Hot Shot
Artikel Allgemeine Zeitung
Dieser Schuss ist wirklich heiß
„Hot Shot“ lässt Adrenalinspiegel steigen/Der besondere Jahrmarktskick
Vom 16.08.2001
„Kommen nicht alle Leute kreidebleich und mit Schweißperlen auf der Stirn wieder auf der Abschussrampe an?“ Diese Frage drängt sich bei der Vorstellung, eine Reise mit dem „Hot Shot“ zu unternehmen, einfach auf.
Von
Isabel Mittler
Beatrice Dölle, die mit ihrem Mann Josef und Sohn Josef Dölle jun. diesen verrückten Adrenalinkick mit auf die Pfingstwiese gebracht hat, hat solch eine Erfahrung nicht gemacht. „Ich musste es ja schließlich ausprobieren, es ist der Wahnsinn. Du denkst, Du wirst wie eine Kugel aus einer Kanone geschossen“, erinnert sie sich an ihren Testflug. Nun kann sie ihren Kunden erklären, was in den zwei bis drei Minuten vom Anschnallen bis zur Landung so passiert. Für tägliche Höhenflüge ist ihr das eigene „Fahrgeschäft“ dann aber doch zu krass, gibt sie zu. Seit Ostern ist die Familie Dölle mit dieser Neuheit on Tour, die Reiseroute führte von Nürnberg nach Regensburg, weiter nach Bayreuth, Schweinfurt, Darmstadt, Würzburg, Alzenau nun nach Bad Kreuznach.
Der Hot Shot wurde in Italien gebaut und kostete rund eine Million Mark. In Europa gibt es momentan erst 30 dieser Kugeln mit zwei Sitzplätzen. 160 Stundenkilometer erreicht das Geschoss innerhalb kürzester Zeit, die maximale Flughöhe beträgt knapp 50 Meter. Der Fahrgast wird mit der fünffachen Erdanziehungskraft in den Sitz gepresst, nachdem ein Magnet die Kugel freigegeben hat, die an speziellen Bungee-Seilen befestigt ist, die wiederum an zwei Masten verankert sind. „Das funktioniert wie eine Steinschleuder“, erläutert Josef Dölle sen. Je nach Gewicht der Passagiere sind vier bis fünf Überschläge möglich. Dann heißt es auspendeln und den Platz für die nächsten Mutigen räumen.
„Auf den bisherigen Plätzen haben die Leute bis zu zwei Stunden Wartezeit in Kauf genommen“, erzählt Beatrice Dölle. Und auch vor dem Fahrpreis (35 Mark) schrecken die Kunden nicht zurück. „Auf der Expo kostete ein Abschuss 50 Mark, ein Bungee-Sprung kostet 180 bis 200 Mark“, relativieren Dölles. Schließlich könne hier nicht ein Karussell mit 30 bis 40 Personen auf einmal besetzt werden. Und alle 300 Schuss müssen die Seile ausgetauscht werden.
Die junge Generation steht auf solche Herausforderungen. Aber offensichtlich nicht nur sie. „Unser ältester Gast war 82, ein Engländer, die bisher älteste Dame war 72“, verrät Beatrice Dölle. Kein Problem, solang die Kunden keine Kreislaufprobleme haben. Beschränkungen gibt es dennoch: Jugendliche müssen mindestens 14 sein, Zwölfjährige dürfen bei entsprechender Größe (mindestens 1,40 Meter) auch schon mal in Begleitung eines Elternteils einsteigen.
Eins steht für die Familie Dölle fest: Der Standort am Nahedamm (zwischen Weinzelt und Moebusstadion) wird immer von zahlreichen Schaulustigen umringt sein.
Wer sich dann traut, in den Sitzen Platz zu nehmen, der kann sich den Abschuss immer und immer wieder vor Augen führen. Denn jeden am Schaltpult von Chef oder Juniorchef ausgelöst Flug hält die Videokamera fest. Die Kassetten mit dem Beweis, welche Dynamik diese „heiße“ Kugel entwickelt, können gekauft werden.
Dieser Schuss ist wirklich heiß
„Hot Shot“ lässt Adrenalinspiegel steigen/Der besondere Jahrmarktskick
Vom 16.08.2001
„Kommen nicht alle Leute kreidebleich und mit Schweißperlen auf der Stirn wieder auf der Abschussrampe an?“ Diese Frage drängt sich bei der Vorstellung, eine Reise mit dem „Hot Shot“ zu unternehmen, einfach auf.
Von
Isabel Mittler
Beatrice Dölle, die mit ihrem Mann Josef und Sohn Josef Dölle jun. diesen verrückten Adrenalinkick mit auf die Pfingstwiese gebracht hat, hat solch eine Erfahrung nicht gemacht. „Ich musste es ja schließlich ausprobieren, es ist der Wahnsinn. Du denkst, Du wirst wie eine Kugel aus einer Kanone geschossen“, erinnert sie sich an ihren Testflug. Nun kann sie ihren Kunden erklären, was in den zwei bis drei Minuten vom Anschnallen bis zur Landung so passiert. Für tägliche Höhenflüge ist ihr das eigene „Fahrgeschäft“ dann aber doch zu krass, gibt sie zu. Seit Ostern ist die Familie Dölle mit dieser Neuheit on Tour, die Reiseroute führte von Nürnberg nach Regensburg, weiter nach Bayreuth, Schweinfurt, Darmstadt, Würzburg, Alzenau nun nach Bad Kreuznach.
Der Hot Shot wurde in Italien gebaut und kostete rund eine Million Mark. In Europa gibt es momentan erst 30 dieser Kugeln mit zwei Sitzplätzen. 160 Stundenkilometer erreicht das Geschoss innerhalb kürzester Zeit, die maximale Flughöhe beträgt knapp 50 Meter. Der Fahrgast wird mit der fünffachen Erdanziehungskraft in den Sitz gepresst, nachdem ein Magnet die Kugel freigegeben hat, die an speziellen Bungee-Seilen befestigt ist, die wiederum an zwei Masten verankert sind. „Das funktioniert wie eine Steinschleuder“, erläutert Josef Dölle sen. Je nach Gewicht der Passagiere sind vier bis fünf Überschläge möglich. Dann heißt es auspendeln und den Platz für die nächsten Mutigen räumen.
„Auf den bisherigen Plätzen haben die Leute bis zu zwei Stunden Wartezeit in Kauf genommen“, erzählt Beatrice Dölle. Und auch vor dem Fahrpreis (35 Mark) schrecken die Kunden nicht zurück. „Auf der Expo kostete ein Abschuss 50 Mark, ein Bungee-Sprung kostet 180 bis 200 Mark“, relativieren Dölles. Schließlich könne hier nicht ein Karussell mit 30 bis 40 Personen auf einmal besetzt werden. Und alle 300 Schuss müssen die Seile ausgetauscht werden.
Die junge Generation steht auf solche Herausforderungen. Aber offensichtlich nicht nur sie. „Unser ältester Gast war 82, ein Engländer, die bisher älteste Dame war 72“, verrät Beatrice Dölle. Kein Problem, solang die Kunden keine Kreislaufprobleme haben. Beschränkungen gibt es dennoch: Jugendliche müssen mindestens 14 sein, Zwölfjährige dürfen bei entsprechender Größe (mindestens 1,40 Meter) auch schon mal in Begleitung eines Elternteils einsteigen.
Eins steht für die Familie Dölle fest: Der Standort am Nahedamm (zwischen Weinzelt und Moebusstadion) wird immer von zahlreichen Schaulustigen umringt sein.
Wer sich dann traut, in den Sitzen Platz zu nehmen, der kann sich den Abschuss immer und immer wieder vor Augen führen. Denn jeden am Schaltpult von Chef oder Juniorchef ausgelöst Flug hält die Videokamera fest. Die Kassetten mit dem Beweis, welche Dynamik diese „heiße“ Kugel entwickelt, können gekauft werden.

