Chemnitz: (Gestern Sonntagabend) Bei einem Volksfest ist ein Fahrgast aus der Achterbahn gestürzt und tödlich verunglückt. Nach Angaben der Polizei fiel der 30jährige in sieben Metern Höhe aus der Gondel. Vermutlich hatte er während der Fahrt den Sicherheitsbügel gelöst und sich hingekniet. In einer Kurve wurde er dann aus der Gondel geschleudert. Die Achterbahn wurde erst einmal still gelegt und soll auf Sicherheit geprüft werden. stand: MDR-Videotext, Seite 164, Uhr 14.11
Schausteller und Besucher am Hartmannplatz geschockt:
30-Jähriger starb nach Sturz von der Achterbahn
Für Luis Dias war es wie ein Schock. "Humberto hatte am Sonntag noch bis früh um sechs bei uns im Verein gearbeitet", sagte der Mann von der Vereinigung der Mocambiquaner in Chemnitz. 15 Stunden später aber war sein Freund Humberto D. bereits tot - ein bis dato nie dagewesenes Drama, welches sich auf dem diesjährigen Sommerfest am Hartmannplatz abspielte und das bei 46 Schaustellern und tausenden Besuchern für blankes Entsetzen sorgte: Der 30-jährige Humberto D. aus Mocambique ist am Sonntagabend um 20.55 Uhr beim Sturz aus der Achterbahn ums Leben gekommen. Er lebte seit über zehn Jahren in Deutschland und hinterlässt eine deutsche Ehefrau und drei Kinder.
Laut Aussage der Polizei hatte sich der Mann während der Fahrt auf den Boden gekniet und wurde in einer Kurve aus dem Wagen geschleudert. Er stürzte sieben Meter in die Tiefe und erlag dort seinen schweren Kopfverletzungen. Am Montag wurde die Obduktion der Leiche vorgenommen - nach Sachstand am Montag wurde der Vorfall offenbar vom Opfer selbst verschuldet. Laut Arnd Drechsler, Geschäftsführer des Mitteldeutschen Schaustellerverbandes, löste der 30-Jährige den Sicherungsbügel der Gondel selbst. Ein Verschulden des Fahrgeschäftbetreibers, des Eisenacher Schaustellers Wolfgang Jehn, schließt Drechsler nahezu aus. Alle Geräte seien zudem vor Beginn des Volksfestes am Samstag vom TÜV geprüft worden. Jehn: "Das war, so leid uns der Vorfall auch tut, ein hundertprozentiges Verschulden des Mannes. Wir weisen die Besucher vor jeder Fahrt ein, haben auch Schilder mit Sicherheitsvorkehrungen aufgestellt." Jehn und das Achterbahn-Opfer kannten sich übrigens noch von früher - D. hatte des öfteren beim Aufbau der Bahn in verschiedenen Städten Anfang der neunziger Jahre mitgeholfen und so um die Risiken von Fahrgeschäften gewusst. Außerdem sei er, so Jehn weiter, wenige Minuten vor dem tragischen Unglück mit seiner Tochter auf der gleichen Achterbahn gefahren - ohne Zwischenfall.
Experten des TÜV waren am Montag eiligst aus München angereist, um mit der Polizei den Vorfall zu klären. Bis zur Freigabe bleibt die Achterbahn vorläufig gesperrt. Helmut Weiß, Abteilungsleiter für Fliegende Bauten beim TÜV Süddeutschland: "Diese Achterbahn ist zwar über 20 Jahre alt, aber nicht veraltet. Extra Sicherheitsbügel über die Schultern sind schon deshalb nicht vorgesehen, weil die Bahnen so konstruiert sind, dass die Besucher immer in die ohnehin schon sehr tiefen Sessel gedrückt werden." Ohne Mithilfe könne da keiner von selbst herausfallen, zumal dieser Typ Achterbahn mit maximal 50 bis 60 Stundenkilometer längst nicht so schnell sei wie moderne Bahnen. Trotzdem: Auf der nächsten Sitzung des Arbeitskreises Fliegende Bauten, bei dem regelmäßig Experten aus den zuständigen Ministerien aller 16 Bundesländer beraten, soll der Chemnitzer Todesfall auf die Tagesordnung, so Weiß. Derweil sucht die Polizei Zeugen, die das furchtbare Drama auf dem Festplatz beobachteten oder sogar in einem der Achterbahn-Wagen zur fraglichen Zeit saßen. Kontakt: Polizeidirektion Chemnitz, Hartmannstraße 24, Telefon: 0371/3872319 oder -2234. (JOE)
langsam frage ich mich wirklich, wie sehr man eigentlich noch die Leute in den Fahrgeschäften anketten muß, bevor endlich keiner mehr auf die Idee kommt während der Fahrt aufzustehen oder sich hinzuknien oder sonst irgendeinen Unfug zu treiben, um dann aus eigenem Verschulden herauszufallen. Vor ca. einem Jahr hatten wir auf dem Wasen einen ähnlichen Vorfall, da mußte ein Fahrgast unbedingt während einer Fahrt im Kettenkarussell den Platz tauschen. Das ging natürlich schief ... Also in Zukunft wohl in absolut jedem Geschäft Sicherheitsbügel auch über die Schulter ? Gruß Diane
Nach dem im Artikel genannten Fakten, scheint es sich um Jehn´s Schwarzkopf-Achterbahn, den Jet Star 1, zu handeln. Der ehemalige Robrahn Coaster ist der einzige noch in Deutschland reisende Jet Star 1. Jehn besitzt zwar auch noch die Familienachterbahn Tornado, die kann es aber aufgrund des Alters nicht sein.
Welche Achterbahn war denn das? Ich habe nämlich mal kurz in der Kirmes Revue nachgesehen und habe da keine Achterbahnen entdecken können. Ich kenne die ostdeutsche Kirmes-szene nun wirklich nicht gut, aber das einzige Geschäft, dass eine Achterbahn vom Namen her sein könnte, wöre Tornado, aber wenn mich nicht alles täuscht ist das doch ein Huss-Flipper, oder?? Grüsse Jakob
Es gibt im Osten eine Powered Coaster namens Tornado. Er wurde von EML vertrieben (bitte eine Gedenkminute einlegen) und hat den gleichen Streckenverlauf wie z.B. die Drachenachterbahn im Taunus Wunderland. Der Huss-Flipper namens Tornado wurde von Fehrensen an einen Schausteller aus dem Saarland verkauft.