Artikel über Wiegand
Mitteldeutsche Zeitung
Über Hubertusinsel fliegen Bobs und Raketen
1000 Meter-Bob-Bahn am Eingang des Bodetals
Von Stephan Neef
Thale/MZ. Bei der neuen Piste handele es sich um jene Sommerrodelbahn, die ursprünglich oberhalb der Hubertusinsel - unweit der Bergstation des Sessellifts - geplant war. Weil der Bau dieser Anlage trotz jahrelanger Bemühungen bisher nicht genehmigt wurde, wolle er sie nun nicht am Berghang, sondern in dem Teil des Tales errichten, das er samt Hubertusquelle gekauft hat, sagte Wiegand der MZ.
Das nötige (Höhen-)Profil werde nun künstlich geschaffen. Allerdings würden sich die Schlitten nicht auf Stahlrohr-Schienen bewegen, sondern in einer rutschenähnlichen Mulde. Besonders reizvoll sei bei dieser Tal-Lage die brückenähnliche Überquerung der Wege und des parallel zur Bode fließenden Salzgrabens. Die spektakuläre High-Tech-Anlage, die auf Grund des ebenen Standortes an eine kleine, wenn auch loopinglose Achterbahn erinnert, sei mit einem Distanz-Kontrollsystem ausgestattet, das ein Auffahren der Bobs verhindere, teilt Wiegand mit. Die Rodelbahn werde auch das Gelände südlich der Insel nutzen - Wendepunkt ist der Stützmast der Schwebebahn, der "erdnah umfahren" werde.
Beginnen soll die rasante Fahrt im Insel-Zentrum, quasi an historischem Ort - auf dem Areal der nur noch als Brandruine erhaltenen "Villa Diana". Er habe bereits seit einem halben Jahr die Abbruchgenehmigung, informiert Wiegand. Noch im Herbst vergangenen Jahres dachte der Unternehmer über eine (Teil-)Sanierung des 1874 errichteten Fachwerkgebäudes nach, das als letztes Überbleibsel an das einst berühmte Hubertusbad und -hotel erinnert. Die 1,7 Millionen Mark teure Rekonstruktion gehörte zu den 47 Projekten eines "integrierten Entwicklungskonzeptes", mit dem sich die Verwaltungsgemeinschaft Thale im Rahmen der Landesinitiative "Locale" um Fördermittel bemühte. Stadt und Wiegand als Projektträger waren sich darin einig, "das abrissreife Gebäude zu erhalten und einer Nutzung zuzuführen".
Weil Fontane 1883/84 in der "Diana"-Pension als Sommergast des mit ihm befreundeten Hubertusbad-Hoteliers Marcel von Sieben logierte und hier den ersten Entwurf seiner "Cecilie" schrieb, wollte Wiegand in dem Haus neben einem "Indoor-Spielbereich" eine Fontane-Gedenkstätte samt Fontane-Café" einrichten. Die ersten 300000 Mark sollten schon im letzten Jahr fließen. Nachdem ein Gutachter in dem Gemäuer den Hausschwamm entdeckte, favorisierte Wiegand eine "Zwischenlösung", die Fontane noch ausdrücklich einschloss. Inzwischen ist der Hesse davon überzeugt, dass den märkischen Dichter allenfalls die "über 50-Jährigen kennen" und sich deshalb eine solche Investition nicht lohne.
Denn Wiegands Zielpublikum ist jünger. In die Erweiterung seines Outdoor-Spielbereiches, der sich bisher am Rande der Talstation des Sessellifts konzentrierte, will er nun vier Millionen Mark investieren. Geplant ist auch der Prototyp eines im eigenen Haus entwickelten, schienengebundenen Fahrgeschäfts, das wagemutige Nutzer mit raketenähnlichen Kapseln in luftige Höhen katapultiert. Die Erfinder tauften es "Hexenbesen".
Der Erlebnispark soll "noch mehr Besucher anlocken und eine Verbindung zu Hexentanzplatz und Harz-Bob" herstellen, wünscht sich Wiegand. Wenn die Touristen nach Hause fahren, sollten sie auf Grund der Erlebnisfülle sagen können, dass es in Thale "schön war". Wiegand weiß, dass sich manche Vertreter der Stadtverwaltung mit seinem neuen Erlebnis-Angebot nicht anfreunden können, da ihnen die Hubertusinsel "heilig" sei. Weil die Fläche für einen Parkplatz zu heilig war, habe er die nötigen Stellplätze auf dem benachbarten Brauerei-Gelände geschaffen. Doch "zündende Ideen" für eine wirtschaftlich tragbare Gestaltung der jetzigen Insel-Ödnis hätten auch die Thalenser nicht gehabt. Wiegand gesteht, dass auch das Bauordnungsamt des Landkreises gegen sein Projekt gewisse Bedenken und Einwände habe. Doch die ließen sich ausräumen, glaubt der Unternehmer und kündigt einen Amtsbesuch an.
Über Hubertusinsel fliegen Bobs und Raketen
1000 Meter-Bob-Bahn am Eingang des Bodetals
Von Stephan Neef
Thale/MZ. Bei der neuen Piste handele es sich um jene Sommerrodelbahn, die ursprünglich oberhalb der Hubertusinsel - unweit der Bergstation des Sessellifts - geplant war. Weil der Bau dieser Anlage trotz jahrelanger Bemühungen bisher nicht genehmigt wurde, wolle er sie nun nicht am Berghang, sondern in dem Teil des Tales errichten, das er samt Hubertusquelle gekauft hat, sagte Wiegand der MZ.
Das nötige (Höhen-)Profil werde nun künstlich geschaffen. Allerdings würden sich die Schlitten nicht auf Stahlrohr-Schienen bewegen, sondern in einer rutschenähnlichen Mulde. Besonders reizvoll sei bei dieser Tal-Lage die brückenähnliche Überquerung der Wege und des parallel zur Bode fließenden Salzgrabens. Die spektakuläre High-Tech-Anlage, die auf Grund des ebenen Standortes an eine kleine, wenn auch loopinglose Achterbahn erinnert, sei mit einem Distanz-Kontrollsystem ausgestattet, das ein Auffahren der Bobs verhindere, teilt Wiegand mit. Die Rodelbahn werde auch das Gelände südlich der Insel nutzen - Wendepunkt ist der Stützmast der Schwebebahn, der "erdnah umfahren" werde.
Beginnen soll die rasante Fahrt im Insel-Zentrum, quasi an historischem Ort - auf dem Areal der nur noch als Brandruine erhaltenen "Villa Diana". Er habe bereits seit einem halben Jahr die Abbruchgenehmigung, informiert Wiegand. Noch im Herbst vergangenen Jahres dachte der Unternehmer über eine (Teil-)Sanierung des 1874 errichteten Fachwerkgebäudes nach, das als letztes Überbleibsel an das einst berühmte Hubertusbad und -hotel erinnert. Die 1,7 Millionen Mark teure Rekonstruktion gehörte zu den 47 Projekten eines "integrierten Entwicklungskonzeptes", mit dem sich die Verwaltungsgemeinschaft Thale im Rahmen der Landesinitiative "Locale" um Fördermittel bemühte. Stadt und Wiegand als Projektträger waren sich darin einig, "das abrissreife Gebäude zu erhalten und einer Nutzung zuzuführen".
Weil Fontane 1883/84 in der "Diana"-Pension als Sommergast des mit ihm befreundeten Hubertusbad-Hoteliers Marcel von Sieben logierte und hier den ersten Entwurf seiner "Cecilie" schrieb, wollte Wiegand in dem Haus neben einem "Indoor-Spielbereich" eine Fontane-Gedenkstätte samt Fontane-Café" einrichten. Die ersten 300000 Mark sollten schon im letzten Jahr fließen. Nachdem ein Gutachter in dem Gemäuer den Hausschwamm entdeckte, favorisierte Wiegand eine "Zwischenlösung", die Fontane noch ausdrücklich einschloss. Inzwischen ist der Hesse davon überzeugt, dass den märkischen Dichter allenfalls die "über 50-Jährigen kennen" und sich deshalb eine solche Investition nicht lohne.
Denn Wiegands Zielpublikum ist jünger. In die Erweiterung seines Outdoor-Spielbereiches, der sich bisher am Rande der Talstation des Sessellifts konzentrierte, will er nun vier Millionen Mark investieren. Geplant ist auch der Prototyp eines im eigenen Haus entwickelten, schienengebundenen Fahrgeschäfts, das wagemutige Nutzer mit raketenähnlichen Kapseln in luftige Höhen katapultiert. Die Erfinder tauften es "Hexenbesen".
Der Erlebnispark soll "noch mehr Besucher anlocken und eine Verbindung zu Hexentanzplatz und Harz-Bob" herstellen, wünscht sich Wiegand. Wenn die Touristen nach Hause fahren, sollten sie auf Grund der Erlebnisfülle sagen können, dass es in Thale "schön war". Wiegand weiß, dass sich manche Vertreter der Stadtverwaltung mit seinem neuen Erlebnis-Angebot nicht anfreunden können, da ihnen die Hubertusinsel "heilig" sei. Weil die Fläche für einen Parkplatz zu heilig war, habe er die nötigen Stellplätze auf dem benachbarten Brauerei-Gelände geschaffen. Doch "zündende Ideen" für eine wirtschaftlich tragbare Gestaltung der jetzigen Insel-Ödnis hätten auch die Thalenser nicht gehabt. Wiegand gesteht, dass auch das Bauordnungsamt des Landkreises gegen sein Projekt gewisse Bedenken und Einwände habe. Doch die ließen sich ausräumen, glaubt der Unternehmer und kündigt einen Amtsbesuch an.

