Nun, zuerst finde ich es wirklich schade, wie die Schausteller von Umsatzeinbußen betroffen sind. Bis zu 90% weniger Umatz! Das ist wirklich heftig! Ich weiß nicht wieviel Geld das Oktoberfest einzelnen Fahrgeschäften noch einbringt, oder ob es sich überhaupt gelohnt hat auf dem Oktoberfest das Geschäft zu betreiben, aber ich denke das war vorhersehbar. Die Schausteller können da am wenigsten dafür, aber die Stadt München, oder auch Stuttgart schon sehr wohl. In solchen Tagen sollte solch ein Fest nicht stattfinden. Das hat gar nix mit Trauer oder Respekt zu tun, sondern eher mit Vernunft. Viele Leute haben Angst vor Anschlägen auf das Oktoberfest und verzichten daher auf einen Besuch. Ich finde es von den Städten mehr als verantwortungslos solch ein Fest durchzuführen. Wer kann für die Sicherheit garantieren? Und nicht zuletzt um die Schausteller ist es schade. Aber da sind bei den Städten ganz andere wirtschaftliche Überlegungen dahinter. Das ist es was mich aufregt.
Dies ist nicht gegen die Festbesucher gerichtet, nur gegen die Städte, die vielleicht für die ein oder andere Pleite verantwortlich sind.
Noch eine Frage zum Schluss. Wer kennt sich ein wenig damit aus, und kann mir sagen wie rentabel eine Fahrattraktion auf dem Oktoberfest ist. Bleibt mit 90% weniger Umsatz da noch was hängen?
>Ich finde >es von den Städten mehr >als verantwortungslos solch ein Fest >durchzuführen. Wer kann für die >Sicherheit garantieren?
Sorry, aber das ist kein gutes Argument. Man kann niemals und nirgendwo für die Sicherheit garantieren. Das geht einfach nicht. Und ein Anschlag ist bei diesem Oktoberfest sicherlich nicht wahrscheinlicher als bei jedem anderen Oktoberfest zuvor.
>Ich weiß nicht wieviel Geld das >Oktoberfest einzelnen Fahrgeschäften noch einbringt, >oder ob es sich überhaupt >gelohnt hat auf dem Oktoberfest >das Geschäft zu betreiben, aber >ich denke das war vorhersehbar. > Genau wissen das nur die Schausteller, und die hört man nur, wenn das Geschäft schlecht läuft. Aber das Oktoberfest ist die Lizenz zum Gelddrucken! Es gibt wohl Schausteller, die ihr Geschäft NUR auf der Wiesn betreiben (dazu sollten aber unsere Schausteller-Fachleute genauere Angaben machen können, ich weiss darüber zu wenig.) Trotzdem ist ein Umsatz von 10% des sonst üblichen immernoch besser als gar nüscht.
>Die Schausteller können da am wenigsten >dafür, aber die Stadt München, >oder auch Stuttgart schon sehr >wohl. In solchen Tagen sollte >solch ein Fest nicht stattfinden.
DOCH! Ich finde es sogar falsch, dass das Fest so "beschnitten" wurde. Man hätte gut und gerne am ersten Tag ohne Musik fahren können, aber der Verzicht auf die altbekannten Traditionen hätte nicht sein müssen. (Ich persönlich stehe überhaupt nicht auf diesen Gamsbart-Schmarrn, aber es macht die Wiesen halt zur Wiesen.) Diese staatlich verordnete Trauerarbeit ist doch verlogen. Wieso hat man nach dem Attentat, vor 20 Jahren, nicht das Fest abgebrochen? Damals hätte man wirklich einen Grund gehabt, dort sind nämlich viele Besucher gestorben. In den Staaten haben z.B. die Parks nach einem(!) Tag wieder geöffnet. Zwar war es überall leerer als sonst, aber man hatte richtig erkannt, dass man das Geld braucht, und dass die Leute eine Möglichkeit zur Ablenkung brauchen. In diesem unseren Lande, sitzt man lieber auf dem Sofa, beklagt den Zustand der Welt und regt sich über andere auf, die daran glauben, dass das Leben weitergeht, und dass NIEMAND weiss wieviel Zeit einem noch bleibt.
Für mich ist es ein echter Skandal, dass unsere Politiker einerseits den "Bann auf Fun" verhängen, während sie uns im selben Moment auf einen obskuren Krieg mit einem Feind einschwören, der schon fast George Lucas-artige Dimensionen hat. Getoppt wurde diese Situation nur noch von unserem Kanzler, der sich nicht zu schade war, sich vor die Kameras zu stellen und uns aufzufordern, doch bitte schon brav weiterzukonsumieren. Ja wie denn, Herr Schröder, wenn jedes Gelächter von dünnlippigem gezicke erstickt wird?!
Ich weiss, dieses Thema wurde hier schon in viel bizarreren Formen diskutiert (z.B. Forderungen das Forum zu schliessen), aber mit den Schweigeminuten ist diese Problematik ja noch lange nicht vom Tisch. > >Das hat gar nix mit Trauer >oder Respekt zu tun, sondern >eher mit Vernunft. Viele Leute >haben Angst vor Anschlägen auf >das Oktoberfest und verzichten daher >auf einen Besuch.
Stimmt, diese Angst wurde durch die Öffentlichkeit und die Medien kräftig geschürt.
Ich finde >es von den Städten mehr >als verantwortungslos solch ein Fest >durchzuführen. Wer kann für die >Sicherheit garantieren? Und nicht zuletzt >um die Schausteller ist es >schade.
Sicherheit ist ein Phantom! Ich lasse mich lieber von Milzbrand dahinraffen, während ich auf einem Coaster meine Runden drehe, als daheim beim RCT spielen zu verrecken. > >> >Noch eine Frage zum Schluss. Wer >kennt sich ein wenig damit >aus, und kann mir sagen >wie rentabel eine Fahrattraktion auf >dem Oktoberfest ist. Bleibt mit >90% weniger Umsatz da noch >was hängen?
Da spricht er mir wieder mal aus der Seele der Herr "tricktrack" - besser hätte mans nicht formulieren können ... Ich hoffe nur, daß jetzt nicht wieder eine neue Diskussion pro/contra Oktober- (oder andere) Feste beginnt. Das hatten wir schon zur Genüge und die einzelnen Standpunkte sind bekannt. Was aber tatsächlich interessant wäre zu erfahren, ist die Geschichte mit den 10% Umsatz, wobei hierbei laut dem Zeitungsartikel ja vornehmlich die Kinderfahrgeschäfte von betroffen sind ... Also, wenn jemand was aus zuverlässiger Quelle weiß: Nur her damit! Wie stark der Cannstatter-Wasen frequentiert wird, werde ich voraussichtlich heute abend bei einem Besuch sehen können ...
Hallo, >Was aber tatsächlich interessant wäre zu >erfahren, ist die Geschichte mit den 10% Umsatz, wobei >hierbei laut dem Zeitungsartikel ja vornehmlich die >Kinderfahrgeschäfte von betroffen sind ... Also, wenn jemand
Hier ein paar Zahlen aus dem Münchener Merkur: 550.000 Besucher am Samstag und Sonntag, letztes Jahr waren es 800.000. Umsatzrückgang von 90% bei Kinderfahrgeschäften, 50-70% bei den sonstigen Fahrgeschäften sowie 30% bei Speisen und Getränken. Die normalerweise komplett ausgebuchten Hotels hatten eine Auslastung von etwa 80%.
>Hallo, >>Was aber tatsächlich interessant wäre zu >>erfahren, ist die Geschichte mit den 10% Umsatz, wobei >>hierbei laut dem Zeitungsartikel ja vornehmlich die >Kinderfahrgeschäfte von betroffen sind ... Also, wenn jemand > >Hier ein paar Zahlen aus dem >Münchener Merkur: >550.000 Besucher am Samstag und Sonntag, >letztes Jahr waren es 800.000. > >Umsatzrückgang von 90% bei Kinderfahrgeschäften, 50-70% >bei den sonstigen Fahrgeschäften sowie >30% bei Speisen und Getränken. > >Die normalerweise komplett ausgebuchten Hotels hatten >eine Auslastung von etwa 80%.
Traurig, aber wahr...
In gut informierten Kreisen ist schon zu hören, das ein Schausteller schon zahlungsunfähig ist. Läuft das Oktoberfest bis zum Schluß so mies, dann werden es einige Schausteller finanziell nicht überleben,
OK, zu meiner Schande muss ich gestehen, daß ich nicht daran gedacht habe, daß die Attraktionen teilweise schon standen.
Aber wenn die Diskussion so vernünftig geführt wird, lass ich mich gerne bekehren. Ich kann Trick Track auch nur voll und ganz zustimmen, wobei ich nie ein Oktoberfest verboten sehen wollte. Diese "aufgesetzte" Trauer und Doppelmoral geht mir langsam auch auf die E...!:-)
Meine Hauptbedenken lagen bei den Schaustellern. Ich dachte daran das die Fixkosten nicht reingeholt werden könnten.
"Ich finde es von den Städten mehr als verantwortungslos solch ein Fest durchzuführen. "
Da hättest du aber mal die Schausteller hören müssen, wenn das Fest abgesagt worden wäre.
Die haben doch ihre Fixkosten, hatten zum Teil schon aufgebaut, und dann dürfen sie wieder einpacken und das Zeug dümpelt bis zum nächsten Termin auf irgend einem Abstellplatz herum ?
Das wäre Staatlich-verordnetes Nicht-Arbeiten ! (Übernimmt dann der Staat /die Stadt die Ausfallkosten ? Wäre mal ein Gerichtsurteil wert !)
Wie weit willst du eigentlich mit der Staatlichen Kontrolle und Einschränkung gehen ? Die andere Richtung ist doch das Ziel; immerhin wollen wir frei sein und frei entscheiden, was wir tun und lassen.
Denn dann hätten die Terroristen ja gewonnen; ob nun ein Islamischer Geistlicher ein solches Fest verbietet oder die deutschen Behörden - egal, das Ziel ist erreicht - verboten.
Gottseidank hatten die Verantworlichen eine weise Umsicht !
Ich kann Deine Bedenken durchaus verstehen, jedoch spricht mir tricktrack voll aus der Seele. Dem Beitrag schließe ich mich voll und ganz an, und widme mich nun mal der Schaustellerproblematik.
>Die Schausteller können da am wenigsten >dafür, aber die Stadt München, >oder auch Stuttgart schon sehr >wohl. In solchen Tagen sollte >solch ein Fest nicht stattfinden. >Ich finde >es von den Städten mehr >als verantwortungslos solch ein Fest >durchzuführen. Wer kann für die >Sicherheit garantieren? Und nicht zuletzt >um die Schausteller ist es >schade. >Aber da sind bei den Städten >ganz andere wirtschaftliche Überlegungen dahinter. >Das ist es was mich >aufregt. >Dies ist nicht gegen die Festbesucher >gerichtet, nur gegen die Städte, >die vielleicht für die ein >oder andere Pleite verantwortlich sind.
Das sehe ich nicht so! Wären Oktoberfest und Wasen kurzfristig abgesagt worden, hätte dies auf Anhieb für nicht wenige Schausteller das finanzielle Aus bedeutet.
1. Waren die meisten Geschäfte bereits auf den Plätzen, und teilweise auch schon aufgebaut. Da sind quasi schon teils heftige Transport- und Aufbaukosten entstanden.
2. Die großen Feste sind für die Schausteller und Festwirte die eigentlichen Einnahmequellen, um Rücklagen für den Winter bilden zu können.
3. Ein nicht unerheblicher Teil der neueren Fahrgeschäfte gehört eigentlich irgendwelchen Banken oder sonstigen Gläubigern/Bürgen. Und die möchten natürlich monatlich ihre Raten haben. Überspitztes Beispiel: "Was? Kannst nicht zahlen, weil´s OF ausgefallen ist, und kein Geld da ist? Pech! Hättest Dir halt nen anderen Platz gesucht!" oh oh... Wenn der Schausteller hingegen nur einen Anteil zahlen kann, weil´s Geschäft aufgrund der Umstände nicht allzugut lief, sind die Banker eigentlich schon kulant und bleiben ruhig.
Jetzt haben die Schausteller jedenfalls noch eine Chance, dem Ruin zu entgehen. Aber sie sollten abwägen, ob sich die teilw. extrem hohen Fahrpreise derzeit rentieren. Niedrigere Fahrpreise würden mehr Fahrgäste anlocken. Beispiel der "billigeren Fahrgeschäfte" auf der Wies´n (was die anderen, moderneren Geschäfte verlangen, entzieht sich meiner Kenntnis): Wer zahlt schon gerne 5,- DM für die Fahrt im Musikexpress oder bis 6 DM auf dem Polyp? Was ist für den Betreiber wirtschaftlich besser? 10 Personen/Fahrt bei 5 DM/Nase, oder 3/4 bis volle Auslastung bei 3 DM oder 3,50 DM?
Ich glaube, mit den derzeitigen Umsatzeinbrüchen auf dem OF und dem Wasen können die Schausteller noch fertig werden, und zumindest die entstandenen und fixen Kosten amortisieren. Falls nicht, dann hoffe ich auf die Vernunft der Platzbetreiber (i.d.R. die Städte, bzw. Eigenbetriebe/Tochtergesellschaften der Städte), dass sie sich so kulant zeigen, und etwas weniger Platzmiete verlangen. Durch den OF-/Wasen-Tourismus verdienen die Städte eigentlich gut, selbst wenn diesmal 20-30% weniger Besucher kommen.
>(...) hoffe ich >auf die Vernunft der Platzbetreiber >(i.d.R. die Städte, bzw. Eigenbetriebe/Tochtergesellschaften >der Städte), dass sie sich >so kulant zeigen, und etwas >weniger Platzmiete verlangen.
Es ist ja nicht nur die allgemeine Platzmiete die den Schaustellern zu schaffen macht. Wie mir auf dem Stuttgarter-Frühlingsfest ein Imbis-Stand - Besitzer erzählte (manchmal können die tatsächlich redseelig sein :-) ) kommen dazu noch einige andere haarsträubende Geschichten dazu: Da war die Rede davon, daß der Kubikliter Wasser auf dem Festplatz mal so eben locker flockig 1 DM mehr kostet, als wenn man in der Innenstadt wohnt. Dazu noch die nette Neuerung, daß der anfallende Abfall neuerdings 'gewogen' wird und wohl auf diese Weise die Entsorgung berechnet wird ... Anscheinend variieren diese 'Spielchen' von Festplatz zu Festplatz ... Aber diese Art von anfallenden Nebenkosten sollte man nicht unterschätzen!
Hm, das mit dem Wasser wäre wirklich ein starkes Stück. Da denke ich jetzt (von den Wildwasserbahnen mal abgesehen) mal nur an die Fahrgeschäfte, die mehrere tausend Liter Wasser für nix anderes als Ballast (z.B. Riesenrad, Blauer Enzian, etc.) benötigen. Das mit dem Müll wiegen kenne ich schon seit Längerem.