Space Park Bremen

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Space Park Bremen

Habe gerade einen Artikel zum neuen Space Park in Bremen gefunden:


Schon bald Golfen auf dem Mond

In Gröpelingen wird täglich rund eine Million Mark für den Space Park verbaut

Von unserem Redakteur
Klaus Grunewald

In 17 Monaten beginnt das nächste Jahrtausend. Golfen auf der Mondoberfläche? Selbstverständlich. Reisen durch die tiefen des Universums mit Captain Kirk? Ticket genügt. Im Herbst 2002 soll der „Space Park Bremen“, einzigartig in Europa, seine Pforten öffnen. Das Betongerippe auf dem 26 Hektar großen ehemaligen Akschen-Gelände zeichnet sich ab, täglich wird eine Million Mark verbaut.
Die Werbung für den 22 000 Quadratmeter großen Weltraum-Freizeitpark, für einen Einkaufskomplex mit 120 Läden auf 44 000 Quadratmetern, für Kinos, Hotel und Restaurants läuft auf Hochtouren. Täglich geben sich Interessenten aus dem In- und Ausland bei Wolfgang Kiesel, Manager für Öffentlichkeitsarbeit, die Klinke in die Hand.
Von der Hafenrandstraße aus zeichnet sich die Flaniermeile für Einheimische und Besucher hin zur Weser ab, wo auf einer Länge von rund 800 Metern Bremens zweite Schlachte entstehen soll. Auf 60 Stahlbetonsäulen ruht die erste Ebene der künftigen virtuellen Weltraumwelt, tief unten verläuft der Tunnel zu Garage und Versorgungsschleusen – fast so lang wie der in Hemelingen. Über den grauen Rohbaugeschossen schweben majestästisch die gewaltigen Kranausleger. „Eigentlich“, fällt Wolfgang Kiesel ein, „könnte bald Richtfest sein.“
Täglich steuern 50 bis 60 Schwertransporter das weitläufige Gelände zwischen „Pier 2“, Getreideanlage, Ludwig-Plate- und Kap-Horn-Straße an, bringen riesige Fertigsegmente. Sie werden in vier norddeutschen Betonwerken gegossen, die sich im Umkreis von 100 Kilometer Entfernung befinden und zur Zeit ausschließlich für den „Space Park“ produzieren. Verkehrsprobleme, sagt Kiesel, gebe es bislang nicht, die Anfahrt über A 27, A281 und Südweststraße sei nahezu ideal.
Das wissen mittlerweile auch viele Interessenten aus dem In- und Ausland zu schätzen, die Deutschlands erstes „Integriertes Entertainement- und Shopping-Center“ in ihre Reiseprospekte aufnehmen und sich in ein Ladengeschäft einmieten wollen. Mehr als 200 Bewerber für die Einkaufsmeile haben sich bereits gemeldet, doch genommen wird längst nicht jeder. Realisiert werden soll ein Freizeit orientierter Branchenmix, der nicht auf den täglichen Bedarf zugeschnitten ist. Mit anderen Worten: Einen Supermarkt soll es nicht geben.
Kernstück des Milliarden-Projekts aber ist das wankelförmige Raumfahrtzentrum mit sieben Hauptattraktionen, an denen amerikanische Experten seit zwei Jahren basteln. Beispielsweise an einer High-Tech-Achterbahn, deren Fahrgäste virtuelle Welten in vier Dimensionen erleben. Die hochkomplizierten Software-Programme werden jährlich „re-attraktiviert“, damit die Fans wiederkommen, um etwas Neues zu erleben.
Wenn der Laden erst einmal läuft, erwarten Macher und Investoren pro Jahr etwa 12,4 Millionen Besucher, auf die neben Space- und Einkaufszentren Gaststätten, Restaurants, Kinosäle ein Spielcasino oder Open-Air-Veranstaltungen an der Weserpromenade warten. Das weithin sichtbare Wahrzeichen für alle: ein 60 Meter hoher Nachbau der Ariane. Und sie steht auch für Fortschritt auf dem Arbeitsmarkt. Gut 3000 Arbeitsplätze soll der „Space Park Bremen“ schaffen, davon 2000 für Vollzeitkräfte.
Sie alle werden versuchen, in Gröpelingen und umzu ein neues Zuhause zu finden. Die soziale Struktur des einstigen Werftarbeiterviertels wird sich verändern. Und schon heute profitieren Hotels und Wohnungsvermieter von der Riesenbaustelle, auf der gegenwärtig 500 Helm- und Schlipsträger beschäftigt sind.
Bevor Europas erster Weltraum-Freizeitpark freilich seine Pforten öffnet, dürfte die Schlacht um ein reformiertes Ladenschlussgesetz in Bremen erneut eröffnet werden. Kneipen und Unterhaltungswelt sind zwar außen vor, aber die Geschäfte wollen natürlich auch an Feiertagen oder abends vom Besucherstrom profitieren. Zur Zeit sind mindestens neun Sonntagsöffnungen im Gespräch.

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