Neuer Artikel Spreewaldpark Projekt
Berliner Morgenpost
Zurückhaltend optimistisch
Der gut 1,3 Milliarden Mark teure Freizeitpark bei Lübben könnte doch Wirklichkeit werden
Von Heike Kowitz
Lübben - Zum Wildwasser-Kajaking in den Spreewald? Oder gar zum Bergsteigen? Was heute absurd klingt, könnte in einigen Jahren im Land der beschaulichen Kahnfahrten möglich sein: Amerikanische Investoren planen am Rande des Biosphärenreservates ein Projekt der Superlative. Mit einem Budget von 600 Mio. US-Dollar (1,3 Mrd. Mark, 660 Mio. Euro) wollen sie Anfang 2005 das «Spreewald Resort Lübben» eröffnen. 3,8 Mio. Besucher jährlich sollen den Freizeitpark ansteuern.
«Das Projekt ist für uns wie ein Sechser im Lotto», sagte am Freitag Carl-Heinz Klinkmüller (CDU), stellvertretender Landrat des Kreises Dahme-Spreewald, der Berliner Morgenpost. Die Region mit einer Arbeitslosenquote von 18 Prozent setzt große Hoffnungen auf die in Aussicht gestellten 1200 Arbeitsplätze. «Auch Jüngere könnten dann im Spreewald bleiben», so Klinkmüller.
Projektentwickler und Betreiber sind die niederländische Firma Ensis BV und das amerikanische Unternehmen Ledo International. Letztere haben Erfahrung mit solchen Projekten. Ledo ist auch am Euro-Disney-Park Paris beteiligt.
Auf einer Fläche von 460 Hektar sind Themen-, Wasserparks und ein 18-Loch-Golfplatz geplant. Ein Feriendorf mit Übernachtungsmöglichkeiten in verschiedenen Preisklassen, ein Hotel und ein Tagungszentrum sollen gebaut werden, so Marianne Balke von Ensis BV, die mit einem kleinen Team das riesige Vorhaben vorantreibt. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte ein Abenteuerpark das Resort erweitern.
Mit dem fast einstimmigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung von Lübben für einen künftigen Planungsverband mit den Gemeinden Niewitz und Freiwalde sei das Vorhaben einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Nachdem das Projekt seit Jahren mal mehr, mal weniger heftig diskutiert worden sei, sei das neben dem Luftschiffbauer Cargolifter zweite «Highlight» der Region «so weit wie noch nie», sagte Klinkmüller. Skeptiker des Projektes sahen sich bestätigt, als der bereits für Ende vergangenen Jahres angekündigte Baubeginn nicht eingehalten wurde. Jetzt soll es im Frühjahr 2002 losgehen.
Die niederländische Entwicklungsgesellschaft Heycur war vor sechs Jahren der Initiator der Idee «Spreewaldpark». Mit einem Investitionsvolumen von 460 Millionen Mark (235 Mio. Euro) sollte damals deutlich bescheidener vorgegangen werden. Mit der Begründung, man habe nur ein Drittel des notwendigen Kapitals aufbringen können, übergab Heycur im September 1999 an Ensis.
Noch muss der Freizeitpark einige Hürden nehmen: Vertraglich sollen die Kommunen von ihrer Pflicht entbunden werden, für die Erschließung des Areals aufzukommen. «Da wären wir überfordert», formuliert Hannelore Tarnow, Sprecherin der Stadt Lübben, eine Hauptsorge.
Derzeit ist nicht klar, ob das Raumordnungsverfahren noch einmal gemacht werden muss. Für den «Spreewaldpark» gibt es zwar einen zustimmenden Bescheid der Landesplanung, der bis zum Jahresende gültig ist. Dieser bezieht sich jedoch auf eine Fläche von 292 Hektar.
Noch liegen im Ministerium für Raumordnung keine neuen Projekt-unterlagen vor. «Sollten gravierende Änderungen vorgenommen worden sein, dann muss das Verfahren neu eröffnet werden», sagte Ministeriumssprecher Achim Wersin. Schon allein die erneute Anhörung aller Träger öffentlicher Belange wird dann ein halbes Jahr dauern.
Die Potsdamer Landesregierung signalisierte Interesse, schloss aber eine finanzielle Beteiligung aus. So hofft der Landkreis, dass allein mit privatem Kapital der Fremdenverkehr deutlich belebt wird. Der Spreewald, den im Vorjahr 343 000 Mehrtagesgäste besucht haben, gehört nach dem Fläming zu den beliebtesten Urlaubsregionen Brandenburgs. «Mit dem Resort werden die Leute nicht nur zwei bis drei Tage bleiben, sondern zwei bis drei Wochen», gerät der stellvertretende Landrat ins Schwärmen. Und der Werbeslogan der potenziellen Investoren geht ihm schon flüssig über die Lippen: «Wir werden das europäische Familienreiseziel des 21. Jahrhunderts.»
Zurückhaltend optimistisch
Der gut 1,3 Milliarden Mark teure Freizeitpark bei Lübben könnte doch Wirklichkeit werden
Von Heike Kowitz
Lübben - Zum Wildwasser-Kajaking in den Spreewald? Oder gar zum Bergsteigen? Was heute absurd klingt, könnte in einigen Jahren im Land der beschaulichen Kahnfahrten möglich sein: Amerikanische Investoren planen am Rande des Biosphärenreservates ein Projekt der Superlative. Mit einem Budget von 600 Mio. US-Dollar (1,3 Mrd. Mark, 660 Mio. Euro) wollen sie Anfang 2005 das «Spreewald Resort Lübben» eröffnen. 3,8 Mio. Besucher jährlich sollen den Freizeitpark ansteuern.
«Das Projekt ist für uns wie ein Sechser im Lotto», sagte am Freitag Carl-Heinz Klinkmüller (CDU), stellvertretender Landrat des Kreises Dahme-Spreewald, der Berliner Morgenpost. Die Region mit einer Arbeitslosenquote von 18 Prozent setzt große Hoffnungen auf die in Aussicht gestellten 1200 Arbeitsplätze. «Auch Jüngere könnten dann im Spreewald bleiben», so Klinkmüller.
Projektentwickler und Betreiber sind die niederländische Firma Ensis BV und das amerikanische Unternehmen Ledo International. Letztere haben Erfahrung mit solchen Projekten. Ledo ist auch am Euro-Disney-Park Paris beteiligt.
Auf einer Fläche von 460 Hektar sind Themen-, Wasserparks und ein 18-Loch-Golfplatz geplant. Ein Feriendorf mit Übernachtungsmöglichkeiten in verschiedenen Preisklassen, ein Hotel und ein Tagungszentrum sollen gebaut werden, so Marianne Balke von Ensis BV, die mit einem kleinen Team das riesige Vorhaben vorantreibt. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte ein Abenteuerpark das Resort erweitern.
Mit dem fast einstimmigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung von Lübben für einen künftigen Planungsverband mit den Gemeinden Niewitz und Freiwalde sei das Vorhaben einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Nachdem das Projekt seit Jahren mal mehr, mal weniger heftig diskutiert worden sei, sei das neben dem Luftschiffbauer Cargolifter zweite «Highlight» der Region «so weit wie noch nie», sagte Klinkmüller. Skeptiker des Projektes sahen sich bestätigt, als der bereits für Ende vergangenen Jahres angekündigte Baubeginn nicht eingehalten wurde. Jetzt soll es im Frühjahr 2002 losgehen.
Die niederländische Entwicklungsgesellschaft Heycur war vor sechs Jahren der Initiator der Idee «Spreewaldpark». Mit einem Investitionsvolumen von 460 Millionen Mark (235 Mio. Euro) sollte damals deutlich bescheidener vorgegangen werden. Mit der Begründung, man habe nur ein Drittel des notwendigen Kapitals aufbringen können, übergab Heycur im September 1999 an Ensis.
Noch muss der Freizeitpark einige Hürden nehmen: Vertraglich sollen die Kommunen von ihrer Pflicht entbunden werden, für die Erschließung des Areals aufzukommen. «Da wären wir überfordert», formuliert Hannelore Tarnow, Sprecherin der Stadt Lübben, eine Hauptsorge.
Derzeit ist nicht klar, ob das Raumordnungsverfahren noch einmal gemacht werden muss. Für den «Spreewaldpark» gibt es zwar einen zustimmenden Bescheid der Landesplanung, der bis zum Jahresende gültig ist. Dieser bezieht sich jedoch auf eine Fläche von 292 Hektar.
Noch liegen im Ministerium für Raumordnung keine neuen Projekt-unterlagen vor. «Sollten gravierende Änderungen vorgenommen worden sein, dann muss das Verfahren neu eröffnet werden», sagte Ministeriumssprecher Achim Wersin. Schon allein die erneute Anhörung aller Träger öffentlicher Belange wird dann ein halbes Jahr dauern.
Die Potsdamer Landesregierung signalisierte Interesse, schloss aber eine finanzielle Beteiligung aus. So hofft der Landkreis, dass allein mit privatem Kapital der Fremdenverkehr deutlich belebt wird. Der Spreewald, den im Vorjahr 343 000 Mehrtagesgäste besucht haben, gehört nach dem Fläming zu den beliebtesten Urlaubsregionen Brandenburgs. «Mit dem Resort werden die Leute nicht nur zwei bis drei Tage bleiben, sondern zwei bis drei Wochen», gerät der stellvertretende Landrat ins Schwärmen. Und der Werbeslogan der potenziellen Investoren geht ihm schon flüssig über die Lippen: «Wir werden das europäische Familienreiseziel des 21. Jahrhunderts.»

