»Sling Shoot« glänzt
durch Abwesenheit Aschaffenburg. Das als Volksfest-Neuheit gepriesene Fahrgeschäft »Sling Shoot« kommt nicht nach Aschaffenburg. Nach Auskunft des städtischen Ordnungsamtes haben die Eigner der Katapult-Kugel – es handelt sich dabei um die Familie Rühl – den Volksfest-Auftritt in letzter Minute platzen lassen. Als Grund werden familiäre Streitigkeiten angegeben. Ein leitender Mitarbeiter des Ordnungsamtes ließ am Mittwoch keinen Zweifel daran, dass die Familie Rühl vertragsbrüchig geworden ist und man sich deshalb rechtliche Schritte vorbehalte. Als Ersatz für »Sling Shot« hat das Ordnungsamt am Mittwoch das Überkopf-Fahrgeschäft »Moonlift« verpflichtet.
Sling Shot« macht es möglich: Auf dem
Volksfest erfüllt sich Traum vom Fliegen In diesem Jahr zwölf Tage Festrummel auf dem Platz am Mainufer – Start am 14. Juni Aschaffenburg. Dem Himmel so nah: Auf dem Aschaffenburger Volksfest kann man sich in diesem Jahr den Traum vom Fliegen erfüllen. »Sling Shot« macht es möglich und ist damit wohl die größte Attraktion des großen Rummels am Mainufer, der am kommenden Donnerstag, 14. Juni von Oberbürgermeister Klaus Herzog eröffnet wird. Zwölf Tage, einen Tag länger als sonst, können sich Volksfestfreunde heuer an rasanten Fahrgeschäften, Bier, Broiler und bayerischen Schmankerln erfreuen. Das Aschaffenburger Volksfest 2001 endet am 25. Juni mit dem traditionellen großen Abschlussfeuerwerk.
»Sling Shot« heißt das Zauberwort für unverbesserliche Draufgänger. Von dieser Spezies muss man schon sein, wenn man in der offenen Kugel Platz nimmt und sich, nur gehalten von Stahlseilen, 60 Meter dem Himmel entgegen katapultieren lässt. Zurück in Richtung Mutter Erde geht es dann in kontrolliertem Fall – was immer das auch heißen mag. Die Mannen vom Ordnungsamt jedenfalls, die, wie schon seit mehreren Jahren, das Volksfest im Auftrag der Stadt organisieren, sind begeistert vom neuen Fahrgeschäft, in dem Passagiere zu Himmelsstürmern geraten.
Die Maß Bier 9,40 Mark
Ob nach dem Schuss ins Firmament allerdings noch eine geregelte Nahrungsaufnahme möglich ist, vermochten die Organisatoren um Ordnungsamtschef Eckhard Raupach nicht zu sagen. Schade wäre es allemal, wenn die Luftfahrt zu länger andauernder Übelkeit führte, denn wer verzichtet auf dem Volksfest schon gerne auf Haxe, Hendl und auf die süffige Maß Bier; für die stellt Festwirt Franz Widmann wie schon im Vorjahr 9,40 Mark in Rechnung.
Und unverändert ist nicht nur der Preis für den Gerstensaft, sondern auch seine Herkunft. Die Schweinheimer Schwind-Bräu zeichnet für den würzigen Trunk verantwortlich. Glück für Brauerei-Inhaber Alfred Kunkel. Eigentlich wäre nämlich die Heyland's Brauerei in diesem Jahr an der Reihe gewesen, doch verlagerte die vor einigen Monaten ihre Produktionsstätte nach Großostheim. Mit der Folge, dass sie die Vorgaben des Bierliefervertrags (Bier muss in Aschaffenburg gebraut sein) nicht mehr erfüllen konnte und durchs sprichwörtliche Raster fiel.
Doch von all dem will der geneigte Festbesucher sicher nichts wissen wollen. Wichtiger für ihn ist beispielsweise das Programm im Festzelt. Das ist umfangreich wie gewohnt und mit zahlreichen Highlights gespickt. So darf man gespannt sein auf den Auftritt des Aschaffenburger Haus- und Hofkabarettisten Urban Priol am Sonntag, 17. Juni um 11 Uhr. Einen Sonntag darauf, am 24. Juni bestreitet die Rock 'n' Roll-Band »Lucille's Lumbago« den Frühschoppen im Festzelt.
Familien- und Seniorennachmittag
Für Eltern mit ihrem Anhang interessant: die Familiennachmittage am Dienstag, 19., und Montag, 25. Juni, jeweils von 14 bis 19 Uhr. An diesen Tagen sind alle Fahrgeschäfte zum halben Preis unterwegs und mittags im Festzelt wird der Rollbraten zu besonderen Konditionen angeboten. Letzteres gilt freilich an beinahe jedem Volksfesttag; so auch während des Seniorennachmittags mit den »Rodensteiner Herzbuben« am Montag, 18. Juni, am »Tag der guten Nachbarschaft« und »Tag der Betriebe, Behörden und Vereine« am Donnerstag, 21., und Freitag, 22. Juni.
Natürlich: Das Festzelt ist nicht der einzige Ort, an dem Esser und Trinker auf ihre Kosten kommen. Kulinarisch gesehen lässt das Volksfest wie gewohnt kaum Wünsche offen: Pizza, Pasta und Pistazieneis, Brezen, Bratwurst, Brokkoli und Brathering, Waffeln und Wein, gebrannte Mandeln, Zuckerwatte und Paradiesäpfel …
Doch genug der Kalorienbomben und hinein ins unnachahmliche Getümmel der Fahrgeschäfte und Attraktionen. »Cyber Space«, eine Achterbahn mit drehbaren Gondeln sorgt in diesem Jahr für Nervenkitzel. Wem zusätzlich noch nach einer Abkühlung zumute ist, dem sei die Wildwasserbahn »Pirateninsel« empfohlen. Beschaulicher ist da das 55 Meter hohe Riesenrad, das den schwindelfreien Fahrgast mit atemberaubenden Blicken auf die Stadt belohnt.
Was wäre das Volksfest ohne die Nostalgie? Im »Domino« kann der Besucher die Tücke einer rollenden Tonne, eines Laufbands und eines Irrgartens am eigenen Leib erfahren. Und im Kasperle-Theater sowie beim Scherenschneider wird einmal mehr der Beweis erbracht, dass Schausteller immer auch ein Stück weit Künstlernaturen sind.
Das Aschaffenburger Volksfest 2001 beginnt an Fronleichnam um 14 Uhr. Offiziell eröffnet es der OB um 18 Uhr mit dem traditionellen Bieranstich, dem um 22.30 Uhr ein Feuerwerk folgt. Der große Festzug mit Trachtenvereinen, Musikkapellen, Pferdegespannen und historischen Traktoren setzt sich am Samstag, 16. Juni, um 15 Uhr von der Großmutterwiese aus in Bewegung. Entlang der Platanenallee, der Weißenburger-, Luitpold-, Landing- und Löherstraße geht es dann zum Volksfestplatz.
Ein Bier zuviel: Taxi oder Bus
Bis zum 25. Juni ist dann täglich ab 12 Uhr Festbetrieb, sonntags bereits ab 11 Uhr. Zapfenstreich ist um Mitternacht, am Eröffnungs- und Schlusstag sowie freitags und samstags allerdings erst um 1 Uhr. Wer so spät heimkehrt, hat meist ein Bierchen zuviel intus. In diesem Fall: Das Auto stehen lassen, auf Taxi oder Bus zurückgreifen. Taxen stehen am Haupteingang, Bushaltestellen befinden sich am Stadtbad und an der Willigisbrücke. Freitags, samstags und sonntags verkehrt zusätzlich von 22.30 bis 0.30 Uhr der »Volksfest-Bus«. Nach Bedarf startet er von der Haltestelle »Stadtbad« in alle Richtungen zu allen Zielorten.-joff-
[h3] Quelle:
www.mainecho.de [/h3]
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