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Westfalenpost

"Der Samstag hat viel wettgemacht"



Von Thorsten Bottin Soest.

Zwei Tagen mit schlechtem Wetter zum Trotz: "Die Allerheiligenkirmes 2001 war eine Spitzenveranstaltung", zog Bürgermeister Dr. Ruthemeyer gestern Bilanz.

Dieser Satz war nicht einfach nur so dahergesagt. Die Beteiligten - von den Schaustellern über die Sicherheitskräfte bis zu den Betreibern des öffentlichen Nahverkehrs - stützen diese Behauptung mit Zahlen.

Beispiel Kirmesbesucher: Zuerst strömte der Regen, dann strömten die Leute auf das Volksfest. Das Prinzip Hoffnung, auf das die durchnässten Schausteller am Mittwoch und Donnerstag setzten, ging auf. "Der Samstag war einer der stärksten Kirmestage der letzten Jahre überhaupt und hat viel wettgemacht", zeigte sich Hans-Peter Arens, Vizepräsident des Bundes Deutscher Schausteller und Marktkaufleute, zufrieden. Hermann Krammeyer, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, schließt sich an: "Wir hatten eine Kirmes, wie man sie sich wünscht. Das zeigt, wie sie in den Köpfen der Soester verankert ist."

Die auswärtigen Besucher nutzten für die Anreise zur Kirmes etwas seltener die Busse als in den Vorjahren. Udo Spiekermann von der Regionalverkehr Ruhr-Lippe sprach von einem Einbruch im Park-and-Ride-Verkehr am Samstag. Dafür karrten die Sonderbusse in den frühen Sonntagmorgenstunden allein 700 Menschen heimwärts Richtung Warstein.

Freude auch bei der Deutschen Bahn, deren Züge pappenvoll waren. Pro Tag wurden 28 Sonderzüge eingesetzt. Platz für 25 000 Menschen zusätzlich zu den 130 Zügen, die täglich am Soester Bahnhof Halt machen.

Die Autofahrer werden von Ordnungsamtschef Heinz Jungbluth für ihre Lernfähigkeit gelobt: Sie hielten sich überwiegend an die Absperrungen und die Rettungswege frei. Nur 21 Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden, halb so viele wie im Vorjahr.

Im Sinkflug auch die Kriminalstatistik der Polizei: Bei den Körperverletzungen, Diebstählen, Sachbeschädigungen und Einbrüchen gingen die Zahlen zum Teil erheblich nach unten. Und die drei Gewalträuber vom Donnerstag waren ruckzuck dingfest gemacht. Nur fünf betrunkene Autofahrer mussten ihren Führerschein abgeben.

Bürgermeister Dr. Ruthemeyer machte mit der Sicherheitslage seine eigene guten Erfahrung: "Ich habe mein Fahrrad von Freitagnacht bis Montagmorgen hinterm Morgnerhaus stehen lassen", berichtete er. "Und es ist nichts passiert."

Diese Knabberei schmeckte den Soestern übrigens gar nicht: In ungeahnten Massen wurden während der Allerheiligenkirmes Chipstüten an die Besucher verteilt. Eine Werbeaktion des Herstellers, deren Ausmaße von der Stadtverwaltung unterschätzt worden waren.

"Es hat lediglich eine Genehmigung für eine vereinzelte Verteilung gegeben", erklärte Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer gestern. Als die Chipstüten die Kirmes überschwemmten, "haben wir alle Möglichkeiten der Einschränkung geprüft", so der Verwaltungschef. Ohne Erfolg. Seine Lehre aus der Invasion der Chipstüten, die auch gestern noch die Müllberge dominierten: Etwas Ähnliches wird es in den nächsten Jahren nicht mehr geben.



Jens Uwe Kupka

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