ZDF-Medienpark Artikel

#1

ZDF-Medienpark Artikel

Aus dem Main-Rheiner


Medienpark-Macher feilen am Konzept
MPEG verhandelt noch mit Investor / „Mehrere Bewerber fürs Traumschiff-Eventhotel“


Vom 09.10.2001
Von
Claus Wolff

Die Medienpark-Macher feilen weiter an Aussehen und Inhalt des ZDF-Themenparks: In drei Gebäuden soll Fernsehen hautnah erlebt werden. Die drei Freizeitparks, die mit einer Wettbewerbsklage erfolglos gegen den Medienpark vorgegangen sind, verzichten unterdessen auf eine Revision.

Wenn die ZDF-Meteorologen Dieter Walch und Co. täglich ihre Wettervorhersagen produzieren, sollen künftig auch die Medienpark-Besucher dabei sein. „Man muss die Leute vor Ort haben und sehen“, beschreibt der Geschäftsführer der Medienpark Projektentwicklungs-Gesellschaft (MPEG), Peter Wagner, die Philosophie. Ein Rahmenprogramm „rund ums Wetter“ ergänzt die Arbeit der Wetterfrösche.

Generell geht es im Medienpark immer auch um die Hintergründe der TV-Arbeit. Für Schulklassen beispielsweise präsentiert „logo“, das Nachrichten-Programm des Kinderkanals, spielerisch den Umgang mit der Technik – vom Kamerawinkel bis zur Regiearbeit. Und wer auch als Erwachsener mal die heute-Nachrichten sprechen möchte, der kann sich dabei sogar filmen lassen.

Historisches gibt es im Jahrhundertbus von Guido Knopp zu sehen – das Video-Archiv mit Zeitzeugen-Interviews inklusive. Und große Momente der Fernsehgeschichte wie die Mondlandung dürfen natürlich ebenfalls nichts fehlen. Oder mal im Nachbau des Derrick-Büros Platz nehmen? Auch das ist im Angebot.

Richtig aktiv werden die Park-Besucher im Sportstudio. Torwandschießen, Quiz, Wettbewerbe à la „Spiele ohne Grenzen“ und Großleinwand-Übertragung von Sportereignissen haben sich die Macher überlegt. Von einem Bistro kann das Geschehen überblickt werden. Im „Trip of the Byte“ soll sich der Gast selbst als Fernsehsignal fühlen und mit 40 bis 50 Stundenkilometern das Reisegefühl der Bild- und Tondaten erleben können.

Damit der Themenpark allerdings im Frühjahr 2004 Realität wird, müssen bis zum Beginn der 18-monatigen Bauphase noch die Verträge unter Dach und Fach gebracht werden. „Derzeit wird mit dem Investor noch über Details verhandelt“, berichtet Wagner. Es folgen die Bauanträge, deren Umsetzung dann öffentlich ausgeschrieben wird. „Ein offenes Verfahren, das auch den regionalen Bauunternehmen Chancen gibt“, betont der MPEG-Chef. Parallel wird die US-Firma Jack Rouse am Design des Medienparks feilen.

„Für das Hotel im Traumschiff gibt es mehrere Bewerber“, sagt Wagner. Eine Entscheidung für einen Bewerber stehe noch aus. Immerhin handele es sich um ein Eventhotel, das unter der Woche vor allem für Kongresse und Produktpräsentationen dienen soll. Das oberste Cafédeck mit seinen rund 400 Sitzplätzen soll dabei auch Nicht-Parkbesuchern ebenso offen stehen wie das gesamte Parkgelände – mit Ausnahme der drei Gebäude. Nur für diese muss Eintritt bezahlt werden.

Rund vier bis fünf Stunden werden sich die jährlich eine Million erwarteten Besucher durchschnittlich im Medienpark aufhalten, rechnen die Macher. Rund 400 Vollzeitmitarbeiter – die Hälfte im Park, die Hälfte im Hotel – kümmern sich ganzjährig um die Gäste. „Zusätzliches Saisonpersonal für Spitzentage ist natürlich immer möglich“, kündigt Wagner an. Kommentar

Reaktion auswählen