Drei Studios als Attraktion (ZDF Medienpark)

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Drei Studios als Attraktion (ZDF Medienpark)

[H5]ZDF korrigiert Medienpark-Pläne / Auch Gästezahl wird heruntergeschraubt[/H5]

Überraschend korrigierte das ZDF seine Pläne für den Medienpark: Um die Lärmbelastung zu senken, werden fast alle Attraktionen in drei Besucherstudios verlagert. Geblieben ist das 22 Meter hohe Traumschiff, in dem ab 2004 ein Vier-Sterne-Hotel plus Gastronomie unterkommen soll.

Von Günter Jertz

Schon in der morgendlichen Präsentation vor dem Stadtvorstand sorgte das ZDF für eine faustdicke Überraschung: Die Pläne für den Medienpark wurden gravierend verändert. Die meisten Erlebniswelten, die Fernsehen zum Anfassen präsentieren sollen, werden in drei Besucherstudios inszeniert und verursachen daher nicht die von Nachbarn befürchtete Geräuschkulisse. "Das ZDF unterschreitet in einer Vielzahl von Aspekten den rechtlichen Rahmen, damit Interessen und Einände der Anwohner eine angemessene Berücksichtigung finden", kommentierte ZDF-Verwaltungsdirekter Hans Joachim Suchan das modifizierte Konzept. Mit Rücksicht auf die Nachbarn wurde auch die Besucherzahl nach unten korrigiert: Eine Million Gäste soll der Themenpark das ganze Jahr über anlocken. Der Eintrittspreis für Erwachsene liegt voraussichtlich bei 28 Mark.

Im ersten Planungsschritt werden bis zur Eröffnung des Parks 215 Millionen Mark investiert, berichtete Anke Schwarzwälder als Geschäftsführerin der MPEG (Medienpark-Entwicklungsgesellschaft). Danach sind jährliche Investitionen von 4,9 Millionen Mark vorgesehen, weil der Medienpark ständig sein Gesicht verändern und auf neue Besucherinteressen zugeschnitten sein soll.

Zunächst basiert das Unterhaltungskonzept auf Klassiker im ZDF-Programm: Gäste können Live- und Studioatmosphäre schnuppern, wenn sie durch Kulissen von "heute", "Wetten dass..." oder "Terra X" mit Pyramidenflair wandern. Die Meteorologen und "Logo"-Macher senden künftig direkt aus dem Medienpark, lebensgroße Mainzelmännchen unterhalten im Erlebnisbereich für Kinder, die ein Wiedersehen mit "Siebenstein" oder "Löwenzahn" erwartet. "Für Besucher gibt's", versprach MPEG-Geschäftsführer Peter Wagner, "1,7 Attraktionen pro Stunde."

Auch die Traumschiff-Pläne wurden präzisiert: Optisch reicht das maritime Wahrzeichen bis zum dritten Obergeschoss des ZDF-Hochhauses und beherbergt künftig ein Vier-Sterne Hotel mit 200 Zimmern. "Es ist an ein Event-Hotel gedacht,", so Anke Schwarzwälder, "doch eine konkrete Kette steht noch nicht fest." Eine weitere Neuerung: Markante Rasenkegel und Naturbühnen sollen die Landschaft um die Besucherstudios bestimmen - eine Spezialfirma aus Hannover übernimmt die Grünarchitektur. Wagner erinnerte: "Wie haben auf 100 000 Quadratmeter verzichtet!" Auch wird es höchstens vier Feuerwerke pro Jahr geben und keinerlei Laserstrahler sowie Scheinwerfer in Richtung Himmel.

Jack Rousse, der als Projektpartner aus Cincinnati und Marktführer beim Design von Themenparks mit eingestiegen ist, bedachte die Mainzer Pläne schon jetzt mit Vorschusslorbeeren: "Weltweit das erste Projekt dieser Art!"

"Das ZDF stellt mit diesen Plänen seinen ausgeprägten Willen zur guten Nachbarschaft unter Beweis", reagierte OB Beutel, während Wirtschaftsdezernent Ringhoffer die angepeilten 400 Vollzeitarbeitsplätze lobte.

Quelle: Mainzer Allgemeine Zeitung

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