Jobs im Legoland Günzburg

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Jobs im Legoland Günzburg

Augsburger Allgemeine, 10. 11. 2001

Junge Leute zum Mitreißen gesucht
Legoland muss viele Wege gehen, um bis zur ersten Saison des Freizeitparks noch 1000 Mitarbeiter anzuwerben

Von unserem Redaktionsmitglied Holger Sabinsky

Günzburg

Der Legoland-Angestellte ist kinderlieb, aufgeschlossen, freundlich und immer bereit, andere zu begeistern. So stellt ihn sich zumindest Wolfgang Ahlers vor. Ahlers ist Personalchef bei Legoland Deutschland. Er steht vor einer geradezu sportlichen Herausforderung: Bis zur ersten Hauptsaison im Sommer 2002 braucht er 1000 Mitarbeiter, die den Freizeitpark bei Günzburg am Laufen halten.

Rund 90 Frauen und Männer sind derzeit bei Legoland Deutschland fest angestellt. Die Führungsebene sitzt bereits seit geraumer Zeit im Sattel und arbeitet fieberhaft auf die Park-Eröffnung am 17. Mai 2002 hin. 120 Mitarbeiter werden schließlich mit unbefristeten Verträgen bei den Dänen vollzeitbeschäftigt sein. Was fehlt, ist das große Heer der Saisonkräfte auf Stundenbasis. „Bis zu 1000 Köpfe brauche ich in den Spitzenzeiten der Hauptsaison“, sagt Ahlers. Eine Faustregel in der Branche besage, dass dafür Bewerbungen von bis zu 5000 Interessierten notwendig sind.

1,2 Millionen Besucher erwartet Lego bereits in der ersten, verkürzten Saison des weltweit vierten Parks. Später sollen es dann mindestens 1,5 Millionen jährlich werden. Es geht um eine Fülle an Jobs in den verschiedenen Bereichen: Gastronomie, Kassen, Verkaufsshops, Parkplätze, technische Wartung, Fahrgeschäfte, Grünanlagenpflege, Sicherheitsdienst, Kinderbetreuung.

Erste „Jobbörse“ in Günzburg

Die enorme Zahl an Saisonkräften will erst einmal gefunden sein. Ahlers weiß um die Schwierigkeiten bei diesem ehrgeizigen Ziel: „Die Arbeitslosenquote in dieser Region beträgt nur vier Prozent, da ist es gar nicht so einfach, Mitarbeiter anzuwerben.“ Lego will neben Stellenanzeigen, Radiospots und Kooperation mit Arbeitsämtern auch unkonventionelle Wege gehen.

Am kommenden Dienstag steigt in Günzburg die erste „Jobbörse“, bei der Legoland-Verantwortliche aus allen Abteilungen Informationen geben und Bewerbungen annehmen. Weitere Veranstaltungen dieser Art sollen folgen, speziell auch an Fachhochschulen und Universitäten wie Augsburg, Ulm, Neu-Ulm und Kempten. Schließlich hat Lego besonders ein Auge auf Studenten und Schüler.

Andere würden sich ohnehin nicht für die zeitlich begrenzten Hilfs-Jobs begeistern lassen, sagen Kritiker. Ahlers widerspricht: „Es ist etwas Besonderes, für Lego zu arbeiten. Wir bieten Stellen in einer einzigartigen Umgebung und die Atmosphäre ist freundlich.“ Außerdem sei die Bezahlung ordentlich. Wie hoch genau der Stundenlohn sein wird, will Ahlers noch nicht verraten. Nur so viel: Man orientiere sich am Markt vor Ort. Lego strebe auch möglichst viele „normale“ sozialversicherte Arbeitsverhältnisse an. Ahlers: „Wir wollen so wenig 630-Mark-Jobs wie möglich.“

Und: Es gebe durchaus Aufstiegschancen. Nicht wenige Parkkarrieren bei Lego hätten mit einem Ferienjob begonnen. Vor allem aber soll die Arbeit im Freizeitpark Spaß machen, betont Ahlers. In seinem Jahresbudget seien zum Beispiel drei riesige Partys nur für die Mitarbeiter vorgesehen, unter anderem ein großes Eröffnungsfest.

Wer sich von derlei Versprechungen hat locken lassen, den erwarten im Legoland erst mal Schulungen. In einem Orientierungstraining soll sämtlichen Mitarbeitern die spezielle „Lego-Mentalität“ eingeimpft werden. „Unsere Leute sollen viel über das Unternehmen und die Freizeitparks wissen“, so Ahlers.

Neben einem Sicherheitstraining wird auch das Verhalten gegenüber Besuchern geübt. Anschließend werden die Angestellten in Fachtrainings in den jeweiligen Arbeitsbereichen getrimmt. Das Gelernte soll von besonders kritischen Zeitgenossen überprüft werden: Die Familienangehörigen der Mitarbeiter werden in einem Testlauf vor Park-Eröffnung ihren Verwandten auf den Zahn fühlen.

Und Wolfgang Ahlers hat eine Vision: Die Rückkehrquote der Saisonkräfte soll möglichst hoch sein. Er habe kein Interesse, jedes Jahr aufs Neue viele Hundert Mitarbeiter zu suchen. Sein Vorbild ist das weltweit erste Legoland beim Stammsitz im dänischen Billund. 80 Prozent der Mitarbeiter kommen dort Jahr für Jahr wieder und sorgen dafür, dass der Freizeitpark funktioniert.WWW


Die erste Legoland-Jobbörse findet am Dienstag, 13. November, um 20 Uhr im Forum am Hofgarten in Günzburg statt.





Jens Uwe Kupka

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