Neues zum Thema Spreepark

#1

Neues zum Thema Spreepark

Berliner Kurier, 06. 11. 2001

Spreepark-Besitzer droht: "Ich mache den Laden zu"


TREPTOW - Die Flitzer der Monte-Carlo-Piste wandern ins Lager, die Schwan-Gondeln in den Winter-Hafen - Saisonende im Spreepark. Ob der Vergnüngungspark je wieder öffnet, ist fraglich.

"Wir wissen nicht, wie es weiter geht", sagt Annegret Banatsch (50), schrubbt traurig ihren Haribo-Pavillon. Die Stimmung der 200 Mitarbeiter ist miserabel. Nur 300 000 Besucher kamen in diesem Jahr in den Freizeitpark Plänterwald - halb so viele wie sonst. Dabei hat der Park schon 40 Millionen Mark Schulden.
Spreepark-Chef Norbert Witte (46): "Land und Bezirk lassen mich im Kreis laufen." Sechs Jahre hat er um einen Erbbaupachtvertrag gekämpft. Am Tag, als der in Kraft trat, wurde der Plänterwald zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Folge: Er konnte nicht einen Parkplatz schaffen - doch 80 Prozent der Gäste kommen mit dem Auto.

Weil das Bezirksamt Treptow-Köpenick den Park nicht verlieren will, wurde Witte im Sommer ein neues Gelände an der Treskowallee angeboten. Witte gefiel die Idee, plante schon einen Medienpark. Witte: "Vor einer Woche tauchte ein zwei Jahre altes Senatsgutachten auf, das dem jetzigen Park ein attraktives Angebot bescheinigt. Um rentabel zu sein, bräuchte er 900 Parkplätze. Doch das Gutachten verschwand in der Schublade..."

Aufgrund des Gutachtens will der Bezirk nun noch mal alles überdenken, verlangt ein neues Konzept für den alten Standort. Doch die Senatsverwaltung kündigte schon an: "Ein Abholzen des Waldes kommt nicht in Frage."

Witte am Ende: "Ich will innerhalb von drei Wochen eine Entscheidung. Wenn der Senat sagt, dass alles beim Alten bleibt, hören wir auf."

Claudia Wittke-Gaida




Jens Uwe Kupka
#2

RE: Neues zum Thema Spreepark

Antwort auf JUK, Beitrag #1

Ich finde es traurig das in unserem doch eigentlich ach so fortschrittlichen Land immer wieder Unternehmern (und das gilt für viele Branchen), die ein beträchtliches Risiko auf sich nehmen, derart viele Steine in den Weg gelegt werden. Und wenn dann nach jahrelangem Irrlauf mal einer aufgibt beklagen unsere Politiker die mangelnde Investitionsfreude der Investoren. Vielleicht sollte man sich mal fragen warum?

Gruß,
Michael
#3

RE: Neues zum Thema Spreepark

Antwort auf MIB, Beitrag #2

>Ich finde es traurig das in
>unserem doch eigentlich ach so
>fortschrittlichen Land immer wieder Unternehmern
>(und das gilt für viele
>Branchen), die ein beträchtliches Risiko
>auf sich nehmen, derart viele
>Steine in den Weg gelegt
>werden. Und wenn dann nach
>jahrelangem Irrlauf mal einer aufgibt
>beklagen unsere Politiker die mangelnde
>Investitionsfreude der Investoren. Vielleicht sollte
>man sich mal fragen warum?
>

Sorry Michael,

aber ich würde hier in diesen Fall nicht die Schuld auf Politiker schieben. Ich hab seit 1994 den Spreepark öfters besucht, sammle seit dem Jahr auch fast jeden Zeitungsartikel über den Spreepark und bin auch ab und zu an Wochenenden mal so in Berlin(ohne Parkbesuche) unterwegs.
Von Anfang an hat der Spreepark(meiner Meinung nach) ein völlig falsches Konzept gehabt. Sicher sind fehlende Parkplätze eine Sache, aber das ist trotzdem machbar. Der Kopenhagener Tivoli kommt auch ohne eigene Parkplätze aus. Generell hätte dem Spreepark ein Konzept ala Tivoli mehr gebracht. Zum einen sind die Berliner dran gewöhnt, das man einen geringen Eintritt für eine Kirmes zahlt und zudem halte ich eine Parkschließung um spätestens 19 Uhr in einer solchen Stadt wie Berlin für unsinnig.
Gerade am Abend gehen die Berliner auf Tour. Ich bin schon selbst an der Spree im Sommer spazieren gegangen und bei schönen Wetter sind die Parkanlagen an der Spree richtig schön mit Menschen bevölkert. Das gilt auch für die Ausflugsgaststätten, die am Spreepark liegen. 2 weitere Eingänge des Spreeparks an Weg des Spreeparkufer, ein Tivoli Konzept mit Öffnung des Parks bis in die Nachtstunden und vorallen ein konsequentes fertigbauen von Attraktionen hätten sicher ein besseres Ergebnis gebracht.
Jahrelang hat man den Besuchern neue Sachen versprochen und es ist entweder nicht gebaut worden oder es steht noch halbfertig im Park rum.
Nun ja, für mich hat der Spreepark in seiner jetzigen Form eh keine Zukunft, dann lieber jetzt schließen, als drauf warten, bis die Banken den Laden dicht machen.

Ich bin jedenfalls froh, das ich dieses Jahr nochmal alles im Spreepark fotografiert hab. Bin gespannt, wo mir die Attraktionen das nächste Mal vor die Linse springen.


Jens Uwe Kupka
#4

RE: Neues zum Thema Spreepark

Antwort auf JUK, Beitrag #1

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