Space Park Unfall
Moin
Schwere Rückschlag für den Space Park
Artikel von heute aus dem Weserkurier:
Montagefehler: Betondecken stürzten krachend in die Tiefe
Space-Park-Panne / Menschliches Versagen / 400 000 Mark Schaden
Von unserem Redakteur
Klaus Grunewald
Es geschah um 3.30 Uhr in der Frühe. Die Bauarbeiter im Containerdorf auf dem Space-Park-Gelände in Gröpelingen wurden von einem ohrenbetäubenden Knall aus dem Schlaf gerissen. Ganz in ihrer Nähe waren zwei frisch gegossene Betonfelder aufgrund eines Montagefehlers in die Tiefgarage gestürzt. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf etwa 400 000 Mark.
Zum Glück, atmete Space-Park–Sprecher Wolfgang Kiesel gestern auf, sei niemand verletzt worden. Doch das ist wohl nur dem Umstand zu verdanken, dass sich die bislang größte Panne auf Norddeutschlands größter Baustelle in der Nacht ereignete. Tagsüber hätte es Verletzte und Tote geben können.
Auch gestern noch betrieben Sachverständige der Versicherungen Ursachenforschung in dem Gewirr aus Stahl- und Betontrümmern. Aller Wahrscheinlichkeit nach aber ist das Unglück auf menschliches Versagen zurückzuführen.
Die Betondecken im Erdgeschoss und in der ersten Etage über der Tiefgarage, so Kiesel, seien nicht wie üblich separat, sondern in einem Arbeitsgang gegossen worden. Das bedeutete für die Stahlstützen doppeltes Gewicht. Sie knickten ein wie Streichhölzer. Tonnenschwere Materialien stürzten in die Tiefe und richteten einen verheerenden Schaden an.
Aus Sicht von Wolfgang Kiesel ein klarer Fall für die Versicherungen. Sie müssen für die Fehleinschätzung eines Bauleiters haften, der in diesem Fall an der falschen Stelle gespart hat.
Und jetzt gibt es Terminprobleme. Eigentlich sollte der Rohbau für Weltraum-Freizeitpark und Einkaufsmeile im August stehen. Nach dem verhängnisvollen Unglück aber rechnet Kiesel mit einer Verzögerung von etwa zwei Wochen. Der Eröffnungstermin Herbst 2002 für das Milliarden-Projekt sei allerdings nicht gefährdet.
Jetzt gilt es zunächst einmal aufzuräumen und dann die Decken neu zu gießen. Kuriosum am Rande: Obwohl der Einsturz mit der gewaltigen Geräuschkulisse bereits in der Nacht zum vergangenen Mittwoch passierte, hatte er sich gestern noch nicht auf dem Gröpelinger Polizeirevier herumgesprochen. Die Space-Park-Verantwortlichen hatten die peinliche Panne denn auch gar nicht erst mitgeteilt. Kiesel: „Das wäre nur erforderlich gewesen, wenn es Verletzte zu beklagen gegeben hätte.“
Schwere Rückschlag für den Space Park
Artikel von heute aus dem Weserkurier:
Montagefehler: Betondecken stürzten krachend in die Tiefe
Space-Park-Panne / Menschliches Versagen / 400 000 Mark Schaden
Von unserem Redakteur
Klaus Grunewald
Es geschah um 3.30 Uhr in der Frühe. Die Bauarbeiter im Containerdorf auf dem Space-Park-Gelände in Gröpelingen wurden von einem ohrenbetäubenden Knall aus dem Schlaf gerissen. Ganz in ihrer Nähe waren zwei frisch gegossene Betonfelder aufgrund eines Montagefehlers in die Tiefgarage gestürzt. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf etwa 400 000 Mark.
Zum Glück, atmete Space-Park–Sprecher Wolfgang Kiesel gestern auf, sei niemand verletzt worden. Doch das ist wohl nur dem Umstand zu verdanken, dass sich die bislang größte Panne auf Norddeutschlands größter Baustelle in der Nacht ereignete. Tagsüber hätte es Verletzte und Tote geben können.
Auch gestern noch betrieben Sachverständige der Versicherungen Ursachenforschung in dem Gewirr aus Stahl- und Betontrümmern. Aller Wahrscheinlichkeit nach aber ist das Unglück auf menschliches Versagen zurückzuführen.
Die Betondecken im Erdgeschoss und in der ersten Etage über der Tiefgarage, so Kiesel, seien nicht wie üblich separat, sondern in einem Arbeitsgang gegossen worden. Das bedeutete für die Stahlstützen doppeltes Gewicht. Sie knickten ein wie Streichhölzer. Tonnenschwere Materialien stürzten in die Tiefe und richteten einen verheerenden Schaden an.
Aus Sicht von Wolfgang Kiesel ein klarer Fall für die Versicherungen. Sie müssen für die Fehleinschätzung eines Bauleiters haften, der in diesem Fall an der falschen Stelle gespart hat.
Und jetzt gibt es Terminprobleme. Eigentlich sollte der Rohbau für Weltraum-Freizeitpark und Einkaufsmeile im August stehen. Nach dem verhängnisvollen Unglück aber rechnet Kiesel mit einer Verzögerung von etwa zwei Wochen. Der Eröffnungstermin Herbst 2002 für das Milliarden-Projekt sei allerdings nicht gefährdet.
Jetzt gilt es zunächst einmal aufzuräumen und dann die Decken neu zu gießen. Kuriosum am Rande: Obwohl der Einsturz mit der gewaltigen Geräuschkulisse bereits in der Nacht zum vergangenen Mittwoch passierte, hatte er sich gestern noch nicht auf dem Gröpelinger Polizeirevier herumgesprochen. Die Space-Park-Verantwortlichen hatten die peinliche Panne denn auch gar nicht erst mitgeteilt. Kiesel: „Das wäre nur erforderlich gewesen, wenn es Verletzte zu beklagen gegeben hätte.“

