteile handelt.
dennoch werden häufig, gerade bei serienprodukten, auch im stahlbau, sogenannte formen benutzt. somit ist gewährleistet, daß ein teil jedesmal wieder absolut gleich ist und damit natürlich auch günstiger wird.
und es ist auch sicherlich richtig, daß bei vekoma noch dazu kommt, daß die neue bahn erstmals beim abnehmer aufgebaut wird und damit eine korrektur sehr schwierig wird.