Artikel zu Ocean Park Projekt
Nordwest Zeitung
Bremerhaven schwimmt obenauf
Zum 175-jährigen Bestehen der Stadt soll Baubeginn für „Maritime Erlebniswelt“ sein
Das Ocean-Park-Projekt wurde „vom Kopf auf die Füße gestellt“. Diesmal wurden erst die Zusagen von Investoren eingeholt.
Von Heiner Otto, Redaktion Westerstede
Datei nicht vorhanden
Ein Blick vom 66 Meter hohen Radarturm auf das Gelände der künftigen „Maritimen Erlebniswelt“ in Bremerhaven, die vom vorderen Hafenbecken parallel zum Weserdeich entstehen soll; gebuddelt wird schon an der neuen Fußgängerzone (kl. Bild). Bilder: Heiner Otto
Bremerhaven. In Bremerhaven hat die Zukunft begonnen. Rechtzeitig zum 175-jährigen Bestehen im nächsten Jahr macht sich die Stadt selbst das größte Geschenk. Mit einem Kostenaufwand von 127 Millionen DM spendieren sich die Bremerhavener gerade eine neue Fußgängerzone.
Doch das ist noch lange nicht alles. Zügig voran kommen Stadtverordnete und Magistrat auch mit ihrem bisher bedeutendsten Tourismus-Projekt. Die „Maritime Erlebniswelt am Alten und Neuen Hafen“ wird den vormals geplanten Ocean-Park ersetzen. Möglicher Baubeginn ist Mitte 2002.
Strukturpolitisch genießt die neue Erlebniswelt an der Unterweser, zu der später einmal 600 000 bis 800 000 Besucher pro Jahr erwartet werden, oberste Priorität. Bremerhaven hatte, wie berichtet, das Ocean-Park-Projekt, das an der Finanzierung scheiterte, Anfang vorigen Jahres selbst in die Hand genommen; Oberbürgermeister Jörg Schulz: „Dieses Projekt ist vom Kopf auf die Füße gestellt worden. Wir beginnen nicht mit einer unfinanzierbaren Planung, sondern mit konkreten Zusagen anerkannter Investoren.“
Die Erlebniswelt, für die es noch keinen offiziellen Namen gibt, soll auf einem 64 Hektar großen Areal am Alten und Neuen Hafen entstehen. Es wird mit 500 Millionen DM öffentlicher Mittel gefördert. Hauptattraktion der maritimen „Zone“ direkt am Weserdeich sollen ein populärwissenschaftliches „Klimahaus“ und ein spektakuläres Großaquarium werden. Die Hamburger Petri & Tiemann GmbH und das international renommierte französische Unternehmen Nausicaa arbeiten daran bereits.
Geplant sind ferner ein Hotel mit 150 Zimmern, Konferenz- und Veranstaltungsräumen, ein Einkaufszentrum mit hochwertigem, überregional ausgerichtetem Angebot und ein „Mediterraneum“ – eine überdachte Erlebnismeile, die eine ebenfalls überregionale Mischung von Gastronomie, Veranstaltungen und Einzelhandel mit mediterranem Flair bieten soll. Ferner entstehen eine Marina am Neuen Hafen mit ergänzender Infrastruktur und eine Reihe von Wohnungen in maritimer Top-Lage.
Hand in Hand arbeiten die Planer dabei auch mit Blick auf die neue Fußgängerzone. Die „Bürger“, wie die Bremerhavener ihre ehemalige Hauptstraße durch die Innenstadt nennen, erhält ein völlig neues Gesicht. Allein die Glasdächer vor den Geschäften sind insgesamt 1250 Meter lang. Sie ruhen auf 200 jeweils 36 Zentimeter dicken und 16 m langen Pfählen im Erdboden sowie auf weiteren 200 Edelstahlstützen.
Zum Opfer fallen wird das in den 50er-Jahren eröffnete Stadtbad der Modernisierung. Es muss einem Hotel und einem Erweiterungsbau der Hochschule weichen. Dagegen ist das nahe Stadttheater obenauf: Er wurde gerade für 60 Millionen DM renoviert. Auch kulturell hat in Bremerhaven also die Zukunft begonnen. Aus Brüssel gab‘s dafür unlängst ein für EU-Bürokraten ungewohnt flapsiges Lob: „Fishtown schwimmt obenauf.“
Bremerhaven schwimmt obenauf
Zum 175-jährigen Bestehen der Stadt soll Baubeginn für „Maritime Erlebniswelt“ sein
Das Ocean-Park-Projekt wurde „vom Kopf auf die Füße gestellt“. Diesmal wurden erst die Zusagen von Investoren eingeholt.
Von Heiner Otto, Redaktion Westerstede
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Ein Blick vom 66 Meter hohen Radarturm auf das Gelände der künftigen „Maritimen Erlebniswelt“ in Bremerhaven, die vom vorderen Hafenbecken parallel zum Weserdeich entstehen soll; gebuddelt wird schon an der neuen Fußgängerzone (kl. Bild). Bilder: Heiner Otto
Bremerhaven. In Bremerhaven hat die Zukunft begonnen. Rechtzeitig zum 175-jährigen Bestehen im nächsten Jahr macht sich die Stadt selbst das größte Geschenk. Mit einem Kostenaufwand von 127 Millionen DM spendieren sich die Bremerhavener gerade eine neue Fußgängerzone.
Doch das ist noch lange nicht alles. Zügig voran kommen Stadtverordnete und Magistrat auch mit ihrem bisher bedeutendsten Tourismus-Projekt. Die „Maritime Erlebniswelt am Alten und Neuen Hafen“ wird den vormals geplanten Ocean-Park ersetzen. Möglicher Baubeginn ist Mitte 2002.
Strukturpolitisch genießt die neue Erlebniswelt an der Unterweser, zu der später einmal 600 000 bis 800 000 Besucher pro Jahr erwartet werden, oberste Priorität. Bremerhaven hatte, wie berichtet, das Ocean-Park-Projekt, das an der Finanzierung scheiterte, Anfang vorigen Jahres selbst in die Hand genommen; Oberbürgermeister Jörg Schulz: „Dieses Projekt ist vom Kopf auf die Füße gestellt worden. Wir beginnen nicht mit einer unfinanzierbaren Planung, sondern mit konkreten Zusagen anerkannter Investoren.“
Die Erlebniswelt, für die es noch keinen offiziellen Namen gibt, soll auf einem 64 Hektar großen Areal am Alten und Neuen Hafen entstehen. Es wird mit 500 Millionen DM öffentlicher Mittel gefördert. Hauptattraktion der maritimen „Zone“ direkt am Weserdeich sollen ein populärwissenschaftliches „Klimahaus“ und ein spektakuläres Großaquarium werden. Die Hamburger Petri & Tiemann GmbH und das international renommierte französische Unternehmen Nausicaa arbeiten daran bereits.
Geplant sind ferner ein Hotel mit 150 Zimmern, Konferenz- und Veranstaltungsräumen, ein Einkaufszentrum mit hochwertigem, überregional ausgerichtetem Angebot und ein „Mediterraneum“ – eine überdachte Erlebnismeile, die eine ebenfalls überregionale Mischung von Gastronomie, Veranstaltungen und Einzelhandel mit mediterranem Flair bieten soll. Ferner entstehen eine Marina am Neuen Hafen mit ergänzender Infrastruktur und eine Reihe von Wohnungen in maritimer Top-Lage.
Hand in Hand arbeiten die Planer dabei auch mit Blick auf die neue Fußgängerzone. Die „Bürger“, wie die Bremerhavener ihre ehemalige Hauptstraße durch die Innenstadt nennen, erhält ein völlig neues Gesicht. Allein die Glasdächer vor den Geschäften sind insgesamt 1250 Meter lang. Sie ruhen auf 200 jeweils 36 Zentimeter dicken und 16 m langen Pfählen im Erdboden sowie auf weiteren 200 Edelstahlstützen.
Zum Opfer fallen wird das in den 50er-Jahren eröffnete Stadtbad der Modernisierung. Es muss einem Hotel und einem Erweiterungsbau der Hochschule weichen. Dagegen ist das nahe Stadttheater obenauf: Er wurde gerade für 60 Millionen DM renoviert. Auch kulturell hat in Bremerhaven also die Zukunft begonnen. Aus Brüssel gab‘s dafür unlängst ein für EU-Bürokraten ungewohnt flapsiges Lob: „Fishtown schwimmt obenauf.“

